Spieler verbringen täglich 50 Minuten mit WoW, Destiny 2, CoD und Co.
Die 3 wichtigsten Erkenntnisse aus dem Finanzbericht von Activision Blizzard für 2017

Activision Blizzard hat seinen Finanzbericht für das letzte Quartal 2017 und für das ganze Jahr vorgelegt. Wir haben drei Erkenntnisse gewonnen über die Firma hinter Overwatch, Destiny und WoW.

Activision Blizzard ist einer der größten Videospiel-Konzerne der Welt. Zwar nicht ganz so groß wie der China-Riese Tencent, aber hier im Westen ein Gigant. In 2017 hat man 7 Milliarden US-Dollar an Umsatz gemacht.

Wir schauen uns die drei interessantesten Aussagen aus dem aktuellen Finanz-Bericht an.

50 Minuten tägliche Spielzeit – Activision will wie Facebook sein

Im zweiten Quartal in Folge hat es Activision Blizzard erreicht, dass die Spieler 50 Minuten täglich mit ihren Games verbringen. Und das gilt im Schnitt für die 385 Millionen im Monat aktiven Nutzer, die Activision im 4. Quartal zählte.

WoW Warbound Soldier

Damit ist Activision Blizzard auf einer Ebene mit einigen der „most engaging online connected“ Plattformen auf der Welt, wie es heißt: Also mit den Plattformen, die Nutzer am stärksten in ihren Bann ziehen und sie fesseln. Damit meint man sicher Plattformen wie Facebook, YouTube oder Twitter.

Und tatsächlich: Laut einer Statistik der New York Times verbrachten Nutzer im 1. Quartal 2016 50 Minuten täglich mit den Plattformen Facebook, Instagram und den Messenger-Plattformen.

Das eigene abgeschlossene Ökosystem, das alle Spiele-Gelüste befriedigt

Das zeigt das Bestreben von Activision, ein eigenes Öko-System zu schaffen, in dem Spieler Zeit verbringen und das sie nicht mehr verlassen müssen, um all ihre Games-Gelüste zu befriedigen. Activision Blizzard will, dass die eigenen Spiele eine große Rolle im Leben der Nutzer spielen. Sie täglich und andauernd beschäftigen.

Blizzard Entertainment Frauen

Der Blizzard-Launcher etwa bietet Spielern die Möglichkeit, auf Knopfdruck von einem Spiel zum anderem zu wechseln:

Hier spielt eine andere Zahl von Blizzard hinein. Blizzard hatte vor allem mit Overwatch und Hearthstone 40 Millionen aktive Nutzer pro Monat, obwohl 2017 kaum was passiert ist: Kein neues Spiel, keine große Erweiterung – nur die bestehende Spiele weiter ausgebaut.

50minuten-täglich

In Zukunft soll etwa die Overwatch League dafür sorgen, dass die Bindung noch stärker wird.

4 Millarden Dollar mit Mikrotransaktion – und fast keinen Arger

Die Zahl, an der sich die meisten Gaming-Medien gerade abarbeiten, sind die 4 Milliarden US-Dollar Einnahmen durch Mikrotransaktionen in 2017. Das sind „Ingame-Käufe.“ Die sind für Activision Blizzard mittlerweile wichtiger als die klassischen DLCs, obwohl die auch herausragend liefen.

So heißt es, dass zwar der Zombie-DLCs für Call of Duty: Black Ops 3 in 2017 das meistverkaufte AddOn auf der PlayStation in Nordamerika war, aber Spieler haben 2017 bei Destiny und CoD mehr Geld für Ingame-Käufe ausgegeben als für DLCs.

MTX-blizzard

Dabei ist zu beachten, dass die Hälfte dieser Mikrotransaktionen vom Candy-Crush-Publisher King kommt. Bleiben also 2 Milliarden US-Dollar übrig, die Spiele wie Overwatch, Hearthstone, Destiny 2 oder Call of Duty eingefahren haben.

Mini-Rüffel für Destiny 2 im Bericht

Auch wenn es eine große Kontroverse um Mikrotransaktionen 2017 gab, blieb Activision Blizzard von solchen Problemen weitgehend verschont. Nur bei Destiny 2 gab es etwas Ärger um den Cash-Shop. Das hatte aber andere Gründe: Spieler fanden die Belohnungen, die im Shop sind, gehörten eigentlich als Rewards ins Spiel selbst.

Destiny 2 ist denn auch das einzige Spiel, das zumindest indirekt einen Rüffel im Finanzbericht erhält. Da wird bei den „positiven Meilenstein“ angemerkt: Wir haben eine Roadmap basierend auf Spieler-Feedback für Destiny 2 erstellt.

Destiny-Rüffel

Klingt harmlos, sticht aber heraus, wenn’s drumherum nur Meilensteine und Superlative gibt.

Candy Crush auf einer Ebene mit Destiny oder WoW

Die Strategie von Activision Blizzard ist es, auf starke Marken zu setzen. Den Core-Gamer dürfte es aber ins Mark treffen, was man da so alles für eine starke Marke hält.

In welchem Zusammenhang würde man sonst „Bubble Witch“ und „Pet Rescue“ mit „Diablo“ und „Starcraft“ in einem Satz nennen?

Blizzard-Marken

Mit dem Kauf von King vor einigen Jahren hat Activision Blizzard sein Mobile-Geschäft erheblich gestärkt und man betrachtet deren Franchises als „genauso wichtig“ wie die etablierten Spiele-Franchises von Blizzard (Warcraft, Diablo) oder die von Activision (Call of Duty, Destiny).

So spielen King und deren Mobile-Franchises eine zentrale Rolle in den Konzepten von Activision. Das geht klar aus dem Finanzbericht hervor.

In diese Stimmung passt es, dass eines der nächsten Spiele von Blizzard wohl kein Blockbuster wird, sondern ein Mobile-Game basierend auf der Warcraft-Franchise.


Mehr zum aktuellen Spielemarkt und der Wichtigkeit von Mikrotransaktionen und derlei Dingen:

4 Jahre altes Spiel schlägt Destiny 2 bei digitalem Umsatz auf PS4, Xbox One

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Quelle(n): Finanzbericht Activision Blizzard
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