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EverQuest versus Guild Wars

Warum haben wir bislang noch kein World of Warcraft 2 gesehen? Nun, weil World of Warcraft viel zu erfolgreich ist. Die beiden Spiele würden sich gegenseitig kannibalisieren. Das ist eine Lektion, welche die Entwickler von EverQuest mit dem direkten Nachfolger auf die harte Tour lernen mussten.

Zwischen EverQuest und EverQuest II lagen damals nur fünfeinhalb Jahre. Laut den verantwortlichen Entwicklern sollte die Fortsetzung das erste Spiel eigentlich nicht ersetzen, sondern ergänzen, weil man mit Teil 2 eine andere Zielgruppe ansprechen wollte. Intern rechneten aber wohl alle damit, dass die Community zu einem großen Teil von EverQuest zu EverQuest II wechseln würde.

Für das erste EverQuest kommt übrigens bald eine leicht modernisierte Variante:

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Das passierte aber nicht. Stattdessen haben sich die beiden Spiele gegenseitig kannibalisiert. Dazu kam ab November 2004 der zunehmend große Schatten von World of Warcraft. Heute sehen die Entwickler von EverQuest den Schnellschuss beim zweiten Teil als großen Fehler an.

Deutlich besser haben es die ArenaNet-Verantwortlichen mit der Fortsetzung von Guild Wars gemacht. Zwischen Teil 1 und 2 liegen mehr als 7 Jahre. Dazu kommt, dass sich beide Spiele in Bereichen wie der Struktur der Spielwelt (Instanzbasiertes Gameplay versus offene Welt) spürbar voneinander unterscheiden.

Und am vielleicht wichtigsten: Das erste Guild Wars war kein Service-Game im heutigen Sinne. Nach den drei Kampagnen Prophecies, Factions und Nightfall erschien nur noch die Erweiterung Eye of the North. Nach 2007 war das erste Guild Wars quasi auserzählt. Es gab nur noch einige Bonus-Missionen sowie Story-Inhalte wie „Krieg in Kryta“, die den Übergang zum zweiten Teil vorbereiten sollten.

Guild Wars und Guild Wars 2 standen sich also nie gegenseitig im Weg, weil das erste Spiel, wie von den Entwicklern geplant, in den reinen Betriebsmodus übergegangen war, als die Fortsetzung live ging.

Für den frisch angekündigten Teil 3 wagt ArenaNet jetzt ein neues Experiment: Während Teil 1 durch die Reforged-Neuauflage erneut relevant ist, soll sich Guild Wars 3 stark genug von den beiden Vorgängern unterscheiden, damit alle drei Spiele nebeneinander existieren können. Mehr dazu: Vorgänger sollen weiterhin Inhalte bekommen, aber auf eine Sache müssen Spieler dank Guild Wars 3 erstmal verzichten

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