Call of Duty 2023 gestrichen – Chance & Risiko für das größte Shooter-Franchise

Call of Duty 2023 gestrichen – Chance & Risiko für das größte Shooter-Franchise

Ein Insider-Bericht enthüllt, dass Call of Duty 2023 wohl auf den jährlichen Multiplayer-Titel verzichtet. Unser CoD-Experte Maik Schneider sieht darin Chance und Risiko zugleich.

Der Release des kostenlosen Battle Royale Call of Duty: Warzone hat das CoD-Franchise nachhaltig verändert.

Selbst die Entwickler waren von dem massiven Erfolg überrascht und änderten daraufhin ihre Pläne – statt das Battle Royale nur ein Jahr live zu unterstützen, geht Warzone schon bald in sein drittes Jahr.

Doch unter dem Erfolg der Warzone leiden die jährlichen Premium-Titel, für die Spieler immer noch den Vollpreis auf den Tisch legen müssen.

Ein Insider-Leak geht jetzt davon aus, dass Call of Duty im Jahre 2023 erstmals seit 2005 auf einen jährlichen Titel verzichtet. Das ist eine große Chance für das Shooter-Franchise, birgt aber auch Risiken. Und auf beides möchte ich genauer eingehen.

Mehr zum Autor: Maik Schneider begleitet Call of Duty für MeinMMO seit dem Release von CoD MW 2019 täglich. Er kennt die Reihe bereits seit den Anfängen als Weltkriegs-Shooter und ist großer Fan des Battle Royale Warzone.

CoD ohne jährliche Titel: Die Chancen

Die jährlichen Veröffentlichungen von CoD führten zu einer Zersplitterung der Fan-Basis. Manch einer verfolgt lieber die Titel von „Modern Warfare“, der Nächste outet sich als Treyarch-Groupie und bleibt eher bei der „Black Ops“-Reihe.

Diese Teilung könnte sich zu einem gewissen Maße auflösen, die Community rückt dadurch wieder näher zusammen.

Für CoD würde das grundsätzlich mehr Verkäufe eines Titels bedeuten:

  • Weil es eben nicht mehr jedes Jahr ein CoD gibt
  • Weil Fans eines Settings womöglich nicht 2 Jahre auf das nächste Black Ops warten

Spieler kaufen wieder ein „Call of Duty“ und weniger das Setting. Dadurch rückt der Fokus wieder mehr auf die Alleinstellungsmerkmale der ganzen Reihe und weniger auf die einzelnen Titel unter sich.

Eine starke Chance, um das Profil der Reihe mehr zu schärfen und in Konkurrenz zu anderen Spielen zu gehen, statt sich ständig selbst zu bekämpfen.

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In Warzone bekriegen sich Operator aus 3 Generationen.

Die längeren Lebenszyklen führen auch zu höheren Einnahmen bei den wichtigen Mikro-Transaktionen. Die Investoren-Calls der letzten Jahre haben bewiesen, wie groß das Potenzial für Call of Duty bei Ingame-Verkäufen ist.

CoD ist hier an einem Punkt, an dem die Entscheidung auch finanziell Sinn ergibt: Streichen sie einen Titel, sparen sie damit tendenziell Entwicklungskosten, erhöhen jedoch die Einnahmen pro Titel.

Ob unterm Strich mehr Umsätze generiert werden können, muss die Zeit zeigen. Aber die Gewinnanteile dürften steigen.

Durch das Live-Season-Modell und die sehr beliebte Free-to-Play-Warzone bleibt das Franchise zudem trotzdem relevant. Zumal schon ein zweiter Teil mit besserer Technik für Warzone angekündigt wurde.

CoD Warzone 2 und Modern Warfare 2 wurden offiziell angekündigt – Das wissen wir aktuell

Weitere Chancen ergeben sich aus möglichen neuen Titel unter dem Dach von Call of Duty. Activision reagierte mit folgendem Statement auf die Leaks um den fehlenden Premium-Titel 2023:

Wir haben eine aufregende Liste mit Premium- und Free-to-Play-Erfahrungen für Call of Duty für dieses Jahr, nächstes Jahr und darüber hinaus. Berichte, die etwas anderes behaupten, sind nicht korrekt. Wir freuen uns, die Details zu teilen, wenn die Zeit reif dafür ist.

via Twitter@charlieINTEL

Die Ansage der CoD-Macher könnte indes vieles bedeuten. Der Leak-Bericht wird weder bestätigt, noch wirklich dementiert – ein Premium-Titel für 2022 ist bereits angekündigt und mit Warzone geht auch ein neuer Free-to-Play-Titel an den Start.

Allerdings bleibt auch Raum für andere CoD-Erfahrungen, die wir jetzt bisher kaum oder gar nicht auf dem Zettel haben. So schrieb der Leaker „Tom Henderson“ schon Anfang 2021:

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„Ein separates Zombie-Projekt ist in einer frühen Entwicklungsphase. Das Spiel ist derzeit mit keinem anderen Titel verbunden“, schrieb Henderson damals.

Möglich wäre demnach ein CoD-Zombie-Titel, der sich komplett auf den beliebten PvE-Part von Call of Duty konzentriert. Die Tendenz würde hier zu einem Bezahl-Titel gehen.

Weitere Gerüchte drehen sich um eine eigenständige Mobile-Version für Warzone. Der Titel wäre eher ein Free-to-Play-Spiel.

Allerdings könnten die Entwickler auch noch ganz andere Projekte verfolgen, die Call of Duty als Franchise erweitern und neue Dynamik bringen.

Zum Schluss könnte der längere Lebenszyklus der Premium-Titel auch zu einer generell höheren Qualität und Quantität beim Content führen.

Übrigens haben wir auch einen MeinMMO-Podcast. Vor kurzem sprachen wir über die großen Shooter-Releases Anfang 2022:

CoD ohne jährliche Titel: Die Risiken

Call of Duty ist eine Entwicklungs-Maschine, an der viele Studios arbeiten und zu deren Strategie die jährlichen Veröffentlichungen gehören.

Die Umstellung einer altbewährten Strategie bringt immer ein gewisses Risiko mit und bedeutet auch viel Spekulation.

Großes Sprengpotenzial liegt besonders in der Wahl des richtigen Settings.

2022 kommt mit Modern Warfare II eine Fortsetzung des bisher erfolgreichsten CoD-Teils. Nach den sehr schwachen Verkäufen von Call of Duty: Vanguard dürfte hier wieder ein deutlicher Aufschwung zu spüren sein.

Call of Duty: Vanguard ist zum Release nur halb so relevant wie Modern Warfare – Wo ist der Hype?

Aber was ist danach? 2024 wäre der letzte „Black Ops“-Titel bereits 4 Jahre her. Hält sich die Fan-Basis so lange? Was ist, wenn das nächste Setting überhaupt nicht ankommt?

Langfristig geht Call of Duty das Risiko ein, seine Bezahl-Titel komplett zu verlieren. CoD könnte mehr als Free-to-Play-Franchise wahrgenommen werden.

Womöglich ist das sogar der Plan – das lässt sich derzeit nicht sicher sagen. Doch bisher waren die jährlichen Titel ein Garant, um im Gespräch zu bleiben.

Generell könnte auch die starke Verbindung vieler Spieler zu den einzelnen Reihen der Serie verloren gehen. Die jährlichen Titel haben CoD immer ausgemacht und wenn das aktuelle Spiel nicht passt: „Dann schau ich halt wieder nächstes Jahr rein – da kommt ein Black Ops“.

Kommt zudem keine neue Zombie-Erfahrung, könnte auch diese CoD-Community auf kurz oder lang das Interesse verlieren. Einer der größten Content Creator von CoD-Zombies kann sich schonmal nicht vorstellen, bis 2024 zu warten:

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Außerdem verführt die aktuelle Strategie in Zukunft dazu, weniger Experimente zu wagen. Schon Vanguard musste sich als Kritik anhören, dass es zu wenig Neues im Multiplayer wagt.

Gibts nur alle 2 Jahre einen Titel, könnten Gameplay-Experimente oder wichtige Innovationen ausbleiben. CoD bringt dann nur noch:

  • Bessere Grafik
  • Neue Maps
  • Bewährte Settings
  • Die gewohnte Kampagne

Kommt ein neues Premium-„Call of Duty“ dann überhaupt nicht an, werkeln die Entwickler 2 Jahre an einem unbeliebten Spiel und lassen den nächsten Titel dann vielleicht komplett fallen.

Bisher ist vieles rund um das Thema noch unklar und Call of Duty wird wohl in nächster Zeit auch nicht viel bei der Aufklärung helfen.

Ich persönlich begrüße die Umstellung auf einen 2-Jahres-Rhythmus. Es könnte dem Franchise neuen Platz zum Wachsen geben und innovative Kräfte freisetzen.

Auch mit Blick auf den Verkauf von Activision Blizzard an Microsoft ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten – auch in Sachen Budget und Franchise-Ausbau.

Die Free-to-Play-Warzone hat den CoD-Machern gezeigt, dass ein Call of Duty kein Vollpreis-Titel sein muss, um die Kassen klingeln zu lassen.

Das Potenzial und die Nachfrage sind da. Die Zeit muss zeigen, ob Call of Duty das Richtige daraus macht.

Teilt gern auch eure Gedanken zum Thema mit uns in den Kommentaren. Welche Chancen & Risiken sehr ihr für CoD? Gefällt euch die Vorstellung eines 2-Jahres-Rhythmus?

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