Früher boten sie Raubkopien an, jetzt drohen 170 Millionen € Strafe für Piraterie

Die Betreiber von spanischen Raubkopie-Portalen dürften ihren Lebtag nicht mehr froh werden. Es drohen Strafen im dreistelligen Millionenbereich.

Raubkopien werden hierzulande noch von vielen Nutzern belächelt, die mit den Strafen bisher nicht in Berührung gekommen sind. Ein Beispiel in Spanien könnte nun abschreckende Wirkung haben, wenn das Urteil auch nur ansatzweise in die Richtung geht, die sich die Anklage vorstellt.

Dort stehen vier Webseiten-Betreiber vor Gericht, die Raubkopien angeboten haben sollen. Ihnen drohen Strafen: Die Kläger fordern bis zu 560 Millionen Euro, aber es könnte auf „milde“ 170 Millionen Euro hinauslaufen.

Um welche Websites geht es? Angeklagt sind die aktuellen und ehemaligen Betreiber der Websites:

  • SeriesYonkis
  • PeliculasYonkis
  • VideosYonkis

(übersetzt sind das Serien-, Film- und Videojunkies.)

Die Seiten waren in der Piraterie-Szene beliebt und boten unzählige Links zu Downloads von aktuellen Filmen und Serien.

Gamecrime

Was wollen die Kläger? Den Anschuldigungen der spanischen „Anti-Piracy Federation“ und der EGEDA (lokale Filmindustrie) nach, wollen sie von den vier Angeklagten insgesamt etwa 560 Millionen Euro als Schadensersatz.

Wie hoch fallen die Strafen tatsächlich aus? Ein Urteil ist noch nicht gefällt. Die Forderungen von 560 Millionen Euro werden aber wohl nicht erfüllt. Nach einem Bericht Anwälte werden die Zahlungen wohl auf „nur“ 170 Millionen Euro begrenzt. Hinzu kommt noch ein Gefängnisaufenthalt von bis zu vier Jahren.

Seite einigen Jahren sind sie „legal“ unterwegs: Das Kuriose an dem Fall ist wohl, dass keine der drei Websites zum aktuellen Zeitpunkt rechtswidrig handelt. Seit 2014 erzielten die Betreiber mit dem Unternehmen Filmin (ein spanischer Gegenentwurf zu Netflix) ein Abkommen. Seither verweisen die drei Portale nur noch auf legale Dienste. Die Verbrechen der Zeit davor werden dadurch natürlich nicht entschuldigt.

Die einzig erlaubte Piraterie – innerhalb von Games.

In jeder Hinsicht dürfte dieser Fall wohl als mahnendes Beispiel gelten.

Findet ihr diese (voraussichtlichen) Strafen für das Betreiben von Piraterie-Websites angemessen? Ist die Strafe zu hoch? Oder kann sie gar nicht hoch genug sein?

Wer lieber „ehrlich“ Piraterie betreiben will, interessiert sich vielleicht für Sea of Thieves.

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Quelle(n): pcgamesn.com
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