Das Fan-Projekt „The Heroes Journey“ soll durch seine Existenz geistiges Eigentum verletzen und irreparablen Schaden verursachen. Daher hat die Firma hinter EverQuest die Betreiber des Privatservers verklagt. Jetzt gibt es ein Urteil.
Update vom 26. September 2025: Die Betreiber des EverQuest-Privatservers „The Heroes Journey“ haben mittlerweile dem Druck nachgegeben und ihr Spiel sowie die zugehörige Webseite offline genommen (Quelle: mmorpg.org.pl).
Update vom 22. September 2025: Die Verantwortlichen von Daybreak konnten vor Gericht einen Sieg verbuchen. Die für den Fall zuständige Richterin gab an, dass „Daybreak die Voraussetzungen für die Erteilung einer einstweiligen Verfügung erfüllt hat“.
Die Betreiber des EverQuest-Privatservers „The Heroes Journey“ können ihrer Einschätzung nach persönlich für etwaige Schäden haftbar gemacht werden. Mit der Erteilung der einstweiligen Verfügung müssen die THJ-Betreibter den Betrieb von Webseite sowie Server, Arbeiten am Code sowie die weitere Verwendung der EverQuest-Marke einstellen.
Obwohl es sich bei „The Heroes Journey“ um einen privat betriebenen Emulationsserver handelt, kam bei Gericht heraus, dass die Betreiber monatlich bis zu 100.000 US-Dollar Einnahmen generieren konnten. Im Juli 2025 soll THJ etwa 30.000 Spieler auf die Server gelockt haben. Wer einen Blick auf die Gerichtsdokumente werfen möchte, findet diese auf courtlistener.com (via massivelyop.com).
Die Betreiber von THJ gaben auf ihrem Discord-Kanal an, dass sie sich in ein paar Tagen zu der Gerichtsentscheidung äußern möchten, wenn die Emotionen etwas abgekühlt sind.
Originalmeldung vom 25. Juni 2025 – Was ist „The Heroes Journey“? Der Privatserver setzt – wie diverse vergleichbare Fan-Projekte – auf die Open-Source-Umgebung EQEmulator, um die klassische EverQuest-Erfahrung mit einigen sinnvollen Anpassungen zu verbinden, etwa beim Klassensystem oder Loot.
THJ soll dabei der größte seiner Art sein, mit regelmäßig um die 2.000 Spielern, einer früheren Spitzenauslastung von mehr als 4.500 zeitgleich zockenden MMORPG-Begeisternden und mehr als 25.000 Mitgliedern auf dem offiziellen Discord-Kanal.
Beide EverQuest-MMORPGs sind weiterhin live und werden regelmäßig mit Updates versorgt:
Was ist zur Klage bekannt? Die von der Daybreak Game Company (ehemals Sony Online Entertainment) in Kalifornien eingereichte Klage findet ihr über courtlistener.com.
Das Unternehmen hinter Marken wie EverQuest und PlanetSide nennt „The Heroes Journey“ einen nicht autorisierten und illegalen EverQuest-Emulator, der geistigen Eigentum verletzen und unmittelbaren sowie irreparablen Schaden verursachen würde.
Dabei hatten die Anwälte von Daybreak offenbar versucht, den Fall hinter verschlossenen Türen zu halten, eine einstweilige Verfügung gegen den Emulator zu erwirken und die derzeit anonymen Mitbeklagten zu enttarnen. Alle drei Anträge wurden aber wohl bereits vom zuständigen Richter abgelehnt.
Die Verklagten äußerten sich zwischenzeitlich auch recht zuversichtlich auf dem Discord-Kanal von „The Heroes Journey“: Man habe großartige Anwälte, den Vorteil der Fakten auf seiner Seite und den starken Glauben daran, dass die Verantwortlichen Leute erkennen werden, dass sie Fans und keine Feinde seien.
Vorbereitung auf den „EverQuest Reboot“?
Warum kommt es zur Klage? Offenbar ist „The Heroes Journey“ aktuell der einzige EverQuest-Privatserver, der von Daybreak verklagt wird. Gegenüber massivelyop.com spekulierten Quellen, dass das daran liegen könne, dass die Anbieter „Spenden“ im Austausch für Spielwährung und andere im Spiel verkäufliche Gegenstände angenommen haben sollen.
Zwei andere auf dem EQEmulator basierende Projekte – Quarm und Wayfarer’s Haven – sind kurz nach der Veröffentlichung der Klage zwar offline gegangen, sollen aber nicht von Daybreak verklagt worden sein. Laut den jeweiligen Betreibern handelt es sich vielmehr um eine Pause aus reiner Vorsicht. Man würde alle Regeln beachten, die Urheberrechte ernst nehmen und keine Art von Profit generieren.
Vielleicht geht Daybreak die Causa Privatserver jetzt aber auch an, weil sich seit diesem Jahr bekanntlich ein neues EverQuest in Entwicklung befindet. Das soll kein dritter Teil werden, sondern eine Art moderner Reboot von Teil 1. Dadurch würden alle privat betriebenen Server, auf denen man das erste EverQuest spielen kann, automatisch konkurrieren. Mehr dazu: Neues MMORPG zu EverQuest soll moderner Reboot für Teil 1 sein, ein Detail macht skeptisch
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Meine Meinung:
Privatserver sind und bleiben eine illegale Angelegenheit welche jederzeit in die Luft gehen können. Und dabei hat es auch überhaupt keine Relevanz ob damit irgendwie Geld damit eingenommen wird.
Fakt ist, dass die auf eine illegale Art und Weise an die Daten gekommen sind, damit einen Server simulieren und/oder sogar noch Content verändern der nicht in Ihrem geistigen Eigentum steht.
Manche Leute sind leider recht faktenresistent. EQEmulator liegt auf öffentlichen Git Servern und das nicht ihne Grund, als Raubkopie wäre der schon lange da weg, er ist keine.