Ich habe eine neue Diablo-Alternative gespielt und musste tun, was ich bei Diablo hasse: nachdenken

Mit Tarae: The Unbound erscheint ein neues Hack’n’Slay, das stark an Diablo 4 erinnert. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus hat die Demo bereits gespielt und ist … verwirrt. Ein wenig. Oder auch mehr. Aber es ist gut! Vermutlich.

Man kann mich getrost als Diablo-Fan bezeichnen. Zwar kenne ich meine genaue Spielzeit nicht, aber ein paar Tausend Stunden sind mit Diablo 2, 3, Immortal und 4 auf jeden Fall zusammengekommen. Allein das hochgelobte Lord of Hatred hat mich ewig beschäftigt.

Was die Reihe schon immer, spätestens aber seit Diablo 3 ausgemacht hat, ist ihre Casual-Freundlichkeit. Nicht denken, einfach nur Tasten drücken, Dämonen platzen lassen und looten. Diese Formel hat Diablo perfektioniert wie kaum ein anderes Spiel und dafür liebe ich es.

Jetzt hat mich mit Tarae: The Unbound ein neues Action-RPG mit einer ähnlich düsteren Welt angelockt, nur um mich dann fies von hinten mit Logik-Aufgaben zu überfallen. Dabei wollte ich doch nur ein bisschen zocken …

Formation, Resonanz, Harmonie – äh was?

Tarae: The Unbound spielt sich grundlegend erst einmal genau wie Diablo. Ihr spielt eine von sechs verschiedenen Klassen – von denen in der Demo nur drei spielbar waren –, steigt Level auf, sammelt Loot und rüstet bis zu sechs verschiedene Skills aus für euren Build.

Für die Vorschau hatten wir Zugang zu drei vorgefertigten Charakteren auf Stufe 30 und landeten mitten in der Kampagne. Ich habe mich für die Geomantin entschieden, eine Magierin, die mit den Elementen kämpft und das hätte ich wohl besser sein lassen, denn die ist auf Verkettung von Angriffen angewiesen:

  • Bestimmte Skills können Formationen erschaffen. Bei einem Treffer mit einer Formationsverbesserung wird eine Formationsveränderung hervorgerufen.
  • Durch solche Veränderungen entstehen Resonanzen, die absorbiert werden können, um Elementar-Angriffe zu entfesseln.
  • Außerdem führt das Treffen einer Formation mit einem Harmonie-Skill Explosionen oder Durchdringung verursachen.

Verstanden? Ich auch nicht. Da ein Durchgang in der Demo auf 30 Minuten beschränkt ist, habe ich durch Herumprobieren irgendwann herausgefunden, welche Skills wie miteinander interagieren und so etwas Ähnliches wie eine Rotation herausgefunden. Konnte ich die nicht einhalten … ging der Schaden rapide in den Keller.

Knackige Bosse, die man nicht einfach eben mal wegmoshen kann

Blöderweise musste ich Fähigkeiten beweisen, um die beiden Höhepunkt der Demo überhaupt zu meistern: zwei Bosse mit richtigen Mechaniken. Echte Boss-Fights eben, wie man sie vielleicht eher von Path of Exile kennt. Kurz umpusten ging da nicht.

Allerdings haben mich diese Bosse auch am Ball gehalten. Ich musste nicht nur ihre Muster lernen, sondern auch herausfinden, wie bestimmte Mechaniken überhaupt zu spielen sind. Einer der Bosse etwa ist unverwundbar, bis man ihn an eine bestimmte Stelle lockt.

Normalerweise holt mich Konkurrenz wie Path of Exile, die mehr auf komplexes Gameplay setzt, gar nicht ab – ich will einfach nicht nachdenken, wenn ich ein Hack’n’Slay spiele. Ich will hacken und schlachten.

Nachdem ich aber etwas den Dreh heraushatte, hatte ich richtig Spaß. Zumindest mit dem bisschen, was ich sehen konnte, denn allzu viel war das nicht.

Ich habe nicht viel gesehen, aber es wirkt wie eine solide Grundlage

Durch einen Testlauf mitten im Spiel, ohne die Klassen wirklich kennenlernen zu können, und einer zeitlichen Begrenzung sowie nur einem schlauchigen Level, ist schwer zu sagen, wie viel Tarae wirklich zu bieten hat. Im Kern wirkt das Spiel eigentlich vielversprechend:

  • Die Klassen haben ihre eigene Identität und spielen sich einzigartig – einige auch deutlich einfacher als die Geomantin, wie ich danach herausgefunden habe.
  • Tarae nutzt asiatische Folklore und die buddhistische Idee von Wiedergeburt als Thema, was überraschend stimmig funktioniert, da die Mythologie einige finstere Monster zu bieten hat.
  • Abgesehen von der gut polierten Grafik (wie für koreanische Spiele üblich) wirkt Tarae durchaus düster, nicht zuletzt durch Monster-Namen wie „Kinderfänger-Ghul“.

Mit nur drei der sechs Klassen spielbar und starken Unterschieden in deren Komplexität, schätze ich Tarae irgendwo zwischen Diablo und Path of Exile ein – eventuell noch etwas „einfacher“ als Last Epoch.

Zumindest rein optisch und von der Story her – ich soll nämlich verhindern, dass der Kreis der Wiedergeburt gebrochen wird – klingt Tarae: The Unbound nach einem sehr passenden Spiel im Dark-Fantasy-Setting für mich. Wie sehr das Gameplay schließlich überzeugt, kann ich so aber noch nicht bewerten.

Tarae soll 2027 für PC (Epic, Steam), PS5 und Xbox erscheinen.

Kommentare

Bitte lies unsere Kommentarregeln, bevor du kommentierst.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
0
Sag uns Deine Meinungx