Die BlizzCon steckte voller Ankündigungen. Es fühlte sich an, wie das Blizzard aus alter Zeit. Aber das einzige, was alt geworden ist, ist die Zielgruppe.
Die BlizzCon 2026 ist vorbei. Ich sag’ es euch ganz ehrlich: Die BlizzCon war der Hammer. Wirklich alles, was dort vorgestellt wurde, hat mir richtig gut gefallen. Da waren so viele starke Ankündigungen und so viele Wünsche der Community, die erfüllt wurden, dass die negativen Stimmen in diesem Jahr sehr, sehr leise (oder sehr verbittert) sind.
Manch einer sagt auch: „Das ist Blizzard, wie ich es kennengelernt habe. Jetzt machen sie Spiele, wie damals. Das ist das alte Blizzard.“
Doch je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Entschluss:
Nein. Das ist nicht das alte Blizzard. Das ist Blizzard, das Spiele für alte Leute erschafft.
3 alte Spiele für alte Leute, die nichts Neues finden
Eine der wohl größten Verwunderungen war die Ankündigung einer neuen Heldin in Heroes of the Storm und damit die faktische Wiederbelebung des Spiels. Etwas, bei dem ich mir mal kurz am Horn ziehen musste, um zu schauen, ob ich nicht gerade träume. Für wen ist das gemacht? Genau, für die alten HotS-Fans, die auch nach über 4 Jahren nicht loslassen können von einem Spiel, das in den Wartungsmodus versetzt wurde.
Die Kampagne „Forsaken Kingdom“ schlägt in die gleiche Kerbe. Es ist die erste neue, offizielle Kampagne für Warcraft III seit 23 Jahren. Es ist nicht nur eine Wiedergutmachung für das absolut verhunzte Reforged zum Release, sondern auch ein Beweis: Blizzard kann es noch. Die Kampagne macht Spaß, spielt sich fantastisch. Aber darüber schreibe ich noch einen gesonderten Artikel. Die Essenz ist aber auch hier: Für wen ist das gemacht? Für die Leute, die Warcraft III kennen und lieben, für jene, die das Spiel vermutlich vor über 20 Jahren gezockt haben.

Dann war da World of Warcraft Forever oder auch „Classic+“ genannt. Eine Version von Vanilla, die „ewig“ weiterentwickelt werden soll, ohne dass es über Level 60 hinausgeht. Eine permanente Heimat für all jene, die das Spielgefühl von vor 20 Jahren lieben, die Level-Erfahrung von Classic mögen und dennoch neue Abenteuer erleben wollen. Aber welche Gruppe ist das? Ältere Gaming-Generationen. Die Veteranen, die zu Vanilla gespielt haben.
Auch der StarCraft-Trailer hat mir äußerst gut gefallen. Ich mag die düstere StarCraft-Welt, hab die ersten beiden Spiele mehrfach durchgespielt. Die Welt als Shooter – und das sogar mit einem klaren Singleplayer-Fokus – kann ich mir extrem gut vorstellen. Aber hier muss man auch sagen: Es gab kein Gameplay zu sehen, sondern eben nur den Trailer. Das Ganze ist außerdem noch rund 4 Jahre entfernt. Hier lässt sich noch nicht sagen, für wen das wirklich ist.
Doch schaut man auf die 3 für mich größten Ankündigungen – also die Warcraft-3-Kampagne, WoW Forever und das HotS-Revival – dann ist die Zielgruppe klar: Veteranen. Spielerinnen und Spieler, die schon ewig dabei sind und die neusten Gaming-Trends nicht mitmachen.
Auf mich wirkt das, als hätte Blizzard sich gesagt: „Wisst ihr was? Okay, wir erreichen keine neuen Spieler mehr. Deswegen sprechen wir jetzt die Spieler an, die wir schon haben und geben denen mehr von dem alten Zeug, das sie lieben. Und wenn die zufrieden sind, schauen wir weiter.“
Und ja, ich liebe das.
Die alte Generation bekommt eine Menge Liebe von Blizzard
Egal, ob es Xal’atath in Heroes of the Storm ist, die neue Kampagne von Warcraft III oder auch WoW Forever. All das wirkt, als wäre es nicht primär für die neue, jüngere Generation gemacht, sondern vor allem für die Veteranen. Die, die schon seit 10, 20 oder gar 30 Jahren Blizzard-Spiele zocken. Es ist mehr von dem, was sie lieben.
Damit will ich nicht sagen, dass die ganzen Spiele keine Möglichkeit für neue Generationen bieten, um dort einsteigen zu können. Aber zum ersten Mal seit langer Zeit wirkt es so, als hätte Blizzard eine Kurskorrektur eingeschlagen: Die bestehende Community ist das primäre Ziel. Die Fans, die seit Jahrzehnten dabei sind. Und die hatten eine BlizzCon, wie sie so schnell wohl kein zweites Mal stattfinden wird.
Vielleicht, und das kann ich nur mutmaßen, hofft Blizzard, dass die „alten Hasen“ ihre Kinder, Nichten und Neffen irgendwann anschleppen. Denn wenn mich jemals etwas dazu gebracht hat, ein Spiel spielen zu wollen, dann waren es selten Trailer oder Versprechungen von Entwicklern: Es waren begeisterte Freunde oder die Neugierde, die geweckt wurde, wenn ich anderen dabei zugesehen habe, wenn sie es spielten.
Ich weiß nicht, ob der aktuelle, neue Pfad von Blizzard einer ist, der besonders nachhaltig ist. Aber er erfüllt auf jeden Fall meine Wünsche. Und zumindest aktuell sind „wir alten Gamer“ wohl auch jene, die am meisten Geld für dieses Hobby übrig haben und daher eine lukrative Zielgruppe. Und ich sage es frei heraus: Wenn die Qualität des Contents dieser „neuen, alten“ Spiele stimmt, bezahle ich dafür gerne. Auch, wenn andere sich schon wieder darüber aufregen, dass neue Inhalte Geld kosten.
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Kommentare
Hi, ich sehe das zwiegespalten … ich verstehe was du meinst und ich würde dir grundsätzlich zustimmen… aber irgendwie bin ich enttäuscht … irgendwie habe ich mir mehr versprochen .. gerade im hinblick auf gameplay … ich weiß nicht das Thema mit diablo enttäuschte mich doch sehr, wsrcraft 3 freut mich, aber die kanpagne hat null basenbau das enttäuscht mich schonwieder… kündigt was an wenn ihr was zu zeigen habt
keine ahnung irgendwie war ich einfach nur enttäuscht… Hots freut mich sehr und wow abschnitt fand ich auch sehr sehr gut…