World of Jade Dynasty
Wer eine nahtlose, hochmoderne Welt erwartet, fährt hier direkt vor eine Wand: Das Spiel ist im Kern ein erzkonservativer Themepark. Es gibt keine echte Open World. Die Spielwelt besteht aus gigantischen Zonen, die jedoch rigoros durch Ladebildschirme voneinander getrennt sind. Zur Fortbewegung nutzt ihr, absolut genretypisch für das Wuxia-Setting, fliegende Schwerter.
Der tägliche Grind besteht aus klassischem MMORPG-Content. Ihr absolviert 5-Spieler-Dungeons, Turm-Herausforderungen und nehmt an riesigen 25-Spieler-Raids sowie Gilden-Belagerungen teil.
Mechanisch verlässt sich der Titel auf Altbewährtes. Das Kampfsystem ist ein Hybrid aus klassischem Tab-Targeting und einer Action-Kamera. Es gibt sechs Hauptklassen mit je zwei Spezialisierungen, die sich exakt dem traditionellen Holy Trinity
-Prinzip (Tank, Heiler, Schadensausteiler) unterordnen.
Findet ihr keine echten Mitspieler, könnt ihr eure Instanzen komplett mit KI-gesteuerten Bots auffüllen und die Dungeons im Alleingang farmen. So lässt sich das MMORPG auch ohne echte Mitspieler gut erleben.
Ein klassisches MMORPG im schönen, chinesischen Gewand
Liebhaber von chinesischer Martial-Arts-Fantasy, die sich nach den klassischen Themepark-Strukturen der späten 2000er sehnen und gerne dedizierte Tank- oder Heiler-Rollen in großen 25-Mann-Raids ausfüllen, werden hier glücklich.
Überraschenderweise setzt das Spiel (zumindest in der TW/SEA-Version) auf ein recht faires Abo-Modell von umgerechnet ca. 4,50 € pro Monat. Dieses greift nach etwa 10 Stunden Spielzeit als Paywall und fungiert gleichzeitig als radikale, aber effektive Lösung gegen die in Asien sonst so allgegenwärtigen Farm-Bots.
Ein MMORPG wie 2014, mit Technik von heute
Die Kompromisse, die das Spiel für den breiten asiatischen Markt eingeht, sind für viele westliche PC-Spieler schwer verdaulich. Wer eine lebendige, zusammenhängende Welt ohne störende Ladebildschirme sucht, für den ist die stark instanziierte Zonen-Struktur ein absoluter Dealbreaker.
Die Ausrichtung auf den lukrativen Mobile-Markt in Asien lässt sich auf dem PC nicht verstecken. Die Benutzeroberfläche ist grob, extrem unübersichtlich und offensichtlich primär für Touchscreens konzipiert worden.
Das KI-Bot-Feature für Dungeons ist für Solo-Spieler zwar extrem komfortabel, erledigt aber gleichzeitig jeglichen Zwang zur Community-Bildung. Wenn man jeden kniffligen Dungeon einfach mit KI-Begleitern abfarmen kann, verkommt das Massively Multiplayer
im Alltag schnell zu einem reinen Solo-Trip mit angeschlossenem Chatraum, der nur zum Raiden unterbrochen wird, wenn man es drauf anlegt.
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