Kaum ein Spiel hat sich so stark aus einer Krise gekämpft wie Fallout 76. Aber wie gut ist das Spiel jetzt eigentlich – und was hat sich alles geändert? MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus sprach für unsere Grindfest-Themenwoche 2026 mit dem Creative Director Jon Rush über die Entwicklung des Survival-Games.
Dass Fallout 76 einen holprigen Start hatte, dürfte mittlerweile jeder wissen. Ein guter Teil der potentiellen Fans hat das Spiel sicherlich auch deswegen schon kurz nach Release direkt wieder abgeschrieben.
Aber zu stur, um eine Niederlage hinzunehmen, hat Bethesda sich dazu entschieden, die Probleme zu beheben, das Spiel zu polieren und nach und nach mit neuen Inhalten zu versorgen. Ein großer Wendepunkt war damals Wastelanders, das endlich menschliche NPCs eingeführt hat.
Trotzdem lief Fallout 76 lange Zeit unter dem Radar vieler Gamer – und selbst ich habe es eine Zeit lang aus den Augen verloren. Seit etwa 5 Jahren schaue ich so gut wie gar nicht mehr rein, bis ich kürzlich doch einmal wieder Lust bekam. Passend dazu bot uns Bethesda direkt ein Interview mit dem Chef persönlich an.
Fallout 76 hat sich stark entwickelt und das schlägt sich auch in den Bewertungen nieder, die zum Steam-Start auf einem mageren „größtenteils negativ“ standen, nun aber „größtenteils positiv“ sind. Im Gespräch verrät mir Jon Rush, welche Features für diese positive Veränderung verantwortlich sind und was die meisten neuen Spieler angespült hat. Kleiner Spoiler: es war kein Update und auch kein DLC.
In dieser Woche erwarten euch jeden Tag spannende Artikel rund um das Thema MMORPG. Mit dabei: nostalgische Rückblicke, spannende Analysen namhafter Branchen-Veteranen, Ausblicke auf kommende Online-Rollenspiele und launige Streams.
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„Das wichtigste neue Feature kam mit Wastelanders“
MeinMMO: Ich wollte immer zurückkehren, aber habe es irgendwie nie so wirklich geschafft. Warum sollte ich dem Spiel nach 5 Jahren Pause nochmal eine Chance geben?
Rush: Ich denke, wir haben gerade unser 67. kostenloses Update veröffentlicht seit das Spiel erschienen ist. Ungefähr 25 davon waren große Inhalts-Updates. Für Leute, die seit ein paar Jahren nicht gespielt haben, oder auch nur seit ein oder zwei Jahren, ist das Spiel wahnsinnig unterschiedlich als zum Launch.
Als [Fallout 76] erschienen ist, haben die Leute das erste Kapitel von Appalachia erwartet und mit jedem großen Beat, den wir seitdem veröffentlicht haben, haben wir das nächste Kapitel der Geschichte erzählt.
Und die Spieler erzählen auch ihre eigenen Geschichten. Nach ein paar Jahren zurückzukehren, da gibt es viel Appalachia zu erleben, viele neue Dinge, viele neue Freunde zu finden, vielleicht neue Feinde, wer weiß? Ich sage immer: Es gibt keine bessere Zeit, um das Ödland mit Freunden zu erkunden und das meine ich auch. Das Spiel wird nur immer besser und besser.
MeinMMO: Du hast da gerade eine spannende Zahl genannt. Plant ihr irgendwas Besonderes für das 76. Update?
Rush: Oh ja! Das 76. Update … da kann ich noch nichts zu sagen, aber die Spieler werden sehr begeistert sein, wenn es rauskommt.
MeinMMO: Ich freue mich drauf! Du sprachst gerade von vielen der Updates, die seit Release erschienen sind. Welches Feature ist deiner Meinung nach das beste, das ihr implementiert habt?
Rush: Das wichtigste neue Feature oder die wichtigste Ergänzung kam vermutlich mit Wastelanders. Als das Spiel erschienen ist, gab es keine menschlichen NPCs in der Welt. Du hast etwas über diese Charaktere erfahren, indem du mit einigen der Mr. Handys gesprochen hast, die zurückgelassen wurden, oder indem du Leichen gefunden und Notizen gelesen hast, gesehen hast, wo sie gelebt haben. Du konntest etwas über diese Leute lernen, aber sie waren eben tot oder fehlten.
Als Wastelanders diese Charaktere zurückgebracht hat, die Leute, die gesehen haben, was in Appalachia los ist und sich dort niederlassen wollten, gab das uns als Geschichtenerzählern mehr Werkzeuge, um fesselndere Geschichten innerhalb dieses Spielraums zu erzählen. Wastelanders war wohl das wichtigste Update.

„Eine der wichtigsten Änderungen seit Wastelanders“
MeinMMO: Da möchte ich kurz einhaken. Vor ein paar Wochen haben wir zu zweit gespielt und insbesondere die Quests schienen nicht für uns beide getrackt worden zu sein. Der Fortschritt wird nicht geteilt, stimmt das?
Rush: Quest-Fortschritt, nein, der wird nicht geteilt. Der geht an wen auch immer die Gruppe leitet.
MeinMMO: Habt ihr Pläne, das zu ändern? Weil … das ein bisschen ein Blocker ist für viele Koop-Spieler.
Rush: Wir hatten Gespräche darüber, Wege diskutiert, wie man das anstellen kann. Aber wegen der Zeit, als das Spiel erschienen ist, und weil das nicht von Anfang an berücksichtigt wurde, wäre das ein ziemlich wesentlicher technischer Aufwand. Es ist nicht unmöglich, das zu tun, aber es käme auf Kosten von anderen Updates wie mehr Raids oder weitere Regions-Erweiterungen, sowas.
MeinMMO: Wastelanders war vermutlich nicht nur ein Wendepunkt, sondern die Zeit, als die meisten Spieler ins Spiel kamen und auch blieben – zumindest von dem ausgehend, was wir beobachten konnten. Welche Änderung war seitdem die wichtigste?
Rush: Ich würde sagen, da gibt es ein paar und einige davon werden jetzt lustig klingen. Aber das erste davon wären vermutlich Raids. Gleaming Depths, nicht wegen des Raids an sich, sondern weil die Aufmerksamkeit auf unseren älteren Spielern lag, diejenigen, die die Brandbestien-Königin seit Jahren bekämpft haben und für die sie leicht geworden ist, die eine größere Herausforderung haben wollten.
Spielern diese Art von Update zu geben – ich erinnere mich daran, Streamern zugesehen zu haben, als die Raids zum ersten Mal rauskamen und die wieder und wieder gestorben sind, aber meinten: „Das ist großartig!“ Die hatten Spaß, die wollten diese Herausforderung. Diese Art von Update, etwas mit dieser Ausprägung, hat uns darin bestärkt, mehr solcher Dinge in zukünftigen Updates zu machen, die noch kommen. Das war wohl eine der wichtigsten Änderungen für unsere Spieler seit Wastelanders.
Dagegen, und das mag jetzt seltsam klingen, Gone Fishin‘, das Angel-Feature, war denke ich ein zentrales Update. Nicht wegen des Angelns selbst, sondern weil du überall, wo du schwimmen kannst, auch die Angel rausholen kannst.
Als Spieler, wenn ich so etwas höre, denke ich mir: „Oh, es gibt auf der ganzen Map Wasser.“ Das frischt die ganze Karte neu auf, sodass Spieler rausgehen und erkunden wollen, Appalachia wiederentdecken, Orte, die sie seit Jahren nicht gesehen haben. In anderen Interviews habe ich das Wort „verdichten“ genutzt, etwa: die bestehende Erfahrung auf der Map verdichten.
Das sind die Gleaming Depths, oder Strahlenden Tiefen:
Rush: Angeln hat genau das getan, es hat die bestehende Karte genommen und sie um eine Erfahrungsebene erweitert, an der Spieler teilnehmen konnten. Das als eine Art Inspiration für Zeug zu nutzen, das später erscheint, war ein grundlegender Moment für das Projekt.
Auf dem PTS haben wir gerade Infestations, von denen ich schon intern gesagt habe: Das ist wie Angeln, nur ohne Wasser und ohne Fische. Und die Fische beißen zurück. Die Leute bekommen die Möglichkeit, rauszugehen und all diese Gebiete nochmal zu erkunden, auch wenn sie da vielleicht schon gewesen sind, zu schauen: Wer lebt jetzt da? Welche Belohnungen bekomme ich, wenn ich sie vertreibe? Eine etwas lange Antwort, aber Raids fürs Endgame und Angeln fürs Anreichern der bestehenden Spielwelt.
MeinMMO: Raids sind vermutlich genau das Ding, das mich etwas enttäuscht hat, weil sie am Anfang irgendwie nur so kleine Dungeons waren für guten Loot, aber halt kurz. Ich habe gehört, dass die sich gewaltig geändert haben und du sprachst ja gerade darüber. Aber was genau ist jetzt besser? Weil das so das Ding ist, auf das ich mich am meisten freue.
Rush: Anfangs haben wir uns ein paar Raids ausgedacht, aber die waren nur vom Namen her gleich. Das hier, Gleaming Depths, ist eher eine teambasierte Aufgabe. Du wirst dafür belohnt, da als Gruppe reinzugehen. Einige der Mechaniken, denen du da begegnest, erfordern ein Team. Und weil es härter ist, fordernder als einfach nur Kugelschwämme aus den alten Raid- und Dungeon-Versuchen, ist es auch belohnender.
Wir nutzen die Gleaming Depths als Grundlage, um den nächsten Schritt zu mehr Macht für die Spieler zu präsentieren, die 4-Stern-Legendarys. Das sind so die großen Änderungen: die Kämpfe sind eher auf Mechaniken basierend, erfordern ein Team und Koordination und du hattest Chance, die nächste Macht-Stufe zu erreichen.
„Als Season 1 der Serie rauskam, war das so etwas wie eine Erinnerung für die Leute“
MeinMMO: Aus Geschäftssicht hatte Fallout 76 ja einen ziemlich rauen Start, aber das ist lange her und das Spiel ist seitdem sehr viel besser geworden, auch was Spieler-Reviews angeht. Aber wie sieht es mit der Spielerschaft aus? Ist die ebenfalls gewachsen? Und welcher DLC hatte den größten Einfluss?
Rush: Ich denke, Spieler, die dran geblieben sind, haben aus erster Hand erfahren, wie das Spiel stetig besser geworden ist. Ich erinnere mich dran, als ich ein Presse-Event in London abgehalten habe für das Ghul-Update, war das erste Bild, das ich gezeigt habe, ein Bild von allen Updates, die wir über die Jahre gebracht haben. Die Presse meinte nur: „Das wussten wir gar nicht. Das ist alles kostenlos? Verrückt!“
Seitdem sind Spieler dabei geblieben und es wurden ein paar mehr, du weißt schon, durch Mundpropaganda, als das Spiel besser wurde und stabiler lief, den Game Pass und so Dinge, wodurch es leichter zugänglich geworden ist.
Aber als Season 1 der Serie rauskam, war das so etwas wie eine Erinnerung für die Leute, die die Spiele kennen, oder so etwas wie ein „Aha“-Moment für diejenigen, die gar nicht wussten, dass es die Spiele gibt. Beide mochten das Storytelling der Show und wollten mehr davon. Also kamen die Leute zu Fallout 3, Fallout 4 und Fallout 76, die hatten eine riesige Spitze durch die Serie.
Mehr zu der Spieler-Spitze durch die Serie:
Die Leute kamen dazu, haben diese Geschichten erlebt, hatten ihren Spaß mit dem einzigartigen Ödland in Appalachia. Und ein guter Teil davon ist einfach geblieben. Zwischen Season 1 und 2 kamen noch ein paar „Quality of Life“-Updates, Spieler konnten zu Ghulen werden, wir ließen Spieler angeln, öffneten Burning Springs, Kopfgelder …
Die Spielerschaft ist weiter gewachsen und dann kam Season 2. Mit der kamen noch mehr Spieler. Einige kamen zurück, die nach Season 1 wieder verschwunden sind und mehr wollten. Vielleicht waren das nur Leute, die Season 2 mochten und so mit Fallout in Berührung kamen.
Ich erinnere mich daran, wie ich in einem Restaurant in Rockville saß und mein Handy auf dem Tisch liegen hatte. Das hat eine Hülle und der Kellner meinte nur: „Oh, ich liebe Fallout!“ Ich fragte dann, welches sein Lieblingsspiel sei und er fragte verwirrt: „Das ist ein Spiel?“
Von diesen Leuten gibt es viele und wir haben Glück, dass die Macher der Serie echte Fallout-Fans sind und diesen Flair und die Lore respektiert haben, die sie in ihren Geschichten reflektieren.
Das war jetzt eine lange Antwort, aber ich hoffe, die beantwortet deine Frage.
MeinMMO: Ich denke schon, ja! Die Serie hatte sicherlich großen Einfluss, das haben wir hier auch gemerkt. Und während ich dir so zuhöre, wünsche ich mir immer, mehr Zeit zum Spielen zu haben. Klar spiele ich beruflich selbst viel, aber kann mich da eben nur selten auf ein Spiel konzentrieren.
Rush: Ja, klar. Besonders MMOs zu spielen ist eben ein echtes Zeit-Investment. Ich bin froh um jedes Bisschen an Zeit, das du in unserem Spiel verbringen kannst, das muss nicht viel sein.
Die Fallout-Serie wird sogar eine dritte Staffel erhalten. Den Trailer zur zweiten Staffel seht ihr hier:
„Wir wollen den Spielern nicht sagen, wie sie zu spielen haben“
MeinMMO: Ich habe kürzlich sogar gespielt und hatte viel Spaß! Nur meine alten Builds, da kam ich nicht mehr rein, da habe ich nichts mehr von verstanden.
Rush: Mh, wir haben viel an der Balance geschraubt, seit du das letzte Mal gespielt hast. Im Grunde musst du deinen Build komplett neu machen.
MeinMMO: Viele der Perks, die es jetzt gibt, wurden auch geändert, zumindest von dem, was ich noch kenne. Damals habe ich einen Powerrüstungs-Minigun-Build gespielt. Bin nicht sicher, wie sich der heute spielen würde.
Rush: Ja, viele der Änderungen, die wir gemacht haben … Ich sage dem Team immer: Wir wollen den Spielern nicht sagen, wie sie zu spielen haben. Die sollen spielen, wie sie wollen.
Von dieser ursprünglichen Auswahl an Perks haben die Spieler irgendwie nur aus zwei verschiedenen Specs ausgesucht: entweder war’s ein „bloody“-Build oder eben nicht. Das war’s dann auch. Neue Legendarys zu bringen, Drei- und Vier-Stern-Legendarys, die anzupassen, mehr Perk-Karten, Perks anpassen, Spieler zu Ghulen werden lassen … es gibt jetzt dutzende brauchbare Möglichkeiten, um zu spielen.
Ich war bei einem Event vor ein paar Monaten und da habe ich jemanden mit dem Assaultron-Kopf herumlaufen und Gegner schmelzen sehen. Da dachte ich mir: Verdammt, ist das cool! Jemand hat wirklich einen Weg gefunden, daraus eine brauchbare Waffe zu machen.
Wenn du jetzt wieder einsteigst, würde ich wohl dazu raten, dir eine Waffe auszusuchen, die du magst, und dann von da aus deinen Spec zu bauen.

MeinMMO: Jetzt will ich irgendwie einen Alien-Blaster-Build machen.
Rush: Oh ja! Wir haben jetzt sogar ein Alien-Gewehr.
MeinMMO: Oh, nice! Ich brauche dringend mehr Zeit. Aber … jetzt bin ich etwas von meinen Fragen abgewichen und muss mal zu denen zurückkehren. Ich denke, ihr habt die Map zweimal erweitert. Wie viel größer kann Appalachia noch werden, sowohl was narrative Entscheidungen angeht als auch technische Limitierungen?
Rush: Wir haben die Map sogar noch öfter erweitert. Technisch gesehen viermal: Skyline Valley, die große Region im Süden. Dann Burning Springs, das dort angrenzt, wo früher mal Ohio war. Als wir Spieler-Ghule hinzugefügt haben, haben wir die Map nach norden erweitert, um deren Camp zu enthüllen. Und sogar fürs Angeln haben wir die Map ein wenig nach Osten erweitert, weil wir nicht auf den Orten herumtrampeln wollten, wo die Leute ihre Camps gebaut haben.
Wir haben noch viel Karte übrig, um damit zu spielen, wenn wir mehr Regions-Erweiterungen machen wollen. Es gibt mehrere Orte, an die wir noch gehen könnten. Das hängt ein wenig von der Art der Geschichte ab, die wir noch erzählen wollen. Was wird das nächste Kapitel? Von da aus entscheiden wir die Örtlichkeit und deren Ton.
Was die technischen Grenzen angeht … nicht wirklich. Es gibt immer Vorsichtsmaßnahmen, die wir wegen der Leistung treffen müssen, wenn wir die Map erweitern. Aber da unsere Spielerschaft pro Server auf 24 Spieler beschränkt ist, macht es das etwas leichter, nach außen zu erweitern und das mit neuen Kreaturen und solchen Dingen zu unterstützen. Was die Ideen und das Schreiben angeht, ich denke, eines der besten Dinge, bei Bethesda zu arbeiten, ist, wie kreativ alle sind. Wir haben keine Knappheit an Ideen.
Gerade schaue ich auf ein Whiteboard hier, das ich dir liebend gerne zeigen würde. Die Geheimnisse des Universums, voller Ideen! Zu 90 % davon muss ich leider „nein“ sagen, weil wir einfach nicht die Zeit haben. Oder vielleicht passt es nicht zu der Art des Updates, das wir als nächstes machen möchten.
Wir haben eine Roadmap mit Plänen für viele kommende Jahre und von hier wird es nur immer größer. Kein Mangel an Ideen. Die Leute, die spielen, können sich auf einiges freuen.

„Ich würde sehr gerne dieses PvP ohne Einsatz auf die Map bringen irgendwann“
MeinMMO: Das nimmt mir direkt die nächste Frage vorweg, wie lange das Spiel noch unterstützt werden soll. Aber was du gerade sagtest mit „nicht auf die Bauplätze von Spielern trampeln“, kennst du Enshrouded? Da wurde vor einer Weile Wasser eingeführt und unsere Base war … quasi geflutet, weil sie inmitten eines Sees liegt, der nachträglich eingefügt wurde. Da freut es mich umso mehr, dass ihr an solche Kleinigkeiten denkt.
Rush: Ja, wir hatten schon Updates zuvor, mit denen wir Bauplätze zerstört haben durch Anpassungen an der Map. Aber wir sind uns dessen sehr bewusst, weil unsere Spieler Baumeister sind. Alle davon. Abenteurer, Baumeister, so erzählen sie ihre Geschichten. Da wollen wir uns nicht einmischen. Das klappt nicht immer, aber ich denke, die meiste Zeit schaffen wir das recht gut.
MeinMMO: Ich würde gerne ein wenig in die möglichen Updates gehen, weil ich mich an den Battle-Royale-Modus erinnere, den ihr vor einer Weile mal hattet. Den mochte ich wirklich SEHR. Vermutlich hatte der Modus nicht allzu viele Spieler, aber die, die da waren, haben ihn wirklich geliebt. Niedriger Einsatz, hoher Gewinn, tolle Belohnungen, ohne etwas verlieren zu können. Kommt so etwas nochmal wieder?
Rush: Nuclear Winter war ein gutes Feature. Was wir daraus gelernt haben, weil das Bethesdas erster Vorstoß in diese Richtung war, zusammen mit dem Multiplayer-Fallout-Game, ist, dass so etwas ein gänzlich anderer Service ist, den man unterstützen muss. Mit unserer Team-Größe hätten wir das nicht stemmen können: neue Spielmodi, Maps, Belohnungen und natürlich Bugs und Exploits beheben. Dafür fehlten uns die Leute und wir haben zudem unsere Spielerschaft aufgespalten. Statt nach Appalachia zu kommen und zusammen zu spielen, kamen sie, um Nuclear Winter zu zocken.
Wir wissen, dass es eine Gruppe an Leuten gab, die das wirklich mochte, dieses risikofreie PvP mit einfach nur coolen Belohnungen. Aber weil wir wussten, dass wir das nicht unterstützen können, haben wir es abgeschaltet. Nuclear Winter hatte keine große, aber eine sehr lebhafte Spielerschaft.
Was ich daraus gelernt habe über die letzten Jahre ist, dass unsere Spieler es wirklich mögen, auf der Appalachia-Map zu bleiben. Das habe ich durch Expeditionen gelernt, die Spieler nach Atlantic City oder Pittsburgh bringen sollte. Ein paar Mal macht man das, weil es irgendwie nett ist, aber dann bleibt man doch lieber da, wo man einen Einfluss auf die Welt hat. Das können sie in Appalachia machen.
Ich würde sehr gerne dieses „PvP ohne Einsatz“ auf die Map bringen irgendwann. Wie das genau aussehen wird, keine Ahnung. Aber es wäre nicht bestrafend für Spieler. Man könnte sich dazu entscheiden und natürlich gäbe es einzigartige Belohnungen, die man nur durch die Teilnahme erhält. Genau wie Nuclear Winter. Aber ohne die Spielerschaft zu zersplittern. Vielleicht mit Vorteilen, die sie mit in ihr Camp nehmen können, auf ihre Abenteuer mit Freunden.
Ich weiß, dass es dafür ein Verlangen gibt und wir werden etwas dafür tun, ich kann nur noch nicht genau sagen, was das sein wird.
MeinMMO: Ich könnte mir so eine Art Raider-Außenposten-Cage-Fight vorstellen für 10 Leute oder so.
Rush: Das wäre sicher lustig!
„Wir nutzen die Möglichkeit, um neue Fraktionen zu erschaffen“
MeinMMO: Apropos Raider, für mich war die Stählerne Bruderschaft die beste Erweiterung des ganzen Spiels, weil ich ein riesiger Fan der Bruderschaft bin. Meine Lieblings-Fraktion über ganz Fallout hinweg. Ihr habt seitdem aber noch ein paar neue Fraktionen gebracht, sogar davor. Fraktionen, die es vorher nie gab, die Siedler etwa. Warum habt ihr euch dazu entschieden, keine der bereits etablierten Fraktionen zurückzubringen, die wir schon aus anderen Fallout-Spielen kennen?
Rush: [Fallout] 76 spielt am weitesten in der Vergangenheit. Es ist ein paar Hundert Jahre entfernt von New Vegas. Dass Cesar’s Legion etwa da noch nicht existiert, ergibt Sinn. Oder wenn ich mir etwas anderes in dieser Region anschaue, weniger organisierte Gruppen von Raidern oder so etwas.
Wegen dieser Differenz in Zeit und Geographie beteuern wir nicht, dass wir bestehende Gruppen nicht hinzufügen können, sondern nutzen die Möglichkeit, um neue zu erschaffen, wie die Freien Staaten. Das macht 76 und Appalachia noch ein Stück besonderer, einzigartiger als einige der anderen Spiele, als wenn wir einfach nur Fraktionen zurückbringen würden.
Die Stählerne Bruderschaft natürlich, das ergab Sinn, und half dabei, ihre Story zu erweitern […] Wir haben Möglichkeiten für mehr Fraktionen wie … die Rust Raiders etwa in Burning Springs, die waren cool, eine andere Sekte von Raidern. Aber wir können auch die Hintergrund-Story existierender Fraktionen bereichern wie die Enklave zum Beispiel, die Bruderschaft oder auch einfach nur die Raider. Wir können darüber sprechen, woher die eigentlich kommen.
Zeit und Entfernung ist aber der Grund, würde ich sagen, warum es so viele andere Fraktionen in Fallout 76 gibt als jene, die die Leute von den anderen Fallouts kennen.
Hier findet ihr übrigens mein geliebtes Lore-Piece zur Stählernen Bruderschaft. Den Trailer zum Update Steel Dawn könnt ihr unten ansehen:
„Die Community ist, was dieses Spiel besonders macht“
MeinMMO: Die Enklave war denke ich eines der Dinge, die ich vorher nicht kannte, obwohl ich ein Fallout-Fan bin. Nur durch Recherche habe ich herausgefunden, dass die tatsächlich vorher schon existieren und sogar eine wichtige Rolle gespielt haben. […] Ich möchte aber kurz zum Multiplayer-Aspekt zurückkehren, weil ich eine meiner Fragen übersprungen habe. Es gibt noch immer viele Spieler, die auf verschiedenen Plattformen zocken. Was sind eure Pläne für Cross-Progression?
Rush: Cross-Progression ist etwas, das wird oft diskutiert haben und noch immer häufig besprechen. Das im Spiel zu haben ist etwas, das wir schon von Anfang an hätten berücksichtigen müssen, als vor über zehn Jahren zum ersten Mal daran gearbeitet wurde. Damals war das nicht so ein großes Ding wie heute.
Es gibt Möglichkeiten, das zu erreichen. Aber wir versuchen, einen Weg zu finden, der nicht so technisch tiefgreifend ist. Etwas wie das zu tun, käme auf Kosten von vielen Updates. Das ist sicher nicht unmöglich, aber wir versuchen, einen Weg zu finden, das sinnvoll zu erreichen, unseren Spielern weiterhin guten Content zu liefern. Nicht auf Kosten eines solche Features.
Ich weiß, dass das häufig gewünscht wird, aber das ist beim neuen Content auch der Fall. Da versuchen wir, die Balance zu finden und sprechen ständig darüber.
MeinMMO: Du hast gerade gesagt, dass die Fallout-Serie für einen großen Schwung neuer Spieler gesorgt hat. Wenn es jetzt gerade Spieler gibt, die auf der Suche nach einem neuen Game sind, was, würdest du sagen, unterscheidet Fallout 76 maßgeblich von den anderen Fallout-Teilen, vielleicht sogar Fallout 5, oder von Konkurrenten wie Dune? Warum sollte ich Fallout 76 spielen?
Rush: Die Community. Die Community ist, was dieses Spiel besonders macht. Im Ernst. Bethesda hat einfach die beste Community im gesamten Gaming. Als wir an diesem Spiel gearbeitet haben, dachten wir: „Ah, die Leute wollen sich gegenseitig abmurksen. Lassen wir sie das tun.“
Und jetzt ist es das komplette Gegenteil. Sie wollen sich helfen, gemeinsam bauen, Abenteuer erleben, erkunden … neuen Spielern geben sie Items, nehmen sie mit in ihre Camps. Die Community befeuert sogar uns auf gewisse Weise. Sie hat uns geholfen, dieses Spiel zu dem zu machen, das es ist.
Wie ich vorhin schon sagte: das ist Bethestas erster Versuch eines Multiplayer-Fallout-Spiels. Es hat Jahre gedauert, unsere Community kennenzulernen und für die Community, uns kennenzulernen. Deren Beteiligung, ihr Enthusiasmus und ihre Unterstützung war ein riesiger Faktor für das, was aus dem Spiel bis jetzt geworden ist.
Wenn Spieler ein Fallout-Spiel wollen mit der gleichen, großartigen Fallout-Story haben wollen, ein einzigartiges Setting in Appalachia, das es noch nie zuvor gab in einem Fallout-Spiel, die auf ihrer Reise Freunde finden wollen und Teil einer Community sein wollen, dann ist Fallout 76 das Spiel für sie.
MeinMMO: Dieses Zitat von Todd Howard ist bis heute eines meiner liebsten im ganzen Gaming, dieses: „Wir haben eine postapokalyptische Welt erschaffen und alles, was unsere Spieler tun, ist, nett zueinander zu sein.“ Das hat damals Fallout 76 für mich definiert.
Rush: Ja! Genau! Das gibt der Menschheit ein wenig Hoffnung.
MeinMMO: Richtig! Jetzt hast du mich schon ein wenig gehypt und ich denke, das kannst du mit anderen Spielern auch schaffen. Wenn du neuen Spielern jetzt genau einen Rat geben könntest, welcher wäre das?
Rush: Ich würde ihnen auf jeden Fall nicht raten, zur Todeskrallen-Insel zu gehen. Die Schilder lügen nicht, da ist es wirklich gefährlich.
Aber ein Rat für neue Spieler: hetzt euch nicht. Nehmt euch Zeit. Erkundet. Sprecht mit NPCs. Macht was mit anderen Spielern. Das ist kein Rennen, um ans Ende der Story zu kommen, weil die Story nie aufhört. Unsere Spieler erschaffen immer neue Geschichten. Nehmt euch Zeit und genießt das Setting, versucht verschiedene Spielstile aus, probiert euch am Crafting, probiert einfach alles aus, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was dieses Fallout bereithält.
MeinMMO: Vielen Dank!
Habt ihr Fallout 76 früher gespielt? Was macht es für euch aus? Warum habt ihr es nicht ausprobiert – und plant ihr nun vielleicht doch einen Abstecher nach Appalachia? Schreibt uns einen Kommentar!
Bethesda hat sich viel Mühe gegeben, Fallout 76 zu polieren und offenbar hat sich das gelohnt, wenn das Spiel noch eine Weile laufen soll. Wir haben schon zuvor mit den Machern gesprochen zu einem Thema, das offenbar viele Fans der Spieel und der Serie brennend interessiert: Wir haben Bethesda gefragt, wie schwer die Power-Rüstung aus Fallout wirklich ist
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