Chef eines LoL-Teams bekommt 5.000 $ Strafe, wegen eines üblen Tweets

Andy “Reginald” Dinh ist ein ehemaliger Profi und Mitbesitzer des League of Legends-Teams TSM. Auf Twitter äußerte sich dieser zu einer Debatte, die sich um den Import von Spielern aus anderen Regionen nach Amerika dreht. Dabei wurde er ausfallend und bekam eine Geldstrafe von Riot Games.

Was ist genau passiert? Der Spieler Vulcan ist der derzeitige Support von Cloud9, einem Profi-Team. Auf Twitter äußerte sich dieser zu einer Import-Debatte, die es derzeit im amerikanischen LoL gibt.

So twitterte er ironisch: “Wenn ihr ein komplett importiertes Team haben möchtet, warum kauft ihr euch nicht direkt ein Team in der Region?”

Reginald, der Chef von TSM, wiederum antwortete darauf mit folgender Aussage: “Ignoranter Tweet. Wenn jedes LCS-Team die LCS verlassen würde – wärst du arbeitslos, Kumpel, und bekämst wahrscheinlich nur den Mindestlohn.”

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Wie reagierte Riot darauf? Die Entwickler des Spiels verhängten daraufhin eine Geldstrafe von 5.000 Dollar für Reginald – offiziell wegen “ungebührlichem Verhalten”, wie die Webseite DotEsports berichtet.

Laut der hat sich Reginald inzwischen auch bei Vulcan für die Worte entschuldigt und erklärte, dass manchmal seine Emotionen mit ihm durchgingen. Vulcan wiederum hat die Entschuldigung angenommen.

In einem Interview mit Travis Gafford, einem Content Creator rund um LoL und Esports, sagte der Spieler:

Ich habe es nicht persönlich genommen […]. Es gibt, meiner Meinung nach, nicht viel, wofür man sich entschuldigen muss. Ich denke, als Besitzer eines Teams sollte er mehr Gelassenheit zeigen und mich nicht so angreifen, wie er es getan hat, aber es ist in Ordnung.

Hinter dem Angriff steckt jedoch eine interessante Debatte, die gerade in Amerika geführt wird. Denn bisher dürfen laut einer Import-Regel nur 2 Spieler aus dem Ausland zu einem Team geholt werden. Doch genau dagegen sprachen sich nun viele Teamchefs aus.

Amerika setzt auf Spieler aus anderen Regionen, statt eigenen Nachwuchs

Was ist das Problem in Amerika?

  • In den letzten Jahren wird der E-Sports in LoL vor allem von Teams aus Korea, China und gelegentlich durch Europa dominiert.
  • Die amerikanische LCS gilt als schwächste Region. 2019 und 2020 schaffte es keines der 3 Teams auch nur aus der Gruppen-Phase der Weltmeisterschaft.
  • Zuletzt ging TSM, das Team von Reginald, sogar mit 0-6 bei den Worlds unter.

Den letzten nennenswerten Erfolg eines amerikanischen Teams hat das Team Liquid beim Mid-Season-Invitational 2019. Damals schafften sie es überraschend in das Finale, gingen dort jedoch gegen G2 Esports 0:3 unter.

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Die Highlights könnt vom MSI-Finale könnt ihr euch in diesem Video anschauen.

Der Erfolg beim MSI 2019 war vor allem auf zwei Spieler zurückzuführen:

  • Jo “CoreJJ” Yong-in (damals 24 Jahre alt) – ein Supporter, der vom koreanischen Team Gen.G gekauft wurde
  • Jeong “Impact” Eon-young (damals 23 Jahre alt) – ein Top Laner, der 2013 bereits Weltmeister mit dem koreanischen Team T1 rund um Faker wurde

Anstatt also eigenen Nachwuchs zu fördern, kaufte sich das amerikanische Team starke und ältere Spieler aus dem Ausland. Das ist keine Ausnahme und nimmt stellenweise sogar riesige Summen in Anspruch:

Die Probleme rund um den Nachwuchs der amerikanischen LCS ist weltweit bekannt. So erklärte der koreanische Midlaner und Weltmeister DoinB, dass in den USA vor allem alte Veteranen und Spieler aus dem Ausland dominieren würden.

Der Weltmeister erklärt, warum die USA so schlecht in LoL sind

Was ist nun die Debatte? Laut DotEsports haben sich die Führungen der LCS-Teams während eines jährlichen Treffens der Liga für eine Aufhebung der Import-Regel ausgesprochen.

Sie wollen also zukünftig mehr als 2 Spieler aus anderen Regionen in ihre Teams holen können.

Das sehen natürlich Spieler wie Vulcan, die aus Amerika stammen und dort auch weiterhin professionell LoL spielen möchten, kritisch. Aus genau dieser Diskussion entwickelte sich auch das Twitter-Gespräch, das schlussendlich zur Geldstrafe von Reginald führte.

Wer sich intensiver mit dem E-Sports in LoL auseinandersetzen möchte, findet hier eine interessante Kolumne dazu: Während der E-Sport in Fortnite stirbt, ist LoL weiterhin stark – Was unterscheidet sie?

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Daggett Beaver

Die Begrenzung auf “zwei Importe” ist ohnehin schon lange ausgehebelt worden. Denn die Importe von Gestern dürfen nach einiger Zeit (2 Jahre?) schlicht ihre Region ändern, werden also zu heimischen Spielern. Und das Team darf zwei neue Importe kaufen…

Im Start-Roster aller 10 LCS-Teams sind aktuell nur noch 22 von 50 Spielern aus Nordamerika. Bei TSM spielen gar keine Nordamerikaner mehr (TSM besteht aus einem Südkoreaner, einem Chinesen, einem Deutschen, einem Australier und einem Taiwanesen), bei 100 Thieves gibt’s noch einen Nordamerikaner (Damonte), ebenso bei Team Liquid (Tactical) und Evil Geniuses (Deftly).

Das hat natürlich erhebliche negative Konsequenzen für die Nachwuchs-Förderung in den USA und Kanada. Wer in Korea eine eSport-Karriere anstreben will weiß ganz genau, dass er im Zweifel Jobs in Südkorea, China, Europa und Nordamerika bekommen kann. Wer in Europa eine eSports-Karriere starten will hat zumindest in Europa und den USA gute Aussichten auf einen Job. Als Nordamerikaner ist man chancenlos – in der eigenen Liga einen Platz zu bekommen ist wegen der Importe sehr viel schwererer als in anderen Regionen und keine andere Region importiert Spieler aus Nordamerika, weder Europa noch China oder gar Südkorea.

Mit diesen Chancen vor Augen wird jedem Nachwuchsspieler klar, dass es sich nicht lohnt, die gesamte Jugend für den Traum der eSport-Karriere zu opfern…

Aus Zuschauerperspektive hingegen finde ich gerade deshalb die LCS interessanter, weil es quasi immer ein bisschen World-Championship-Feeling hat, wenn z.B. Team Liquid mit drei europäischen Spielern gegen eines der wenigen primär Nordamerikanischen Teams antritt. Und das ist wohl auch der Grund, warum man seitens der Liga die Importe nicht verbieten will… hätte die LCS keine Importe würde ich sie vermutlich nicht mehr schauen…

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