Weil sich PlayStation und Xbox gerade selbst demontieren, wirkt die Nintendo Switch 2 plötzlich wie ein gutes Angebot. Für Gamer ist das aber nicht unbedingt ein gutes Zeichen.
Wie ist die aktuelle Situation?
- Bei Sony hat man Destiny 2 eingestampft und obendrein erklärt, dass man sich von physischen Medien bei der PlayStation verabschieden wolle. Hinzu kommt, dass man in Zukunft bei der PlayStation voll auf künstliche Intelligenz setzen werde.
- Bei der Xbox wurden große Entlassungen angekündigt, viele Studios werden abgespalten, aufgelöst und Projekte werden eingestellt. Hinter der nächsten Xbox-Konsole stehen dicke Fragezeichen.
- Sowohl die PS5 als auch die Xbox Series X/S sind in den letzten Monaten außerdem deutlich teurer geworden.
Viele Spieler fühlen sich verunsichert und wissen nicht, ob sie heute überhaupt noch auf eine Spiele-Konsole setzen oder nicht gleich zum PC wechseln sollen. Denn die mögliche Zukunft ist alles andere als sicher.
Bei der Nintendo und seiner Switch 2 läuft es hingegen besser und die nicht mehr ganz neue Konsole wirkt da plötzlich wie ein gutes Angebot. Aber auch hier gibt es Probleme, die man nicht übersehen sollte.
Nintendo: Wenig Experimente, wenn es um Spiele und Hardware geht
Die japanische Firma hinter der Switch setzt wenig auf Experimente, sondern vor allem auf Dinge, die schon seit Jahren funktionieren: Marken wie Pokémon und Zelda gehören dazu, aber auch ein Super-Mario-Film, der Millionen eingespielt hat.
Nintendo hat es obendrein über die Jahre geschafft, enge Bindungen zwischen seinen Marken und Spielern zu knüpfen. Das geht schon auf dem Schulhof mit damals noch GameBoy und heute Switch los und geht dann weiter bis ins Erwachsenen-Alter.
Hinzu kommt: Die Nintendo Switch 2 soll ebenfalls ein großer Erfolg gewesen sein. Allein in den ersten Tagen sollen 3,5 Millionen Konsolen verkauft worden sein, bis Ende Dezember 2025 sogar 17 Millionen.
Unterm Strich musste Nintendo auch keine Massenentlassungen vornehmen oder wichtige Projekte auf Eis liegen, wie das etwa bei Sony oder Microsoft/Xbox geschehen ist. Denn Nintendo hat im Gegensatz zu Sony oder Microsoft kein Geld für Projekte verbrannt, die sich am Ende als Flop entpuppten.
Das sind aus der wirtschaftlichen Perspektive zumindest gute Neuigkeiten. Aus spielerischer Sicht ist die Situation jedoch alles weniger rosig.
Game Key Cards, hohe Preise und Klagen
Mit seinen sogenannten „Game Key Cards“ ist Nintendo bereits vorher einen ähnlichen Weg wie Sony gegangen: Auf den Cartridges befinden sich nur noch Lizenzen und das Spiel müsst ihr über den Shop vollständig herunterladen. Mit den Game Key Cards hat man sich unter Spielern wenig Freunde gemacht.
Hinzu kommt, dass Nintendo wie Sony und Xbox ebenfalls die Preise für seine Konsolen erhöht hat. Nintendo ist von US-Zöllen und steigenden Hardware-Preisen genauso betroffen wie andere Firmen, Spiele und Konsolen werden teurer und für Spiele im Fachhandel müsst ihr mehr zahlen als online.
Ein dritter Punkt sind die Klagen, mit denen Nintendo rigoros gegen die Konkurrenz vorgeht. Seien es nun private Projekte von Fans, von denen sich Nintendo bedroht fühlt oder kommerzielle Projekte wie Palworld, wo der Rechtsstreit weiterhin am Laufen ist.
Nintendo hat einen gewissen Ruf und eine granitene Fan-Base, die das Unternehmen verteidigt und für die Nintendo quasi direkt die Spiele entwickelt. Die japanische Firma weiß, was ihre Spieler wollen und bringt genau das – die Fans wiederum kaufen die Produkte, auch zum hohen Preis. Für den Vergleich:
- Die Switch 2 kostete zu Release 469,99 Euro, Spiele im Regelfall 79,99 Euro
- Nach einer Preiserhöhung zahlt ihr für die Switch 2 jetzt 499,99 Euro, das neuste Mario Kart ist ebenfalls mit 89,99 Euro ein neuer Preis-Rekord bei Nintendo
- Die PS5 kam für 499,99 Euro zu Release auf den Markt, kostet jetzt aber 649 Euro – Spiele liegen bei 79,99 Euro.
- Bei Xbox ein ähnliches Bild: Die Xbox Series X (1 TB) kostet zum Release 499,99 Euro und kostet ab dem 1. August 749,99 Euro.
Dass die Nintendo Switch 2 jetzt wie ein guter Deal wirkt, ist mehr der Effekt des kleineren Übels. Die Switch und ihre Spiele galten bisher als teuer und tun das jetzt nur deswegen nicht mehr, weil die Konkurrenz von Sony und Xbox noch teurer geworden ist.
Ein weiterer Punkt, der nicht unwichtig ist: Nintendo gibt keine Rabatte für seine hauseigenen Spiele und das hat einen guten Grund. Der ehemalige US-Chef von Nintendo erklärt, warum das so ist und warum laut ihm Spieler davon profitieren sollen: Nintendo bietet keine Rabatte für seine Spiele an, ein langjähriger Mitarbeiter verrät jetzt, warum
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