The Division 2 meidet Politik, weil sie schlecht fürs Geschäft ist

Das Setting von The Division 2 spielt zwar in einer post-apokalyptischen Version von Washington D.C., dennoch sollen Spieler keine politischen Statements in das Spiel hineininterpretieren. Wieso meiden Ubisoft und Massive politische Statements?

Ubisofts Spiele laden mit ihren Settings oft zu Interpretationen ein. Steckt hinter der Post-Apokalypse eine politische Botschaft oder eine Zukunftsvision? Ist im korrupten Washington eine Anspielung auf Trump versteckt? Nicht, wenn es nach Ubisoft und Massive geht.

Die Entwickler vermeiden jegliche Positionierung oder politisches Statement. Man wolle schlicht keine politische Haltung demonstrieren, denn dies sei das schlecht für das Geschäft.

The division 2 artwork

Keine bestimmte Haltung zu Politik in The Division

Warum vermeidet man politische Statements? Laut gamesindustry.biz sagte Massives Geschäftsführer, Alf Condelius, während der Sweden Game ConferenceThe Division sei für Massive keine Zukunftsvision, sondern reine Fiktion, ohne Bezug zur aktuellen Politik.

In The Division ist es zum Beispiel eine dystopische Zukunft. Da sind einige Interpretationen, es wäre etwas, was wir in unserer jetzigen Gesellschaft haben, das sich in diese Richtung entwickelt, aber das ist es nicht – es ist eine Fantasie.

Es ginge laut Condelius lediglich darum, wie man als gute Person in einer zerfallenden Welt bestehe. Von Interpretationen anderer will man sich so weit wie möglich entfernen, denn man möchte zu der aktuellen Politik keine klare Haltung einnehmen.

The Division 2 Beta noch 2018? Das sagen die Entwickler

Politik schlecht für das Geschäft? Auch wirtschaftliche Faktoren würden bei dem Thema eine Rolle spielen. Denn eine klare, politische Haltung sei wirtschaftlich von Nachteil.

Es ist auch schlecht für das Geschäft, wenn ihr die ehrliche Wahrheit wollt … aber es ist interessant und es ist eine Diskussion die wir haben, die wir auch mit Usern führen. […] Die Leute wollen das Universum, das wir erschaffen, interpretieren und sie wollen ihre eigene Realität in den Fantasien und Stories sehen, die wir ihnen geben.

Ein Vorteil des Ganzen sei es, dass man durch Vermeiden von klaren, politischen Statements offen für Interpretationen der Spieler bleibt. Offenbar hat man also die Sorge, Spieler mit politischen Aussagen abzuschrecken.

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Man will den Spielern Politik „nicht vor die Nase halten“

Ein weiteres Beispiel, das Condelius anführt, ist das Avatar-Spiel, an dem Massive seit geraumer Zeit arbeitet. Der Kopf dahinter, James Cameron, verfolgt mit Avatar eine klare Linie.

James Camerons Vision des Filmes ist, dass wir als Menschen etwas tun müssen, sonst zerstören wir die Welt, wenn wir so weitermachen wie bisher. Das ist politisch, aber wir werden nicht rausgehen und sagen, dass du diese eine Person wählen sollst oder nicht. Aber es ist natürlich dennoch ein politisches Statement und wir finden es wichtig, aber wir werden es niemandem vor die Nase halten.

Wenn man wolle, dass Spieler viele Stunden mit Ihren Games verbringen sollen, dürfe man nicht alles erklären wollen. Das wäre langweilig und würde sich wie ein Bildungsfilm aus der Schule anfühlen.

Deshalb spielt The Division 2 in Washington, nicht in New Orleans

Ubisoft und die Politik sind schon länger ein Thema

Dass diese Diskussion immer wieder vorkommt, liegt auch den den Szenarien und Reizthemen, die Ubisofts Spiele häufig nutzen.

  • In Far Cry 5 muss man als Polizist eine Sekte in den USA ausschalten, die ganze Landstriche und Dörfer eingenommen hat.
  • The Division 1 & 2 schicken einen als Geheim-Agenten der US-Regierung los, um die Auswirkungen einer Seuche in zwei der wichtigsten Städte der USA bekämpfen. Der erste Story-Trailer zu The Division 2 deutet sogar eine Verschwörung innerhalb der US-Regierung an.
  • In Ghost Recon: Wildlands stürzt ein amerikanisches Spezialkommando die Regierung eines anderen Landes.
  • Das aktuelle Assassin’s Creed: Odyssey spielt im antiken Griechenland und thematisiert in seinen Quests häufig Demokratie und Unterdrückung.
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Trotz allem will man sich bei Ubisoft nicht politisch positionieren. Dass es aber auch völlig anders geht, zeigt CD Project mit Cyberpunk 2077. Von Anfang an machten die Entwickler klar, dass ihr Spiel politisch werden würde und dass man davor nicht zurückschreckt.

Würdet Ihr Euch klarere Positionen wünschen? Oder nervt Euch Politik in Spielen?

The Division 2 könnte Gruppen und Solo-Spieler in der Dark Zone trennen
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Quelle(n): PCGamer.comgamesindustry.biz
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