Outriders wird „Schlechte Kommunikation“ vorgeworfen – Mitarbeiter reagiert herrlich ehrlich

Outriders kämpft seit dem Release mit zahlreichen Problemen. Das führt zu Kontroversen innerhalb der Community und auch zu Vorwürfen gegen Entwickler People Can Fly und seine Kommunikation mit den Spielern. Nun hat der Community-Manager thearcan ein sehr offenes Statement zur Situation gegeben.

Worum geht es genau? Alles begann mit einem reddit-Post vom User DocDevice (via reddit). Darin äußert er sich zur vermeintlich schlechten Kommunikation von Seiten der Entwickler und Community Manager im Bezug auf die zahlreichen Probleme von Outriders.

Was sind das für Probleme? Neben Server-Problemen zum Start, einem schweren Inventar-Bug und anderen Dingen gibt es aktuell Schwierigkeiten mit der Schadensminderung durch Ausrüstung. Diese funktioniert nicht richtig, was bei zahlreichen Spielern zum schnellen Ableben im Endgame führt.

Außerdem haben zahlreiche Spieler das Gefühl, von den Entwicklern quasi ignoriert zu werden. Die Liste der Verbesserungswünsche ist lang und auf den sozialen Kanälen von Outriders finden sich etliche frustrierte Stimmen. DocDevice nimmt das zum Anlass und gibt den Entwicklern Tipps anhand eines bestimmten Beispiels.

Outriders soll offener kommunizieren, “wie es Star Wars: Battlefront 2 gemacht hat”

Das solle man sich abgucken: DocDevice vergleicht die Situation von Outriders mit dem problematischen Release von Star Wars: Battlefront 2 in 2017, dem Multiplayer-Shooter aus dem Hause der Battlefield-Entwickler DICE.

Was war damals los? Der Release von Battlefront 2 war ein Debakel. Große Kritik-Punkte waren damals Loot-Boxen, die EA und Entwickler DICE schließlich aus dem Spiel entfernten. In den ersten Monaten verkaufte sich das Spiel anschließend eher schlecht.

Zwischenzeitlich konnten die Entwickler nicht ohne Angst online gehen. Mit der Zeit besserte sich die Situation allerdings. 2018 und 2019 lief es bei Battlefront deutlich besser und es folgten große Updates, die von den Spielern gefeiert wurden.

Neben Änderungen am Spiel schaffte DICE das auch mithilfe von besserer Kommunikation in Form des damaligen Community-Managers F8RGE, der nun eine Art Kult-Status bei den Fans besitzt und mittlerweile als Producer für DICE arbeitet. (via Twitter)

Deshalb schlägt der Reddit-Nutzer nun vor, dass die Entwickler von Outriders ähnlich vorgehen, stärker kommunizieren und einen fähigen Community-Manager einsetzen sollten: “Wenn PCF hier wirklich erfolgreich sein will, sollten sie nachziehen. Ein “Gesicht” haben, mit dem wir sprechen können, ein Vermittler, der versteht, was die Spieler wollen, aber auch die Unternehmenslandschaft kennt. Einer, der zwischen uns “übersetzen” könnte, damit wir auf dem Laufenden sind, was repariert / hinzugefügt / geändert werden soll, und um unsere Meinung darüber zu sammeln, was zuerst angegangen werden sollte.”

Es steht sogar die Vermutung im Raum, dass Entwickler People Can Fly bewusst Informationen zurückhält und die Kommunikation auf reddit begrenzt.

Das rief den eigentlichen Community-Manager thearcan/SE Toby auf den Plan, der mit einem bemerkenswert offenem Statement antwortete.

thearcan/SE Toby ist Senior Community Manager bei Square Enix und hat nach eigener Aussage rund 8 Jahre Erfahrung in dem Gebiet. Zuvor betreute er das Subreddit zum Spiel Live Is Strange.

Er betreut das Subreddit von Outriders, den offiziellen Twitter-Account und dient als Sprachrohr der Entwickler zur Community. Er ist sehr aktiv im Subreddit zu Outriders, dennoch kommt es zu Kritik an seiner Kommunikation.

“Ich war offen und ehrlich und habe zu diesem Zeitpunkt mehr geschadet als geholfen.”

Das sagt der Community-Manager in seinem Statement: Zunächst stellt er klar, dass niemand von People Can Fly oder Publisher Square Enix aktiv begrenzt, was er schreiben darf und was nicht.

Viel mehr sei die Zurückhaltung auf Basis seiner Erfahrung mit anderen Communities und den letzten Wochen im Subreddit von Outriders entstanden. Dazu gibt thearcan ein konkretes Beispiel zu einem reddit-Post, den er zu den Multiplayer-Problemen veröffentlichte:

Ich gab einen möglichst transparenten Blick auf die Situation von unserer Seite. Ich war offen und ehrlich. Meine Antwort wurde von bestimmten Elementen in der Community völlig falsch interpretiert, und es wurde eine ganze Woche damit verbracht, dass diese Sub- und danach Content-Ersteller und ihr Publikum mich buchstäblich falsch zitierten.

Und mit falsch zitiert, meine ich wörtlich die “Die Entwickler kümmern sich nicht um uns, schaut euch an, was sie gesagt haben” Art von Thread-Titeln. Wir als ganzes Team wurden dämonisiert, basierend auf absichtlich provokanten Kommentaren, die völlig falsch waren. Ich war offen und ehrlich und habe zu diesem Zeitpunkt mehr geschadet als geholfen.

Selbst nach der Richtigstellung seiner Aussagen ging das weiter und die Behauptungen erhielten deutlich mehr Aufmerksamkeit und Reichweite als alles, was er zu dem Zeitpunkt korrigieren konnte., erklärt der Community-Manager.

Er stellt klar, dass die Leute natürlich ein Anrecht auf das Äußern von Kritik hätten und wütend sein dürften. Seine Zurückhaltung hat aber auch einen anderen Grund.

Seit dem Start habe ich aufgrund der Probleme, mit denen wir konfrontiert waren, Wochenenden und lange Nächte durchgearbeitet, um Outriders so gut wie möglich zu unterstützen. Und wenn ich mir ein paar Tage freinehme (zum Beispiel an einem Wochenende), komme ich normalerweise wegen einer Flut von Beschwerden zurück, die behaupten, dass wir aufgehört haben zu kommunizieren und das Spiel aufgegeben haben.

Alle Beschwerden sind sehr hoch bewertet, was andeutet, dass es eine allgemeine Übereinstimmung zu dem Thema in der Community gibt. Daher fällt es mir schwer, mir Zeit zum Erholen von der Arbeit zu nehmen, da sich dadurch vermeintliche Kommunikationsprobleme verschärfen.

Zu diesem Zeitpunkt bin ich ziemlich erschöpft. Das ist niemandes Schuld und niemand bei Square Enix oder PCF zwingt mich (oder hat mich jemals gebeten), so viel zu arbeiten. Es ist meine Wahl. Das war schon immer so.

Aber in diesem Zustand kehre ich jeden Tag zu meiner Rolle zurück. Und von Tag zu Tag habe ich das Gefühl, dass wir nicht gewinnen können, egal was wir (oder ich) tun oder sagen. […]

Ich versuche nicht, ein Opfer zu sein oder um Sympathie zu bitten. Ich sage den Leuten nicht, sie sollen ihre Besorgnis über echte Probleme nicht äußern […] Ich sage nicht, dass die Leute kein Recht haben, ihre Beschwerden auszudrücken.

Ich erkläre einfach meine eigenen menschlichen Grenzen.

Das volle und umfangreichere Statement findet ihr im reddit-Post: reddit.com

Community reagiert mit Verständnis und Ärger

Der Urheber des Posts, DocDevice, hat seinen reddit-Post mittlerweile ergänzt und seine Kritik relativiert. Dabei entschuldigt er sich, dass er thearcan mangelnden Einsatz vorgeworfen hat.

Jetzt steht dort: “Ich lag total daneben, wir haben einen sehr engagierten CM, der von allen Seiten überschwemmt wird. […], ich ermutige jeden, seinen Text zu lesen und sich einen Moment zu nehmen, um zu verstehen, womit sie gerade kämpfen.”

So reagieren die Spieler auf das Statement: Die übrigen Reaktionen fallen gemischt aus. Viele loben die offene Art der Antwort und sehen es als nette Abwechslung zu den “verwässerten” Aussagen der meisten Entwickler und Publisher in der Branche.

  • So schreibt User Freschu (via reddit.com): “Das ist “Realtalk. Es verwirrt mich total, wie es zu diesem Punkt gekommen ist. Es gibt so viele Möglichkeiten, Frustration auszudrücken, Bedenken auszudrücken. Aus irgendeinem Grund entscheiden sich diese wenigen Stimmen jedoch für Übertreibung, Toxizität, Verleumdung und Anspruch.”
  • Andere haben aber auch Verständnis für den Frust in der Community und finden, dass beide Seiten in einigen Punkten recht haben. sicsche schreibt dazu (via reddit.com): “Ich denke, dass PCF sehr stark für die Situation verantwortlich ist. Die gesamte Community hier war von Beginn der Demo an sehr unterstützend und blieb auch nach den ersten Startproblemen cool.” Mittlerweile sei das durch die ganzen Probleme allerdings gekippt.
  • Manche sehen darin auch einfach nur Gejammere über seinen Job und finden, dass er eigentlich wissen müsste, was das mit sich bringt. Distict-Ad-7416 findet die Situation jedenfalls vorhersehbar (via reddit.com): “8 Jahre als CM und du bist überrascht über die Gegenreaktion, die dieses Spiel bekommen hat? Hör Mal, ich verstehe, wir sind alle Menschen, wir haben Einschränkungen. Aber du hättest das aus einer Entfernung von einer Meile sehen sollen.”

Dass Probleme bei einem Spiel zu starken Reaktionen bei den Fans führen können, ist in der Community tatsächlich nichts Neues.

Das Problem mit Hasskommentaren und bösem Feedback gibt es nämlich schon länger, in einigen Fällen ging dieses toxische Verhalten sogar in Morddrohungen über.

Aggressivität in Diskussionen nimmt zu

Wo gab es diese Probleme noch? Ein prominentes Beispiel ist EAs gescheiterter Loot-Shooter Anthem. Der erschien 2019 in einem desolaten Zustand. Anfangs wurde das Spiel aber, ähnlich wie Outriders, von einer aktiven und engagierten Community vor allem im Subreddit unterstützt. Gerade Community-Manager Jesse Anderson war sehr aktiv.

Nach einigen Monaten und etlichen weiteren Problemen wurde das Subreddit immer schlimmer und toxischer (via ScreenRant.com). Es häuften sich geradezu die Posts, die sich gegen Entwickler BioWare richteten. Die Entwickler stellten ihre Kommunikation zudem fast vollständig ein.

Einige Stufen höher war das Ganze letztlich bei Cyberpunk 2077. Das Spiel wurde mehrfach verschoben, von Ende Oktober 2020 auf den 10. Dezember. Einige Entwickler von CD Project RED erhielten damals Morddrohungen von wütenden Spielern.

Ähnlich sah es bei der Remastered-Version zu Sonys Spider-Man aus. Dort wurde das ursprüngliche Darsteller-Gesicht von Peter Parker geändert, was einige Hardcore-Fans auf die Palme brachte. Die Entwickler von Insomniac-Games erhielten daraufhin immer noch Morddrohungen.

Auf dieser Stufe scheint sich die Kritik von Outriders noch nicht zu befinden. Dennoch zeigt es, wie schnell die Emotionen hochkochen und zu einer sehr aggressiven Stimmung führen können.

Was haltet ihr von dem Statement? Findet ihr die Offenheit gut? Seht ihr die aktuelle Diskussionsweise ebenfalls kritisch, oder müssen die Entwickler sich derartige Dinge einfach gefallen lassen?

Quelle(n): reddit.com
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Sgt.Grummel

Die AUSWÜCHSE der Anonymität, damit werden wir bis zur Zensur kämpfen. Spätestens die erste Generation Politiker, die in der Digitalkultur aufgewachsen ist, wird sich der Strafbarkeit im Internet annehmen. Sorry fürs Offtopic

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Sgt.Grummel
Hauhart

Vom Hype gefangen + zu hohe Erwartungen + aus der Vergangenheit nix gelernt + schnell vorbestellt und dann wütend werden, wenn alles nicht gleich richtig läuft und die rosarote Brille langsam anfängt runterzurutschen.
SELBER SCHULD!

Ich freu mich schon auf den Sale, wenn das Spiel dann nur noch die Hälfte kostet und alles reibungslos läuft und ggf. sogar mehr content vorhanden ist.
Naja noch bin ich aktuell an Cyberpunk dran, das läuft jetzt richtig gut XDDDDD
LERNT ENDLICH ZU WARTEN UND NICHT ALLES GLEICH HABEN ZU WOLLEN!
..oder lernt mit Enttäuschungen umzugehen, suchts euch aus!

Mors

Klar, macht doch jeder. Ein Spiel kommt raus und alle warten erstmal paar Wochen/Monate. Das macht jeder so, seit es Onlinespiele gibt.

Als Checker hast du sicher mitbekommen, dass das Spiel im Singleplayer so ziemlich rund läuft, nur im Multiplayer massive Probleme bereitet? Und wenn du wartest, bis das Spiel im Sale ist, hast du natürlich auch keine Probleme mehr mit Multiplayer, da es eh keiner mehr spielt.

Als Checker hast du sicher auch mitbekommen, dass die Demo auch ziemlich rund lief, sogar der Multiplayer? Klar weißt du das 👍🏻

Ich mag solche Checker Kommentare:
Alle doof außer mir…

Hauhart

Fühlst dich wohl angesprochen?!
Kritik abkönnen ist immer so ne Sache, nicht wahr? 😉
Cool, endlich bin ich auch mal was, ein Checker, was auch immer du damit meinst XD

Alik

du bist ja gut drauf 🤣🤣🤣🤣

Stephan Schmuck

Mal völlig losgelöst von Kritik zu einem Spiel, ob berechtigt oder nicht .. völlig Wurst.

Was zum Henker stimmt denn mit den Leuten nicht die deswegen Morddrohungen aussprechen? Wie kann man denn sein Leben letztlich so wenig im Griff haben um auf dieses Niveau abzusinken? Geht’s denen allen einfach nur noch viel zu gut und fehlen denen die echten Probleme das die sich zu so was hinreißen lassen?

Fire112

Die haben keine weiteren Erfolge im Leben, nur zu Besten eines Spiels zu gehören, gibt ihnen noch ein Erfolgsgefühl. Ich habe in ESO Leute kennengelernt!, die haben ihren Beruf für das Spiel aufgegeben. Mich wundert in unserer heutigen sozialen Gesellschaft nur noch wenig, wer täglich Nachrichten schaut und liest, schüttelt nur noch den Kopf.

Fire112

Auch ich habe viel geschimpft, aber eigentlich ist das bei mir nur ein Zeichen der Hilflosigkeit. Warum ? Ich finde das Spiel klasse und deshalb ist die Enttäuschung umso grösser, das nicht alles reibungslos funktioniert. Da entwickelt sich im Bauchraum ein kleiner Wüterich, der unbedingt Luft braucht, das ist nicht immer sehr konstruktiv. Bei Destiny ist der mittlerweile eingeschlafen, die hören ja ihre Community, linkes Ohr rein, rechtes Ohr raus.
Unabhängig vom Stil der Kritik ist sie auch ein Zeichen, dass viele irgendwie um das Spiel kämpfen, wäre es Mist, würde man es stillschweigend löschen. Ich hoffe immer noch, dass sie die Bugs in den Griff bekommen und die eine oder andere DLC bringen.
Besonders gut finde ich, dass man spürt, wie der Char erheblich stärker wird, findet man endlich die passenden Setteile. Gestern meinen Devastator gelevelt, erst ohne seismische Set (echt zäh ), dann mit seismischen Schuhen, Händen und Hose (merklich besser) und dann hab ich die Brust bekommen (rt14 mal Gold mal Silber, aber sicher). Jetzt noch der Helm und du füllst dich wie Hercules. Ich weiss, etwas übertrieben, aber das Gefühl wollen die Leute. Bei Destiny ist es fast egal, ob du neue goldene Socken oder die von gestern trägst, ist eh alles gecapt und Makulatur.
Ich hoffe, Outriders stirbt nicht.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Fire112
Irina Moritz

Auch ich habe viel geschimpft, aber eigentlich ist das bei mir nur ein Zeichen der Hilflosigkeit. Warum ? Ich finde das Spiel klasse und deshalb ist die Enttäuschung umso grösser, das nicht alles reibungslos funktioniert. Da entwickelt sich im Bauchraum ein kleiner Wüterich, der unbedingt Luft braucht, das ist nicht immer sehr konstruktiv. 

Das ist keine gute Entschuldigung für verbale Angriffe gegen Entwickler (oder eigentlich auch jeden anderen). Man kann sich auf so viele andere Arten abreagieren, als andere zu beleidigen und runterzumachen.

Mal abgesehen davon: erfahrungsgemäß macht man Devs viel schlechteres Gewissen, wenn man verständnisvoll und nett auftritt 😀

Fire112

Du hast recht, aber solange man nicht ausfallend wird, ist berechtigte Kritik gerechtfertigt und nicht gleich als verbaler Angriff zu werten. Und wenn man einen Bug mit einem neuen Bug fixt, ist dann der Ausdruck unfähig schon zu hart ? Es gibt sicher harte Grenzen in der Ausdrucksweise, aber auch fliessende Grenzen.

Irina Moritz

Und wenn man einen Bug mit einem neuen Bug fixt, ist dann der Ausdruck unfähig schon zu hart ? Es gibt sicher harte Grenzen in der Ausdrucksweise, aber auch fliessende Grenzen.

Ich überlege mir bei solchen fließenden Grenzen, ob ich diese Dinge der Person auch so ins Gesicht sagen würde, wenn sie vor mir steht.

Und gerade das Fixen von Bugs ist nicht so leicht, wie viele Leute glauben. Ich folge auf Twitter diversen Entwicklern, die immer wieder Horror-Stories übers Bug-Fixing erklären (sie sind auch oft zum Schreien komisch 😀 ). Eurogamer hat dazu einen schönen Artikel: https://www.eurogamer.net/articles/2017-07-19-a-devs-eye-view-of-bugs

Fire112

In deinem ersten Satz spielst du doch selbst mit einer fließende Grenze, ist das jetzt persönlich oder allgemein. Ich denke mal eher, du meinst allgemein. Da ich nicht mit dem Internet groß geworden bin, kann ich sehr gut von Angesicht zu Angesicht meine Meinung vertreten.
Der Artikel ist interessant, mein Schulenglisch ist zwar schon annähernd 50 Jahre alt, aber ich kann einige Dinge gut nachvollziehen. Ende der 80er bis Mitte der 90er habe ich auf meinem Atari ST1 selbst viel in GFA-basic programmiert, da man so gut wie keine Anwenderprogramme kaufen konnte. Hab z.b. mein erstes Zeichenprogramm selbst geschrieben, hat Wochen gedauert und war mit sehr viel Fehlersuche verbunden. Aber das ist mehr als 30 Jahre her.
Wir reden hier von Profis und einem gesamten Wirtschaftskreis, der meines Erachtens, aus welchem Grund auch immer, zu oberflächlich arbeitet und seine Produkte nicht ausreichend getestet auf den Markt wirft. Da gibt es sicherlich bessere Strategien.

Kjtten

Definitiv zu hart. Erinner dich für einen kurzen Moment daran, wie komplex aktuelle Spiele sind, wie viele Menschen daran arbeiten. Nicht jeder kann den kompletten Code im Detail kennen, um alle Auswirkungen einer Änderung abzuschätzen, nicht jeder kann an allen Teilen arbeiten.

Manchmal ist es auch unvermeidlich, wenn an Stelle B unbewusst die Auswirkung eines Bugs an Stelle A genutzt wurde, wird es nicht mehr funktionieren, wenn Bug A gefixt wurde. So etwas kann unbemerkt passieren, weil beide Dinge augenscheinlich nicht miteinander zu tun haben, oder sogar eine bewusste Entscheidung sein. Klar, von außen gesehen tauscht man Bug gegen Bug, was man von außen nicht sieht ist der Fortschritt in Richtung bugfreies Spiel, den dieser Schritt bringt. Vielleicht war der neue Bug sogar schon bekannt, hat aber weniger schlimme Auswirkungen und darum niedrigere Priorität als andere offene Punkte.

Spiele- und allgemein Software-Entwicklung ist heute meist ein iterativer Prozess, das Patching genauso wie die initiale Entwicklung.
Niemand möchte warten, bis alles wirklich alles perfekt ist, bevor es released wird. Am wenigsten die Spieler bei Patches, solange gravierende Bugs im Spiel sind.
Ein “halbgarer” Patch, der wichtige Probleme angeht, auch wenn er sie vielleicht nicht ganz löst, oder an anderen Stellen neue schafft, ist oft das Beste was möglich ist, die Balance zwischen perfekter Qualität und zeitnaher Reaktion.

Unfähig ist am der Stelle vor allem die Person, die ihren Frust gegen diejenigen richtet, die vom Status Quo genauso frustriert sind und hart daran arbeiten ihn zu ändern. Unfähig zu reflektieren, welche Wirkung ihre Aussagen haben.

Klabauter

Es ist ein Problem das Menschen im Internet so viel aggressive/schlechte Dinge sagen. Die Negativität war früher auch da aber da blieb es dabei mal mit dem Kumpel oder dem Nachbarn über jemanden zu lästern, da sprangen nicht gleich noch etliche andere Menschen mit auf den Zug. Man sieht das auch auf Youtube. Mein Lieblings Destiny Youtuber hat letztens auf Twitter gepostet das er immer nervös vor dem veröffentlichen von Videos ist. Ich selber habe letztens eine Idee zu einer YT Reihe gehabt, mich dann aber entschieden keine Videos dazu zu machen weil ich einfach kein Bock habe mich mit dem Bullshit der von den Leuten kommt auseinanderzusetzen. Ich will da auch keinen Hehl daraus machen, dass ich auch hin und wieder mal Lust habe eher frontal auf Postings zu reagieren. Habe mir aber vorgenommen sowas komplett zu unterlassen. Ich möchte nicht das sich jemand schlecht fühlt wegen eines Kommentars. Man sieht das auch manchmal bei Reaktionen auf eure Artikel. Das hat so oft immer gleich etwas extrem vorwurfsvolles drin. Dabei sollte man doch einfach froh sein das man irgendwelche Informationen zu seinen Lieblingsthemen bekommt. Aber auch hier muss ich immer erst an meine eigene Nase packen. Bisher ging es ganz gut. Ich hoffe das bleibt so 🙂

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Klabauter
Fire112

Im Wesentlichen gebe ich dir in Bezug auf die Kommentare untereinander völlig recht und versuche, niemanden persönlich anzugreifen. Aber scharfe Kritik an einem mangelhaften Produkt zu üben, muss in verbalen Grenzen erlaubt sein. Ist in jeder anderen Branche üblich( Technik, Lebensmittel, Auto…usw), nur in der Gamerbranche nicht, ist doch nur ein Spiel…

Klabauter

Ja Kritik muss erlaubt sein und es ist auch nicht okay wenn man Kritik gleich als Hate abstempelt. In Destiny PvP hört man bei der leisesten Kritik gleich das Wort Scrub Mentality. Das ist auch nicht richtig.

Brezel

Ich find das im Endeffekt im falle von Outriders immer so witzig, weil die ständig so geprahlt haben man möchte kein Game as a service und man will dem Kunden etwas fertiges zu Release liefern. Man möchte da andere Wege gehen und es wird ja mal wieder Zeit dafür, bla bla bla.
Und dann scheißen die so heftig daneben und nerfen und verschlimmbessern das ganze als gäbe es kein morgen mehr. Game as a service, genauso wird sich da grade verhalten. Das Game war Klasse, man zockt nach Bedarf mal hoch bis zum Auge und dann war es das auch schon wieder, mehr wollte Outriders ja auch nie sein.

Sans

Mein persönlicher Eindruck ist, dass ein Teil des Problems der folgende Spruch ist:

Bananen-Produkt, es reift beim Kunden.

Mittlerweile kann man eine ganze Liste mit neuen tollen Spielen schreiben, die beim Start komplett verbugged waren und anschließend ewig gepatched wurden mussten. Das schlimme daran ist, dass selbst Publisher/Entwickler mit namen darunter zu finden sind.

Manche Sachen gehören anscheinend schon zum guten Ton heutzutage:

  • Day 1 Patch
  • Online Zugang aber die Infrastruktur hält überhaupt nichts aus
  • Schwerwiegende Fehler im Spiel
  • Balance komplett nicht vorhanden

was mir so schnell einfällt.

Leute kommen oft mit Spürchen, wie “Dont play on Patch Day” or “Dont play on release day”. Was doch eigentlich schon sehr bezeichnend ist, was die Spieler heutzutage für eine Erwartungshaltung and das Gelieferte haben.

Dazu kommt noch das ganze Marketing mit allem was dazu gehört, insbesondere bei größeren Publishern.

Mich frustriert das Ungemein und ich kann jeden verstehen, der in ein Forum geht um sich Luft zu machen und zwar in Zivil Form. Wenn sowas dann auch noch immer wider passiert…tja.

Die Verteidigungen, das die Firma ja xyz und dies und das kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen.

Ein Produkt hat in all seinen Komponenten fertig zu sein, wenn es auf den Markt kommt.

Menschen würden sie ja auch keinen internetfähigen Kühlschrank kaufen, zu Hause festellen, dass das Tiefkühlteil nicht funktioniert und dann zwei Wochen warten bis es gepatched wird. Nur um anschließend festzustellen, dass nun der Kühlschrank sich alle 2 Stunden ausschaltet und manuel eingeschaltet werden muss.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Sans
dEEkAy2k9

Die Kommunikation fand ich eigentlich immer ganz gut, fixen müsste man das Spiel halt noch… ist halt in einem katastrophalen Zustand

Landskron

Gut, wir sind alle Menschen, machen Fehler. Aber fast nix zu sagen ist einfach nicht richtig. Ich würde gern wissen, wo das Spiel hingeht. Was konkret stimmt mit dem Spiel gerade nicht, dass manche Spieler null Probleme haben und ich jetzt (nach den letzte Upd) nur noch komplett versage. Klar, wenn es an mir liegt ist das Ok. Ich bin nur ein durschnittlicher Shooter Spieler. Dann lass ich die Profis weiter Exp in 6 mit erledigen und ich lösche das Spiel und spiele ein anderes Spiel.

Ruiner

Die community zu outriders ist vergleichsweise eh gelassen, machen sich eigene workarounds dass sich die Entwickler nicht mit Updates rumschlagen müssen. Und dann kommt so einer daher und jammert dass er ja soviel zu tun hat.

Alex

Also die Kommunikation ist schon ok, einiges dauert halt seine Zeit um die Ursache genau auszumachen.
Viele Probleme kann man auch nicht weg reden aber warum heutzutage immer gleich alle so komplett ausrasten müssen, keine Ahnung was das immer soll.
Gibt aber im subreddit auch nachwievor Leute die sinnvoll und mit anstand ihre Probleme anbringen und auch gute Verbesserungsvorschläge einbringen.

André

Dem stimme ich absolut zu. Ein konstruktives Feedback zu geben ist immer sinnvoll und ich kann auch jeden verstehen, der ein fertiges Produkt kaufen möchte. Was ich nicht verstehen kann ist die Art und Weise, wie miteinander umgegangen wird. Wenn man in „real Life“ aufeinander trifft, pöbelt und beschimpft man sich doch auch nicht.

Alik

wie Sind alle Menschen und machen Fehler aber die einen geben es zu und die anderen… outriders ist für mich unspielbar und die können mir doch nicht erzählen das sie nicht wissen was sie da rausbringen.

pcf hat komplett versagt. Sie haben meiner Meinung nach Glück das viele für das Spiel nur 1 € bezahlt haben, sonst würd es bei weitem mehr Beschwerden geben. Ich hab komplette 60 Euro bezahlt !!! 😤 sie sollen unser Geld zurückgeben dann können sie jammern so viel sie wollen.

Baya.

Ich hatte die ersten paar Tage Login Probleme und seitdem läuft das Spiel eigentlich. Der Multiplayer macht ab und an Schwierigkeiten, da muss man den Host mal tauschen, aber ansonsten hatte ich jetzt keine schwerwiegenden Probleme die das Game unspielbar machten, im Gegenteil. Habe schon über 300h reingehauen und mir ist’s jeden Cent wert gewesen.

dEEkAy2k9

Seit Anfang an will ich das Spiel mit 2 Kumpels spielen und es ist nicht möglich. Dauernd crashes, dauernd disconnects, lags, bugs…

So unterschiedlich kanns gehn… für mich hat sich das Spiel erledigt. Bin einmal durch die Story, die Expeditions jetzt alleine oder mit Randoms machen hab ich kein bock.

Baya.

Auf welcher Plattform spielst du?
Bei uns ist’s so, das tagsüber die Verbindung meist funktioniert, erst gegen Abends wird’s schlechter und man hat Lags. Wie gesagt, meist hilft es mal den Host zu tauschen. Ich bin im Prinzip mit 4 Charakteren durch. War doch für die Leere bis zur neuen Destiny Season ganz in Ordnung 🙂

dEEkAy2k9

Sorry, ist schon etwas her. Spiele auf dem PC, bzw. spielte. Seit ich es einmal durch habe ist das Interesse von mir und meinen Kumpels weg. Vielleicht in einem halben Jahr mal wieder.

Leider werde ich in Zukunft keine PCF Spiele zum Release kaufen.

Schlachtenhorn

Das Problem ist das viele nicht verstehen oder verstehen wollen:

  1. Was ist eigentlich sinnvolle Kommunikation?
  2. Ab wann genau sollte man was kommunizieren?
  3. Wie wird das kommunizierte verstanden oder könnte es doch zu Änderungen kommen, die das gesagt obsolet machen?
  4. Wofür ist ein Communitymanager da?
  5. Wie bringe ich konstruktiv Kritik an, damit diese a) das Problem verstehen und b) eine Lösungsalternative haben?
  6. Inwieweit ist der Kommunikationsfluss reglementiert von Publisherseite?

Das Problem ist das man gerne Kommunikation fordert, aber sich nicht Gedanken macht wie diese aussieht, was sie ansprechen soll (bzw. ob es zu den Thema schon neue Informationen gibt) oder ob diese Kommunikation nicht sogar als Strick genommen werden kann für den CM/Publisher.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Schlachtenhorn
GeT_R3kT

Was eher ein noch größeres Problem ist, ist die Erwartungshaltung von Spielern. Es wird schnell etwas gepostet (ein Problem oder Bug) wird schnell hoch gevotet und man erwartet bestenfalls noch am selben Abend einen Bugfix dagegen oder ähnliches. Ganz ehrlich wer einmal in der Entwicklung gearbeitet hat oder arbeitet (egal ob Spiele, Software oder dergleichen) der weiß was es heißt einen Bug zu beseitigen und das es gerne mal einige Tage (Identifizierung, beseitigen, testen etc.) oder auch länger dauern kann und auch gerne an anderer Stelle neue Probleme aufwirft. In dieser Zeit kann man nun mal auch nicht mehr kommunizieren als „Wir sind dran“ aber das verstehen 99% der Leute nicht oder wollen es nicht verstehen. Und das unabhängig vom Spiel (ich spiele das Game 0 daher soll das auch keine Verteidigung von PCF sein)

Schlachtenhorn

Ich habe selber als Tester in Spielen gearbeitet.
Ich kann deine Argumentation nachvollziehen.
Wie du sagtest, melden Spieler einen Fehler und erwarten teilweise das es noch am selben Tag gefixt wird.
Sie vergessen das alleine das nachprüfen und lokalisieren teilweise eine enorme Zeit in Anspruch nehmen kann, denn manchmal ist es entweder kein Fehler oder die Quelle liegt wo vollkommen anders.
Das rausfixen von ebenjenen Problem ohne irgendwelche Nebenwirkungen zu provozieren, ist noch einmal deutlich schwieriger.

Es gibt aber Leute die machen dann die falschen Personen dafür verantwortlich.

Alik

Man komm doch nicht so ein unfertiges Spiel herausbringen. Es geht doch nicht um schnelles fixen. Kann ja nicht sein das pcf in Schutz genommen wird. Die haben sich hoffentlich damit so sehr geschadet das es ein Zeichen für andere Entwickler ist, spiele so nicht rauszubringen ( verstehe den Grund echt nicht)

versteht mich nicht falsch Ansich find ich das Game sehr geil vllt. Auch deswegen meine Enttäuschung ,das ich’s mit meinen Kumpels nicht gescheit zocken kann .

Loenne

Ich versteh nicht wie manche Menschen wegen einem Spiel Morddrohungen aussprechen können…. Schade das es mittlerweile so viele Butterbirnen gibt…

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