Destiny: Boykotte, Petitionen, Prämien und Taylor Swift

Beim MMO-Shooter Destiny schlägt man sich mit den Folgen eines desaströsen Interviews herum. Der PR-Schaden ist erheblich.

Wir haben gestern Morgen über das Interview von Game Director Luke Smith mit Eurogamer berichtet. Die Aussagen Smiths erweckten den Eindruck, Bungie habe kein Verständnis für die Probleme der Fans. Deren Ärger richtet sich gegen die Preispolitik und die verschiedenen Inhalte der Versionen von „König der Besessenen“, Destinys neuester Erweiterung, die im September erscheinen soll.

Der Game Director schien dafür kein Verständnis aufzubringen, seine Aussagen wurden eher als Affront wahrgenommen. So sagte Smith etwa zu den begehrten, neuen Emotes, die nur der teuren Collector’s Edition beilegen: Wenn die Spieler diese sähen, würden sie „Geld in den Monitor“ werfen. Und sie könnten sie ja bekommen, wenn sie wirklich wollten, indem sie die Collector’s Edition kauften.

Dass Veteranen schon große Teile der Collector’s Edition besitzen und sie eigentlich nur einen Bruchteil der neuen Collector’s Edition, nämlich die digitalen Inhalte, haben wollen, schien Smith nicht zu kümmern.

Destiny-Fireteam

Soziale Plattformen: Shitstorm

Auf den sozialen Plattformen wie reddit tobt seitdem ein Shitstorm. Es wurde ein „Sammel-Thread“ erstellt, um die hunderte von wüsten Äußerungen unter ein Dach zu packen. Auch dieser „Mega-Thread“ hat mittlerweile 2400 Kommentare. Viele Nutzer zeigen sich entrüstet, man fühle sich als Kunde nicht geschätzt. Es sei so, als halte Bungie die Spieler für „Vieh“, das ohnehin bezahlt, ganz egal, was man ihnen vorsetzt.

Auch der Artikel auf unserer Seite, der sich mit dem Interview auseinandersetzt, hat mittlerweile über 400 Kommentare: Und die Meinungslage ist recht eindeutig.

Der Interviewer von Eurogamer, Tom Phillips, twitterte übrigens, dass das Interview in einer guten Atmosphäre stattgefunden habe. Es sei das Interview der E3 gewesen, das ihm am meisten Spaß gemacht habe. Endlich habe er mal nicht mit einem „Medien-trainierten Roboter“ gesprochen.

Destiny-Brand

Medien: PR-Disaster

Aber dass er kein „Roboter“ ist, dankt Luke Smith gerade niemand.

Die Reaktionen auf das Interview sind auch gut 36 Stunden danach noch immer zornig und ziehen sich quer durch die Medien. Die Gamingseiten berichten über den Zorn und die Wut der Destiny-Spieler und erklären die Situation.

  • Gamespot spricht davon, dass das Interview die Beziehung zwischen Community und Bungie weiter vergiftet habe
  • Kotaku erklärt, warum sich die Destiny-Spieler verarscht fühlen
  • Und Destructoid warnt Leser, die das Original-Interview lesen wollen, vor: Es sei schmerzhaft zu lesen. Ob man sich nach dem Interview noch auf die Erweiterung freue, sei fraglich.

Auch einige Nicht-Gaming-Seiten haben sich des Themas angenommen.

  • Bei Forbes wundert man sich, dass man die Chance vertan hat, sich hier großzügig zu zeigen und den Veteranen die Items als „Treue-Bonus“ zu schenken. Stattdessen befürchtet man, dass Bungie den Schluss ziehen könne, dass Spieler auch bereit seien für solche „Kleinigkeiten“ ordentlich hinzublättern und künftig auf Mikrotransaktionen zu setzen.
  • Der britische Business Insider spricht von einem „PR-Desaster“ und dass Bungie total in den „Schadenskontroll-Modus“ wechselt.

Destiny-Collector's-Edition

Bungie verspricht Belohnungen für Veteranen, aber … die Collector’s Edition ist schon fast ausverkauft

Destiny-Schatzkiste2Und in der Tat versichert der Community-Manager DeeJ, dass man in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag im „Weekly Update“ den sich geprellt fühlenden Veteranen erklären will, was man für sie vorgesehen habe. Es sei nicht dasselbe wie es Neueinsteiger erhielten, sondern etwas „Besseres.“ In dem Zusammenhang spricht DeeJ von Möglichkeiten, die „Veteranen“ für das zu ehren, was sie in Destiny geleistet haben.

Eine kleine Spitzzüngigkeit kann sich allerdings auch der sonst so ausgleichende DeeJ nicht verkneifen: Die Collector’s Editionen seien schon fast ausverkauft. Wahrscheinlich werde man bald auf Ebay Ausgaben sehen, die weit teurer sei als jene, die Bungie anbiete.

Nun sollen’s ein Boykott, eine Petition oder Taylor Swift richten

Destiny-AnlegenIn einem relativ großen Thread auf reddit fordert man indes, „Ernst zu machen“ und Bungie zu zeigen, dass man ein Problem mit diesen Entscheidungen habe. Am 7. Juli sollen daher möglichst viele Spieler nicht einloggen, um ein Zeichen zu setzen. Kritiker sagen dort allerdings: Der wirkungsvollere Boykott wäre es, The Taken King einfach nicht zu kaufen.

Eine Petition, die Bungie und Activision überreicht werden soll, um gegen die Preispolitik zu protestieren, steht hingegen gerade bei knapp 29.000 Unterschriften. Hier geht es darum, dass Veteranen dieselben Vorzüge erhalten wie Neueinsteiger.

Und als Skurrilität: Ebenfalls auf reddit findet sich die Anmerkung eines Nutzers. Es sei jetzt an der Zeit diejenige einzuschalten, die heute Dinge gebacken bekäme: Taylor Swift. Die Musikerin hat kürzlich Apple charmant in die Knie gezwungen und bessere Konditionen für Musiker bei iMusic ausgehandelt.

 

Autor(in)
Quelle(n): reddit Presseschaureddit Taylor Swift
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