Nach Feierabend noch eben ins Gym, schnell eine Runde laufen, Gitarre üben und ein Buch lesen. Oder doch besser lernen, Brot zu backen? Für Gen Z reicht es manchmal nicht mehr, Hobbys einfach nur zum Spaß zu machen. Während am Arbeitsplatz oft Wert auf Work-Life-Balance gelegt wird, geht es beim „Hobbymaxxing“ darum, die Freizeit zu optimieren.
Beim Titelbild handelt es sich um ein Symbolbild von Yns Plt auf unsplash.
Was ist Hobbymaxxing? Hinter dem Begriff steckt die Idee, möglichst viel aus der eigenen Freizeit herauszuholen und diese bestmöglich zu optimieren oder gar zu tracken.
Wie weit das gehen kann, zeigt die 18-jährige Bao Le aus Bremen. Gegenüber der Washington Post zählt sie ihre zahlreichen Hobbys auf: Sie läuft, bouldert, macht Calisthenics, spielt mehrere Instrumente, legt als DJ auf, näht, häkelt, zeichnet, liest und spielt Schach.
Wie sie das unter einen Hut bringt? Sie konzentriert sich immer auf drei Hobbys gleichzeitig, denen sie täglich nachgeht. Danach wechselt sie zum nächsten Dreierpaket. Ihren Fortschritt trackt sie, wenn das möglich ist. Le erklärt, sie habe das Gefühl, ihre Zeit zu verschwenden, wenn sie nicht produktiv sei.
Wie beliebt ist das bei Gen Z? Hobbymaxxing verbreitet sich vor allem über Social Media und soll dabei gleichzeitig eine Gegenbewegung zum ständigen Scrollen am Smartphone sein.
Gerade unter jungen Erwachsenen ist das 2026 zum Trend geworden. Neu ist die Idee dahinter allerdings nicht: Schon während der Corona-Pandemie entdeckten viele Menschen neue Beschäftigungen für ihre freie Zeit.
Wenn das Hobby plötzlich zum Job wird
Wie trackt Gen Z ihre Hobbys? Die Antwort ist simpel: mit Apps. Strava zeichnet sportliche Leistungen auf, Goodreads gelesene Bücher und Backloggd durchgespielte Videospiele.
Was sagen Experten dazu? Michael Inzlicht, Psychologieprofessor an der University of Toronto, sieht darin ein Problem. Sobald Menschen etwas mit einer Kennzahl versehen, neigten sie dazu, diese maximieren zu wollen. Bei Hobbys könne dadurch die Freude verloren gehen und aus einer freiwilligen Beschäftigung eine Verpflichtung werden.
Auch Social Media spielt eine Rolle. Dort sehen junge Menschen ständig, was andere in ihrer Freizeit erreichen. Das kann Druck auslösen. So wird aus dem eigentlich entspannten Lauf am Abend schnell ein zweiter Job.
Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Hobbys, bei denen ihr eure Fortschritte trackt und euch Ziele setzt, oder soll Freizeit für euch möglichst frei von Leistungsdruck bleiben? Schreibt es uns in die Kommentare!
Leistungsdruck ist allerdings nicht das einzige Thema, mit dem sich die Gen Z derzeit auseinandersetzen muss. Psychologen beobachten noch eine ganz andere Entwicklung: Psychologen warnen: Die Generation Z ist die erste Generation, deren geistige Leistung hinter denen ihrer Eltern zurückbleibt
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