8 kommende Asia-MMORPGs im Check: Welches lohnt sich für euch und um welches solltet ihr einen Bogen machen

Grind Fest World of Jade Dynasty

Asia-MMORPG-Experte Cedric Holmeier räumt bei unserer Grindfest-Themenwoche mit Mythen auf und erklärt, wo die kommenden Online-Rollenspiele aus Asien ihren Fokus setzen und was abseits von PR-Versprechen wirklich hinter den Titeln steckt.

Wer MMORPGs mag, muss sich mit Asien anfreunden. So ähnlich hat es ein Kollege hier auf MeinMMO mal ausgedrückt. Dort entstehen gerade unzählige MMORPGs, die früher oder später auch zu uns in den Westen kommen könnten. Gleichzeitig kommt aus Europa und den USA nur wenig Nachschub für Genre-Fans.

Diese Liste soll euch einen Einblick hinter die Fassade kommender MMORPGs aus Asien geben, die mit ziemlicher Sicherheit auch im Westen starten werden. Wir klären, für wen welches Spiel ist und was es besonders macht ‒ ganz losgelöst vom Hype, den ein neues MMORPG häufig mit sich bringt. Denn alle Spiele haben ihre Stärken und Schwächen.

Das Grindfest vom 29. Juni bis 5. Juli 2026
In dieser Woche erwarten euch jeden Tag spannende Artikel rund um das Thema MMORPG. Mit dabei: nostalgische Rückblicke, spannende Analysen namhafter Branchen-Veteranen, Ausblicke auf kommende Online-Rollenspiele und launige Streams.

Hier geht’s zum Programm zur großen MMORPG-Themenwoche 2026 von MeinMMO

Aion 2

Aion 2 ist das nächste große MMORPG für den westlichen Markt und schon seit Monaten in Korea und Taiwan spielbar. Aus diesem Grund weiß man schon recht gut, wie der Gameplay-Loop im Endgame aussieht und für wen der Titel wirklich ist.

Bei Aion 2 liegt der Fokus klar auf PvE. Spieler aus Asien berichten, dass sich mindestens 70 % der Inhalte um genau diese Ausrichtung drehen. Euren täglichen Grind verbringt ihr vor allem in instanziierten PvE-Dungeons in einer Gruppe aus 4 Spielern. Dabei werben die Entwickler stets mit über 200 Dungeons, wobei viele davon einfache Tower-Herausforderungen sind, die sich nicht wirklich unterscheiden.

Das MMORPG bietet unterm Strich aber durchaus vielfältige PvE-Modi an. Durch das Upgrade-System der eigenen Ausrüstung grindet ihr häufig aber die immer gleichen Dungeons, bevor es dann wenige Male pro Woche als Highlight in den Raid geht.

Während Throne and Liberty seinen Fokus stark aufs PvP setzt, ist der Spieler-gegen-Spieler-Bereich bei Aion 2 nur ein Nebenschauplatz. So verbringen die PvP-Spieler ihre Zeit vor allem im Abyss, einem optionalen PvPvE-Bereich. Der ist allerdings zeitlich begrenzt, damit Viel-Spieler nicht zu stark werden.

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NCSoft präsentiert das Release-Datum von AION 2 im neuen Trailer auf dem Summer Game Fest

Wer Aion 2 für die PvP-Momente aus Teil 1 spielen will, wird also wohl eher enttäuscht, denn die Entwickler haben den Fokus klar umgestaltet und bieten lange nicht mehr die intensiven Kriege, die es damals gab.

Immerhin macht das actionreiche Kampfsystem mit über 10 Fähigkeiten plus Ausweichrolle bei Bosskämpfen Laune und man spürt kaum, dass der Titel auch mit Mobile im Sinn entwickelt wurde. Profis setzten zudem auf „Animation Canceling“, um ihren DPS zu maximieren, was eine klare PC-First-Mechanik ist. Pluspunkte gibt es obendrein auch für das Flugsystem, das die Spielwelt durch seine Vertikalität positiv beeinflusst.

In einem unserer aktuellen Videos auf dem YouTube-Kanal von MeinMMO geht’s um das NCSoft-interne Duell zwischen Aion 2 und Guild Wars 3:

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Ein Fest für Dungeon-Liebhaber?

Aion 2 ermöglicht in Asien, den langwierigen Grind, den PvE-Spieler als Ziel vor Augen haben, einfach mit Einsatz von Echtgeld zu überspringen. Die sogenannten Wale sind also eine der Zielgruppen von Aion 2. Gleichzeitig fördert das MMORPG eine Art Flex-Kultur, in der sich die besten Spieler auf Ranglisten im PvP messen können.

Spieler, die viel Zeit für ein MMORPG und kein Problem haben, einen Mix aus PvE und PvP zu spielen, können sich in Aion 2 wunderbar ausleben. Die beste Rüstung der Season zu ergrinden und diese dann durch Materialien aufzubessern, das ist das wiederkehrende Ziel und ermöglicht es, die schwierigsten Inhalte zu erledigen.

Gleichzeitig ist das Spiel super geeignet für Gruppen und Gilden, die sich bewusst gegen die Rangliste entscheiden. Pay2Win bedeuet hier nicht, dass man Inhalte verpasst, nur weil man kein Geld ausgibt. Wer sich mit Gleichgesinnten umgibt, die vergleichbare Ziele haben, kann eine ganz normale Erfahrung haben, ohne auf die funkelnde Ausrüstung eines Echtgeld-Investors zu blicken.

Nichts für Pay2Win-Allergiker

Selbstverständlich wird es beim Release von Aion 2 im September viel Hype geben. Sobald dieser verflogen ist, dürften viele westliche Spieler aber wieder das Weite suchen, ähnlich wie bei Lost Ark und Throne and Liberty.

In Korea und Taiwan gibt es nämlich nicht nur ein Pay2Win-Modell, das es Spielern ermöglicht, die Upgrades für ihre Ausrüstung zu erkaufen, für das andere Wochen brauchen. Es winken auch hohe Kosten für die Freischaltung von Features wie Handeln und Auktionshaus.

Dazu kommen Restriktionen für den Dungeon-Loot und Battlepässe, aus denen der Großteil der Ressourcen für die Ausrüstungsupdates stammen. Zum Glück haben die Entwickler erst vor kurzer Zeit Anpassungen angekündigt, die das System entschärfen und die Pässe sowie Abos vereinen sollen ‒ auch für den Westen. Dennoch bleiben einige Schmerzpunkte bestehen.

Weil der Titel so hart monetarisiert ist, gibt es in Asien zudem einen riesigen Markt für Bots, die das Farmen von Währung für normale Spieler umso schwieriger macht. Das hat inzwischen sogar solche Züge angenommen, dass die Entwickler ihre Wirtschaft verändern mussten, damit Spieler eine halbwegs normale Spielerfahrung haben können, ohne bei den Bot-Anbietern bezahlen zu müssen.

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