Twitch senkt Sub-Preise um 1 € – Gronkh rechnet vor, wie übel das für Streamer ist

Twitch kündigt an, dass die Preise für Abos in Deutschland und anderen Ländern gesenkt werden. 1 € weniger müssen die Zuschauer nun für einen Level-1-Sub zahlen. Für Streamer macht es allerdings einen großen Unterschied, wie Gronkh es vorrechnet.

Die Situation in Kürze:

  • Am 5. August hat der Streaming-Dienst Twitch angekündigt, dass die Subscription-Preise für Level-1-Abos sinken werden, von den aktuell 4,99 € auf 3,99 €.
  • Die Preissenkung betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch andere Regionen und fällt in anderen Ländern unterschiedlich stark aus.
  • Während die Preissenkung für Zuschauer vorteilhaft ist, erhalten die Streamer dadurch weniger Geld. Einige von ihnen müssen um ihren Job fürchten.

Der beliebte YouTuber und Streamer Gronkh hat nun vorgerechnet, wie hart die Senkung die Streamer treffen wird.

Weniger Geld für Streamer

Das sagt Gronkh: Auf Twitter äußerte sich der deutsche Streamer Gronkh zu der Ankündigung von Twitch. Er rechnete in einem Tweet vor, wie viel Verluste die Streamer mit der Preisänderung nun machen würden und wie viele neue Subs sie bräuchten, um diese Verluste auszugleichen.

Bei der Rechnung geht Gronkh von einer 50-%-Auszahlung als Standard aus. Es handelt sich dabei daher um eine Einschätzung, die bei großen Streamern anders ausfallen kann, da sie einen höheren Anteil erhalten. Man sieht in der Tabelle, dass die Verluste mit steigenden Abo-Zahlen linear ansteigen.

Wenn man berücksichtigt, dass ein großer Teil der Subs durch Amazon-Prime zustande kommen, gehen die Einnahmen noch weiter runter. Statt 2,50 € erhalten die Streamer pro Sub nun nur noch 2 €. Bei großen Streamern wie Knossi, Papaplatte oder MontanaBlack machen die Prime-Subs zum Teil mehr als 50 % aller ihrer Abos aus, wie man es der Statistikseite TwitchTracker.com entnehmen kann.

montanablack subs
Prime-Subs machen die Hälfte aller Subscriptions von MontanaBlack aus

Das macht Twitch: Um die Verluste abzufedern, bietet Twitch einen Ausgleich: in den nächsten drei Monaten werden die Streamer die Einnahmen durch Subs zu 100 % erhalten. Der Streaming-Dienst verzichtet auf ihren Teil der Summe aber nur dann, wenn die Streamer mindestens 85 % ihrer normalen Zeit online sind.

Deutsche Streamer äußern sich zur Preissenkung

Nach der Ankündigung meldeten sich verschiedene deutsche Streamer auf Twitter und äußerten ihrer Meinung dazu. Trotz des Ausgleichs durch Twitch sehen viele Streamer der Preisänderung nicht fröhlich entgegen. Kleinere Streamer fürchten, dass sie dadurch nicht mehr genug Einnahmen generieren können, um unabhängig zu bleiben, oder das fehlende Geld über andere Nebentätigkeiten reinholen müssen.

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Auch ist der Preisunterschied zwischen verschiedenen Ländern problematisch. Auf eBay gibt es bereits Angebote für verschiedene Level an Twitch-Subs, die weniger kosten und teilweise in größeren Packs von 10 Stück verkauft werden. Die Streamerin Inzyania entdeckte ein solches Angebot bereits vor der Preisänderung.

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Wenn sich dieses “Business-Modell” als lukrativ herausstellen sollte, wird bei den Streamern am Ende noch weniger Geld ankommen, als es durch die Preissenkung ohnehin schon der Fall ist.

Wann kommt die Preissenkung? Twitch teilte auf Twitter mit, dass sie gerade dabei sind, die Preissenkung durchzusetzen. Die Änderungen sollten sich ab dieser Woche bemerkbar machen, so das Statement des offiziellen deutschen Twitch-Accounts.

Twitch: Die 5 größten Streamer weltweit im August 2021

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Leya Jankowski

Da sich in den Kommentaren gerade ein gewisser Tenor schon ausbreiten will:

Bevor ihr hier kommentiert, überlegt doch mal, wie es euch gehen würde, wenn euch von heute auf morgen der Lohn um einiges gekürzt werden würde. Wollt ihr da als erstes hören: “Buhu, eine Runde Mitleid” oder “Stell dich nicht so an” – ich glaube nicht.

Ich weiß, dass einige nicht verstehen wollen, dass Streaming vollwertige Arbeit im Entertainment ist. Hinter großen Streamern stehen noch Angestellte, die sich um Marketing, Video-Schnitte für YouTube, Konzepte usw. kümmern. Kleine Streamer bekommen genauso diese Kürzungen zu spüren.

Wie missgünstig kann man eigentlich sein?

Wir möchten hier in den Kommentaren immer einen respektvollen Umgangston wahren. Das gilt auch für Menschen, über die wir berichten. Nehmt euch das bitte zu Herzen.

Edit: Da sich in der letzten halben Stunde keine Besserung gezeigt hat, haben wir uns entschlossen, die Kommentare hier zu schließen. Der Moderationsaufwand wird hier zu hoch, um einen respektvollen Ton gewährleisten zu können, der uns hier sehr wichtig ist.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Leya Jankowski
lIIIllIIlllIIlII

Schon ein wenig beängstigend, wenn Autisten sich besser in fremde Menschen hineinversetzen können als Normalos….

Roland Fuchs

2. Denkfehler!!!

1. Fehler: Streamer sind selbstständige, sie beziehen keinen “Lohn”

2. Fehler: Das Risiko das der Auftraggeber die Bedinigungen ändert ist immer! zu beachten, insbesondere wenn es sich um einen De-facto marktführer wie twitch handelt.

ich muss also als Vollzeitstreamer auf twitch immer damit rechnen das mir mein Einkommen wegbricht, allein schon aus dem grund das ich auch gebannt werden könnte. Das Beste was man machen kann ist eben NICHT Vollzeitstreamer aktuell zu werden oder ein Beruf in der Hinterhand haben falls es einen Crash gibt.

Ja die angestellten der Streamer könnten es zu spüren bekommen (nicht jeder große streamer hat angestellte z.B.), aber auch da gelten die Marktgesetze, kann mir mein AG nicht mehr das beste angebot bieten such ich mir den jenigen als AG der besseres gehalt bieten kann.

Klar das tut den streamern weh, aber deutsche streamer kommen noch recht gut weg dabei.

Es wird sich halt wieder in die Richtung: vom Streamen allein wirste nicht leben bewegen und sponsor-based

Leya Jankowski

Ich sehe immer noch nicht, warum man da missgünstig sein sollte? Wie du richtig festgestellt hast, können sich immer für jeden die Arbeitsbedingungen ändern. Das ist nun eine Änderung für Streamer, die sie spüren.

Efuchs

Also ich würde sagen wir setzen das ganze mal in richtigen Kontext, weil der vergleich mit dem Lohn kürzen ist total unangebracht:

Arbeite ich irgendwo fest Angestellt: Feste Arbeitszeiten, gesicherter Arbeitsplatz ( per Gesetz so gut wie möglich) , Bezahlung bei Krankheit, bezahlter Urlaub, Lohn kann NICHT vom Arbeitgeber gekürzt werden, egal wie gut ich gerade Arbeite oder wie oft ich krank bin.

Streamer auf Twitch: Ich stelle meine Arbeitskraft ( in dem Fall meinen Entertainment Faktor) !umsonst! also unbezahlt zur Verfügung. Wenn ich das streamen Anfange gehe ich von einem Gehalt 0€ aus, wobei Gehalt da eh das falsche Wort ist.

Ich gehe ein hohes Risiko , high risk high reward Spiel ein, in der Hoffnung das mir genug Leute Geld schenken um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren und ggf. über 50K € im Monat zu verdienen.

Streame ich nicht regelmäßig verliere ich möglcherweise Spenden, wechsel ich mein Main Game verliere ich möglicherweise Spenden, bin ich krank verliere ich möglicherweise Spenden.

Ich nutze Twitch als Dienstleister der mit die Plattform für meine Arbeit zur Verfügung stellt, inklusive meiner möglichen Einnahmequellen. Ich weiß von Anfang die Spielregeln und das ich keinen Anspruch darauf habe diese Plattform dauerhaft zu den genannten Konditionen zu nutzen, nur das Verhältniss der Aufteilung eines Subs ist festgelegt.

Ich bezahle die Plattform mit einem Anteil meiner Sub und Bits Einnahmen.

Ich habe keinen Einfluß darauf wie die Preise für Subs und Bits sind, diese unterliegen allein dem Betreiber der Plattform, der diese den Zuschauern als Möglichkeit zum Spenden zu Verfügung stellt.

Ich kann permament gebannt werden und verliere jegliche Spenden, ohne eine große Möglichkeit des Widerspruchs.

Wenn niemand mehr mir Geld schenkt, habe ich kein Einkommen.

Ich habe kein Mitleid mit Streamern weil diese bewußt zu den genannten Konditionen dieses Risiko eingegangen sind, es ist stets ein hohes Risiko, wo manche sich Hoffnungen machen der nächste Gronkh oder Montana Black zu werden. Es ist ein Haifischbecken in das man sich wirft und nur der Beste Erfolg hat. Wenn Twitch von heute auf morgen entscheidet dicht zu machen sind alle ohne Geld.

Um es ganz krass zu sagen: Es gibt einfach zuviele Hartz4 Streamer ( Niveau des Einkommens) und das ist jetzt mal ein guter Denkanstoß vielleicht doch einen anderen Beruf zu ergreifen bevor man sich komplett in die Altersarmut katapultiert.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Efuchs
Leya Jankowski

Ich sehe immer noch keinen Grund, deswegen missgünstige Kommentare abzulassen.

CptnHero

mal inner Woche durchzählen wie viele Kommentare es dann sind a la: ööhh die Streamer machen ja eh nix, verdienen alle auch so schon tausende Euro und die Frauen müssen eh nur ausschnitt zeigen” blablabla

brauch vielleicht ne Kommentarpause bei solchen Artikeln…
kann den ganzen Mist echt nich mehr lesen…generell Twitchartikel…Blizzard usw
fühlt sich hier manchmal schon an, wie unter einem x-beliebigen Schwurblervideo auf youtube.

Ryngha

Fieser Trigger dieser Artikel 😀 #tränenvase

Stimme aus dem Off

Sollen sich nicht anstellen. Die verdienen ein Wahnsinns Geld. Zusätzliche Werbung ala.”ah this energy drink is so energizing” wo es für 10 sekunden arbeit Beträge im Tausender Bereich gibt etc.

lIIIllIIlllIIlII

Ist ja nicht so als hätte jeder Twitch Streamer Millionen von Abos. Nicht jeder Soloselbstständige ist ein Dax-Vorstand…..

lIIIllIIlllIIlII

Im Rahmen dessen frage ich mich ob deutsche Twitch Streamer die nichts anderes machen nicht Scheinselbstständige sind….

Hamurator

Scheinselbständige sind Personen, die freiberuflich arbeiten, aber primär nur für einen Kunden und dies zudem stark weisungsgebunden (d. h. der Kunde sagt dir wann du was zu machen hast). Streamer haben alle Freiheiten der Welt.

Wenn die Einnahmen hoch genug sind, muss natürlich eine Anmeldung beim Amt erfolgen und Steuern abgeführt werden.

lIIIllIIlllIIlII

Das ist so nicht richtig.
Sie arbeiten genau auf einem Portal (wenn es so ist), die Zuschauer zahlen das Geld an Twitch, Twitch nimmt sich 50 % und zahlt dann nach Termin die anderen 50 % aus.

Dabei macht Twitch vorgaben wie der Streamer zu streamen hat… oder besser gesagt nicht zu streamen hat. Es gibt genau… oder sagen wir genaue aber recht willkürlich ausgelegte Regeln und gelegentlich greift Twitch auch in die Arbeit ein.

Man könnte vielleicht behaupten, dass Streamer eigentlich Animateure von Twitch sind.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von lIIIllIIlllIIlII
Roland Fuchs

Streamer sind selbstständige und keine angestellten von twitch, es liegt auch keine scheinselbstständigkeit vor, viele haben noch instagramprofile die gewerblich genutzt werden usw…

lIIIllIIlllIIlII

Hab mal ein bisschen recherchiert.

Die IG Metal wirft insbesondere Youtube aber auch Twitch und Co vor Scheinselbstständigkeit zu fördern und zu betreiben.

Und ich habe einige Erfahrungsberichte gefunden, die davon schreiben, dass die deutsche Rentenkasse in einigen Fällen das Stream oder Youtuben als Scheinselbstständigkeit eingestuft haben.

Scheint also an verschiedenen Stellen der Fall zu sein, dass das nicht so ganz Eindeutig ist, wie du das vielleicht denkst.

Hak

*Tüte Mitleid hinstellt*

Docu

Die Frage dabei ist, inwiefern Streamer generell unabhängig sind? Sie streamen ja letztendlich hauptsächlich content der Spiele, die andere produziert haben. Wenn das Spiel eingestellt wird geht auch die streamer Grundlage flöten. D. h. andere Spiele müssen gestreamt werden. Ist das unabhängig? Ich würde davon sprechen, das Streamer, egal wie groß, generell recht abhängig sind. Mit der Preisänderung jetzt noch mehr als zuvor.

Hamurator

Es ist wie bei jeder Selbstständigkeit. Wenn das alte Geschäftsmodell/Produkt wegfällt, muss man sich was Neues suchen oder aufhören. Bei World of Warcraft sieht man das gerade ganz gut. Bellular und Asmongold nehmen mehr Spiele in ihre Berichterstattung auf, Preach wechselt komplett, usw.

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