Die Heldin im neuen Rollenspiel zu D&D beherrscht mehr Zauber, als ihr die Bücher erlauben würden

WArlock Dnd Kaatri überrascht von Magie FYNG titel

Dungeons & Dragons wird mit Warlock bald um ein neues Rollenspiel erweitert. MeinMMO-Redakteur und D&D-Nerd Benedict Grothaus konnte sich bereits Gameplay auf der gamescom 2026 ansehen und mit dem Creative Director Jeff Hattem sprechen. Thema vor allem: Magie und was sie in Warlock so besonders macht.

Nachdem Warlock bereits Ende 2025 angekündigt wurde, haben wir auf der Opening Night Live 2026 endlich erstes, echtes Gameplay sehen können. Invoke, das Studio hinter Warlock, war zusammen mit Wizards of the Coast auf der gamescom und hat das neue Spiel vorgestellt.

Erst kurz zuvor wurde verraten, dass die berühmte Tasha der Patron der Hexenmeisterin Kaatri sein soll – was in der Redaktion hier für den ein oder anderen Freudenschrei gesorgt hat. D&D-Nerds eben …

Für mich persönlich ist Warlock eines der Highlights der gamescom und eines der Spiele, auf die ich mich mit am meisten freue. Deswegen musste ich mir natürlich mehr dazu ansehen und hatte sogar die Gelegenheit, mit dem Chef zu sprechen.

Jeff Hattem verriet mir im Gespräch, dass er vor allem am Zauber-System des Spiels gearbeitet hat und hat mir mehr Einblicke gegeben. Wie es aussieht, wird Kaatri nämlich deutlich mächtiger, als ihr es von Hexenmeistern in Dungeons & Dragons normalerweise gewohnt seid.

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Warlock: Dungeons & Dragons zeigt Gameplay zum Action-Adventure mit Dark-Fantasy-Setting im Trailer

Kaatri beherrscht Zauber, die kein anderer Hexenmeister kennt – Und die es gar nicht gibt

Schon beim Trailer haben wir acht Zauber ausgemacht, die Kaatri offenbar beherrscht, lagen dabei aber zumindest bei einem falsch: Telekinese ist nämlich nicht in ihrem Repertoire. Stattdessen nutzt die Hexenmeisterin „Tasha’s Grasp“, einen Zauber, der im Regelwerk nicht existiert.

Invoke hat speziell für Warlock einen neuen Zauber erschaffen, der verschiedene Anwendungsmöglichkeiten hat, etwa:

  • Gegenstände bewegen, wie eben ein Stück Geröll
  • Hebel hinter Gittern betätigen
  • oder Dinge wie Wasser oder Öl aus der Umgebung zu Kugeln – oder improvisierten Feuerbällen – zu formen und zu werfen

Zauber wie „Wasser erschaffen“ gibt es zwar, stehen aber nicht in der Zauberliste der Hexenmeister. Hattem erklärt mir auf die Frage hin, warum Kaatri den Zauber dennoch beherrscht:

Aus Gameplay-Perspektive wollten wir, dass Spieler die Zauber in allen Facetten des Spiels nutzen können – sei es Erkundung, Kampf, Rätsel oder Herausforderungen. Das ist ein Teil.

Aber in D&D gibt es auf hohen Stufen eine breite, ausholende Richtung aus den Büchern, jedoch ebenso Spezifisches. Wir sind in einer Domäne des Schreckens. Wir sind in Darkon. Tasha ist unser Patron. Sie bringt etwas, das sehr besonders ist. Die Art, wie Tasha dein Patron ist, kann auf gewisse Weise angepasst werden.

Um die Antwort weiterzuführen: Tasha lehrt dich die Fähigkeit, Rohe Magie in der Welt zu sehen. Und Rohe Magie ist ein neues Konzept, das wir mit Tasha als Patron einführen. Auf diese Weise sind wir erfinderisch innerhalb des Gerüsts von D&D. Damit wir das tun können, haben wir mit den TTRPG-Leuten von Wizards of the Coast gearbeitet und kamen auf diese Idee. Ich denke, sie passt gut ins Spiel.

Jeff Hattem, Creative Director von Warlock

Kein richtiger Skill-Tree, sondern bessere Zauber … passend zu Tasha

Um das etwas zu erklären: Rohe Magie stellt quasi eure Upgrade-Punkte dar. Ich konnte noch nicht genau sehen, wie das System funktioniert, aber Jeff Hattem erklärte mir, dass sich über Rohe Magie Zauber aufwerten lassen, soweit ich das verstanden habe.

Statt, wie für RPGs typisch, beim Leveln Skillpunkte in verschiedene Fähigkeiten zu setzen, werden Zauber verbessert. Leider konnte ich dafür noch keine Beispiele sehen und Invoke will erst später darüber reden, aber die Idee klingt so gut, dass ich unbedingt meinem DM davon erzählen muss.

Lore-technisch passt das übrigens hervorragend in die Welt, denn Tasha ist dafür bekannt, neue Zauber zu erschaffen und mit Magie zu experimentieren. „Tashas fürchterlicher Lachanfall“ und „Tashas Kessel mit Allem“ sind aus gutem Grund wichtige Inhalte von D&D.

Warlock nimmt sich viele Freiheiten, folgt aber auch Regeln aus D&D

Mit Dingen wie der Rohen Magie und „Tasha’s Grasp“ geht Warlock Wege, die es in D&D standardmäßig nicht gibt. Trotzdem will Invoke nicht zu weit gehen, wie mir Hattem erklärt:

Ich habe nicht unbedingt das Verlangen, neue Zauber zu erschaffen, weil es so viel gibt, aus dem man schöpfen kann, sei es das Monsterhandbuch oder das Spielerhandbuch. […]

Aber bei den seltenen Gelegenheiten, wo es Gameplay-Potenzial gibt, […] bei dem existierende Zauber noch nicht greifen, denken wir uns: „Oh, vielleicht hat Tasha eine Idee wie sie uns eine Fähigkeit geben kann, um das zu tun.“ Meistens nehmen wir, was da ist, aber manchmal erschaffen wir mehr.

Jeff Hattem, Creative Director von Warlock

Im Übrigen wird Kaatri auch Spell-Slots haben, also nur begrenzt im Kampf zaubern können – abgesehen von Zaubertricks wie den ikonischen „Eldritch Blast“ natürlich. Wie für Hexenmeister üblich, reicht aber eine „kurze Rast“, um die Slots wieder aufzufüllen. Konkret heißt das: Sobald der Kampf vorbei ist und ihr wieder im Erkundungs-Modus seid, könnt ihr unbegrenzt zaubern.

Gleiches gilt für Regeln, die in D&D oft ignoriert werden: Rituale und Komponenten. Ihr werdet in Warlock bestimmte Zauber wirken können, die Material-Komponenten brauchen und müsst die erst in der Welt finden. Keine Abkürzung mit Beuteln oder einem Fokus:

Wir dachten, das sei interessant mit Komponenten, verbal, somatisch und all diesen Dingen. Wir versuchen, das Zauber-System von Dungeons & Dragons vollwertig umzusetzen. Darum kannst du auch sehen, wie [Kaatri] ihren Ritualtisch herbeizaubert und dann Komponenten einsetzt. Diese Komponenten findest du in der Welt, manche leichter, manche sind schwieriger zu bekommen, und damit kannst du unterschiedliche Zauber freischalten, die du mit dem Ritualtisch wirkst.

Jeff Hattem, Creative Director von Warlock

Magie spielt eine wichtige Rolle, aber Kaatri steht da noch ganz am Anfang

Auch, wenn das Wirken von Zaubern für einen Hexenmeister (offensichtlich) eine wichtige Fähigkeit ist, dürfte der Hauptcharakter Kaatri hier noch viel zu lernen haben. Denn auf die Frage, wie viele Level sie eigentlich schon investiert hatte, meinte Hattem: „Wir sind nicht spezifisch mit Stufen, aber sie ist eine erfahrene Waffenmeisterin und sie ist eine ‘großer Level eins’-Hexenmeisterin, wenn sie anfängt.“

Wie gut das hinkommt, lasse ich mal dahingestellt, schließlich hat Kaatri schon den Pakt der Klinge geschlossen und das geht erst auf Level 3. Jemandem, der neue Zauber erschafft, widerspreche ich aber lieber mal nicht offen.

Wo ich anfangs dachte, dass Warlock einfach nur ein kurzweiliges RPG mit Open World wird, bin ich nun richtig angefixt aufs Zauber-System, das für mich nach einer völligen Innovation klingt. Feuerbälle werfen kann jeder, aber den Zauber erst mal zu erfinden und zu begreifen, das bieten nicht viele Spiele.

Was haltet ihr von dem Zauber-System und von Tasha als Patron? Findet ihr die Idee von aufwertbaren Zaubern cool oder würdet ihr euch mehr Treue zum Regelwerk wünschen? Schreibt einen Kommentar!

Ohnehin hat mich die gamescom 2026 ziemlich überrascht. Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass alle Studios aus Angst vor GTA 6 entweder nichts oder nur so halbgares Zeugs anbieten. Ausgerechnet ein deutsches Studio aus Frankfurt interessiert sich dafür aber gar nicht und bietet Rockstar eiskalt die Stirn: Enshrouded bekommt so viele Neuerungen für den Release, dass ich sie nicht alle in einen Titel packen kann

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