Path of Exile 2 hat seinen 1.0-Release samt neuer Klasse vorgestellt. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus konnte sie auf der gamescom 2026 bereits live anspielen und ist … blöderweise echt begeistert. Eigentlich wollte er nämlich bei Diablo 4 bleiben, aber Grinding Gear Games liefert da gerade wirklich ab.
Die meisten Fans von Hack‘n‘Slays zocken einfach Path of Exile und Diablo 4 im Wechsel. Eine kleine Gruppe an Hardcore-Fans verteidigt jedoch eisern auf beiden Seiten jeweils das eigene Spiel. Bisher gehörte ich zu Team Diablo und das mit Herzblut seit vielen Jahren. Path of Exile war mir einfach immer zu komplex.
Jetzt wurde im Zuge der gamescom 2026 der 1.0-Release von Path of Exile 2 am 11. Dezember angekündigt und mit ihm direkt der Duelist (zu Deutsch: Duellant) als neue Klasse – ein Fan-Liebling, den es schon im ersten Teil gab.
Für mich als Diablo-Fan etwas, das nur aus beruflicher Sicht wirklich spannend war. Dennoch hat mich die Neugier schließlich zum Stand von Path of Exile auf der gamescom getrieben und völlig unerwartet habe ich dort eines meiner Highlights entdeckt.
30 Minuten lang durfte ich mit der neuen Klasse verbringen, habe etliche Bosse und dutzende Monster besiegt und sogar ein super-seltenes Item gefunden, für das ich einen physischen Anhänger bekommen habe. Bester gamescom-Tag.
Jeder Skill des Duellanten ist drei Skills und das macht unglaublich viel Spaß
Dabei hätte ich nicht unbedingt erwartet, dass mich ausgerechnet eine Klasse mit Schwert und Schild so sehr abholt. Normalerweise spiele ich Zauberinnen, Schurken oder Paladine – also ja, auch Schwert und Schild, aber eben heilige Krieger.
Beim Duellanten ist das Kit aber einfach eine wahre Pracht, denn jeder Skill ist nicht einfach nur ein Skill, sondern eine Grundlage:
- Die Klassen-Fantasie des Duellanten ist die Nutzung von Sand und Blut, quasi ein römischer Gladiator.
- Blut verändert Skills zu einer etwas offensiven Form, Sand soll die eher defensive Variante sein.
- Je nachdem, ob ihr den Angriff eines Gegners pariert (Blut) oder den Gegner betäubt (Sand), verändert sich die „Form“ eines Skills.
- Dazu kommt, dass sich die Mechaniken einiger Fähigkeiten verändern, wenn ihr sie aus einer Hut heraus („Ready Stance“) wirkt – das ist im Schwertkampf eine Stellung, um Angriffe vorzubereiten.
Je nachdem, ob der Duellant mit Schwert und Schild, zwei Einhändern oder einem Zweihänder spielt, haben die Skills nochmal leicht unterschiedliche Effekte. Zusätzlich lassen sich bestimmte Skills mit Elementen aufladen, beispielsweise aus „Pfützen“ in der Umgebung, die ihr selbst erschaffen könnt, aber auch einfach von anderen Spielern oder sogar Gegnern „ausborgen“.
Natürlich lassen sich die Skills dann auch noch verketten für zusätzliche Effekte. Das Ergebnis ist eine Klasse mit so vielen Möglichkeiten zur Kombination, dass sie gerade mit Blick auf das ohnehin schon komplexe Spiel absurd klingt, aber mit etwas Einarbeitung richtig Laune macht.








Nicht einfach nur eine Kopie aus Path of Exile, sondern sein ganz eigenes Ding
Zugegeben, ich hätte vermutlich nicht so viel Spaß gehabt, wenn der Chef Jonathan Rogers mir den Duellanten nicht vorher ausführlich erklärt hätte. Eigentlich war das so nicht geplant, aber technische Probleme haben unseren Zeitplan etwas durcheinandergeworfen. Zum Glück.
Rogers erklärte mir im Gespräch, dass der Duellant zwar eigentlich aus dem ersten Teil stammt, in Path of Exile 2 aber vollkommen neu erschaffen wurde. Schwerter, meint er, seien nämlich gar nicht so leicht zu implementieren, da sie oft schlicht langweilig wirken. Seine Vision war es, einen Schwertkämpfer ins Spiel zu bringen, der einen „Flow“ in den Fähigkeiten hat – und das ist gelungen.
Als jemand, der selbst lange im Schwertkampf aktiv war, war allein die optische Darstellung des Duellanten eine Freude beim Zusehen. Das Gameplay ist fast nur ein Bonus. Die Verkettung der Angriffe wirkt mehr wie die Choreographie eines meisterlichen Schwertkämpfers als wie ein grober Haudrauf in einem Hack‘n‘Slay. Ein edler Duellant eben, kein wilder Barbar.
Path of Exile 2 macht mich gerade richtig an – Aber …
Direkt nach dem Anspielen habe ich schon meinen Kollegen gesagt, dass ich eigentlich auch den restlichen Tag dort am Stand sitzen und Path of Exile 2 spielen könnte, so gut hat mir der kurze Einblick gefallen. Und wenn das Spiel im Dezember erscheint – vielleicht auch vorher – werde ich mit Sicherheit einige Stunden investieren.
Trotzdem kann ich meine Skepsis nicht ganz abschütteln. Beim Test hatte ich einen vorbereiteten Charakter. Mich selbst in die Skills, die Builds und das ganze Drumherum einzulesen, wird anstrengend und normalerweise will ich in ARPGs einfach nur draufkloppen. Ja, was das angeht, bin ich stolzer Casual.
Ironischerweise ist nun ausgerechnet die Klasse, die noch mehr Können erfordert, als Path of Exile ohnehin schon verlangt, der Grund, warum ich mich dem Spiel mehr widmen möchte. Chapeau, Grinding Gear, damit hätte ich nicht gerechnet.
Welche Klasse – egal in welchem Hack‘n‘Slay – hat euch bisher am meisten begeistert? Gibt es eine, die ihr euch in Diablo oder Path of Exile noch wünschen würdet? Schreibt einen Kommentar!
Path of Exile 2 ist nun schon das zweite Action-RPG in kurzer Folge, das mich aus meiner Diablo-Komfortzone lockt, und das genau mit solchen Dingen, die ich an diesen Spielen eigentlich gar nicht mag: Ich habe eine neue Diablo-Alternative gespielt und musste tun, was ich bei Diablo hasse: nachdenken
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