ArcheAge Chronicles
Vergesst alles, was ihr über das originale ArcheAge oder die ersten Ankündigungen zu ArcheAge 2 wisst. Der Name wurde nicht ohne Grund in ArcheAge Chronicles geändert.
Executive Producer Ham Yongjin hat in einem Producer’s Letter auf Steam offiziell klargestellt: Das hier soll kein traditionelles MMORPG oder ein einfaches Sequel werden, sondern ein „erkundungsorientiertes Online-Action-RPG“.
Die Entwickler vollziehen hier einen radikalen Paradigmenwechsel, um den Fehlern der Vergangenheit zu entkommen. Die Story soll dabei 50 Jahre nach dem Original spielen, während die Region Auroria langsam wieder zum Leben erwacht.
Der Gameplay-Loop bricht komplett mit den Systemen von früher und verabschiedet sich vor allem vom behäbigen Tab-Targeting des Vorgängers.
Gekämpft werden soll in einem hochdynamischen Action-RPG-System. Das System soll auf Combo-Mechaniken, Ausweichrollen, aktivem Blocken und waffenspezifischen Fertigkeiten basieren. Laut den Machern soll kluges Spielen und Timing belohnt werden, anstatt einfach nur starre Fähigkeiten-Rotationen stumpf runterzurattern.
Ein großer Fokus soll auf der Erkundung liegen. Das Spiel soll ganz bewusst auf leuchtende Questpfeile verzichten, die euch stumpf von A nach B jagen. Vergessene Tempel, Ruinen und Geheimnisse alter Götter sollt ihr organisch und teilweise durch puren Zufall beim Erkunden der Welt entdecken.
Die klassische „Heilige Dreifaltigkeit“ (Tank, Heiler, Schadensausteiler) bleibt zwar nach aktuellem Stand bestehen, kommt aber nicht mehr in unübersichtlichen Riesenschlachten zum Einsatz.
Der Fokus soll auf Inhalten für kleinere Gruppen liegen: Dungeons sind für 2 bis 5 Spieler ausgelegt, die größeren Raids für maximal 10 Spieler. Das Spiel soll extrem solofreundlich designt sein; ihr sollt selbst in kurzen 30-Minuten-Sessions spürbare Fortschritte erzielen können.
Trotz des neuen Action-Fokus soll die DNA der Serie spürbar bleiben. Das legendäre „Trade Pack“-System könnte zurückkehren. Dabei stellt ihr Handelsgüter her und müsst diese transportieren. Das Housing soll dieses Mal wohl channelbasiert sein, was bedeutet, dass ihr eine feste, instanziierte Nachbarschaft haben könntet.
Ein cooles Feature hierbei: Ihr sollt NPCs anheuern können, die wie echte Mitbewohner agieren und euch in eurer Abwesenheit beim Farmen oder Handeln helfen. Das Balancing zwischen PvE und PvP soll schlussendlich bei etwa 60 % zu 40 % liegen. Wobei sich der Titel seit den letzten Tests nochmal lange in die Entwicklung begeben hat. Beim Launch könnten diese Zahlen also anders aussehen.
Small-Scale ganz groß
Wenn ihr eine intime, storygetriebene Erfahrung in einer detaillierten Welt sucht, die euch nicht permanent an der Hand nimmt, und wenn das Kampfsystem für euch knackig und direkt sein muss, liefert ArcheAge Chronicles genau diesen Ansatz.
Wer abends gerne Routen plant, um Handelspakete zu verschiffen, und seine eigene Basis mit nützlichen NPCs managen will, findet hier die alten Sandbox-Stärken in einem moderneren Gewand.
Um das Pay-to-Win-Stigma des ersten Teils endgültig abzuschütteln, soll der Titel im umstrittenen MMO-Markt als reines „Buy-to-Play“-Spiel für PC und Konsolen erscheinen. Ihr zahlt einmal und spielt, was im Westen für deutlich mehr Vertrauen sorgen dürfte. Erste Fokusgruppen-Tests unter NDA liefen laut Entwicklern bereits vielversprechend.
Der Abschied vom Hardcore-PvP
Wenn ihr gehofft habt, dass ArcheAge Chronicles die endlosen „Zerg“-Massenschlachten, die totale spielerische Freiheit und das kompromisslose Open-World-Dauer-PvP des ersten Teils wiederbelebt, werdet ihr bitter enttäuscht sein.
Diese Elemente wurden drastisch zurückgefahren. PvP soll sich wie eine bewusste Entscheidung anfühlen und keine Bestrafung für PvE-Spieler sein. Es soll kontrolliert in Arenen, Schlachtfeldern oder speziellen zonenbasierten Events stattfinden.
Für die Hardcore-PvP-Fraktion plant der Publisher für 2027 ein komplett separates Projekt namens ArcheAge Legacy, das aber nichts mit Chronicles zu tun hat.
Hinter den Kulissen brodelt es obendrein. XLGames-Gründer und MMO-Ikone Jake Song hat das Studio überraschend verlassen, gefolgt von Gerüchten über massive finanzielle Umstrukturierungen beim Publisher Kakao Games.
Auch wenn das Buy-to-Play-Modell steht, bleibt bei Kakao Games aufgrund ihrer Historie immer eine latente Angst vor versteckten, nachträglich eingeführten Pay-to-Win-Mechaniken oder teuren DLC-Erweiterungen im Ingame-Shop.
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