Dawn of War 4 hat kürzlich seine (voraussichtlich) letzte Beta beendet. Das neue Strategiespiel zu Warhammer 40.000 führt eine Reihe fort, die seit 2008 keinen würdigen Nachfolger bekommen hat – meint zumindest MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus. Nachdem ihn der Test mehrere Dutzend Stunden gekostet hat, kann er den Release jetzt kaum erwarten.
Das erste Dawn of War ist das am besten bewertete Warhammer-Spiel auf Steam und das, obwohl es schon uralt ist. Soulstorm, die letzte Erweiterung für das Strategiespiel, ist im März 2008 erschienen. Seitdem kam nie wieder ein Warhammer-Spiel (oder auch ein Strategiespiel, meiner Meinung nach) an Dawn of War heran.
Zwei Nachfolger gab es, nämlich Dawn of War 2 und 3. Beide konnten nicht an den Erfolg des ersten Teils anschließen. Dann völlig aus dem Nichts die Ankündigung 2025: Dawn of War 4 kommt und wird sogar in Deutschland entwickelt.
Schon zur gamescom habe ich es damals 30 Minuten lang gespielt und war absolut begeistert. Jetzt, vom 21. bis zum 26. Oktober 2026, lief die Beta für das Strategiespiel und ich konnte mich richtig austoben. Leider, denn jetzt fühlt sich die Zeit bis zum Release noch länger an.
Lernen, bauen, üben – Lange hat mich kein Strategiespiel so gefesselt
Dabei gab es in der Beta eigentlich gar nicht viel zu tun. Nur 1vs1 gegen Bots auf ein paar Maps war möglich, und nur eine dieser Maps hatte eine alternative Siegbedingung. Gegen andere Spieler konnte man nur zu bestimmten Zeiten spielen. Obwohl ich keine „echten“ Gegner und nur 5 Tage Zeit hatte, habe ich trotzdem weit über 25 Stunden versenkt.
Dawn of War 4 startet mit vier Fraktionen: Orks, Space Marines, Necrons und Adeptus Mechanicus.
Ich habe natürlich erst einmal alle Fraktionen getestet – und alle spielen sich völlig unterschiedlich, was gerade im RTS-Genre in diesem Ausmaß nicht selbstverständlich ist. Schließlich macht so eine Auswahl das Balancing knifflig. Genau dadurch hatte ich aber so viel zu tun in der doch sehr beschränkten Beta:
- „Build Orders“, also wann ich welches Gebäude baue und welche Einheit produziere, muss ich bei einem neuen Strategiespiel erst einmal lernen. Allein das dauert einige Runden.
- Jedes Volk hat dazu andere Möglichkeiten zur Rekrutierung und baut die Basis anders, nutzt teilweise sogar andere und einzigartige Ressourcen.
- Entsprechend sind die Spielstile unterschiedlich: Masse und Rush, oder taktisch mit wenigen, dafür starken Einheiten? Ich muss ständig entscheiden: Spiele ich auf Map-Kontrolle oder baue ich defensiv und sammle für einen Großangriff?
- Selbst der gewählte Kommandant bringt nochmal besondere Fähigkeiten mit, die den Spielstil ändern können. Allein hier den Favoriten zu wählen, hat lange gedauert.
Als Strategie-Fan hatte ich meine helle Freude daran, zu probieren, wie hart ich die KI stellen und trotzdem noch gewinnen kann, wo die Stärken und Schwächen jedes Volkes liegen und wie sie sich in den entsprechenden „Match-Ups“ schlagen, also im Vergleich zu den anderen Völkern. Mein Liebling hat mich am Ende ziemlich überrascht.
Leider durfte ich keine Screenshots oder Aufnahmen machen, aber ein paar Bilder wurden mir zur Verfügung gestellt:











Ausgerechnet die Tech-Bros sind genau die richtige Fraktion für mich
Im ersten Teil waren Necrons, Chaos und Sororitas meine „Mains.“ Von denen gibt es aber nur die Necrons in Dawn of War 4 und hier spielen sie sich mehr wie die Untoten aus Warcraft 3: Sie breiten ihr „Dominion“ aus und überrollen langsam den Gegner mit immer wiederkehrenden Einheiten.
Genau das hat mir aber im neuen Teil nicht so sehr gefallen – stattdessen hat mich das Adeptus Mechanicus total fasziniert. Die „Tech-Bros“ des Imperiums haben einen guten Mix aus verschiedenen Einheiten und schon zu Beginn Truppen, die das ganze Spiel über mit Upgrades verstärkt werden können.
Dabei muss ich die Basis richtig planen, denn mein Netz der „Noosphäre“ muss wachsen. Stellt euch eine Netzwerkverkabelung mit perfekter Kabelführung vor. In etwa so befriedigend ist es, wenn die Noosphäre ihre volle Stärke erreicht und mir fette Buffs verleiht, alles mit dem Segen des Omnissiah!
Was mich dann vollends an das AdMech verkauft hat, sind die übertrieben riesigen Walker der Imperialen Ritter. Außer den Space Marines hat jedes Volk eine Art Superwaffe und beim Adeptus Mechanicus ist das eben genau eine solche absurde Kriegsmaschine, die ich in einem Warhammer-Setting erwarte.
Der Hype nervt, ich muss immerhin noch einen Monat lang warten!
Was mich jedoch am meisten an dem Strategiespiel begeistert, ist die wundervolle Atmosphäre. Dawn of War 4 fühlt sich wirklich an wie Warhammer 40.000, in dem stetiger und heftiger Krieg herrscht – und es setzt voll auf die Sync-Kills, die schon im ersten Teil ein Highlight war.
Einfach zu befehligen und den Schlachten zuzusehen, hat mich jedes Mal gefesselt. Manchmal zu lang und ich habe ignoriert, wie meine Base eingerissen wurde …
Dabei habe ich bisher nur den 1vs1 gegen Bots gesehen. Zu Release erscheint dann noch eine Kampagne, die alles bisher Dagewesene überschatten soll und die Möglichkeit, mit Freunden im Koop gegen die KI oder andere Spieler zu zocken. Und ja, ich denke, ich werde nach vielen Jahren endlich mal wieder ein Strategiespiel im Ranked zocken.
Bis dahin dauert es aber noch, denn Dawn of War 4 erscheint nach einer Verschiebung erst am 3. Dezember 2026. Den Monat bis dahin muss ich irgendwie noch totschlagen und gehe dabei schon im Kopf immer wieder die perfekte Build Order durch.
Hier findet ihr alle Informationen zu Warhammer 40.000: Dawn of War 4 in der Übersicht.
Auf welches Spiel freut ihr euch so sehr wie ich auf Dawn of War 4? Oder kann ich euch auf den Schlachtfeldern von Kronus als Gegner erwarten? Schreibt einen Kommentar!
Glücklicherweise gibt es für mein Warhammer- und RTS-Craving eine gute Möglichkeit, zumindest ein wenig was davon zu befriedigen, bis Dawn of War 4 erscheint: das Remaster des ersten Teils. Das kam damals völlig aus dem Nichts: Das beste Spiel zu Warhammer 40.000 auf Steam bekommt jetzt das Remaster, auf das Fans seit 8 Jahren warten
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!

Kommentare