Beim beliebten Pen & Paper Dungeons & Dragons gab es zuletzt einige Abgänge: Unter anderem sind jetzt zwei langjährige und wichtige Köpfe hinter dem Spiel bei der Konkurrenz. Im GameStar Talk sprechen unsere Experten darüber, wie es jetzt weitergehen kann.
Was ist bei Dungeons & Dragons passiert? 2024 veröffentlichte Wizards of the Coast, die Firma hinter Dungeons & Dragons (D&D), die aktuellste Edition des Spiels. Im April verließen nun gleich zwei der wichtigsten Designer die Firma: Chris Perkins und Jeremy Crawford. Beide heuerten im Juni bei einem Subunternehmen von Critical Role an, der wichtigsten Streaming-Truppe zu D&D.
Mittlerweile ist auch bekannt, dass zwei weitere wichtige Personen hinter D&D raus sind: Der bekannte DM Todd Kenreck wurde nach eigener Aussage via X.com gekündigt. Er war unter anderem auf dem YouTube-Kanal des Spiels aktiv. Fast zeitgleich kündigte auch die Vize-Präsidentin Jess Lanzillo an, sie habe Wizards of the Coast verlassen.
Worum geht es im GameStar Talk? Speziell mit Chris Perkins und Jeremy Crawford fehlen jetzt zwei kreative Köpfe bei D&D, die das Spiel über Jahrzehnte geprägt haben. Im Talk geht es entsprechend um die mögliche Zukunft des Spiels, die Edition von 2024, den Online-Begleiter D&D Beyond und ein mögliches Baldur’s Gate 4. Hier seht ihr das Video auf YouTube:
D&D im GameStar Talk – Das sind unsere Experten
Wer sind die Experten? Im GameStar Talk diskutieren unsere Experten Paul Aeils vom GameStar-YouTube-Kanal, Fabiano Uslenghi aus dem GameStar-Team, Eleen Reinke von der GamePro und der MeinMMO-Pen-&-Paper-Experte Benedict Grothaus:
Host Paul Aeils (via GameStar) ist selbst großer Fan von Pen & Paper und leitet aktuell eine Cyberpunk-Runde. Zudem hat er sich bereits an D&D, Mörk Borg und weiteren Systemen versucht.
Fabiano Uslenghi ist langjähriger GameStar-Redakteur und DSA-Veteran. Daneben spielt er ebenfalls D&D, testet aber auch gerne kleinere Systeme wie das offizielle Spiel zu Avatar: Der Herr der Elemente an. 2023 war er ebenfalls bei GameStar Talk in der acht Episoden umfassenden D&D-Runde Ready to Roll (via YouTube) zu sehen.
Für die GamePro ist Eleen Reinke mit im Talk. Sie ist dort Redakteurin und spielt in ihrer Freizeit gerne Pen & Paper, darunter zum Beispiel D&D und Shadowrun. Aktuell leitet sie unter anderem eine bereits mehrere Jahre andauernde Kampagne.
MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus ist ebenfalls mit am Start. Er ist langjähriger Pen-&-Paper-Spieler, auch wenn er aktuell nicht so viel spielt, wie er gerne möchte. Daneben bringt er Fachwissen rund um die Branche mit.
Wie es mit D&D, Wizards of the Coast und Hasbro weiter gehen wird, kann man jetzt noch nicht konkret sagen. Sicher ist aber, dass es für das Pen & Paper einiges an spannenden Ressourcen und coolen Settings gibt. Sieben davon stellt euch MeinMMO-Redakteur Alexander Schürlein hier vor: 7 Settings von Dungeons & Dragons, die mindestens genauso spannend sind wie die Schwertküste
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Das Problem ist wenns ein Konzern (Hasbro) kauft muss damit Geld verdient werden. Das ist bei P&P nicht so leicht. In erster Linie hat man nur die Bücher. Was CR macht hätte man bei Hasbro auch machen können, da hätte man sich aber auch Mühe geben müssen.
Leider ist auch die Weiterentwicklung der Regelwerke unter dem Vorbehalt Geld zu verdienen. So ist v5 sehr MMO lastig geworden, wobei P&P und MMO eigentlich komplett unterschiedliche Austrichtungen haben.
Aber ich sag mal so je weniger die machen desto besser. Desto seltener muss man umlernen.
V5 2024 halte ich für ziemlich nachteilig da man nicht mehr sagen kann man spielt nach v5, sondern muss immer genau hingucken welche ist grad gemeint, speziell wenn man im Internet was nachschlägt.
Kurz zu D&D Beyond. Der Charaktereditor ist sehr gut. Und man hat 6 kostenlose Chars. Das Nachschlagewerk ist eher schecht benutzbar, weil jeder 4. Link zu ner Kaufseite linkt. Dafür nehm ich dann lieber ein Open Source Wiki.
Naja, auch wenn ich DnD5 absolut furchtbar finde, muss ich dem System zugestehen, dass es entgegen Deiner Meinung wieder einen Schritt weg vom “MMO-Simulator” gegangen ist. DnD4 war da viel schlimmer – so schlimm sogar, dass Paizo das SRD von 3.5 nahm und “einfach DnD 3.5 unter dem Namen Pathfinder weiterführte”.
Mein hauptproblem mit DnD5 ist, dass es so krass vereinfacht wurde, dass dadurch beim Stufen-aufstieg das Gefühl von Veränderung verloren ging. Bestes beispiel: Proficiency Bonus – dieser startete bei 3.5 auf +1 (bzw. 0) und steigerte sich bis auf +20 auf der 20sten Stufe (bzw. +15 oder +10 bei weniger Kampf-orientierten Klassen) – bei DnD5 startet er bei +2 und endet bei +6 auf Stufe 20 – da hat man kaum das Gefühl besser zu werden.
Und auch die Skills wurden vereinfacht – hat man bei 3.5 noch Skillpunkte für jede Stufe bekommen und selbst verteilt, wurde stattdessen der Proficiency Bonus mit den Skills gekoppelt und man entscheidet auf Stufe 1 welche Skills diesen bekommen. Das lässt nicht viel Freiraum für Weiterentwicklung – man kann jetzt nicht mehr nach einigen Abenteuern (und Erfahrungsstufen) feststellen, dass beispielsweiße die Suchen Skill doch nicht so unnötig ist und dann bei erreichen der nächsten Stufe ein paar Punkte in diese Skill investieren.
Ich denke DnD als System hatte seine Glanzzeit lange vor Critical Role in den frühen 2000ern. Mit DnD 3rd Edition und kurz darauf der Revision zu 3.5 hatte Wizards das Bahnbrechende D20 SRD (System Reference Document) erschaffen, welches es anderen Publishern ermöglichte, für DnD lizenziertes Material zu veröffentlichen. Etwas, was man in dieser Form noch nie gesehen hatte und es katapultierte DnD an die Absolute Spitze des RPG-Olymps. Plötzlich war (fast) alles DnD – und selbst wenn andere Firmen noch eigene Systeme veröffentlichten, so wurden dennoch (meist zeitgleich) D20 versionen des Systems veröffentlicht.
Critical Role und andere haben das Spiel “lediglich” ins Rampenlicht gehoben und Salonfähig gemacht. Das ist mmn jedoch ein Zweischneidiges Schwert – es werden da Erwartungshaltungen an das Spiel erzeugt, die an vielen Spieltischen zu Entäuschungen führen könnten.
Als ich CR das erste Mal gesehen hatte, führte mich das in eine tiefe Rollenspiel-Sinnkrise:
Zum einen kann Matt Mercer so toll Welten beschreiben, und jeder seiner NPCs hat eine eigene Stimme – selbst mit meinen damals 20+ Jahren an Erfahrung als Spielleiter wusste ich, dass ich niemals würde an ein solches Niveau herranreichen würde.
Zum anderen wuchs der Verdruss auf meine eigenen Spieler – ich wollte auch Spieler, welche das Rollenspiel über das Rollenspiel stellen, die Regeln kennen, auch mal flawed characters spielen wollen und nicht immer nach dem nächsten perfekten build lechzen.
So habe ich dann lange Jahre Rollenspiel nur noch passiv erlebt – selbst nicht gespielt sondern nur weiter eifrig Bücher zu Systemen und Welten angesammelt die ich gerne mal gespielt hätte.
Hat lange gedauert zu erkennen, dass CR genauso wenig “reales” Rollenspiel abbildet, wie Instagram das Real Life.
DnD4 hab ich nie gespielt, nur schlimmes von gehört. 😉 Mein Vergleich ist 3.5 oder 2. Mein krasses Beispiel, neben anderem, ist die vollständige Heilung über Nacht. Welches ich allerdings mit einer eigenen Homebrew Regel geändert habe.
“ich wollte auch Spieler, welche das Rollenspiel über das Rollenspiel stellen, die Regeln kennen, auch mal flawed characters spielen wollen und nicht immer nach dem nächsten perfekten build lechzen” genau was ich auch immer sage.
CR ist jetzt auch nicht mein Vorbild, das sind Profis, die haben viel Zeit zur Vorbereitung usw.
Ich hab mir letztens DnD1 durchgelesen, quasi das Original und fands erstaunlich, bin aber noch am lesen.
Ein guter Freund von mir hatte sich damals DnD4 zum release geholt und die Regeln haben so krass an MMO’s errinert, es war nicht mehr feierlich.
Jede Klasse hat auf Stufe 1 eine Auswahl an “attack skills” bekommen. Der Kämpfer hatte dann quasi einen “fancy” Angriff, während der Magier einen kleinen Angriffszauber bekam. Auch das Glattbügeln der Attribute nahm mit 4 Einzug.
5 fühlte sich damals auf den ersten Blick wie ein Schritt zurück Richtung 3.5 an – was mir letzten Endes beide Systeme versaut hat. Habe ich vieles was mir an 5E missfällt bereits oben erwähnt, so gab es doch eine Sache die mir richtig gut gefallen hat. Und das war, wie mächtig Magie von Anfang an ist. So sollte das meiner Meinung nach sein. Das hat mir leider den Spaß an der Magie in 3.5 verbittert, und so spiele ich letzten Endes beide Systeme nicht mehr gern.
Das hat mir aber andererseits die Tore für die Suche nach vielen anderen tollen Systemen eröffnet (die ich angesammelt habe aber wahrscheinlich nie spielen werde XD ). Z.B. Adventures of a Hyborean Age, GeneSys,Numenera und Phoenix:Dawn Command.