Everquest Next: The Next Big Thing

Wenn man sich 5 Minuten mit dem Thema Everquest Next und vor allem mit dem Schwesterprojekt Everquest Landmark beschäftigt, gehen einem die Augen über!

40 Klassen? Eine zerstörbare Umwelt? Dynamisches Quest-System mit Mob-Gruppen, die einer künstlichen Intelligenz folgen? Ein Sandboxmode wie bei Minecraft? Wenn nur die Hälfte davon stimmt und funktioniert, wird Everquest Next der neue heiße Scheiß, soviel ist klar.

Und das Schöne ist: Hinter Everquest Next stecken nicht irgendwelche Phantasten, sondern Veteranen der Gaming-Industrie mit über 20 Jahren Erfahrung. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Everquest Next und Everquest Landmark.

  • Everquest, Everquest – hab ich das schon mal gehört?

Everquest LogoOch, wahrscheinlich schon. Das erste Everquest war WoW, bevor WoW zum neuen WoW wurde. Ein Hardcore-MMORPG mit Fantasy-Einschlag, das bis heute existiert.

Es kam 1999 auf den Markt, hat mittleOrweile 16 Rassen und 16 Klassen und war ein riesiger Erfolg, auch heute noch wird es von Hardcore-Gamern gezockt. Im Oktober 2013 kam die zwanzigste Erweiterung für das Spiel heraus. Ja, kein Schreibfehler: Die zwanzigste Erweiterung.

Das Nachfolge-Projekt Everquest 2 ging 2004 online und sollte gegen den Branchenprimus WoW bestehen – das hat nicht vollends geklappt. Die beiden Everquest-Spiele gelten unter Puristen aber auch heute noch als ein Beispiel für „richtige MMORPGs“ mit riesigen Raids, Gilden, Charakter-Weiterentwicklung, seltenen Spawns und all diesen Hardcore-Dingen, von denen sich das Mainstream-MMORPG vor einer Weile abgewandt hat.

  • Wer steht hinter dem neuen Everquest?

Sony, dieser milliardenschwere Riesenkonzern, der dieses Ding entworfen hat … ich glaub die Kids nennen es Playstation? Irgendeine Kreuzung zwischen Toaster und PC, aber offenbar scheinen ein paar Leute ganz heiß darauf zu sein. Everquest wird von Sony Online Entertainmeint entwickelt, einer Untergruppe von Sony. Am Projekt selbst sind Hochkaräter der Spiele-Industrie beteiligt. Auf das Konto von SOE gehen auch DC Universe und Planetside 2.

Ein neues Zeitalter bricht an

  • Warum rasten alle bei Everquest Next aus?

Weil es möglich sein soll, die Umwelt im Spiel relativ frei zu manipulieren. Das ist eigentlich das Feature, mit dem SOE wirbt und alle begeistert, weil es die ganze Balance in einem Spiel ändert. Wenn das alles so funktioniert wie versprochen, könnte man mit Zaubersprüchen eine Brücke zum Einsturz bringen, auf der Gegner lauern, ganze Höhlen einstürzen lassen, sich den Weg zum Boss im wahrsten Sinne des Wortes frei schießen und so weiter. Eine frei manipulierbare Umwelt erlaubt eine Rückkehr von Kreativität in der Problemlösung statt Bosskill nach Guide. Ein Out-of-the-Box-Denken. Es ist einfach wahnsinnig aufregend.

Es gab zwar auch in bisherigen Spielen schon Ansätze, so was zu versuchen, dass man die Mauern einer Festung langsam schleifen konnte, bis dort ein Durchgang entstand, aber bei Everquest Next soll das ganze viel freier und wesentlich weiter gehen. Die feste Umwelt ist heute immer noch eines der größten Hindernisse, das MMORPG von Filmen oder anderen Story-Elementen unterscheidet.

Die Umgebung ist in bisherigen Spielen einfach ein fester Boden, auf dem dann das Spannende passiert. Etwas, über das man als Spieler gar nicht nachdenkt. Wenn aber eine Höhle, in der man eine Spinne jagt oder einem Drachen nachsteigt, selbst wichtig wird – und zwar nicht nur nach Skript, sondern frei manipulierbar – dann würde wirklich ein neues Zeitalter bei den MMORPGs anbrechen.

Das ist es, was sich viele von Everquest Next erhoffen: Das Next-Next-Gen-MMORPG. Ein Guild Wars 2 noch weiter gedacht.

Dynamisch und Organisch als Hauptziele des Designs

  • Passen Quests dann noch in dieses Universum?

EQ Next ScreenshotBeim Quest-System wird sich Everquest Next wohl an Guild Wars 2 anlehnen. Also keine Quest-Hubs mit: Geh dahin und töte 10 Ratten, wenn du fertig bist, kommst du her und ich näh dir aus dem Rattenfell einen schönen Umhang, sondern dynamische Events.

Die Zauberworte sind „dynamisch“ und „organisch“. Wenn eine Gruppe von Goblins irgendwo auf der Welt spawnt, soll die konkrete Ziele verfolgen: Die Goblins wollen ein benachbartes Dorf überfallen. Nun findet ein Überfall auf das Dorf statt – ist ein Spieler gerade zugegen, wird er natürlich versuchen, das Dorf zu beschützen, dann als nächstes könnte er zum Gegenangriff übergehen, Goblins auf der Flucht töten, in ihr Nest eindringen und den Häuptling erschlagen. Oder die Goblins ziehen sich geordnet zurück und suchen ein neues Ziel aus. Oder den Goblins gelingt es, das Dorf in Beschlag zu nehmen, sie werden stärker und planen einen Überfall auf eine Handelskarawne.

So dynamisch und organisch sollen die Quests ungefähr aussehen. Die Hauptdesign-Idee von Everquest Next ist es wohl, mit vielen Konventionen von MMORPGs zu brechen, die ein Spieler mittlerweile als gegeben ansieht.

Mit Landmark geht’s in den Sandkasten

  • Wie sieht’s mit Klassen aus?

EQ Next KlassenFür Everquest Next sind 40 Klassen vorgesehen. Die Entwickler planen mit hochspezialisierten Klassen zu arbeiten. Ein Magier soll zum Beispiel eine Pet-Klasse werden, die nächste ist ebenfalls ein Magier, aber auf Zerstörungszauber spezialisiert.

Die Macher von Everquest Next denken, dass es genug Platz für diese 40 Klassen geben wird, und sie rechnen damit, dass diese hochspezialisierten Klassen dann mit wenigen Skills auskommen. Als Zahlen kursieren so 8-12 Hauptskills pro Klasse.

Und was ist mit Everquest Landmark?

Ja, jetzt wird’s kompliziert. Everquest Landmark ist deutlich an Minecraft und andere Spiele der jüngeren Zeit angelehnt, bei denen Spieler ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Man nennt das Sandbox oder Sandkasten – der Kasten wird gestellt, der Sand und die Schaufel auch, was die Kinder dort nun bauen, ist aber ganz allein ihre Sache. Und irgendeinen Sinn hat es ja auch nicht, eine Sandburg zu bauen. Die Sandburg ist einfach eine Sandburg, das Weg ist das Ziel und das Erschaffen von etwas ist sich selbst genug. Bis dann nachts die Zombies kommen … na ja, so richtig passt der Sandbox-Begriff seit Minecraft nicht mehr.

Everquest Landmark operiert mit denselben Grundregeln wie Everquest Next, nur dass der Content von den Usern kommt. Es kann also jeder kreative Spieler sich dann ein eigene Welt zusammenbauen und die Welt des Nachbarn besuchen. Auch Quests können frei gestaltet werden – das Ganze klingt im Moment fast noch zu schön, um wahr zu sein, und man kann davon ausgehen, dass die Entwicklungsphase und der Start dann mit einigen Problemen verknüpft sein wird. Aber allein die Aussicht, ein MMORPG in sehr freien Grenzen selbst zu gestalten, lässt vielen Fans das Wasser im Mund zusammen laufen.

EQ Next Landmark

Möglich ist Everquest Landmark, da eben auch bei Everquest Next die Manipulation des Raums möglich ist, das hat mit der Voxel-Technologie zu tun. Das ist ziemlicher komplizierter Kram, der letztlich darauf hinausläuft, dass die Welt aus kleineren Elementen besteht, die leichter manipuliert werden können (hier gibt es auch ein weiteres Video zu EQ Next Landmark). Das könnte in der Tat ein neues Zeitalter bei den MMORPGs einlösen. Und das erhofft sich sowohl die Branche als auch die Spielerschaft von Everquest Next.

Hype oder for real?

  • Wann geht es denn los?

eq-next-landmark-screenshotDie Alpha von Everquest Landmark soll am 28. Februar starten. Die Closed Beta Ende März und – na ja, bei einem derart ambitionierten und revolutionären Projekt ist durchaus mit Verzögerungen zu rechnen.

Im Moment klingt alles fast zu gut, um wahr zu sein. Bei jedem neuen Video sitzen Millionen Fans mit schweißnassen Händen vor den Clips und malen sich schon aus, ob ihr Traumschloss zwei oder drei Türme haben wird, und welche Farbe der Lavastrom denn haben soll, der in den untersten Kavernen fließt: Für gewöhnlich folgt dieser Zeit der Euphorie dann ein raues Erwachen, wenn es in das Alpha- und Beta-Stadium geht.

  • Ist der Hype berechtigt?

Grund zur vorsichtigen Euphorie gibt Everquest Next auf jeden Fall. Allein aus der Idee mit den dynamischen Mob-Horden oder dem frei vernichtbaren Untergrund hätte man schon aufregende Spiele zaubern können. Das ganze mit dem Everquest-Universum verbunden, dem Knowhow von Sony dahinter und mit einem kräftigen Griff in die Sandbox-Kiste?
Der Hype ist auf jeden Fall berechtigt.

Everquest Next, Wildstar und TESO sind die heißesten Kandidaten für die nächsten Jahre. Ob Everquest Next wirklich 2014 rauskommt – das steht in den Sternen. Eines ist aber bereits sicher: Es wird kostenlos spielbar sein.

Autor(in)
Quelle(n): Mehr Informationen auf der offiziellen Seite zu EQ Next
Deine Meinung?
Level Up (0) Kommentieren (1)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.