Nicht das moderne WoW wird an Forever zugrunde gehen, sondern Classic

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MeinMMO-Dämon Cortyn glaubt zu wissen, was mit World of Warcraft passieren wird. Nicht das moderne WoW hat ein Problem, sondern Classic.

Seit World of Warcraft Forever auf der BlizzCon 2026 angekündigt wurde, sprudeln die verschiedenen WoW-Foren und -Subreddits nur so vor Diskussionen über. Die allermeisten scheinen begeistert von der Art und Weise zu sein, wie Blizzard ein „Classic+“ angehen will. Doch manch ein Beitrag bringt mich wirklich zum Schmunzeln.

Bei manchen Veteranen – vor allem aus dem Lager der Classic-Fans – scheint die Idee vorzuherrschen, dass das moderne WoW jetzt „bedroht“ ist und bald untergehen würde, sodass es mittelfristig nur noch die Classic-Variante und eben „Forever“ geben würde.

Dabei scheinen sie komplett auszublenden, wer eigentlich die angepeilte Zielgruppe ist, die man mit einem „Classic+“ erreichen will.

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World of Warcraft: Forever im Ankündigungs-Trailer von der BlizzCon 2026

Die Zielgruppe von Forever ist breit, aber vor allem Classic

Forever (oder eben „Classic+“) richtet sich vor allem an eine Zielgruppe: Spielerinnen und Spieler, die sich nach dem klassischen Spielgefühl sehnen, das ihnen nur Classic geben kann. Gepaart mit neuen Aufgaben und dem „Gefühl von damals“, etwas Neues zu erkunden zu können und vor allem: Ein Spiel zu haben, das nicht „gelöst“ ist. Ein Spiel, das nicht bis in den letzten Millimeter erkundet und berechnet ist.

World of Warcraft wird, da bin ich mir sicher, langfristig vor allem an den Realms von Classic nagen. Aus dieser Spielerschaft wird man wohl die meisten Leute ziehen, die künftig ihr Dasein in Forever fristen.

Die zweitgrößte Gruppe dürften Rückkehrer sein. Also Spielerinnen und Spieler, die in der Vergangenheit World of Warcraft gespielt haben, aber sich irgendwann nicht mehr „zuhause“ fühlten. Sie können mit dem modernen World of Warcraft (Midnight) nichts mehr anfangen, weil es sich zu weit von dem geliebten Vanilla entfernt hat. Gleichzeitig hängt ihnen aber das normale Classic zum Halse raus, denn es ist ein Spiel, das man eben doch durch die rosarote Brille der Nostalgie sieht.

Genau das ist die Lücke, in die Forever stoßen wird.

Auch Retail wird an Forever abgeben – aber nicht so viel

Damit will ich in keinster Weise sagen, dass Forever nicht auch einen Sog auf die Spielerschaft vom modernen WoW ausüben wird. Das wird es sicher. Ich sehe das in meiner Gilde und in meinem Freundeskreis – alle wollen zumindest zum Anfang in Forever reinschauen, bis Stufe 60 leveln und sich noch einmal auf diese erweiterte Classic-Erfahrung einlassen.

WoW Forever mehr als Classic Plus
WoW Forever bietet neue Abenteuer.

Doch die allermeisten sind sich einig: Das ist nichts von Dauer. Sie planen bereits, welchen Charakter sie in der nächsten Saison spielen wollen.

Das moderne World of Warcraft bietet den allermeisten Spielerinnen und Spielern, die es seit Jahren spielen, genau das, was sie wollen: Viele, bunte Features wie Erfolge, das Housing, Haustiere, Tiefen, endlos skalierende Dungeons, knackige Raids oder schnelles, hektisches PvP.

Für viele Classic-Puristen ist das häufig schwer vorstellbar, aber es muss einfach mal deutlich gesagt werden: Die allermeisten, die Retail spielen, spielen es gerne. Sie mögen das, was das moderne World of Warcraft bietet. Sie mögen die Item-Hatz. Sie mögen die neuen Inhalte. Sie spielen WoW, weil sie wissen wollen, wie die Weltenseelen-Saga ausgeht. Sie wollen den neuen Raid sehen. Sie wollen das Spielgefühl der modernen Klassen.

Und ja: Wenn eine Saison in Retail mal „ausgelutscht“ ist, dann schauen viele Fans des modernen WoW auch sicher die eine oder andere Woche wieder in Forever rein, um sich dort die Zeit zu vertreiben. Aber sie werden nicht dauerhaft verschwinden.

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Viele sehnen sich nach Forever. Vor allem die Classic-Community wird es anziehen.

Bei vielen Classic-Spielern ist das anders. Ein großer Teil der Classic-Fans liebt die Erfahrung, die Classic bietet – egal ob in Vanilla, The Burning Crusade oder Wrath of the Lich King. Doch all diese Spiele haben ein Problem, das jedes Jahr größer wird: Sie sind auserzählt und vollkommen gelöst. Sie sind bis ins letzte Detail erkundet, verstanden und vollkommen durchgerechnet. Es gibt keine Spannung mehr, keine Neuerung.

Der Sog auf diese Gruppe wird am größten sein und ich glaube, in ungefähr einem Jahr – wenn die kurzzeitigen Forever-Touristen aus Retail und Classic wieder abgezogen sind – wird man sehen, welche Version von World of Warcraft am meisten Einbußen erlitten hat.

Aber ganz ehrlich? Ich finde das gar nicht schlimm. Die Anzahl der Classic-Server wird vermutlich ein wenig schrumpfen. Realms werden zusammengelegt oder es wird ein paar „Geister-Realms“ geben – das ist ja schon jetzt der Fall. Damit will ich WoW Classic nicht schlechtreden. Es wird eine Säule von World of Warcraft bleiben, aber eben eine, die ein wenig kleiner wird. Oder wie seht ihr das?
Natürlich wird Forever nur ein Erfolg, wenn die potenzielle Zielgruppe sich nicht vorher mit beknackten Namen selbst rauskegelt …

Kommentare

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1 Kommentar
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Spanier

So sehe ich das als Retail-Spieler auch.
Tatsächlich haben sich (mal wieder) viele meiner alten Bekannten aus dem WoW-Ruhestand gemeldet und wollen das neue WoW-Forever spielen.
Natürlich werde ich mich mit Freude meinen Freunden anschließen um mit Ihnen wieder ein paar Runden drehen zu können.
Allerdings weiß ich auch aus Erfahrung (Classic, und diese Remix Sachen),
dass es nicht von langer Dauer sein wird.
Spätestens nach 2 Monaten bin ich wieder mit “aktuellen” Freunden auf dem Retail-Server, da meine “alten” Freunde abermals die Lust verloren haben.

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