Seit 11 Jahren ist FF14 mein zweites Zuhause und ich sage: Evercold ist das Beste, was dem MMORPG gerade passieren kann

Final Fantasy XIV erlebt mit der derzeitigen Erweiterung Dawntrail gerade eine schwere Zeit. Es gibt viel Kritik seitens der Spieler, die auch MeinMMO-Redakteur Alex nachvollziehen kann. Doch er ist sich sicher: Mit Evercold naht eine Zeit, die dem MMORPG nicht nur zu altem Glanz verhelfen wird.

„Dawntrail“ hat Final Fantasy XIV nicht gerade gutgetan – da gibt es ehrlicherweise auch wenig zu beschönigen. Neben etlicher Kritik seitens der Spielerschaft kämpfte das MMORPG auch mit dem größten Spielerschwund seit der bislang schwächsten Erweiterung „Stormblood“.

Und ich kann es verstehen. Zwar hatte ich mit Dawntrail deutlich mehr Spaß als scheinbar viele andere Spieler, dennoch finde auch ich, dass es dem eigentlichen Neustart nach der Saga rund um Hydaelyn und Zodiark an einigem fehlte.

Natürlich konnte und durfte der neue Auftakt vor allem storytechnisch nicht in derselben epischen Intensität weiterlaufen, wie es Endwalker mit dem Abschluss der Saga getan hat, oder Shadowbringers mit ihrem Höhepunkt. Dass es hier also seichter werden würde, war zu erwarten und auch definitiv verkraftbar.

Ob man dafür direkt der Sidekick von einem NPC hätte werden müssen, kann man sicherlich ebenso diskutieren wie die Qualität der Story an sich. Doch die Storyschwäche hätte man ansonsten über Inhalte und Änderungen ausgleichen können.

Zwar kam die Raidreihe rund um das Arkadion extrem gut an und mauserte sich zu einer der besten und beliebtesten Raidreihen des MMORPGs, doch andere Inhalte wie zum Beispiel die Kosmoerkundungen oder Kreszentia stießen eher auf Gegenwind oder konnten die sonstigen Defizite nicht rausreißen.

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Final Fantasy XIV zeigt im erweiterten Trailer den neuen Tank von Evercold

Auch die Änderungen und Neuerungen für die Spielsysteme blieben eher mau. Selbst wenn mit dem Bestienbändiger am 8. September noch ein neuer beschränkter Job hinzukommt, bin ich sicher, dass auch der die Erweiterung nicht retten wird.

Als dann die ersten tiefergehenden Infos zu den Neuerungen und Inhalten von Evercold kamen, wusste ich: Das wird was! Damit kommen die Spieler ziemlich sicher zurück und werden FF14 nicht nur im alten Glanz erleben, sondern auch sehen, dass die Entwickler vor allem aus Dawntrail gelernt haben.

Wer schreibt hier? MeinMMO-Redakteur Alexander Mehrwald ist seit Anbeginn der Erweiterung Heavensward im Jahr 2015 vor allem als Dunkelritter in Eorzea unterwegs und macht auch vor schweren Inhalten keinen Halt. Mit Dawntrail sattelte er dann in seiner Raid-Gruppe auf den Weißmagier um und tummelt sich mit Vorliebe in schweren Prüfungen und Raids. Aber auch sein Haus in den Lavendelbeeten und seine Insel freuen sich immer wieder über seinen Besuch.

Mut zu dem, was den Spielern am Herzen liegt …

Warum wird Evercold richtig gut? Individualisierung wird in der neuen Erweiterung großgeschrieben und bildet damit nicht nur einen immensen Fokus der Neuerungen, sondern baut auch eine der größten Stärken des MMORPGs deutlich aus.

Sei es in der Gestaltung der Optik ihrer Charaktere – beispielsweise durch die Möglichkeiten, Make-up zu schichten, bei Miqo’te die Kriegsbemalung auszublenden oder die Hörner der Au’ra anpassen zu können -, oder durch neue Action-Skins, die eure Animationen verändern können.

Auch das Kampfsystem wird mit einer zusätzlichen Option namens „Evolved“ überarbeitet und weiterentwickelt, das deutlich mehr auf die individuellen Eigenheiten der einzelnen Jobs eingehen und Spielern mehr Freiheit in ihrem Kampfstil geben soll – etwas, das sich ebenfalls aufgrund der zunehmenden Homogenisierung der Jobs gewünscht wurde.

Zusätzlich können Spieler künftig entscheiden, in welcher Reihenfolge sie die Geschichte und die Gebiete der Erweiterung erkunden wollen.

Damit werfen Produzent Naoki Yoshida und das Team nicht nur ihre bisherigen Prinzipien über Bord, ihr Design absolut akkurat passend zur Lore zu halten, sondern geben Spielern auch etliche Möglichkeiten, die sie sich seit Jahren gewünscht haben. Und das sind nur einige der größten Beispiele.

Wenn Evercold also im Januar 2027 erscheint, wird es Spielern deutlich freiere Hand lassen. Ein Schritt, der FF14 und sein Spielgefühl nochmal deutlich verändern und vor allem modernisieren könnte, wenn es so gut umgesetzt wird, wie es klingt.

Auch das Setting und die Entwicklung der Geschichte zeigen, dass die Entwickler grundsätzlich wissen, was ihrer Community gefällt, denn der Vibe und die Machart erinnern sehr an die beste Zeit des MMORPGs zu der Erweiterung „Shadowbringers“.

Die Wahl zeigt eine Rückbesinnung auf die alte Epik und rückt den eigenen Charakter auch hier wieder verstärkt in den Mittelpunkt als Schaffer neuer Legenden. Ein Aspekt, der einen der größten Kritikpunkte ziemlich sicher wieder aushebeln wird.

… und zum Risiko

Mit der neuen Freiheit, vor allem im Kampfsystem und in der Auswahl der Inhalte, steckt auch ein gewisses Risiko – insbesondere was das Balancing angeht. Es wird nicht leicht werden, die verschiedenen Systeme und Neuerungen unter den Hut des Schnitters zu bekommen, wenn beispielsweise Spieler mit den unterschiedlichsten Levels und Ausrüstungen regulär in Inhalten zusammenkommen.

Ebenso weichen die Neuerungen zumindest in der Theorie bereits merklich von der „bekannten FF14-Formel“ ab. Das ist auch notwendig, wenn sich das MMORPG weiterentwickeln will, birgt aber auch das Risiko, bei Langzeitspielern auf Gegenwind zu stoßen, weil es zu „anders“ ist und ihr geliebtes Spiel nicht mehr genügend widerspiegelt.

Doch ich glaube, das ist genau der richtige Weg, den FF14 gerade braucht, um wieder wachsen zu können.

Ich war beim Final Fantasy XIV Fan Festival in Berlin vom 25. – 26. Juli 2026 vor Ort und konnte mir ein Bild machen. Man merkte, dass sich das Team und allen voran Naoki Yoshida die Kritik während Dawntrail, aber auch aus den letzten Jahren sehr zu Herzen genommen haben und dass nun ihr Ehrgeiz geweckt ist, zu beweisen, dass sie ihre Bequemlichkeit erkannt haben und alles daran setzen werden, das zu ändern.

Die kommenden Änderungen zeigen, dass das Team bereit ist, alte Systeme über den Haufen zu werfen und die Spieler wieder mehr mitzunehmen in die Entscheidung, wie ihre individuelle Spielerfahrung aussehen soll. Evercold könnte also ziemlich sicher die Rettung bringen, die Final Fantasy XIV gerade gut gebrauchen kann.

Was muss Evercold für euch leisten, damit ihr wieder voller Freude in Final Fantasy XIV durchstarten könnt? Schreibt es uns in die Kommentare!

Zum Fan Festival in Tokyo im Oktober 2026 wird es erneut einen ganzen Batzen neuer Infos, inklusive des zweiten neuen Jobs, geben. Alles, was bisher bekannt ist und worauf ihr euch noch freuen könnt, findet ihr in unserer Übersicht, denn meine genannten Beispiele machen nur einen kleinen Teil aus: Final Fantasy XIV: Evercold – Alles zu Release, Trailer, Plattformen und mehr

Kommentare

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6 Kommentare
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shariko

Das DT bei vielen nicht gerade auf Gegenliebe stößt, ist unbestreitbar. Dies war aber auch bei SB so, weil man dort auch “nur” der Mentor von Lyse war.

Dennoch nach dem Abschluss von EW war mir jedenfalls klar dass es eben nicht so episch weiter gehen kann und das es erstmal wieder runtergefahren wird. Mir persönlich hat DT sehr viel Spaß gemacht, ja auch die Städterundtouren, da man die neuen Städte eben NICHT kennt. Den grundlegenden Aufbau ja, aber die Städte ansich nicht. Von daher finde ich es gar nicht so schlimm, wenn man mir erstmal die neue Stadt zeigt, was mMn die Immersion unterstützt.
Dies wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch in EC passieren, weil wir da gerade komplett neu in der Welt sind.

Ich meine, wenn man irgendwo neu ist, egal ob es jetzt die Ursprungswelt oder irgendeine Splitterwelt ist, und eine neue Stadt betritt, meist eh in Begleitung von irgendjemanden, dann ist es doch nur logisch, dass man sich erstmal die Stadt anguckt, sei es in Begleitung oder auch alleine. Auf diese Weise wird man zu den wichtigsten Orten innerhalb einer Stadt geführt und kann so nebenbei mal die Stadtätheriten für sich aktivieren.

FFXIV ist nun mal ein storylastiges MMORPG von daher wird alles entsprechend eingepflegt. Und ich denke mal in EC wird das nicht viel anders werden.
Das es hier und da Veränderungen geben wird, bleibt nicht aus und das hat sich FFXIV über die Jahre schon mehrfach.
Ob mir die Änderung, dass man die Story in beliebiger Reihenfolge erleben kann, zusagt, bin ich mir nicht so sicher, denn ich mochte eigentlich die Art, dass man erstmal durch die MSQ muss, um bestimmte Inhalte freizuschalten. Da habe ich eher die Befürchtung, dass das so wie in WoW enden wird, weil es dann nur noch ein Durcheinander ist und Neulinge keinen klaren roten Faden mehr sehen werden, wie es bis jetzt der Fall war.

Aber es wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird, also heißt es da erstmal abwarten. Im großen und ganzen sieht die neue Erweiterung jedenfalls vielversprechend aus. Der Rest wird sich mit der Zeit zeigen.

seska1973

Das Problem ist eher, das FF XIV immer noch auf Erozea spielen soll. Aber es ist nicht mehr viel “Unbekanntes Land” zu erforschen. Den Trick mit “Shadowbringer” kann man nicht unendlich machen, obwohl man mit dem “Schüssel” nun ein Item in den Händen hält. Prallelwelten sind “aufgebraucht” (oder fast alle). FF 14 wird “automatisch” irgendwann auf einem Ende zulaufen.

Ich habe viele “feedbacks” geschrieben, indem wir die Welten der Götter retten können. Aber als es feststand, das FF14 mit den Göttern abgeschlossen haben. Habe ich es aufgegeben.

Neue Welten? Zur Zeit nur diese “Hoppelhasen” Reisen ins All und diese Planeten. Aber das sind keine Main Story sachen, sondern nur Nebenmissionen

Zuletzt bearbeitet vor 19 Tagen von seska1973
sheridan

Dawntrail ist das einzige Addon wo ich wirklich längere Pausen hinlege. Die Luft ist sehr schnell so dermaßen raus. Irgendwelche Savage und Ultimate-Raids interessieren mich einfach nicht. Verschiedene Jobs leveln lohnt sich IMHO auch nicht. Denn die Jobs pro Rolle sind zu 95% deckungsgleich. Ein paar Cooldowns unterscheiden sich, aber das war’s auch. Jobs sind da nur ein Skin über eine Rolle. Ein Paladin sieht zwar anders aus als eine Revolverklinge, man drückt aber die gleichen Knöpfe. Auch die Contentpatches wurden stark zurückgefahren. Statt alle 3 Monate einen Contentpatch, gibt es jetzt alle 4,5 Monate einen. Ja, das ist eine Verringerung um 1/3.

FF14 hat das Problem, dass es einfach zuviel vom gleichen ist, zuviele Spielsysteme sind zu 90% deckungsgleich mit anderen. Womöglich geht es wegen der Uraltengine nicht. Aber als Spieler ist mir das eigentlich egal. Sie können die Engine auch modernisieren. Broadsword schafft es ja auch bei SWTOR obwohl die viel kleiner sind als Square Enix.

KenSasaki

Für mich war das Addon gelaufen, als man mitm Schiff anlegte und erstmal wieder ne Stadttour bekam… i mean was soll das, man steckt hunderte bis tausende Stunden in son game und bekommt zum x. mal erklärt wie ne stadt funktioniert und wo was ist? Hinzu spielt man seit einigen addons nen großen char, rettet welten etc. was eben auch viele wissen in der welt und man wird abgestempelt als “tourist”. Come on. Daher sind diese SPlitterwelten die beste lösung mmn. Man ist unbekannt, was das ganze eben resettet und wieder gut aufbaut. Aber bei Gott, Stoppt diese Stadtrundgangsescort Missions… Wir stecken auch so genug zeit in das game ohne das man uns mit absicht verlangsamen muss…

Ich hoffe sehr das das neue Addon was wird, ich mag das game overall aber das bricht mich leider. “rent over”

seska1973

Jupp. Aber wieviele Splitterwelten sind noch “Unbekannt”?

Vielleicht kann man etwas fein tunning betreiben mit Zeit Sprünge. Aber selbst dort wird man in einem “Schlauch” gefangen bleiben oder?

Zuletzt bearbeitet vor 19 Tagen von seska1973
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