Mit nur 2 Sätzen zeigt Marvel endlich, warum Captain America wirklich der einzig wahre Anführer der Avengers ist

Mit nur 2 Sätzen zeigt Marvel endlich, warum Captain America wirklich der einzig wahre Anführer der Avengers ist

Jeder kennt Captain America, aber für MeinMMO-Redakteur Niko fehlte jahrelang die Substanz. Er wirkte oft wie ein klischeehaftes Symbol für die USA. Doch Marvel gibt ihm eine neue Bühne, die ihn zu einer verdammt guten Figur macht.

Der bekannteste Anführer der Avengers ist wohl auch wegen der Filme Captain America. Bereits 2011 betrat er nach Iron Man, Hulk und Thor das MCU. Auch wenn ich ihn im Kampf cool finde und er eine starke Dynamik mit Bucky hat, fehlte mir immer etwas.

Captain America war zu perfekt. Der neue Comic Captain America Nr. 1 deutet den Superhelden um und lässt ihn seinen eigenen Namen hinterfragen.

Captain America (2025) Nr. 1 wurde uns von Panini als redaktionelles Rezensionsexemplar zugeschickt.

Was ist das eigene Vermächtnis?

Worum geht es in Captain America Nr. 1? Mit dem Comic legen Autor Chip Zdarsky (Batman: Failsafe) und Zeichner Valerio Schiti (X-Men: Inferno) die klassische Geschichte von Captain America neu auf. Wie schon im MCU wacht er, nachdem er im 2. Weltkrieg eingefroren wurde, in der jetzigen Welt wieder auf.

Seine erste große Bedrohung ist dieses Mal Doctor Doom und dessen Diktatur in Latveria. Erneut muss er sich mit der neuen Welt anfreunden, die ganz anders ist als damals im 2. Weltkrieg. Statt aber wie im MCU der Anführer der Avengers zu werden, geht er zurück zur US-Armee, dem Ort, der ihm einst so wichtig war.

Doch es gibt auch einen modernen Captain America. Zusammen mit ihm begibt er sich auf eine Mission. Dort muss er sich nicht nur an neue Methoden und Bedrohungen gewöhnen, er hinterfragt, was sein Name und Vermächtnis eigentlich bedeuten.

Zdarsky macht nicht nur ein simples Remake zu Captain America, er stellt in dieser Geschichte sein Symbol auf die Probe und erzeugt damit schon im ersten Band eine fesselnde Neuerzählung.

Unser Sieg hat etwas bewegt

Statt sich nur auf Steve Rogers als Captain America zu fokussieren, zeigt man im Comic auch die Geschichte von David Colton. Auch er war ein schwacher Typ, der unbedingt Soldat werden wollte, um Gerechtigkeit zu verkörpern. Auch er bekam das Supersoldaten-Serum und wurde zu Captain America.

Parallel werden die Geschichten der beiden erzählt: Steve Rogers, wie er sich an die neue Zeit gewöhnt, und David Colton, wie ihn der Schrecken des Krieges auch in der modernen Zeit heimsucht. Doctor Doom wirkt dabei angenehm im Hintergrund. Es geht gar nicht wirklich um ihn als fiesen Schurken, sondern um die Bedeutung von Frieden und von Captain America als Held der USA.

Beide Helden hinterfragen den Frieden und die Frage, wie man Kriege wirklich beenden kann. In Gedanken sagt Steve Rogers während der Geheimoperation etwa: Unser Sieg hat etwas bewegt. Wieso schaudert es mich dann? Ist es diese neue Idee von Freiheit? Die Welt… Durchsetzt von Militärpräsenz… unter ständiger Beobachtung.

Diese Fragen fühlen sich modern an, vor allem aus dem Mund von einer Figur wie Captain America, die man in einigen Geschichten wohl durchaus als diese Militärpräsenz beschreiben kann. Das hebt die Figur auf eine neue Ebene und gibt mir als Marvel-Fan endlich das Gefühl dafür, warum er so ein guter Anführer ist.

Man muss auch hervorheben, wie Captain America Nr. 1 mit Farben arbeitet. Während die Panels in der Echtzeit sehr bläulich und kalt aussehen, sind die Flashbacks von Colton gelb-orange in der Farbgebung. Dadurch wird der alte Look von Militärfilmen und Spielen aus der Xbox 360– und PS3-Ära repliziert, was die implizierte Kritik noch einmal greifbarer macht.

Helden sind immer auch Symbole, und die müssen hinterfragt werden

Die eigentliche Geschichte mit Doctor Doom ist okay und die Kämpfe nicht schlecht, aber auch nicht hervorragend. Was Zdarksy zusammen mit Schiti hier als Reihe startet, ist aber ein schönes Beispiel dafür, wie man die Symbolik von Superhelden herausarbeitet und sie hinterfragt.

Dadurch wird selbst der Posterboy der Avengers zu einer Figur, die man auch fast 86 Jahre nach dem ersten Auftritt weitererkunden kann, denn selbst jemand wie Captain America ist nicht in seiner Zeit gefangen.

Wie kann ich Captain America Nr. 1 lesen? Panini hat die ersten 3 Hefte in einer deutschen Version in einem Sammelband am 27.01.2026 veröffentlicht. Das ist auch ein guter Einstieg. Ansonsten gibt es die Reihe auch im Abo von Marvel Unlimited und auf Plattformen wie Kindle Digital, die aber nur auf Englisch verfügbar sind.

Seid ihr Sammler von Einzelheften, könnt ihr diese nur als Import erhalten. Auch Thor spendierte Marvel eine neue Reihe, die schon mal ziemlich gut anfängt, obwohl sie den Charakter völlig umdenkt und ihm seine Kräfte nimmt: Ohne den mächtigen Mjölnir ist Thor in Marvel endlich ein richtig guter Superheld

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evilsohn

Mein Absoluter Favorit unter den Marvel Comics ist der Ursprüngliche Civil War aus den frühen 2000ern und die diversen Epiloge dazu – besonders die Captain America comics war oft sehr gut darin, sich mit aktuellem Zeitgeschehen kritisch auseinanderzusetzen.

evilsohn

oh weh, es gibt einen 2. Civil War?!
Leider habe ich nach Secret Invasion mit dem Sammeln aufhören müssen. Zu viele Spin-Offs, Mini-Serien, etc. – und mit der Einstellung ganz oder gar nicht schlug das ganz schön auf den Geldbeutel.
Dass der örtliche Comicladen nach meinen Umzug damals jetzt plötzlich nicht mehr auf meinem Heimweg von der Arbeit lag hat bestimmt auch seinen Beitrag dazu geleistet, dass ich mit dem Sammeln aufhörte.

TheDude

Ich stelle mir solch einen komischen Vogel im wahren Leben vor, der kann eigentlich nichts und er hat auch nichts von Interesse, nur große Sprüche kann er gut, Capt. Langweilig also…
Wenn er irgendwo hin muss, dann kommt ein supermoderner Flieger, woher eigentlich? Wer schneidert all die coolen Anzüge, die nie kaputt gehen, wer entwickelt diese Gerätschaften, die sonst niemand hat? Und mit jedem “Helden” taucht immer ein “Schurke” auf, der genausolche weitentwickelten Ausrüstungsteile hat, einfach so aus dem Nichts.
Solche Figuren sind nur kurzzeitig interessant, man darf nur niemals Fragen stellen woher sie kommen, wer sie ausstattet, warum sie Dinge haben, die es sonst auf der Welt nicht gibt.,Meine Frau sagt dann immer,: das muss man nicht so Eng sehen, ist doch ein Film”, aber das ist grundlegend falsch, ein Buch oder Film muss in sich selbst logisch und hinterfragbar sein.
Die einzige menschliche Figur im MCU, die einen nachvollziehbaren Hintergrund hat, ist Tony Stark, er hat eine riesige Industrie hinter sich, die solche Dinge entwickelt. Thor und sein Anhang gehen auch noch, und auch die Guardians, weil sie aus gänzlich anderen Welten stammen, die eh schon viel weiter oder anders entwickelt sind. Die menschlichen “Superhelden” darf man jedoch nicht sonderlich hinterfragen, Spiderman war mal relativ normal, hat aber heute anscheinend ein ganzes Entwicklungslabor, aus einer fremden Welt hinter sich. Da schießen Fäden hunderte Meter irgendwohin, anscheinend hat er sogar den “Lufthaken” erfunden… und dann? Ich stelle mir jemanden vor, der spinnenmäßig Fäden erzeugen kann, von mir aus diese auch aus der Hand herausschießen kann und nun? Ein Freak, sonst nichts. So jemand wird wegen einer Sonderheit nicht zum Rächer der Enterbten. Selbst wenn er ein Supergehör hätte, er würde wahnsinnig, vor all den Eindrücken, wenn hunderte oder tausende Menschen gleichzeitig reden, Hören ist ja nicht Lasermäßig fixierbar nach dem Prinzip, ich will nur die “bösen Buben” hören können… und selbst dann, was brächte es mir? Ich könnte dann zur Polizei gehen, denn über den schweren Jungs an Schnüren herumschwingen, das beeindruckt keine Sau.
Fazit, Superheldenstorys taugen für Kinder, oder wirklich nur zur bunten Unterhaltung, ihre Halbwertzeit ist extrem kurz, wenn man nur einen Moment damit zubringen, über sie nachzudenken. Das Nachdenken ist der wirkliche Endgegner aller Superheldenstorys. Die großen mehrbändigen Sagas, haben alle ein sehr ausgefeiltes Kompendium hinter sich, ‘Der Herr der Ringe’ oder auch ‘ Der Wüstenplanet’, diese Geschichten funktionieren deshalb über viele Bücher, weil man sich selbst eine komplette Hintergrundgeschichte erfunden hat. Superheldenstorys haben, außer Superman vielleicht, keinen nachvollziehbaren Hintergrund.

Yoma

Mein Eindruck Marvel hat das ganze Thema mit zu vielen Filmen überzogen, das eine Sättigung eingetreten ist. Und jetzt versucht man mit allen möglichen Story Experimenten in jede Richtung die Leute in die Kinos zu locken. Zerfrickelt sich dabei aber die eigentliche Backgroundstory mit irgenwelchen anderen Zeitschienen usw. irgendwann sieht dann keiner mehr durch.

“Helden sind immer auch Symbole, und die müssen hinterfragt werden”

Gilt aus meiner Sicht nicht für Superhelden. Superhelden sind keine Normal Menschen und das sollen sie auch nicht sein, weil dann bräuchte die keiner mehr. Grundsätzlich hat natürlich das Superhelden Thema ein immanentes Problem, weil eigentlich sind sie ja so super das niemand ihnen was kann, also werden dann Superschurken erschaffen, damit wir eine Story haben. Aber das ist ok, das ist halt der Hintergrund von Superhelden Filmen, nebst “Rettung” der normalen Menschen.

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