Bücher, Kleidung oder Erinnerungsstücke: Über die Jahre können sich in der eigenen Wohnung ziemlich viele Dinge ansammeln. Bei Autorin Regina Tödter waren es irgendwann fast 10.000 Gegenstände. Als sie sich entschied, einen Großteil ihres Besitzes loszuwerden, änderte sich für sie einiges. Am Ende reichten ihr rund 300 Dinge und damit fühlt sie sich „richtig reich“.
Bei dem Titelbild handelt es sich um ein Symbolbild von Becca McHaffie auf unsplash.
Warum trennte sie sich von ihrem Besitz? Gegenüber Brigitte erzählte Tödter in einem Erfahrungsbericht 2015, dass ihr der Besitz irgendwann einfach zu viel wurde. Putzen, Sortieren und Wegräumen nahmen viel Zeit in Anspruch.
Als sie ihren Job kündigte und sich selbstständig machte, begann sie deshalb, ihre Wohnung auszumisten. Dabei habe sie erst bemerkt, wie viel sich über die Jahre bei ihr angesammelt hatte.
Besonders gerne kaufte sie Kleidung. Damals arbeitete sie nämlich im Textil-Einzelhandel, wo ein Mitarbeiterrabatt zusätzlich zum Einkauf verleitet habe. Dazu kamen Bücher, Musikalben, Souvenirs und Fotoausrüstung.
Nach dem gründlichen Ausmisten schrumpfte ihr Besitz von fast 10.000 Gegenständen nach und nach auf nur noch rund 300 Dinge.
Was behielt sie nach dem Ausmisten? Ihre gesamte Kleidung passe in einen Koffer. Sie besitzt etwa nur drei Hosen, drei Röcke, drei Pullover und sieben Paar Schuhe. Auch in der Küche hat sich einiges getan: Nur noch rund 20 Küchenutensilien lassen sich dort finden.
Auch Dinge, die in den meisten Haushalten als selbstverständlich gelten, finden sich bei der Autorin nicht: Tödter besitzt weder Couch noch Staubsauger, Mikrowelle oder Kaffeemaschine. Selbst einen Kühlschrank hat sie nicht. Lebensmittel kauft sie stattdessen nach Bedarf im Supermarkt um die Ecke.
Weniger Besitz ist für sie eine echte Erleichterung
Warum fühlt sie sich damit „richtig reich“? Für Tödter bedeutet weniger Besitz vor allem weniger Arbeit und Ablenkung. Der Hausputz sei schneller erledigt, Geschirrberge gebe es keine mehr und auch die tägliche Kleiderwahl falle leichter.
Ganz so einfach lief das Ausmisten aber nicht: Rückblickend sei das Wegwerfen ihrer Digitalkamera etwas zu voreilig gewesen. Zu ihrem früheren Lebensstil möchte Tödter aber nicht zurück. Obwohl sie heute nur einen Bruchteil ihres früheren Besitzes hat, fühlt sie sich damit nicht ärmer. Im Gegenteil: Sie bezeichnet sich als „richtig reich“.
Wer steckt hinter der Minimalistin? Regina Tödter beschäftigt sich seit Jahren mit Themen wie Buddhismus, Spiritualität und Minimalismus. Ihre eigenen Erfahrungen machte sie schließlich auch zum Thema ihrer Arbeit: Als Autorin und Coach veröffentlichte sie unter anderem den Ratgeber „Buddha räumt auf: Wie man mit weniger glücklich wird“. Später folgte mit „Machs einfach“ ein weiteres Buch über ein einfacheres Leben.
Wie sieht es bei euch aus? Könntet ihr euch vorstellen, euren gesamten Besitz zu reduzieren, oder wären euch Kühlschrank, Couch und Kaffeemaschine dann doch zu wichtig? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
Nicht nur beim eigenen Besitz kann weniger manchmal mehr sein. Auch bei moderner Technik entscheiden sich manche junge Menschen inzwischen ganz bewusst für simplere Alternativen. Ausgerechnet Gen Z entdeckt deshalb Geräte wieder, die längst als veraltet galten: Gen Z ist mit dem Internet aufgewachsen, jetzt setzen die Digital Natives wieder auf alte Technik.
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