In World of Warcraft gibt es plötzlich wieder richtige RPG-Elemente. Zumindest MeinMMO-Dämon Cortyn lobt das und nennt viele gelungene Beispiele.
Inzwischen habe ich alle Quests von World of Warcraft The War Within gespielt und auch schon mehrere Klassen auf Stufe 80 gebracht. Dabei sind mir einige Details aufgefallen, die beim ersten Durchspielen entgehen könnten. Denn es gibt eine ganze Reihe von kleinen aber feinen Unterschieden und Einzelheiten, die man nur zu Gesicht bekommt, wenn man mehrere Klassen spielt.
The War Within hat nämlich einige interessante „Rollenspiel-Elemente“ eingebaut, die man in World of Warcraft in den letzten Erweiterungen schmerzlich vermisst hat.
Aktionen für bestimmte Klassen
Eine Neuerung, die es in dieser Fülle noch nicht gab, sind Interaktionsmöglichkeiten, die nur für eure Klasse oder euer Volk existieren. Überall auf Khaz Algar könnt ihr kleine Details finden, die nur für ausgewählte Charaktere verfügbar sind. Ein paar Beispiele, denen ich bisher begegnet bin, will ich euch hier vorstellen.
Magier-Gespräche in Heilsturz
In Heilsturz gibt es bei den Arathi nur noch einen einzigen Magier mit einer ziemlich düsteren Hintergrundgeschichte. Zwar kann man den Magier zu allerhand Details befragen, etwa warum er nicht einfach ein Portal zum Imperium der Arathi öffnet.
Aber nur, wenn ihr selbst Magier seid, könnt ihr genauer nachfragen. Ihr erfahrt dann mehr Details dazu, wie er versucht, diesen Zauber jetzt noch zu lernen und welche Probleme sich dabei aufgetan haben. Er erklärt euch dann lang und breit, wie er mit den Berechnungen seiner magischen Forschungen vorankommt – und für euch als Magier klingt das plausibel.
Außerdem könnt ihr ihn als „Mit-Magier“ ein kleines bisschen verspotten. Es ist immerhin schon sehr komisch, dass er als letzter Magier nun dort festhängt.
Kein Vertrauen in die Bösen
Über ein anderes Detail hatten wir im Vorfeld schon berichtet. Die Mitglieder der Arathi-Expedition sind finsteren Gesinnungen gegenüber alles andere als offen und können gerade mit Hexenmeistern oder anderen finsteren Gestalten wenig anfangen.
Aus diesem Grund braucht es von diesen Klassen ein bisschen mehr Überzeugung, damit der eine oder andere NPC mit euch kooperieren will. Das führt dazu, dass ihr sogar eine exklusive Quest bekommt, bei der ihr eine große Kreatur der Leere bezwingen müsst. Der skeptische NPC begleitet euch dabei und geht die ganze Zeit davon aus, dass ihr ihm doch noch in den Rücken fallt.
Die Quests ist jetzt nicht besonders anspruchsvoll oder sehr lang. Aber sie hilft dabei, endlich einmal zu erklären, warum manche Leute auch mit Helden zusammenarbeiten, die eine ganz andere Gesinnung haben.
In der Vergangenheit hatte das häufig zu Konflikten geführt, wenn man etwa als Paladin plötzlich für Schurken arbeiten musste oder besonders leichtgläubige Wesen bereitwillig mit Hexen kooperieren.
Schurken haben keine Lust auf Rätsel
Im Gebiet Heilsturz könnt ihr einen Piratenschatz finden – allerdings ist die Kiste verschlossen. Wenn man die Kiste anklickt, kommt eine Nachricht im Stil von: „Die schwere Kiste lässt sich nicht ohne weiteres öffnen. Vielleicht findet sich ein Hinweis, wenn man sich etwas umguckt.“
Die meisten Klassen müssten nun genau das tun, sich überall umschauen und letztlich den Schlüssel aus der Leiche einer gestürzten Frau bergen.
Schurken jedoch bekommen eine Dialog-Option und können wählen:
„Das kann schon sein. Ich knacke das Schloss trotzdem einfach.“
Das ist so ein kleines Detail, aber doch ungeheuer cool.
Details, die einfach gut passen
Natürlich sind das alles nur kleine Details und Nuancen. Die Wahl der Klasse ändert nicht den großen, übergreifenden Verlauf der Handlung oder hat drastische Auswirkungen auf die Story.
Aber das muss es auch gar nicht. Mir reicht es schon vollkommen, dass World of Warcraft die Wahl meiner Klasse oder bisherigen Leistungen im Spiel anerkennt und an manchen Ecken sagt: „Hier, das ist nur für dich, weil du genau diese Klasse oder dieses Volk bist.“
Wie gut die Wertschätzung solcher Details ankommen kann, das hat vor allem Baldur’s Gate 3 im letzten Jahr eindrucksvoll gezeigt. Ich würde mich freuen, wenn WoW noch mehr solcher Inhalte bringt. Die müssen das Spiel nicht dominieren, aber immer wieder kleine, exklusive Dialoge oder Möglichkeiten nur für bestimmte Klassen zu haben, macht die Welt so viel überzeugender.
Dialoge ohne Ende und so viel zu lesen
Ein weiterer Punkt sind die zusätzlichen Dialoge, die man sich anhören kann, wenn man das will. Egal ob es um kleine NPCs geht, die man einfach nach ihrem Alltag oder ihrer Einstellung fragen kann, oder um die großen, geschichtsträchtigen Helden wie Anduin oder Magni, denen man eine Weile lang lauschen kann, wie sie sich miteinander unterhalten.
Das ist für Story-Fans wie mich eine tolle Sache, aber auch für alle, die vielleicht nicht so ein Verständnis für die Lore haben und sich oft fragen: Wer sind die? Was machen die eigentlich hier? Denn häufig kann man auch genau so eine Frage stellen, um sich nochmal auffrischen zu lassen, mit wem man es hier eigentlich zu tun hat.
Mein einziger Kritikpunkt ist hier, dass man deutlich mehr dieser Szenen hätte vertonen können. Denn das ist – bis auf wenige Ausnahmen – lediglich bei der Haupt-Quest der Fall. Dass viele Quest-NPCs Dialoge mit Sprechblasen führen, ohne dass da wirklich eine Stimme zu hören ist, fühlt sich langsam doch ein wenig veraltet an.
All das ist natürlich optional. Wer sich nicht für Story interessiert, kann das fast immer einfach „skippen“ und wird nicht mit „langweiligen Details“ behelligt.
Fazit: Ein runderes MMORPG durch kleine Details
Mir ist klar, dass viele das hier lesen und sich fragen: „Okay, und warum ist das wichtig?“ Denn diese Details haben quasi keine Auswirkungen auf das Gameplay und wenn man sich nicht für die Story interessiert, ist das alles sowieso egal.
Aber mir ist es nicht egal. Ich liebe solche kleinen Rollenspiel-Details. Bei mir sorgt es dafür, dass ich mich nur noch mehr in die Spielwelt verliebe und den Eindruck gewinne: Dahinter sitzen Leute, die das mit Liebe und Herzblut entwickelt haben und genau für diese kleinen Momente auch richtig Zeit investiert haben. Da haben sich Leute Gedanken gemacht, dass alles zusammen stimmig und passend wirkt. Etwas, das man in der Vergangenheit von WoW leider nicht immer mit Gewissheit sagen konnte.
Natürlich gibt es auch Details, die ein wenig amüsanter und weniger ernst sind. Wie etwa Spongebob, der in The War Within gefunden wurde.




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Der magier quest war wirklich sehr witzig.
Achtung kleiner spoiler:
Er portet uns in die einöde und lässt dich in der pampa stehen und portet sich anschliesend ohne dich wieder zurück und sagt nur treff mich da.
Und als ich da ankam war mein erster gedanke tja karma hättest mich mal mitgenommen warum sag ich nicht das darf gerne jeder selber erspielen.
Hätte ja auch mal wieder angefangen, aber WoW sieht mittlerweile so altbacken aus, da wird der spielspaß einfach für mich getrübt.
Über 10Jahre WoW gespielt mit der immer schlechten Grafik, klar hier und da gabs paar verbesserungen aber alles nur ein tropfen auf den heißen stein.
Allein rüstungen sehen wie angeklebt aus ohne jegliche details.
Wenn man sich mal TL angeschaut hat, sieht man mal wie geil auch ein charakter aussehen kann, und das hat in einem MMO für mich mittlerweile ein hohen stellenwert.
Und ich finde den koreanischen “Westlichen style” sehr steril und langweilig. Vor allem die Welt auf den Videos etc. ist sehr langweilig und unwichtig dargestellt. Es ist eben auf die Chars und den Verkauf von Dingen für deinen Char entwickelt worden, wie mir scheint.
Haben wir wohl beide nix gewonnen. 😉
Tl also tarisland das handygame aufn Pc mit der noch mehr comic grafik als es wow ist soll besser ausehen ? Realy?
Ich rede hier natürlich von Throne and liberty^^
Tarisland ist zwar auch keine Augenweide aber sieht bei weiten nicht so matschig wie WoW aus.
WoW Engine ist mittlerweile 20Jahre alt und das merkt man an jeder ecke, da hilft auch “aufbohren” nix mehr, die Engine ist am Ende, was Grafik angeht und was Performance/PC Resourcen nutzung angeht.
Die hauptnutzung liegt heute immer noch auf nur 1 CPU Kern.
Deshalb fliegt man auch gerade mit ner X3D CPU allen andere CPUs davon in WoW.
Wie WoW mal aussehen könnte, zeigten ja etliche fan Videos vor jahren schon, und das man gute Grafik haben kann ohne auf den Comicstyle zu verzichten, zeigte schon Wayfinder.
Echt 1 cpu? Warum steigt mein cpu bei den kernen auf teilweise allesamt nach oben
Weil das mit “1 CPU Kern” halt (schon lange) nicht (mehr) stimmt.
Systemvoraussetzung ist ein Prozessor mit mindestens 4 Kernen, “empfohlen” sind Prozessoren mit 6 Kernen
Ich hatte mit meinem Evoker eine miniquest in den Tiefennwo mich ein Zwerg darum bat ihm seine Schmiede mit meinem Feueratem anzufachen. Super kurze Sache, keine Minute lang aber es gibt so viel Flair das von allen Nebenquests mir diese kleine am meisten im Gedächtnis blieb.
Wäre da das Problem mit dem AH nicht, welches mir echt die Nerven raubt, wäre das Addon ein 100% Erfolg bisher.
Ok und den Early Acces fand ich hinterher auch doof (obwohl ich ihn gekauft hatte).
Über solch einen Titel kann man nur schmunzeln. Aber gut dass auch BG3 erwähnt wird, die zeigen wie es wirklich funktioniert.
Sag mal Cortyn, du hast doch bestimmt deinen shadow schon gelevelt. Gab es da nicht irgendwelche interessanten Interaktionen mit unserer ehemaligen lieblingswaffe?
Da du nie persönlich in den “Dialog” mit Xal’atath kommst, nicht.
Die Waffe selbst “besitzt” du ja auch in der Story gar nicht mehr (selbst, wenn du sie ausgerüstet/getransmogt hast).