Ein Spieler setzt den emotionalen Wert seines Speers in Dungeons & Dragons höher als das eigentliche Können und weigert sich, eine mächtigere Waffe auszurüsten. Seine Spielleiterin schätzt diese Einstellung und will ihn dafür belohnen.
Was macht den Speer so wichtig? Die Spielleiterin Leytra berichtet der Community von Dungeons & Dragons auf Reddit, dass einer ihrer Spieler niemals aufgehört hat, seinen einfachen und recht unspektakulären Speer durch eine andere Waffe zu ersetzen. Der Speer habe keine besonderen Eigenschaften und sei auch in der Geschichte der Kampagne nichts weiter als eine simple Waffe, die der Abenteurer ganz zu Beginn bei einem Schmied gekauft hat. Doch genau das mache den Speer so unentbehrlich,
„Alle anderen haben auf magische Gegenstände umgestellt, aber er hat jeglichen gefundenen Gegenstand abgelehnt, weil sein Charakter an seinem Speer hängt, weil es eben seiner ist“, erklärt die Spielleiterin, „Er hat ihn durch all die Scheiße begleitet, die passiert ist.“
Die Spielleiterin schätzt diese Einstellung sehr, da es für das Rollenspiel und die Narrative wirklich großartig sei. Allerdings möchte sie etwas tun, um diesen Einsatz zu belohnen und den mechanischen Nachteil zu beseitigen, den der ziemlich bescheidene Speer aufgrund seiner Einfachheit mitbringt. Was die Regeln betreffe, sei es ihr egal, denn sie würde es „bis zur Hölle und zurück ‚homebrewen‘, damit es sich für die Geschichte lohnt.
Charaktere müssen nicht die einzigen sein, die in Dungeons & Dragons leveln können
Wie kann die Spielleiterin den Speer aufwerten? Für die Community von Dungeons & Dragons ist Homebrew kein Fremdwort. Es ist keine Seltenheit, dass Spielleiter eigene Regeln aufstellen und erfinden, was mit Absprache der Gruppe zu ganz besonderen und persönlichen Momenten führen kann.
Und die Offenheit der Spielleiterin ermöglicht der Community viele Herangehensweisen, die sie sich für ihre Kampagne und den Speer abschauen kann:
Spieler schlagen vor, den Speer an einen Kleriker oder einen Schmied zu übergeben, der ihn magisch machen kann und einen Bonus von +1 auf Angriffe und Schadenswürfe ermöglicht. Soll das etwas spektakulärer sein, könne das auch durch das Blut eines mächtigen besiegten Gegners passieren, dessen Macht in den Speer einfließt.
Egal wie sie sich entscheiden sollte, scheint die Community von ihrer Herangehensweise als Spielleiterin bereits begeistert zu sein, wie auch HeySpudEyeSeeYou:
„Ich finde diese Mechanik generell großartig. Anstatt in dem typischen alten Magieladen Ausrüstung zu kaufen, „levelt“ die Ausrüstung der Spieler einfach mit ihnen.“
Wieso ist das für die Kampagne der Spielleiterin genau richtig? Anhand der Beschreibung der Spielleiterin scheint es für den Spieler nicht allzu wichtig zu sein, der oder die Mächtigste im Kampf zu sein, sonst hätte es der Speer nicht so lange als Hauptwaffe geschafft. Aus der Erklärung geht hervor, dass die gesamte Gruppe mitsamt Spielleiterin einen größeren Fokus auf Rollenspiel legt – eine wichtige Sache, die bei einer sogenannten Session Zero besprochen werden sollte.
Mit Rücksicht auf die Vorliebe für Rollenspiel und narrative Entscheidungen macht es Sinn, den sentimentalen Wert zur wahren Macht des Speers zu machen. Das erkennt auch die Community:
„Diese Waffe wurde einfach für die weitere Entwicklung perfekt vorbereitet, sammelt gemeinsam mit dem Spieler ‚Erfahrung‘ und schafft sich so ihre eigene Legende”, erklärt Commercial-Formal272. Aber auch feypop erklärt, warum diese Herangehensweise der Spielleiterin perfekt klingt: „Bescheidenheit, Geduld, Sentimentalität und Fürsorge müssen im Mittelpunkt stehen. Ein Speer ist nur ein Speer. Es ist die Zeit, die wir ihm widmen, die ihn zu etwas Besonderem macht.“
So wie der Spieler für sein herausragendes Engagement zum Rollenspiel belohnt wurde, kann dies jedoch auch nach hinten losgehen. Denn anhand einer Erfahrung eines anderen Spielleiters habe jeder Mitspieler seiner Kampagne eine Belohnung verdient, bis auf einen – und daran ist er selbst schuld: Spieler erntet in Dungeons & Dragons die Konsequenzen seiner Taten, bekommt als einziger wichtige Belohnung nicht und sorgt beim Spielleiter für Verzweiflung
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