Xbox will 1.600 Mitarbeiter abbauen und hat erklärt, von welchen Studios man sich trennen wollte. Von der größten E3-Presskonferenz bleibt 8 Jahre später fast nichts mehr übrig.
Xbox hat angekündigt, dass man Mitarbeiter entlassen wolle. Nun gibt es klare Ansagen: Xbox will 20 % der Belegschaft abbauen und plant den Verkauf oder die Abspaltung von fünf Studios. Die Studios werden abgespalten, laufen entweder in Eigenregie weiter oder sollen bereits einen Käufer gefunden haben.
Außerdem entlässt man 1.600 Mitarbeiter auf einen Schlag, weitere 1.600 sollen im laufenden Fiskaljahr folgen. Damit fällt ein Drittel der heute von Microsoft angekündigten 4.800 Entlassungen auf die Gaming-Abteilung Xbox.
Von der großen Xbox-E3-Pressekonferenz, die laut Xbox, “die größte in der Geschichte von Microsoft” war, bleibt am Ende noch ein einziges Studio übrig. Konkret sagt Asha Sharma auf X.com:
Wir stehen jetzt nicht nur im Wettbewerb mit den größten Publishern, sondern auch mit kleineren unabhängigen Studios. Es ist weder möglich noch wünschenswert, jedes großartige Indie-Studio zu besitzen.
1.600 Mitarbeiter weniger, 5 Studios verlassen Xbox
Welche Studios kaufte Xbox 2018? Zur E3 2018 kündigte der damalige Xbox-Chef, Phil Spencer an, dass man großes vorhabe und erklärte, dass man 5 Studios gekauft habe. Laut Xbox.com ging es damals konkret um folgende 5 Studios.
- The Initiative
- Undead Labs
- Ninja Theory
- CompulsionGames
- Playground Games
Was passiert jetzt? Xbox hat bekannt gegeben, dass man sich von insgesamt 5 Studios davon trennen wird. 3 davon hatte man 2018 gekauft: Undead Labs, Ninja Theory und Compulsion Games. Betroffen sind außerdem Double Fine sowie Arkane, das hatte man schon früher mit Zenimax übernommen.
The Initiative, das 2018 ebenfalls gekauft wurde, wurde bereits 2025 aufgelöst und existiert heute nicht mehr. Am Ende verbleibt von der großen Shopping-Tour bei Xbox nur noch Playground Games bei Xbox, die heute für das Rennspiel Forza Horizon 6 verantwortlich sind.
Die Studios werden jedoch nicht geschlossen, sondern führen entweder ihre Arbeit als unabhängiges Unternehmen fort oder haben einen Käufer gefunden. Die Xbox-Chefin schreibt dazu auf X.com:
Compulsion Games und Double Fine Productions werden wieder in die Eigenverwaltung übergehen und sich mit ihren geistigen Eigentumsrechten, ihrem Katalog und den finanziellen Mitteln für ihre nächsten Spiele zu unabhängigen Studios entwickeln.
Ninja Theory und Undead Labs haben Vereinbarungen getroffen, um unter neuer Eigentümerschaft mit der nötigen Finanzierung die Entwicklung von ‚Senua‘ und ‚State of Decay 3‘ abzuschließen und weiter voranzutreiben.
In Frankreich leitet das Management von Arkane derzeit die erforderlichen Konsultationen mit dem Betriebsrat ein, um mögliche strategische Optionen zu prüfen.
Was das im Fall von Arkane genau bedeutet, ob etwa ein Käufer bereits in den Startlöchern steht, ist nicht bekannt.
Beim Xbox-Showcase am 7. Juni 2026 wurden noch starke Titel angekündigt. Nur 3 Tage später erfahren wir, wie schlecht es wirklich um die Microsoft-Konsole steht, und Massen-Entlassungen stehen im Raum. Mehr dazu lest ihr direkt auf MeinMMO: 100 Tage lang lernten Fans die neue Chefin von Xbox lieben, jetzt drückt sie den Reset-Knopf: „Kann so nicht weitergehen“
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Kommentare
Kann mir mal bitte jemand den Sinn erklären zig Miliarden auszugeben um gute Studios aufzukaufen und dann eins nach dem anderen zu schließen und kaputtzukürzen….ich mein selbst finanziell kann sich das doch nicht lohnen, jetzt Studios auf Sparflamme laufen zu lassen was die Qualität sicher spürbar verschlechtert und auf Dauer auch die guten IPs und Namen soweit schädigen wird das es finanziel spürbar sein dürfte. Ich verstehs einfach nicht… oder hat Microsoft einfach Spass dran gute Marken kaputt zu machen und teuer dafür zu bezahlen?
Missmanagement triffts vermutlich am ehesten.
Also gegen die Käufe der Studios spricht im Grunde wenig erstmal. Der Knackpunkt fängt aber da an, wo es zum Missmanagement wird. Fehlentscheidungen in den Oberen Etagen, Projekte die keine oder kaum Chance auf einen Erfolg haben etc.
Dazu kommt dann jetzt halt noch dieser Unsinn mit Milliarden in “KI” zu verballern ohne auch nur den hauch eines Umsatzgewinns.
Also lapidar gesagt, das ganze ist ein Problem entstanden in den Führungsetagen, wie so häufig.
14 Managementebenen … Kyrie eleison. Da kann man locker 10 Streichen und es wird niemandem auffallen.
Und Starfield ist offenbar tot.
Edit: Und offenbar 95 Mitarbeiter bei id Software entlassen.
ESO hat die Hälfte des Entwicklungsteams verloren…
Also leider wie erwartet….
Das Schlimmste ist: es ist nicht das erste Mal und sie haben nichts daraus gelernt. Stattdessen haben sie US-Behörden und Unternehmen belogen.
Ensemble Studios
Übernahme 2001
Schließung 2009
Lionhead Studios
Übernahme 2006
Schließung: 2016
Alpha Dog Studios (Übernahme durch ZeniMax/Bethesda)
Schließung: 2024
Arkane Austin (Übernahme durch ZeniMax/Bethesda)
Schließung: Mai 2024
Tango Gameworks (Übernahme durch ZeniMax/Bethesda)
Schließung: Mai 2024
Ninja Theory
Übernahme 2018
Schließung bzw Verkauf 2026
Microsofts neuer Slogan sollte lauten: Wir ruinieren seit fast 20 Jahren Unternehmen.
Diesmal schließen sie die Studios allerdings nicht einfach. Sie übergeben sie, inkl. einer Finanzspritze, wieder dem eigenen Management (2x) oder geben sie an andere ab (2), jeweils inklusive aller Rechte an allen IPs. Und bei Arkane passiert, je nachdem was mit deren Betriebsrat rauskommt, wohl auch eines von beiden. Das ist diesmal eigentlich nicht “ruinieren”, sondern das, was eigentlich immer gemacht werden sollte (man nimmt den Mitarbeitern damit nicht jegliche Perspektive und löscht das Studio nicht einfach aus), wenn man sich von einem Studio trennt, weil die Zusammenarbeit nicht (mehr) so funktioniert hat, wie man das mal erwartet hatte