Die ganzen Nörgler fordern ständig, dass Diablo 5 wieder so werden soll wie Diablo 2 – Aber das wollt ihr wirklich nicht

Diablo 2 Benedict denkt nicht dass Diablo 5 so werden sollte titel

In der aktuellen Season 15 von Diablo 4 fühlen sich viele Spieler wieder nostalgisch und durch die Inhalte an frühere Diablo-Teile erinnert. Natürlich ist auch Diablo 2 damit wieder im Gespräch, vor allem mit Blick auf das kommende Diablo 5 – etwas, das MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus zwar verstehen, aber nur bedingt nachvollziehen kann.

Dass Blizzard mit Season 15 endlich Diablo ins Spiel bringt und zusammen mit diesem auch noch Baal und (eine andere Version von) Mephisto, ist ganz offensichtlich eine Einladung an alle Veteranen, doch mal wieder reinzuschauen.

In der Community und insbesondere auf Reddit liest man aktuell immer wieder, wie sehr die Spieler die neuen Inhalte genießen und sich teilweise an Diablo 2 erinnert fühlen. Klar, das war ja schließlich irgendwie das Ziel.

Was mich an der ganzen Sache nervt, ist die Forderung, dass die Diablo-Reihe wieder mehr so werden soll wie Diablo 2. Klar, das Spiel war damals grandios, aber keiner von euch kann sich ernsthaft wünschen, dass alles so wird wie früher. Die aktuelle Nostalgie funktioniert, weil das deutlich poliertere Diablo 4 die Grundlage für das Gameplay bildet.

Schon während der Entwicklung von Diablo 4 gab es eine Diskussion darüber, dass sich das Spiel wieder an älteren Teilen orientieren soll. Die gleichen Forderungen wurden nun bei Diablo 5 wieder laut. Nur hatten die Vorgänger ihre ganz eigenen Probleme, die viele heute gerne zu vergessen scheinen.

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Diablo 5 wurde auf der BlizzCon 2026 mit Teaser angekündigt

Diablo 2 war nicht der heilige Gral, als den es viele bezeichnen

Bei all der Nostalgie scheinen viele Fans zu vergessen, dass Diablo 2 damals alles andere als perfekt war. Zwei Aspekte fallen mir dabei ein, die heute komplett zerpflückt werden würden, wenn Blizzard sie wiederholen würde:

  • das Endgame und die Art, wie der Grind funktioniert
  • und vor allem die technischen Probleme und Bugs.

Falls ihr nicht (mehr) wisst, wie diese Sachen damals so waren, helfe ich euch ein wenig auf die Sprünge. Diablo 2 hatte kein echtes Endgame. Es gab nur die Kampagne und hier auch nur eine begrenzte Menge an Schwierigkeiten: Normal, Alptraum und Hölle.

Das Endgame bestand dann darin, die Bosse zu farmen, wieder und wieder und wieder. Baal und Uber-Diablo waren so ziemlich die einzigen Runs, die ordentlichen Loot versprachen und teilweise sind die Spieler jeden Abend mehrere Stunden lang die gleichen Routen gelaufen.

Auf technischer Seite war es sogar noch schlimmer. Durch Bugs gab es viele Monate lang schwere Exploits, die die Wirtschaft des Spiels nachhaltig geschädigt haben. Blizzard musste sogar ein Item einführen, nur um irgendwie die Kontrolle zurückzuerlangen, allerdings mit mäßigem Erfolg.

Heute wären solche Umstände ein Grund für Aufschrei, Boykott und Mistgabeln. Früher waren das Probleme, über die man bewusst hinweggesehen hat – nebenbei nicht nur bei Diablo. Spiele waren damals häufig buggy, aber es hat kaum jemanden gestört, man hat halt einfach gezockt. Der Austausch darüber war auch schlicht geringer.

Diablo 4 macht (fast) alles richtig, aber es ist nicht das Richtige für alle

Ich will Diablo 2 nicht schlechtreden. Es war ein gutes Spiel, aber eben nicht so „perfekt“, wie es gerne durch die rosarote Brille gesehen wird. Warum erwähne ich das? Weil diese Perspektive dafür sorgt, dass Diablo 4 im Moment mit einem Spiel verglichen wird, das es so niemals gab. Solchen Erwartungen kann man nicht gerecht werden und sie lassen den aktuellen Teil der Reihe schlechter dastehen, als er wirklich ist.

Abgesehen von offensichtlichen Fehlentscheidungen wie das Limit für hergestellte Mythics oder Loot in Aktivitäten zu verstecken, die kaum jemand machen will, hat Blizzard mit Diablo 4 sehr genau das getroffen, was Diablo so spaßig und kurzweilig macht.

Trotz früherer Kritik am Endgame gibt es zumindest jetzt eine breite Auswahl an Inhalten, die ihr entweder exklusiv oder abwechselnd machen könnt, um euren Charakter zu verbessern. Die „ideale“ Route erfordert natürlich immer noch, auch ungeliebte Aktivitäten abzuschließen, aber wenn ihr darauf keine Lust habt, findet ihr so gut wie alles überall. Es dauert nur länger – kein deutlicher Unterschied zu Baal-Runs.

Zwar ist das alles meine persönliche Meinung, allerdings sehen das offenbar viele andere Spieler gleich oder ähnlich. Schließlich hat Diablo 4 mit Lord of Hatred einen neuen Rekord auf Steam aufgestellt und hier dürfte sich eher der kleinere bis kleinste Teil der Spielerschaft tummeln. Das Spiel erschien erst später auf Steam und war zuvor nur über Battle.net und auf Konsolen spielbar.

Ein Diablo 5 nach dem Vorbild von Diablo 2 – Wäre das also schlecht?

Nein, nicht unbedingt. Diablo 2 war schließlich nicht grauenvoll, es gilt als Meilenstein und das zurecht. Blizzards Action-RPG hat damals den Loot für alle Videospiele grundlegend verändert. Es ist schlicht ein „anderes“ Spiel als das, was man heute von Diablo kennt:

  • Das gesamte Loot-System hat in Diablo 2 anders funktioniert, es gab etwa keine klassengebundenen Beute, Items konnten immer alles Mögliche rollen.
  • Entsprechend hat sich auch der Grind anders verhalten, anstatt gezielt nach Items und Item-Typen zu farmen, gab es (die immer gleichen) Boss-Runs für den besten Loot-Pool im Spiel.
  • Im Endgame waren nicht verschiedene Aktivitäten notwendig, für die man sich teilweise auch noch den Zugang erspielen muss, es gab einfach nur optimierte Farm-Routen.

Ob ein solches Diablo heute besser oder schlechter wäre, muss jeder für sich selbst entscheiden. Allerdings hätte Diablo 5 deutlich mehr Konkurrenz, wenn es sich an den ganz alten Systemen orientiert. Allein Diablo 2: Resurrected, aber auch Path of Exile sprechen genau die Spieler an, die nach solchen Features suchen.

Spätestens seit Diablo 3 ist die Reihe aber mehr auf Casuals ausgelegt und funktioniert damit blendend. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass Lord of Hatred die beste Kampagne ist, die Diablo je hatte, vor allem wenn man bedenkt, dass die technische und grafische Umsetzung sehr viel höhere Standards erfüllt als damals.

Diablo 5 steht erst 2029 an und Diablo 4 wird bis dahin keine Erweiterungen mehr erhalten. Blizzard hat betont, dass man bei der Entwicklung auf Spieler-Feedback hören wolle, aber in der Community gibt es schon Überlegungen, ob das wirklich eine gute Idee ist. Ich sage: bedingt. Das Gefühl von Diablo 2 wäre super. Seine Features sicherlich nicht.

Was denkt ihr, sollte Blizzard mit Diablo 5 nur ein neues Diablo 2 machen, oder einen neuen Weg gehen? Welche Features von damals wünscht ihr euch zurück und welche können gerne weg bleiben? Mit welchem Diablo habt ihr überhaupt angefangen? Schreibt einen Kommentar!

Die Diskussion darüber, welches Diablo denn nun das beste ist und wie es mit der Reihe weitergehen soll, ist immer wieder riesig und zeigt, wie passioniert die Community des Spiels ist – irgendwo auch eine gewisse Errungenschaft. Allerdings führt das auch gerne zu Streit zwischen den Spielern: Diablo 5 spaltet die Community, die Spieler schwanken zwischen Freude und Frust

Kommentare

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Snowblind

Hm ich glaube viele meinen damit nicht das stupide „endgame“ oder die bugs sondern eher das besondere, nicht belanglose (10000x items und 99% Schrott) die Chase items sowas meinen die Leute bzw. Sowas meine ich persönlich.

für mich hat das in diablo 2 funktioniert, in destiny (hallo gjallahorn We miss u) oder eben in wow retail (ich wollte unbedingt das Hexer t2, deshalb hab ich geraifet, danach wollte ich unbedingt noch Cthun sehen etc) sprich wenn man die sprichwörtliche Karotte vor der Nase hat gibt es einen Grund einzuloggen/los zu zocken und das wurde mit der Zeit immer mehr verwässert (gjalla gabs gratis (wobei ich hier dann irgendwann auch einfach die raids sehen wollte) wow gabs dann die zig Schwierigkeitengrade und in diablo nur noch Massen loot … das motiviert mich dann zwar auch aber eben keine 2 Jahre sondern nur 2 Wochen.

Von dem Herr ja diablo 5 soll mehr wie d2 werden aber nicht in jeder Hinsicht.

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