Ich liebe die KI-Gegner in The Division 2, aber etwas an ihnen nervt gewaltig

Die KI-Gegner in The Division 2 sind ziemlich gut gelungen, meint unser Autor Sven. Doch eine Sache am Gegner-Verhalten nervt ihn dann doch massiv.

Aktuell verbringe ich meine knapp gehaltene Spielzeit am liebsten und fast ausschließlich im virtuellen Washington D.C. Denn The Division 2 hat mich trotz anfänglicher Skepsis komplett in seinen Bann gezogen.

Die Missionen sind abwechslungsreich, die Story ist spannend, die Spielwelt atemberaubend – vor allem, wenn man bereits in Washington war.

Nach etwas mehr als 40 Stunden genieße ich immer noch jede einzelne Minute im Spiel. Besonders die Kämpfe sind fesselnd und haben es mir angetan.

the division 2 natur

Das liebe ich so an den Kämpfen in The Division 2

Die Kämpfe gegen die KI-Gegner gehören zu meinen bisher größten Highlights.

Zunächst sind die Kämpfe in meinen Augen wirklich spektakulär inszeniert. Die Sound-Kulisse ist bombastisch und passt sich der jeweiligen Umgebung an. Mit richtigem Headset oder passender Sound-Anlage fühlt man sich mittendrin.

Bei Nacht (und entsprechender Umgebung) kämpft man in dunklen Seitenstraßen und muss die Gegner anhand des Mündungsfeuers und allerlei wüsten Beschimpfungen erahnen.

Explosionen sehen besonders schick aus und verraten die Positionen weiterer Feinde. Alles läuft spannend und taktisch ab.

division 2 black tusk 2

Tagsüber darf man dann coole Effekte wie berstende Autoscheiben, durchsiebte Autoreifen oder aufspritzenden Dreck und fliehende Tiere bestaunen. Jedes noch so kleine Feuergefecht erzeugt für mich eine fast schon kinoreife Atmosphäre.

Hinzu kommt das Verhalten der Gegner-KI. Jeder Kampf ist herausfordernd und kann stets eine unerwartete Wendung nehmen. Jede feindliche Fraktion verhält sich mit ihren individuellen Gegner-Typen anders, nutzt andere Taktiken oder Bewaffnung.

Wenn man nicht aufpasst, kann man gegen die wilden und eher unorganisierten Hyenas genau so schnell das Zeitliche segnen wie gegen die elitären Black Tusk.

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Die Gegner flankieren, versuchen bei günstiger Gelegenheit auch mal brachiale Frontal-Angriffe oder wollen Euch mit ihrer Überzahl erdrücken. Sie ziehen sich in der Not aber auch zurück, organisieren sich neu oder halten die Stellung, bis Verstärkung eintrifft.

Zudem kommen taktische Finessen, wie das modulare Rüstungs-System der Gegner. Schwer gepanzerte Feinde können eine Menge einstecken.

Doch ihre Rüstung lässt sich an verschiedenen Stellen knacken und öffnet dabei Schwachstellen, durch die man selbst einen Terminator-artigen Minigun-Träger in wenigen Augenblicken gezielt zu Boden bringen kann.

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Selten empfand ich es so befriedigend, abwechslungsreich und herausfordernd, gegen KI-Widersacher zu kämpfen. The Division 2 hat in meinen Augen wirklich Großartiges geschaffen – gerade für einen Looter-Shooter.

Da sehe ich auch gerne drüber hinweg, dass ich ab und an in einen fast ungeschützten Feind ein ganzes Magazin versenken muss.

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Eine Sache nervt mich an der KI extrem

Es gibt jedoch einen Aspekt, der mich am Verhalten der computergesteuerten Feinde ganz massiv stört: Die sonst sehr glaubwürdige KI weiß immer ganz genau, wenn ich auf sie ziele.

Ihr wart sicherlich auch schon in ähnlicher Situation: Da liefert Ihr Euch ein erbittertes Feuergefecht mit einer Gruppe von Gegnern. Einer von ihnen versucht, Euch seitlich zu umgehen, um Euch anschließend von der Flanke aus zu bearbeiten. Das wollt Ihr natürlich verhindern und knöpft Euch genau diesen Typen vor.

Ihr visiert ihn an und drückt ab. Nach wenigen Schüssen geht er in Deckung. Ihr wartet mit der Waffe im Anschlag und zielt konsequent auf die Position, wo gleich sein Kopf auftauchen dürfte.

Und was passiert dann? Meistens gar nichts! Zumindest auf der Seite des Gegners. Und zwar egal, wie lange Ihr wartet.

The Division 2 Kampf Screenshot

Dieser Feind stellt Euch nun auf eine Geduldsprobe, die er oder seine Kumpel in gefühlt 99% der Fälle für sich entscheiden. Denn er bleibt genau so lange mit dem Kopf unten, bis Ihr das Ziel wechselt, nachladet oder selbst in Deckung gehen müsst, da Ihr unter Beschuss seiner Freunde kommt.

Ab und an habe ich mehr als eine Minute mit der Waffe im Anschlag gewartet, um dem Gegner den Rest zu geben. Doch es passierte einfach nichts.

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Dabei nervt mich nicht mal das „in Deckung gehen und bleiben“ selbst. Ich meine, wer würde sich nicht hinter einer Deckung verkriechen und dort verharren, wenn man auf einen Elite-Agenten trifft.

Aber dass die KI mit Hilfe dieser fast schon hellseherischen und absolut nervigen Mechanik das genau so lange tut, bis ich entnervt meine Waffe senke oder es gezwungenermaßen tun muss, bringt mich jedes Mal aufs Neue zum Kochen.

Woher will dieser Typ, der sich wahrscheinlich gerade in die Hosen gemacht hat, so genau wissen, wann ich meinen Blick von ihm abwende?! Und das ist längst kein Einzelfall, sondern eher die Regel.

Das ist bis dato wirklich der einzige Aspekt an The Division 2, der mir wirklich negativ aufstößt und wo ich mir für die Zukunft eine Änderung wünsche.

Denn zum sonst so gut umgesetzten Verhalten der feindlichen Einheiten passt das einfach nicht ins Gesamtbild und verdirbt einem in manchen Situationen einfach den Spaß.

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War Ihr auch schon mal in so einer Situation und ist Euch diese Mechanik ebenfalls aufgefallen? Gibt es andere Sachen, die Euch bei The Division 2 auf die Palme treiben?

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