Eines der stärksten Wesen von DC kennt wohl kaum jemand, selbst Superman hätte ihm nichts entgegenzusetzen

Superman Trailer Superman am Boden

Superman, Wonder Woman und Batman. Das DC-Universum hat viele bekannte Heldern und einzigartige Schurken hervorgebracht. Doch es gibt auch unterschätzte Figuren, die es bisher nicht ins Kino geschafft haben. Der wohl außergewöhnlichste Held traf auf eines der mächtigsten Wesen, das man sich vorstellen kann.

Um welchen Helden geht es? Animal Man debütierte 1965 im Comic Strange Adventures Nr. 180. Seine unter den Fans aber wohl beliebteste Version gab es in der Comic-Reihe von Grant Morrison. Die startete mit dem Comic Animal Man Nr. 1 im Jahr 1988.

Der titelgebende Held ist Bernhard Baker, bekannt als Buddy Baker. Eines Tages erhält er die Kräfte des Red. Das ist ein Konzept bei DC, das alle Tiere miteinander verbindet. Etwas ähnliches gibt es mit dem Green in Bezug auf Pflanzen, zu dem das Wesen Swamp Thing eine Verbindung hat.

Durch Red kann Buddy die Kräfte von Tieren für sich nutzen, etwa die Stärke eines T-Rex, die Flugfähigkeit eines Vogels oder die Geschwindigkeit einer Ameise.

Das klingt nach einer coolen Fähigkeit, doch Grant Morrison erzählte mit ihm nicht einfach nur eine normale Superheldengeschichte, er spielt mit der vierten Wand, ähnlich wie bei Marvels Deadpool. Statt auf vulgäre Witze setzt Animal Man aber auf eine gewisse Tragik, die vor allem bei einem seiner Gegner deutlich wird. Gegen ihn könnte nichtmal Superman gewinnen.

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In My Adventures with Superman muss ein junger Superheld seine Kräfte und sein Privatleben in den Griff bekommen

Grant Morrison schrieb sich selbst in das Werk

Was für ein mächtiger Gegner war es? In Animal Man Nr. 26 trifft Buddy auf den Writer, der laut eigener Aussage das böse Mastermind hinter Animal Man ist und dafür sorgt, dass seine Familie getötet wird. Es ist Grant Morrison selbst, der sich in den Comic hineingeschrieben hat. Der Writer erklärt Animal Man, dass er ihn und seine Feinde zwar nicht erfunden hat, er hat aber eine schöpferische oder weltgestaltende Kraft. Er ist eben der Autor dieser Geschichte.

Er geht noch weiter und erklärt Buddy, dass er ihn tun und sagen lassen kann, was er möchte. Der Writer kann sogar dafür sorgen, dass er seine Frau und Kinder hasst. Animal Man wird wütend und wirft den Writer durch ein Fenster, doch der taucht hinter ihm wieder auf – er hat ihn das machen lassen.

Der Writer spricht direkt die vierte Wand an, die Animal Man nicht wirklich durchbrechen kann. Um ihn aufzuhalten, müsste er in die echte Welt. Das ist ihm nicht möglich, der Writer kann jedoch in seine Welt. Hierbei ist aber besonders, dass es sich bei diesem Writer speziell um Grant Morrison handelt. Er erwähnt, dass es andere Autoren gibt, die sich um andere Figuren kümmern.

The Writer ist in diesem Comic, zum Zeitpunkt der Geschichte, das mächtigste Wesen im Universum. Er entscheidet, was passiert und wer leben oder sterben darf. Selbst Superman könnte dem nichts entgegensetzen. Viel spannender ist aber, was Grant Morrison mit diesem Gespräch zwischen ihm und Animal Man macht.

Die Verbindungen zum eigenen Leben

Wie läuft das Gespräch der beiden ab? Statt einfach nur einen Gag zu schreiben, reflektiert Morrison über sein eigenes Werk. Zum einen geht es um seine Verbindungen zum Geschriebenen. Er erwähnt ein eigenes Trauma mit seiner verstorbenen Katze, was er wiederrum für seine Geschichte nutzen konnte – dabei wirkt er schon fast traurig, während er darüber erzählt.

Buddy fragt ihn im Zuge dessen auch, warum er in seinen Stories immer nur auf der Seitenlinie ist. Daraufhin gibt ihm Morrison eine wohl sehr persönliche Antwort: Das geht fast jedem so. Wir erwarten Hauptrollen in unserem eigenen Leben, aber irgendwie landen wir dann doch nur in Statistenrollen.

Animal Man fleht ihn an, ihm seine Familie wiederzugeben, doch Morrison sagt, das ginge nicht, es würde nicht passen. Laut ihm seien die Geschichten voller Blut und Folter Unterhaltung für die echte Welt. Doch das geht beidseitig, denn Animal Man sagt zu ihm vorher: Wie kannst du in einer Welt leben ohne Superhelden?

Anstatt in diesem Gespräch einen Fokus darauf zu legen, dass er als Autor der mächtigste ist, erzählt Grant Morrison über die Wechselwirkung zwischen Autor und Werk. Wie er seine Message verbreiten will und was die Menschen von einem Comic wollen. Morrison verarbeitet somit persönliche Probleme in seinem Comic. Er kontrolliert Animal Man nicht einfach nur, ein Teil von ihm steckt darin – hier kann man den Autor eben nicht vom Werk trennen.

Es geht nicht nur um Blut und Folter, sondern um Hoffnung und den Wunsch, den der Writer selbst äußert: Vielleicht könnten wir einmal versuchen, nett zu sein. Danach sieht man Animal Man zu Hause, der eine Katze entdeckt und plötzlich von seiner lebenden Familie begrüßt wird.

Die Geschichte endet mit dem Writer, der an dem Comic schreibt. Er schaut sich ein Bild seiner verstorbenen Katze an und erinnert sich an einen imaginären Freund namens Foxy. Am Ende sieht man ihn mit einer Taschenlampe an einen Ort leuchten und liest die Worte: Foxy, ich bin wieder da. Ich habe es nicht vergessen. Ich bin wieder da. Nach diesem Heft war Morrison nicht mehr der Autor von Animal Man.

Kennt ihr Animal Man und was haltet ihr von einem solchen Autoren-Auftritt in einem Comic? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Mehr zu mächtigen Figuren aus dem DC-Universum erfahrt ihr hier: Superman ist einer der stärksten Helden im Universum, doch 7 Schurken sind noch mächtiger als der Man of Steel

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