Blizzards MMORPG-Projekt Titan
In manchen Fällen kann es sich durchaus lohnen, ein neues Spiel frühzeitig (also viele Jahre vor der finalen Veröffentlichung) anzukündigen. Beispielsweise, wenn man erfahrene Entwickler als Verstärkung für sein Team oder weitere Investoren sucht. Die mediale Berichterstattung fungiert hier als nützlicher Hebel, um Aufmerksamkeit für das Projekt zu generieren.
Eine zu frühe Ankündigung kann aber auch nach hinten losgehen, vor allem, wenn man ein namhafter Entwickler wie Blizzard ist und zahllose Fans auf den nächsten Meilenstein des Studios warten.
Ganz krass hat man das bei Project Titan gesehen, also dem MMORPG nach WoW, an dem die Kalifornier ab etwa 2007 gearbeitet hatten. Erste Gerüchte zum Spiel tauchten noch im selben Jahr auf. 2008 folgte dann bereits die offizielle Bestätigung aus der Chef-Etage: Ja, wir arbeiten an einem neuen MMO. Zu diesem frühen Zeitpunkt dürfte das Projekt nicht einmal die Pre-Production-Phase überstanden haben.
Ob die Entwickler damals ahnten, was da in den kommenden Jahren auf sie zukommen wird? Titan war bis zur offiziellen Einstellung im September 2014 nämlich ein Dauerthema, das mal durch Leaks, mal durch offizielle Statements immer wieder und wieder angefeuert wurde.
Später blickte Lead-Entwickler Jeff Kaplan kritisch auf diese Zeit zurück, weil der Druck, der auf dem Team lastete, immens war. Und dank des Hypes, der sich über die Jahre aufgebaut hatte, verfolgte die ganze Welt das Scheitern des erfolgsverwöhnten Studios.
Etwas Vergleichbares dürfte zuletzt auch eines der Teams von Amazon Games durchgemacht haben. Dort sollte nämlich ein ambitioniertes, neues MMORPG zu Herr der Ringe entstehen. Auch hier kam es zur Ankündigung, als es für das Spiel nicht einmal ein fertiges Konzept gab. Zuletzt hat man klammheimlich die letzten Spuren verwischt. Kein neues MMORPG zu Herr der Ringe: Amazon entfernt letzten Hinweis auf das Projekt
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