Genshin Impact: „Früher haben alle mit Hass Geld verdient – Wir setzen auf Liebe“

Viele Online-Spiele drehen sich darum, bessere Ausrüstung zu sammeln und stärker zu werden. Besonders im Kampf gegen andere Spieler (PvP) nimmt das eine große Rolle ein. An diesem Bedürfnis, stärker als andere zu sein und sich an ihnen zu rächen, setzten oft auch Pay2Win-Mechaniken an. Genshin Impact jedoch geht einen etwas anderen Weg und hat damit großen Erfolg.

Was ist besonders an Genshin Impact? Das neue Koop-RPG Genshin Impact geht einen etwas anderen Weg, als viele kostenlose Online-Spiele. Zwar erhaltet ihr hier die besten Charaktere und Waffen nur über ein zufälliges Gacha-System, doch die Anreize sollen über das Thema „beste Ausrüstung“ hinausgehen – schließlich bietet das Spiel kein PvP an.

Stattdessen sollt ihr euch den Charakteren verbunden fühlen und für diese Verbundenheit bezahlen. Dabei spielen die Entwickler mit dem süßen und sexy Aussehen von Charakteren, verzichten jedoch auf den Frust, den so manches Pay-to-Win-MMO mit sich bringt.

Für Liebe, statt für Hass bezahlen

Was sagen die Entwickler? Liu Wei, einer der Mitbegründer von Genshin-Impact-Entwickler miHoYo, sprach schon 2017 bei einer Konferenz über die Monetarisierungsstrategie der Firma.

Laut ihm setzten viele Mainstream-Spiele auf den Hass und den kompetitiven Gedanken zwischen den Spielern:

Damals verdienten die Mainstream-Spiele Geld mit dem Hass zwischen den Spielern nach einer Schlacht. Die Einnahmen stammten aus dem Wettbewerb zwischen den Spielern. Spieler wollten stärker sein als andere und die Nummer 1 auf einem bestimmten Server werden.

Doch miHoYo wollte mit einer anderen Methode auftrumpfen:

Wir haben uns gefragt, warum wir dafür bezahlen wollen: Weil wir eine bestimmte virtuelle Figur lieben, sind wir bereit, für sie zu bezahlen. Dieser Zahlungsimpuls war das Gegenteil von dem, was die Mainstream-Spiele damals zu bieten hatten.

Genshin Impact Heldinnen
Rund um die Charaktere in Genshin Impact hat sich eine Kultur mit (nicht immer jugendfreien) Schwärmereien, Fanarts und Memes gebildet.

Hat das funktioniert? Das Konzept der chinesischen Firma hat Erfolg. Schon 2 Wochen nach Release hatte Genshin Impact die gesamten Entwicklungskosten von 100 Millionen Dollar wieder eingenommen.

Laut der South China Morning Post startete das Unternehmen miHoYo 2012 mit einem Budget von 14.750 Dollar und 3 Mitarbeitern. 2018 soll die Firma bereits rund 300 Millionen Dollar an Umsatz erzeugt haben. Zudem arbeiten inzwischen rund 1.500 Personen für das Unternehmen.

Auch für Genshin Impact ist die Reise noch lange nicht vorbei. Das RPG soll auch in Zukunft als Service-Game mit neuem Content versorgt werden, darunter natürlich auch neue Charaktere.

Pay2Win und das Problem mit dem Frust

Was steckt hinter Pay2Win? Laut Urban Dictionary geht es bei Pay2Win darum, gegen Bezahlung und in kurzer Zeit bessere Gegenstände als andere Spieler zu bekommen. Im Extremfall stört das die Spiel-Balance so sehr, dass man nur eine Chance hat zu gewinnen -nämlich indem man Geld einsetzt.

Pay2Win taucht vor allem bei kostenlosen Online-Spielen (Free-to-Play) auf und setzt da an, wo Spieler schnell frustriert und sauer werden:

  • Ich stehe vor einer Herausforderung, an der ich immer wieder scheitere. Ich brauche dafür bessere Ausrüstung, um sie zu meistern
  • Ich wurde von einem anderen Spieler besiegt. Nun brauche ich bessere Ausrüstung, um Rache zu nehmen

Das Spielen mit dem Hass und dem Frust von Spielern funktioniert sogar in kleineren Kreisen und ohne das Investieren von Echtgeld. In Vanilla-WoW wurden beispielsweise gute Ausrüstungsgegenstände für Charaktere rund um Level 19 teuer im Auktionshaus verkauft. Die wurden von den Spielern erworben, damit sie in den ersten Battlegrounds nicht verloren, sondern selbst Feinde vermöbeln konnten.

Black Desert Online Hashashin Titelbild
Auch rund um das MMORPG Black Desert gab es immer wieder Diskussionen um Pay2Win und den Echtgeld-Einsatz.

Das Pay2Win kann dabei unterschiedlichste Formen annehmen:

  • In Black Desert Mobile könnt ihr Ingame-Währung für Echtgeld kaufen und so direkt die stärkste Ausrüstung aus dem Auktionshaus bekommen. Das macht euch aber nicht stärker als diejenigen, die Ingame farmen – schließlich haben die diese Ausrüstung ja zum Verkauf angeboten.
  • Andere Spiele bieten wiederum schnelleren Respawn oder Tränke mit zusätzlichem Schaden an. Diese Boni müssen gekauft werden und bringen gerade im PvP einen Vorteil, den nicht bezahlende Spieler nie bekommen werden.

Pay2Win wird von Spielern sehr unterschiedlich gesehen. Einige sind tolerant – für sie beginnt Pay2Win erst beim Kauf von stärkerer Rüstung oder besseren Fähigkeiten. Andere sehen schon größere Inventare oder XP- oder Loot-Boosts als problematisch an.

„Sauberes Free2Play“ ist erfolgreich, Pay2Win schadet MMOs

Verbundenheit funktioniert auch ohne Mädchen: Das System, dass Genshin Impact nutzt, um Spieler zum Bezahlen zu bewegen, ist nicht exklusiv an Pay2Win oder „sexy“ Charaktere gebunden.

Der Shooter Fornite verzichtet komplett auf Pay2Win, schafft es aber, mit Skins viele Einnahmen zu generieren. Spieler möchten „cool aussehen“, dazu gehören und immer die „neuesten Klamotten“ tragen – wie im echten Leben.

2019 konnte es 1,8 Milliarden Dollar umsetzen und schaffte es damit auf Platz 1 der erfolgreichsten Free2Play-Spiele. Auch League of Legends befindet sich in den Top 5 und auch hier wird nur auf kosmetische Skins gesetzt.

KDA Kai'Sa Titel
LoL setzt auf viele neue Skins für bekannte Charaktere und hat dafür sogar eine virtuelle Band namens K/DA ins Leben gerufen.

Pay2Win schadet dem gesamten Genre: Schon 2017 haben wir über Problematik rund um Pay2Win und die Nachteile dadurch berichtet. Der Monetarisierungs-Experte Ramin Shokrizade behauptete, das Gold-Handel und Pay2Win dem MMO-Genre stark geschadet hätten.

Durch den Kauf von Ingame-Inhalten für Echtgeld verlieren diese ihren Wert und das entwertet die Arbeit der „echten Spieler“. Ein Prestige-Gegenstand ist eben nichts mehr Wert, wenn ihn alle haben.

Der Experte sieht das „saubere Free2Play“ vor allem in Skins wie eben bei LoL und Fortnite als erfolgreicher und zukunftsweisender an, sieht aber auch Entwickler in der Pflicht, gegen Goldhandel und ähnliche Probleme vorzugehen.

Derzeit befinden sich 8 aussichtsreiche MMOs und MMORPGs in der Entwicklung. Wir verraten, was sie interessant macht und, wenn bekannt, wie sie sich monetarisieren wollen.

Quelle(n): South China Morning Post
Deine Meinung? Diskutiere mit uns!
12
Gefällt mir!
Kommentar-Regeln von MeinMMO
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Community-Aktivitäten
Hier findest Du alle Kommentare der MeinMMO-Community.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
16 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
Inline Feedback
Alle Kommentare anzeigen
Nora

Wenn ich mir jeden Charakter gezielt einmal kaufen könnte und dann nur das Sternenbild und Waffen über Gatcha laufen würde können man der Aussage das man die Liebe zu einer Figur kauft glauben aber man kann ja noch nicht mal alle mal ausprobieren um zu schauen welche Gefallen könnten.

DonFoxo

Mann versucht hier ein System gut darzustellen welches eigentlich für die meisten nicht gut ist.

Sanke

Ausprobieren kannst du alle oder zumindest die meisten schon, eines der Quests das man nach 30 freischalten kann zB hat Klee die im nächsten Banner kommen dürfte mit drin.
Aber du musst erst ziemlich weit kommen und ein genereller Testraum für alle Figuren den man von allem anderen unabhängig nutzen kann wär sehr viel sinnvoller als das „1 mal testen in einem kleinen Dungeon während eines Quests“.

Nora

Weder alle noch die meisten testen Diluc Klee Jean und Xingqiu kann man einmalig steuern, Fischl und Venti kann man testen das war es.

Sanke

Es gibt 21 Figuren, ich gehe mal alle durch soweit wie ich mich erinnere:
Amber – aus der Story
Barbara – bis 1.1 mit AR 20
Beidou – nicht testbar
Benett – nicht testbar
Chongyun – nicht testbar
Diluc – in Quest testbar
Fishl – Testprobe
Jean – in Quest testbar
Kaeya – aus der Story
Keqing – nicht testbar
Lisa – aus der Story
Mona – nicht testbar
Ninnguang – nicht tesbar
Noelle – Beginner Banner 100%
Qiqi – nicht tesbar
Razor – im ersten Bosskampf mit dem Wolf
Sucrose – nicht tesbar
Taveler – von Beginn an
Venti – Testprobe
Xiangling – nach SA 3-3 mit AR 20
Xingqui – nicht testbar

Gut alle sind es definitiv nicht, aber du hast zB Razor nicht aufgelistet und ich erinnere mich an keines das Xingqui hatte.
Demnach wären mindestens 12 der 21 Figuren in irgendeiner Form problemlos zu testen (Noelle zähle ich dazu weil die garantiert ist und man um den Banner eigentlich nicht drum herum kommt).
Das wär etwas mehr als die Hälfte.

Zuletzt bearbeitet vor 9 Tagen von Sanke
Nora

Stimmt Razor hab ich vergessen. Xingqiu kann man in der Storyquest kurz spielen.

Dimpfelmupser

Gut geschrieben

deshalb ein Like von mir

Aber ich sehe auch den Erfolg von Spielen aus China darin das Spiele wie Azur Lane eine grosse Weltweite Fanbasis aufgebaut hat und sie so auch herausgefunden haben was geht und was nicht. Ja in Azur Lane gibt es viele Ecchi sachen (Bikinis und so) aber Genshin Impact muss diese Ecchi Linie nicht fahren

Schau dich einfach in den entsprechenden forums um was ich meine

Ach es ging oder geht nicht nur um Hass, sondern auch Neid spielte eine grosse Rolle, das jemand anderes besser ist als du und Geld investiert wird um besser zu sein, da muss nicht unbedingt Hass dahinter sein sondern auch Ehrgeiz

Zuletzt bearbeitet vor 10 Tagen von Dimpfelmupser
Marki Wolle

😂😂 Liebenswürdig finde ich die Charaktere alle in der Tat, und allgemein würde ich immer lieber für Liebe bezahlen als für Hass, auch wenn mir gerade nicht ganz klar ist was die mit Hass meinen?

Etwa wenn Leute im Rage Modus sind, wie bei Shootern, Fortnite, Wot, CoD oder andere Games wo man gegen andere spielt, oder ob man das Shooter Genre an sich meint🤷‍♂️

Wobei ich mir vorstellen kann, das wenn einer einen ordentlichen Batzen Geld raushaut um einen gewissen Char zu bekommen, und derjenige kriegt ihn dann nicht, er oder sie wohl auch nicht gerade „Hurra“ schreien würden😅

Sanke

Viele Gacha Games haben PvP, also ja sowas ähnliches. Denke es ist ein „der hat mich besiegt, ich nutz das ganze jetzt bis ich xyz habe mit realem Geld und dann mach ich den Blödmann platt“.
PS. Die Überschrift liest sich gut so.

Kite5662

Frust das ich immer noch nicht Venti habe =(

Ähre

Ich hab ihn heut gezogen und instant auf 70 gelvlt😊

Zuletzt bearbeitet vor 10 Tagen von Ähre
Sanke

76 mal Venti Banner war bei mir Mona.
Dann 55 weitere Versuche gaben Venti endlich.
Ich habe die Versuche nicht gekauft sondern erspielt, das war dann aber so ziemlich alles was die Welt hergegeben hat + jeden Tag suchen nach Kisten, Dailies, Monatskarte (einzige wofür ich Geld ausgegeben hab) und Events.
Hab nur noch so 400 Urgestein >>.

Nico

Ich würde ja mal 10-20 euro investieren, aber die bezahlmöglichkeiten in Genshin Impact sind noch bisl mager ^^

Thelor

Lade es dir auf dem Handy runter, dort kannst du ganz normal mit Google Play bezahlen, somit geht auch Paypal oder halt Paysafe card 🙂
Die Preise sind auch die selben, obwohl sie bei Google Play 30% abgeben müssen.

Nico

ich hol mir doch nicht extra nen neues handy damit ich das da runterladen kann xD

Bin niemand der handys immer das neuste braucht

Meinmmouser

Oder hol dir ne Amazon Kreditkarte. Kostet nix, wenn man brav jeden Monate die Kohle zurückzahlt und man sammelt Punkte.

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.

16
0
Sag uns Deine Meinungx
()
x