Psychologen warnen: Die Generation Z ist die erste Generation, deren geistige Leistung hinter denen ihrer Eltern zurückbleibt

Viele Länder setzen verstärkt auf die digitale Lehre: Lernen am besten mit Laptop und Tablet. Jetzt warnen aber Psychologen, dass das den gegenteiligen Effekt erziele. Die Schüler werden nicht besser, sondern schlechter und bilden kognitive Fähigkeiten zurück.

Jahrelang investierten viele Staaten in Digitalisierung der Lehre: Anstatt mit Stift und Papier zu lernen, sollten Schüler auf Laptop, Tablet und Co setzen. Teilweise reichen diese Investitionen, etwa im US-Bundesstaat Maine, bis ins Jahr 2002 zurück.

Mittlerweile warnen Psychologen vor dem negativen Einfluss der rein digitalen Lehre. So warnt ein Experte: Die Generation Z sei die erste Generation in der modernen Geschichte, die bei standardisierten Tests schlechtere Ergebnisse erziele als die vorherige. Und auch andere Psychologen unterstützen diese Warnung.

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Die Leistungsfähigkeit der Schüler nimmt seit Jahren ab und das liegt laut Experte an der Digitalisierung

Was sagen die Experten? Anfang dieses Jahres erklärte der Neurowissenschaftler Jared Cooney Horvath in einer schriftlichen Stellungnahme (PDF-Datei) vor dem Ausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr des US-Senats, dass die Generation Z trotz ihres beispiellosen Zugangs zu Technologie kognitiv weniger leistungsfähig sei als frühere Generationen.

Zwar sind die durch diese Tests gemessenen Fähigkeiten wie Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz nicht immer ein Indikator für Intelligenz, aber spiegeln sie die kognitiven Fähigkeiten wider, die laut Horvath in den letzten rund zehn Jahren abgenommen haben:

Während des größten Teils des 20. Jahrhunderts verbesserte sich die kognitive Leistungsfähigkeit über Generationen hinweg stetig, was vor allem auf den zunehmenden Zugang zu formaler Bildung und eine verbesserte Unterrichtsqualität zurückzuführen war.

Ab Mitte der 2000er Jahre stagnierte dieser Trend und kehrte sich in vielen westlichen Ländern schließlich um. Zahlreiche Indikatoren zeigen nun eine Stagnation oder einen Rückgang der Lese- und Schreibfähigkeit, der Rechenfähigkeit, der Problemlösungsfähigkeit, der Kreativität und der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit bei Jugendlichen.

Er beruft sich dabei auf verschiedene wissenschaftliche Daten und Auswirkungen, unter anderem auf die PISA-Studie, die „The Trends in International Mathematics and Science Study“ (TIMSS) und „The Progress in International Reading Literacy Study“ (PIRLS).

Dabei stellte er nicht nur sinkende Testergebnisse fest, sondern auch einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Ergebnissen und der sogenannten Bildschirmzeit.

Und er ist nicht der einzige, der das Problem in digitalen Medien sieht. Jean Twenge, Professorin für Psychologie an der San Diego State University, erklärte gegenüber Fortune.com, dass mehr Zeit vor Bildschirmen nicht nur ineffektiv sei, wenn es darum gehe, das Lernen zu fördern, sondern obendrein kontraproduktiv sei:

Viele Apps, darunter Social-Media- und Gaming-Apps, sind so konzipiert, dass sie süchtig machen. Ihr Geschäftsmodell basiert darauf, dass die Nutzer so viel Zeit wie möglich mit den Apps verbringen und so oft wie möglich nachsehen.

Einige Länder kehren wieder zu analogen Lehrmitteln zurück

Wie sieht es in Europa aus? In Europa steht die reine digitale Lehre ebenfalls in der Kritik. Einige Länder, die vor ein paar Jahren massiv in Technik investieren, kehren mittlerweile wieder zu Schulbüchern zurück. Bestes Beispiel hierfür ist Schweden: Wegen massiv gesunkener Lesekompetenzen und mangelnder Konzentration hat die schwedische Regierung den “Digital zuerst”-Kurs gestoppt. Es wird wieder massiv in gedruckte Bücher investiert und die Tablet-Pflicht in Vorschulen wurde abgeschafft, berichtet etwa das Nachrichtenportal Fokus.de.

Ein zweites Beispiel ist Dänemark: Nachdem man jahrelang viel Geld investiert hat, setzt man im deutschen Nachbarland wieder vermehrt auf gedruckte Schulbücher und analoges Lernen. Auch hier werden als Gründe genannt: negative Auswirkungen auf Konzentration, Lesen und ausbleibender Lernerfolg. Davon schreibt unter anderem die Süddeutsche Zeitung.

Wie sieht in Deutschland aus? In Deutschland diskutiert man derzeit noch darüber, ob das gedruckte Schulbuch noch zeitgemäß sei. Das Saarland startete als erstes Bundesland eine Initiative, klassische gedruckte Schulbücher stufenweise durch Tablets und digitale Lernmedien zu ersetzen.

Dennoch überwiegt die Skepsis. Berichte zeigen (etwa SZ.de), dass viele Lehrkräfte und Eltern eine Rückkehr oder Beibehaltung des analogen Buchs fordern, um die Konzentration und Lesekompetenz zu stärken und verweisen dabei immer wieder auf europäische Nachbarn, die vom digitalen Konzept mittlerweile wieder abgerückt sind.

Studenten haben laut Universitäten Schwierigkeiten mit dem Lesen. Dahinter steckt ein schon länger bekanntes Problem: Die Menschen lesen immer weniger und das wirkt sich auf das Textverständnis aus. Mehr dazu lest ihr auf MeinMMO: Studenten der Generation Z kommen an die Universität und sind laut Dozenten nicht in der Lage, einen Satz zu lesen

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