Laut dem Chef eines Gaming-Studios sind Videospiele viel zu günstig. GTA 6 könnte laut ihm genau das jetzt ändern. Denn ein erfolgreiches GTA könnte der Startschuss für andere Studios sein, die Preise für ihre eigenen Titel zu erhöhen. Keine gute Neuigkeit für viele Spieler, deren Hobby ohnehin seit Jahren immer teurer geworden ist.
Müssen wir bald für ein Videospiel 80, 90 oder sogar 100 Euro zahlen? Der Mitgründer von Warhorse Studios (Kingdom Come: Deliverance) stellt genau diese Idee in den Raum.
Seine Hoffnungen für steigende Spielepreise setzt er vor allem in GTA 6. Denn wenn das Action-Spiel erfolgreich sei, dann könnten auch andere Gaming-Studios die Preise für ihre Spiele erhöhen.
Preise für Videospiele anzuheben sei „längst überfällig“
Martin Klima, Mitbegründer und Chef von Warhorse Studios, sagte in einem Interview mit PCGamer offen, dass die Preise für Videospiele zu niedrig seien. Mit den aktuellen Preisen könne die Branche nicht überleben. Daher hoffe er, dass der Erfolg von GTA 6 dafür sorgen werde, dass auch andere Studios die Preise erhöhen werden. So sagt er:
Das Letzte, was man tun kann, ist, den Stückpreis zu erhöhen. Das würde sehr helfen, aber alle haben davor eine Heidenangst. Nun wird GTA hoffentlich den Weg ebnen und es uns ermöglichen, die Preise anzuheben.
Rockstar und Publisher Take2 seien die Einzigen, „die es sich leisten können oder es wagen, die Preise für Spiele anzuheben – was meiner Meinung nach längst überfällig und auch notwendig ist, damit diese Branche überleben kann. Deshalb wünsche ich ihnen viel Glück.“
Preise für Videospiele steigen schon seit Jahren an
Wie sehen die Preise derzeit aus? Für Spieler dürfte das keine gute Neuigkeit sein, denn die Preise für Spiele steigen ohnehin schon seit Jahren an:
- Seit PS5/Xbox Series X gelten regulär 70 bis 80 Euro für ein einzelnes Spiel und liegen damit rund 10 Euro höher als noch für die alte Generation (PS4/Xbox One)
- Spiele für die Switch 2 kosten mittlerweile bis zu 80 Euro. Bei der Switch 1 hatte der Preis noch bei etwa 60 Euro gelegen. Je nachdem, ob ihr Digital oder Retail kauft, zahlt ihr 10 Euro mehr oder weniger.
- Bei PC-Spielen sind die Preise nicht ganz so stark gestiegen, dennoch machen sich auch hier Preisänderungen bemerkbar.
- Hinzu kommen Frühstart oder andere Sondereditionen, die ebenfalls schnell mal 10 oder 20 Euro mehr kosten können. Nicht zu vergessen die ganzen Mikrotransaktionen, die uns mittlerweile sogar in Spielen begegnen, für die wir zum Release bereits 70 Euro auf den Tisch gelegt haben. Teilweise sogar als Day-One-DLC, welche viele Spieler als versteckte Preiserhöhung bezeichnen. GTA 6 setzt auf eine versteckte Preiserhöhung, wodurch euch das Spiel 100 Euro kosten wird.
Sollten Spieler jetzt noch einmal deutlich teurer werden, dürften sich vermutlich viele Spieler dreimal überlegen, ob sie sich ein neues Spiel kaufen werden oder ob sie nicht doch lieber zwei bis drei Jahre warten, bis das Spiel günstig im Sale angeboten wird.
Ein weiterer Punkt, der hier noch gar nicht einkalkuliert ist: Die Preise für Spiele-Konsolen und Gaming-PC steigen ebenfalls seit Monaten stark an. Gaming ist schon lange keine Budget-Option mehr, sondern wird immer mehr ein Luxus, den sich viele nicht mehr leisten können oder wollen.
GTA 6 sorgt derzeit auch dafür, dass die PS5 Pro mittlerweile überall ausverkauft sein soll. In Japan testet Sony jetzt ein neues Bestellungssystem, welches früher oder später auch nach Europa kommen könnte. Der Hintergedanke von Sony: Es Scalpern schwer zu machen, eine PS5 Pro zu kaufen und teuer zu verhökern: Wer spontan eine PS5 Pro für GTA 6 kaufen will, sollte jetzt noch schnell seine alte PlayStation entstauben
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Kommentare
Klar hebt den Preis für Vollpreisspiele um 10-20 Euro an. Dann wird halt noch mehr bei Keysellern oder in sales gekauft oder gleich die Piratenflagge gehisst.
Stimmt, kann sich ja bald keiner mehr Spiele leisten. Und ohne Käufer kein Gewinn.
Ich bin schon seit geraumer Zeit zu dem Schluss gekommen, dass die wenigsten AA- oder AAA-Spiele mir ihren ursprünglichen Vollpreis wert sind – weshalb ich auf Sales warte. Die meiste Zeit habe ich tatsächlich in Spiele investiert, die mich entweder einmalig 30 € gekostet haben (Factorio, 2.800+ Stunden, Erweiterung jetzt mal ausgeklammert) oder so gesehen gar nichts (Path Of Exile 1 und 2, zusammen auch weit über 2.000 Stunden). Klar hab ich in PoE mehrere hundert € an MTX gesteckt – aber ein Muss ist hier halt nicht.
Der werte Herr steckt in seiner eigenen Realität fest. Beiden Entwicklerstudios (WUBE & GGG) geht es blendend trotz geringer preislicher Hürde.
Meiner Meinung nach eine dumme und provokante Aussage. 1. sind spiele vor „kurzem“ erst 10 Euro teurer geworden. 2. gibt es mittlerweile wie es in Artikel richtig steht, mxts in so gut wie jedem Spiel. 3. ist die käuferbasis so extrem gewachsen im vergleich von vor x Jahren … 5. Macht gute Spiele herz und Seele dann wird sich das Spiel auch verkaufen … und kdc hat sich doch sehr gut verkauft es muss eben nicht immer mehr mehr mehr sein … klar will
man Gewinn machen das ist auch vollkommen in Ordnung, nur Gewinn alleine reicht halt uns nicht mehr und dann wird es zur Gier und da fängt für mich die Blödheit bzw. Dummheit einfach an.
Und trotzdem entscheidet jeder selbst ob er bereit ist diesen Preis zu bezahlen.