Destiny: Ist Haus der Wölfe wirklich Destinys letzte Chance?

Der MMO-Shooter Destiny soll eine Franchise begründen, die zehn Jahre hält. Doch vor dem Release des nächsten Bausteins kommen Zweifel auf. Entscheidet sich am DLC „Haus der Wölfe“ die Zukunft des Spiels?

Zehn Jahre soll die Franchise „Destiny“ überdauern. „Aber wie eigentlich?“, fragt man sich im Moment. Denn Destiny krankt daran, dass es einfach zu wenig zu tun gibt. Eine Krankheit, die es freilich mit anderen MMOs teilt. Anfang Dezember kam der letzte DLC f´ür Destiny heraus und der war dünn. Sehr dünn sogar.

Dunkelheit lauert wird allgemein als enttäuschend wahrgenommen

Einen Strike für alle brachte „Dunkelheit lauert“ nur. Der zweite Strike „Der unsterbliche Geist“ kam für die Playstation exklusiv. Und die sind kaum darum zu beneiden: Denn der ist laut Statistiken der unbeliebteste Strike überhaupt.

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Mit das Beste an Dunkelheit lauert: Eris Morn (hier mit ihrer menschlichen Stimme).

Drei neue Story-Missionen gab’s, die schon beim ersten Mal zu wenig und noch weniger Neues boten. Eigentlich waren es nur bestehende Missionen rückwärts. Einzig die neue Art, wie die Missionen vergeben wurden, wirkte wie eine interessante Ergänzung zum bestehenden Konzept: Mit dem tragischen Schicksal von Eris Morn fand sich so etwas wie ein roter Faden in Destiny.

Dazu kam noch der Raid „Crotas Ende“, der im Vergleich zum Vorgänger „Die Gläserne Kammer“ eher dürftig abschnitt und bei vielen unter den hohen Erwartungen blieb.

Das eigentlich Motivierende, was neu hinzukam, war der Item-Reset: Die Spieler mussten, unter viel Gemaule, ihre alten legendären Rüstungen und Waffen gegen neuere austauschen. Das galt diesmal zum Teil auch für exotische Waffen und Rüstungen. Darauf will man das nächste Mal aber verzichten.

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Atheon: Der bessere Crota?

Das Haupt-Problem mit „Dunkelheit lauert“ war, dass die Spieler dafür 20€ bezahlen mussten und sich für diesen Preis, wie auch von Destiny, so viel mehr versprochen hatten. Denn so gut das Spiel ist und so viel Zeit die Spieler damit auch verbringen, ist augenscheinlich, um wie viel besser das Spiel an zahlreichen Stellen noch werden kann und muss. Der DLC „Dunkelheit lauert“ entwickelte das Spiel allerdings nicht oder (bei freundlicher Betrachtung) nur wenig weiter, sondern brachte lediglich „mehr vom selben.“

Das zweite Problem ist, dass Dunkelheit lauert seit 4 Monaten das einzige ist, was die Spieler neu bekamen. Seitdem Mitte Januar mit 6 Wochen Verspätung der Hard-Mode von „Crotas Ende“ öffnete, warten die Spieler auf neue Aufgaben. Und „Haus der Wölfe“ ist augenscheinlich noch weit weg. Zwischen April und Juni 2015 soll es erscheinen. Mit jeder Woche steigen die Erwartungen. Es scheint unwahrscheinlich, dass Haus der Wölfe noch im April kommt, sonst wären bereits erste Promo-Aktionen angelaufen.

Destiny-Landen

Was kann man von Haus der Wölfe erwarten?

Haus der Wölfe, von vielen im Voraus schon dank Season-Pass bezahlt, wird sich wahrscheinlich nicht gravierend von „Dunkelheit lauert“ unterscheiden. Darauf wiesen zumindest erste Leaks hin, die genau dasselbe Bild vom neuen DLC zeichneten wie vom alten: Wenige Missionen, ein Strikes, ein Raid.

Allerdings war dieser Leak schon vor dem Release von Destiny entstanden. Bungie hatte mittlerweile Monate Zeit, auf das Feedback der Spieler zu reagieren und es einzubauen.

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Veralteter Leak?

So gab es zum einen die klare Ansage, dass man einen weiteren „Reset“ bei den exotischen Waffen nicht durchführen wird. Zum anderen tauchten Hinweise auf, dass man eine Art „Zweiten Turm“ neu ins Spiel bringen könnte.

Ansonsten herrscht im Moment Funkstille darüber, was Bungie wirklich für den DLC vorgesehen hat. Alles, was wir über den DLC zu wissen glauben (und das ist eine Menge), ist Monate alt und wahrscheinlich seit Monaten veraltet. Die Politik von Bungie scheint es zu sein, uns maximal wenige Wochen in die Zukunft schauen zu lassen. So stellt man im Moment häppchenweise den Patch 1.1.2. für Destiny vor.

Destiny-Speaker

Warum ist Haus der Wölfe für Destiny so wichtig?

Der nächste DLC „Haus der Wölfe“ ist für Destiny deshalb so wichtig, weil viele Spieler ihn über den Seasonpass bereits erworben haben und sich den DLC auf jeden Fall noch ansehen werden, auch wenn sie im Moment gelangweilt und/oder enttäuscht sind.

Aus einer anderen Warte betrachtet, ist „Haus der Wölfe“ jetzt der erste Zeitpunkt, an dem man sehen kann, ob Bungie das Feedback der Spieler wirklich angenommen und begriffen hat. Von September, dem Release, bis zum Dezember, dem ersten DLC, war zu wenig Zeit, um auf das Feedback der Spieler wirklich zu reagieren. Bis auf eine Ausnahme: Eris Morn habe man eingeführt und zum zentralen Punkt der Story gemacht, nachdem man gehört habe, dass Spieler eine Story vermissten, hieß es.

Jetzt vor Haus der Wölfe hatte man einige Monate mehr Zeit, um auf Feedback zu reagieren: Wunderdinge wird man allerdings nicht vollbracht haben. Dafür ist ein MMO zu komplex. Bungie hat augenscheinlich noch Schwierigkeiten, Veränderungen an Destiny vorzunehmen. So zu sehen bei den langwierigen Problemen sieht, wie den fehlenden Fixes bei exotischen Waffen oder dem Bug mit schwerer Munition.

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… aber es ist noch nicht die letzte Chance für Destiny

Man kann allerdings nicht, wie viele Fans das tun, nun sagen: „Das ist die letzte Chance von Destiny!“ Das ist eine verständliche Reaktion, aus der Frust, enttäuschte Hoffnungen und ein Gefühl der Ohnmacht sprechen: eine Trotz-Reaktion, aus dem Gefühl geboren, man werde von den Entwicklern nicht ernst genommen. Die Spieler möchten mit dieser Äußerung ihrerseits Macht gewinnen und Druck ausüben.

Allerdings: Wenn man sich anschaut, in welch desaströsem Zustand sich etwa The Elder Scrolls Online nach dem Release befand. Wenn man sich erinnert, wie mies die Stimmung dort lange Zeit war und wie TESO nun wieder glitzert und funkelt, so sieht man, dass Spieler vergessen. Vor allem angesichts einer Werbekampagne, Langeweile, erkennbarem Potential und wenn das Ding ein tolles Gameplay hat.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Spieler rasch wütend werden und schwören, ein Spiel nie wieder anzufassen. Aber sie sind furchtbar inkonsequent darin, zu diesen Entscheidungen zu stehen.

house-of-wolves-reef-social

Sogar wenn „Haus der Wölfe“ auf ganzer Linie enttäuschen würde, hätten Activision und Bungie sicher die Mittel, mit der nächsten, dann größeren Erweiterung „Komet“ so sehr die Werbetrommel zu rühren, dass Spieler dem Game eine neue Chance geben werden.

Allerdings wären Bungie und Destiny in einer deutlich besseren Lage, wenn sie den DLC so hin bekämen, dass er die jetzigen Spieler besänftigt und ihre Erwartungen erfüllt. Doch wie sehen die genau aus? Was erwarten sich die Spieler vom DLC?

Destiny-Team

Was muss Destiny bei Haus der Wölfe anders machen?

Zu diesem Punkt möchten wir gerne Eure Meinung hören. Wir werden „bekannte Forderungen“ in einer Aufzählung zusammentragen. Ihr habt die Möglichkeit, Euch den wichtigsten Punkt darunter auszusuchen. Und Ihr könnt in den Kommentaren natürlich Eure Meinung sagen.

Welcher Aussage stimmt Ihr am meisten zu?

  • Mehr Story und Atmosphäre: Destiny sollte hier dringend beginnen, sein Potential auszuloten und eine spannendere Geschichte erzählen – mit Cutscenes und … revolutionärer Gedanke: Einer Art Spannungsbogen und Handlung. Die tollen Nebenfiguren sollten stärker ins Licht rücken, die vielen weißen Flecken in der Story-Landkarte verdienen es, gefüllt zu werden. Und wenn jemand dafür sorgen könnte, dass Ghost mehr macht, als 3 Minuten lang Türen zu öffnen, während wir seinen Robo-Hintern verteidigen müssen, wären wir demjenigen sehr dankbar!
  • Ein besserer Raid und interessantere Gegner: Es wäre zu wünschen, dass Bungie mit Haus der Wölfe da weitermacht, wo man mit „Die Gläserne Kammer“ aufgehört hat, und auf interessantere Boss-Mechaniken setzt und vielleicht auch ein paar neue Gegnermodelle bringt. Es macht doch keinen Spaß, wenn jeder Boss im Spiel einfach nur ein bestehender Gegner ist, der zu viel Chappi gegessen hat und fünfmal so groß geworden ist.
  • Eine höhere Wiederspielbarkeit von alten Raids und Strikes und allgemein mehr Auswahl: Eines der größten Versäumnisse von Dunkelheit lauert war es, den alten Raid „Die Gläserne Kammer“ zu entwerten, indem die Items dort nicht auf die neuesten Stufe gebracht wurden. Auch die Strikes verlieren bei ihrem xten Besuch viel an Reiz. Hier müsste sich Bungie durch zufällige Modifikatoren oder andere Gimmicks etwas einfallen lassen.
  • Mehr exotische Beutezüge, Schatzkarten, Events und Abenteuer: Auch außerhalb des starren Ablaufs sollte Bungie für Einzelspieler Besonderheiten einführen, ganz spezielle Aufträge, an deren Ende eine Belohnung in Destiny wartet, die nicht jeder hat und für die sich der Ärger lohnt. Was ist mit Schatzkarten oder was ist mit mehr PvE-Events?

Welcher der vier Aussagen würdet Ihr am stärksten zustimmen? Oder seid Ihr für Punkt 5 „Was anderes …“? Dann schreibt es in die Kommentare.
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Und zur Frage aus der Überschrift könnt Ihr Euch natürlich auch äußern:

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