Lohnt sich Destiny 2 wieder? So gut ist der DLC Kriegsgeist

Lohnt sich Destiny 2 mit Kriegsgeist wieder? Der Destiny 2 DLC „Warmind“ erfüllt genau die Erwartungen. Er ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber mit einem Wunder sollte niemand rechnen, glaubt unser Autor Schuhmann.

Richtige Richtung: Der YouTuber Datto bringt es in seinem Review von „Warmind“ auf den Punkt: Der erste DLC zu Destiny 2, „Fluch des Osiris“, war ein Segelboot, das in die falsche Richtung fuhr. Mit „Kriegsgeist“ wendet das Boot nun und macht sich langsam in die richtige Richtung auf. Das ist nicht toll, aber solide und entspricht dem, was alle erwartet haben. Insoweit ist „Warmind“ ein DLC für die ganze Community:

  • Wer Bungie vorher doof fand und kein gutes Haar an Destiny 2 ließ, der wird das immer noch so sehen und sich bestätigt fühlen – Er schreit „Abzocke“ und wünscht dem Spiel den endgültigen Tod
  • Wer an das Gute in Bungie glaubt und hofft, dass Destiny 2 die Wende schafft, der wird in „Warmind“ genügend positive Signale finden, um sich in seinem Glauben bestätigt zu sehen, dass Destiny 2 auf dem richtigen Kurs ist
  • Und wer das ganze mit etwas Distanz betrachtet, der wird einige Stunden mit dem Spiel verbringen, vielleicht in den nächsten Wochen am Dienstagabend hineinschauen, sich den Mund abwischen und einigermaßen zufrieden weiterziehen

So ist „Warmind“ tatsächlich der DLC, der Bungie die Zeit bis zum September erkauft, die man so dringend braucht, aber auch nicht mehr.

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Warmind – Es geht aufwärts nach einem Tiefpunkt

Viel besser als sein Vorgänger: Knapp zwei Wochen nach dem Release kann man die Stimmung der Community als „ein nüchternes Kopfnicken“ in Richtung Bungie interpretieren, während man auf „mehr“ wartet. Das „mehr“ wird im September kommen mit Destiny 2 Comet. Hier wird sich wohl das Schicksal des Franchise entscheiden.

„Warmind“ ist deutlich stärker als sein Vorgänger, aber die DLCs waren eben noch nie die Stärke von Destiny.

Und gerade „Fluch des Osiris“ dürfte als bisheriger Tiefpunkt des Franchise gelten. So schwach wie mit dem ersten DLC war Destiny nie.

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Die Kampagne – Toter Gott nach 2 Stunden

Fast-Food – schmackhaft, aber nicht nachhaltig: Doch auch „Warmind“ zeigt wie die Erweiterungen vorher, dass Destiny wohl immer ein Content-Problem haben wird. Fast ein halbes Jahr lang mussten Hüter auf eine neue Kampagne warten. Die dauert dann etwa zwei Stunden.

Ohne großes Vorspiel geht es bei einer so kurzen Kampagne direkt ins Finale. Man erledigt Bosse von göttlichen Ausmaß wie Nokris oder den Wurmgott Xol, über die vorher nur Lore-Geeks etwas gehört haben.

Über Nokris hatten wir vor einem Jahr mal geschrieben, der war ganz zierlich irgendwo in der Lore von Destiny 1 versteckt:

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Die Kämpfe sind imposant und für den Hüter durchaus beeindruckend, aber man schlachtet eben Götter in fünf Minuten ab, während einer Story-Mission. Experte Datto hätte sich sowas für den Raid gewünscht, aber dann bekämen es ja nur wenige Hüter zu sehen.

Datto lästert, da bezwinge man einen Wurmgott mit einem Feuerstöckchen. Gemeint ist die Spezialwaffe „Walküre“, deren Reiz sich tatsächlich rasch abnutzt. Bleibt es doch während der Kampagne die einzige Spezial-Mechanik, die der Rede wert ist.

Auch bei den Strikes hätte man sich wohl mehr gewünscht. Zwar sind es solide Strikes, doch es sind die wiederverwerteten Story-Missionen aus der Kampagne – nur PS4-Spieler erhalten mehr. Auch hier zeigt sich wieder die chronische Content-Armut, die Destiny seit 2014 plagt.

Selbst die Frischzellenkur und Verstärkung durch das Activision-Studio Vicarious Visions kann das Problem nicht lösen: Die Engine ist wohl einfach zu umständlich, um den konstanten Content-Nachschub zu gewährleisten, den man Spielern versprach.

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Das Drumherum bei Destiny 2

Wenigstens gibt Tess Ruhe: Im Vergleich zu „Fluch des Osiris“ ist bei „Warmind“ das Drumherum aber deutlich stärker. Gab es zu „Fluch des Osiris“ und dem Start der Season 2 eigentlich nur ein Thema: Tötet Tess Everis und ihren Cash-Shop, gibt es nun die neue Season 3 im PvP, eine Überarbeitung der exotischen Waffen und im Ranked PvP macht Bungie Fortschritte.

Aber das PvP ist wohl – für die meisten Veteranen – bei Destiny 2 immer noch nicht so ideal wie bei Destiny 1. Man ärgert sich nach wie vor über Team-Shots.

Destiny 2 Kriegsgeist Schar Ritter

In jedem Fall zeigt Bungie in den letzten Monaten positive Signale. Auch der letzte Skandal ist eine Weile her. Mit der Überarbeitung der Exotics, Time-Gated Quests, Rätseln und Nebenmissionen macht Destiny 2 Fortschritte, wobei auch hier Bugs das Gesamtbild trüben.

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Im Vergleich zu „Fluch des Osiris“ und dem katastrophalen „Immerforst“ schneidet das neue Event Escalation Protocol in der Kritik deutlich besser ab, auch wenn die meisten Hüter hier noch gnadenlos unterlevelt sind. Es wird sich wohl erst in den nächsten Wochen herausstellen, wie gut das Event funktioniert.

Aktuell ist Escalation Protocol wirklich so schwer, wie man während eines Streams wieder und wieder betonte.

Lohnt sich Destiny 2 wieder?

Haben’s ja eh bezahlt: Insgesamt ist „Warmind“ für Leute, die den Season-Pass gekauft haben, durchaus zu empfehlen. Sie haben es ohnehin schon bezahlt. Für einige Stunden am Stück und dann jede Woche ein paar Runden, ist der DLC in Ordnung und Fans zu empfehlen.

Ein Wendepunkt ist „Warmind“ aber nicht. Wer früher mal Destiny geliebt hat und von Destiny 2 enttäuscht war, der kann sich diesen DLC sparen. „Kriegsgeist“ wird ihn nicht bekehren.

Einem Freund, den das Destiny-Fieber bislang verschont hat, würde ich Destiny 2 aber trotzdem als Kauf im Sale nahelegen. Nicht als „gigantischen MMO-Shooter, der dich wochenlang beschäftigt“, sondern als gut gemachten Snack für Zwischendurch mit tollen Produktionswerten, der einfach Laune bringt, solange man mit der richtigen Erwartungshaltung rangeht.

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