Escape from Tarkov: 230.000 sehen bewegendes Video, wie ein Twitch-Streamer vorm Krieg flieht

Escape from Tarkov: 230.000 sehen bewegendes Video, wie ein Twitch-Streamer vorm Krieg flieht

Der mit weitem Abstand beliebteste Twitch-Clip zum Hardcore-Shooter Escape from Tarkov ist ein kurzes Video, mit dem Bobuubi einen 9-stündigen Stream beschließt. Es zeigt die letzte Minute, bevor er aus einem Bunker im Osten der Ukraine aufbricht und niemand so recht weiß, wie es von da an weitergehen soll.

Trigger-Warnung: Die News handelt von einem Streamer im Kriegsgebiet der Ukraine und seiner Flucht. Es sind Bilder zu sehen, wie er sich von den Zuschauern vor einer Reise ins Unbekannte verabschiedet. Einige Zuschauer beschreiben diese Bilder als „Herzzerbrechend“ oder als einen „Albtraum“. Der Inhalt dieses Artikels könnte bei einigen großes Unbehagen auslösen.

Das ist die besondere Situation von Bobuubi: Der Twitch-Streamer Bobuubi (oder kurz „Bob“) streamt normalerweise vor 16 Zuschauern, er ist aber in einer außergewöhnlichen Situation, wie er selbst schildert (via tarkov.academy).

Der gebürtige Pole wollte sich eine Existenz im Osten der Ukraine aufbauen. Gründete dort eine Familie, fand eine Frau, bekam 2 Töchter. Damals dachte er, der schon herrschende Krieg in der Ost-Ukraine wäre schnell vorbei und er könne sich dort ein gutes Leben errichten. Aber die Dinge wurden immer schlimmer.

Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie ging seine Firma pleite. Als Mittel, um nicht depressiv zu werden, nutzte er den Hardcore-Shooter „Escape from Tarkov“. Freunde überredeten ihn dann, doch hauptberuflich auf Twitch zu streamen, um so seine Familie zu ernähren. Er sah für sich in der Situation keine andere Alternative.

„Bob“ streamt in einem rustikalen Ambiente seinen Lieblings-Shooter:

Bob wollte aber nicht von zu Hause streamen, um die Kinder nicht zu behelligen, sondern streamte aus einem Militär-Bunker, zu dem er immer Vorräte für einige Tage schleppte. So wollte er sich in „authentischer Umgebung“ eine Karriere als Twitch-Streamer zum Hardcore-Shooteraufbauen. „Escape of Tarkov“ ist ein russischer Shooter, der sehr auf Realismus und ein grausam-hartes Szenario setzt.

Er hatte wohl gehofft, dass die besondere Atmosphäre zieht: Er streamt selbst aus einem „echten Versteck“ und kämpft für das „Überleben seiner Familie“. Aber allzu viel Erfolg hatte er mit dem Ansatz auf Twitch in den 2 Jahren, die er bereits streamt, nicht. 2021 war Bob zwar 3.700 Stunden zu sehen, hatte aber im Schnitt nur 17 Zuschauer.

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Twitch-Clip zeigt Aufbruch ins Unbeaknnte

Diesen Clip sehen jetzt so viele: Am 23. Februar startete Bob einen Stream aus seinem Bunker, der 9 Stunden dauern sollte.

Der Stream endet mit einer Passage, die als Twitch-„Clip“ um die Welt ging. Der Streamer verabschiedet sich gerührt von seinen Freunden. Es ist klar, dass er mit seiner Familie zumindest aus dem schlimmsten Krisengebiet fliehen und ins Ausland reisen will.

Er bedankt sich unter Tränen bei seinen Freunden und Zuschauern, was die für ihn getan haben und sagt dann:

„Ich hoffe nur, dass es sich von hier aus nicht auf alle verbreitet.“

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Das waren die Reaktionen auf den Clip:

  • Der Clip hat mittlerweile 230.000 Aufrufe – das ist mit Abstand der größte Clip zu Escape from Tarkov der letzten 30 Tage.
  • Der Clip hat 26.700 Upvotes auf reddit/livestreamfails erhalten. Das ist normalerweise eine knallharte Community, denen nichts heilig ist. Aber der Clip hat dort viele erwischt. Auch die Lebensgeschichte von „Bob“, dass der aus einem Bunker streamt, weil es die einzige Möglichkeit ist, seine Familie zu ernähren, beeindruckt viele.

Die Leute sagen, es breche ihnen das Herz, das zu sehen. Das sei ein „verdammter Albtraum“.

Besonders hart: Zu dem Zeitpunkt, als der Clip um die Welt ging, wusste keiner, wie es mit dem Streamer nach Ende des Streams weiterging. Denn der war für Tage nicht auf Sendung.

Unsere Expertise auf MeinMMO bezieht sich auf Gaming. Wer sich näher über den Konflikt von Russland mit der Ukraine beschäftigen will, dem empfehlen wir, sich auf offiziellen Seiten oder bei Nachrichtenmagazinen zu informieren:

– Ukraine-Live-Blog (via Zeit)
– Krieg in der Ukraine: Weißrussische Truppen offenbar in Ukraine einmarschiert (via nzz)
– Solidarität mit der Ukraine (via auswärtiges-amt)

Wichtiger Hinweis: Falls euch wegen der aktuellen Situation dunkle Gedanken plagen: Ihr seid nicht allein. Holt euch bitte Hilfe. Zum Beispiel bei der Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 oder der Online-Seelsorge, bei der ihr auch einen Chat nutzen könnt. Das ist kostenlos und gilt bundesweit.

Wie geht’s dem Streamer heute? Bob hat über Twitter und Instagram die letzten Tage von sich und seiner Familie erzählt. Es ist offenbar alles gut gegangen. Man ist zwar immer noch in der Ukraine, aber „näher an der Grenze“: So zeigt er Bilder seiner Kinder, die mit einem Hund spielen.

Er schreibt, er sei auf der Flucht mit Frau und Töchtern in einem Dorf bei einer freundlichen Familie von Fremden unterkommen und man habe eine selbstgekochte Mahlzeit serviert bekommen. Er sei überwältigt von der Liebe, die ihnen entgegengebracht wird.

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Der Streamer will jetzt da bleiben, wo er ist, und zusammen mit dem Roten Kreuz versuchen, vor Ort zu helfen und einen Unterschied zu machen.

Auf Sendung bei Twitch war er auch schon wieder. Seine Zuschauerzahlen haben sich im Vergleich zum letzten Stream verzehnfacht.

Das russische Escape from Tarkov hat auch als Spiel einige Verbindungen zum Krieg in der Ukraine:

Shooter Escape from Tarkov ist zu realistisch – Ingame-Markt stark von Ukraine-Krieg betroffen

Das Titelbild stammt aus einem YouTube-Video des Streamers.

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