Schon vor längerer Zeit verrieten die Produzenten hinter der Live-Action-Serie von One Piece, wie lange die Netflix-Serie brauchen würde, um alle Inhalte des Mangas zu adaptieren. Nach der 2. Staffel ist sich MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes sicher: Das ist ziemlich unwahrscheinlich.
Schon im September 2023, nach dem Release der 1. Staffel der Live-Action-Adaption von One Piece, sprachen die Executive Producer der Serie, Marty Adelstein und Becky Clements, über die Zukunft.
In einem Interview mit Deadline wurden sie gefragt, ob sie auf eine 2. Staffel hoffen. Daraufhin antwortete Adelstein, sie hoffen auf 12 Staffeln. Clements erwiderte, dass man bereits Pläne für mehrere Staffeln hat, explizit sogar 6.
Doch wie realistisch sind die Pläne nach der 2. Staffel wirklich und wie könnte man die nächsten Staffeln adaptieren?
Selbst 6 Staffeln sind eine enorme Anzahl
Eine Serie über 6 Staffeln, gar 12 Staffeln laufen zu lassen, ist ein ziemlich ambitioniertes Projekt, vor allem bei einer aufwendigen Serie mit mehreren Sets, verschiedenen Kostümen und action- und effektreichen Kampfszenen.
Laut unbestätigten Quellen von Collider kostete die 1. Staffel pro Folge 18 Millionen US-Dollar. Damit wäre sie teurer als Game of Thrones oder The Mandalorian, die 15 Millionen US-Dollar pro Folge kosteten. Sollten die Kosten so geblieben sein, müssen natürlich auch die Zuschauerzahlen stimmen.
Laut dem Journalisten Paul Tassi (via Forbes) hatte One Piece Staffel 2 16,8 Millionen Zuschauer und Staffel 1 18,5 Millionen Zuschauer. Das sei im Vergleich zu anderen Serien nur ein kleiner Verlust. Wenn aber die weiteren Staffeln erneut weniger Zuschauer anlocken können als vorher, könnte das zum Problem werden. Selbst Serien, die zum Start erfolgreich waren, können gecancelt werden, auch wenn die Fanstimmen positiv sind.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Sci-Fi-Serie Westworld von HBO. Sie hatte einen sehr erfolgreichen Start, doch die Zuschauerzahlen sanken und nach Staffel 4 wurde sie gecancelt, weil die Kosten sich nicht mehr gelohnt haben (Quelle: The Hollywood Reporter).
Ein anderer wichtiger Punkt ist auch die Zeit. Zwischen Staffel 1 und 2 vergingen 2,5 Jahre. Auch wenn man das beschleunigen könnte, sind 6 bzw. 12 Staffeln ein langer Zeitraum. Je nachdem, welche Verträge die Darsteller haben, könnten Schauspieler auch abspringen, wenn sie andere Optionen erwägen wollen.
Zusätzlich dazu werden auch die Darsteller älter. Das ist bei Erwachsenen zwar nicht so dramatisch wie bei Kinderschauspielern, je nachdem, wie man die Geschichte umsetzt, könnte es aber trotzdem zu einem Problem werden. Auch wenn manche Darsteller noch mit 80 die Schwerter schwingen wollen.
Könnte man denn überhaupt alles aus dem Manga in 12 Staffeln adaptieren?
Könnten 12 Staffeln wirklich alles adaptieren?
Ich war etwas erstaunt, dass die 2. Staffel von One Piece nur bis zum Ende des Drum-Island-Arcs geht. Zwar adaptierte man einige Orte und Inseln, doch auf Alabasta zu warten, fühlte sich trotzdem merkwürdig an. Meiner Ansicht nach könnten die folgenden Staffeln dann so weiter adaptiert werden:
- 3. Staffel: Alabasta
- 4. Staffel: Jaya und Skypia
- 5. Staffel: Water 7 und Enies Lobby
- 6. Staffel: Thriller Bark und Sabaody Archipel
- 7. Staffel: Amazon Lily, Impel Down, Marineford
- 8. Staffel: Sabaody Archipel 2, Fischmenscheninsel
- 9. Staffel: Punk Hazard und Dressrosa
- 10. Staffel: Zou und Whole Cake Island
- 11. Staffel: Wano-Kuni
- 12. Staffel: Egghead
Wie man sieht, würde man es meiner Einschätzung nach in 12 Staffeln nur bis nach Egghead schaffen, was laut heutigem Stand nicht das Ende ist. Aktuell befinden sich die Strohhüte im Manga auf einer weiteren Insel, und bisher deutet nichts auf ein baldiges Ende hin.
Ein zweites Problem: Man müsste einige Sachen für die Serie kürzen und straffen. Beispielsweise könnte man Arcs wie Skypia oder die Foxy-Piraten streichen, doch schon Arcs wie Dressrosa oder Wano-Kuni sind so lang, dass da eine einzige Staffel kaum ausreicht. Zum Vergleich:
- Der Arc in Alabasta geht im Manga 63 Kapitel
- Der Wano-Kuni-Arc geht im Manga ganze 149 Kapitel
Meiner Ansicht nach eignet sich aber auch der Arc auf Enies Lobby als mögliches Ende sehr gut, da er innerhalb des Mangas viele besondere Momente hat und mit dem Buster Call auch ein starkes Finale bereithält.
Ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass die Netflix-Serie den gesamten Manga umsetzen wird. Dafür fehlt das Ende des Mangas und die Zeit, um das alles zu adaptieren, wäre einfach zu lang. Je länger eine Serie geht, desto schwieriger kann es werden, neue Zuschauer dazu zu bringen, einzusteigen.
Auch 6 Staffeln sind ein herausforderndes Unterfangen, das ich der Serie aber sehr wünschen würde. Die Live-Action-Adaption hat viele Fans zufriedengestellt, und deshalb sollte es auch ein konkretes Ende geben, damit man zumindest einen Abschluss hat.
Deshalb wäre wohl auch ein früheres Ende als im Manga gut. Ein solches Ende scheint es auch schon zu geben, wie Zoro-Darsteller Mackenyu in einem Interview verriet. Laut MeinMMO-Anime-Expertin Jasmin Beverungen eignen sich dafür besonders gut der Skypia-Arc, der Arc auf dem Sabaody-Archipel oder der Marineford-Arc.
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