Ninja erklärt, woran Twitch-Konkurrent Mixer scheiterte – Warum er das Ende feierte

Der Streamer Tyler „Ninja“ Blevins (30) hat dank Fortnite noch immer den Kanal mit den meisten Followern auf Twitch. 2019 war er aber zur Plattform Mixer gewechselt. Jetzt erklärt er, warum Microsofts Streaming-Plattform scheiterte und wie freudig er das Ende erlebte.

Das ist die Situation:

Mixer hatte so viel Potential, scheiterte an den Kleinigkeiten

Woran scheiterte Mixer? In einem Interview mit dem E-Sport-Clan 100Thieves sagt Ninja, Mixer sei an scheinbaren Kleinigkeiten und der Unbeweglichkeit des riesigen Konzerns Microsoft gescheitert. Dabei hatte Mixer technisch so viel drauf. Ninja lobt die Vorzüge des Dienstes:

  • Der „Low Latency“-Modus war praktisch instant
  • Es gab keine Begrenzung bei der Bit-Rate, das Bild war unglaublich klar
  • Die Hype-Zone war eine Riesen-Idee – Das war ein Stream, der immer zu den spannendsten Augenblicken eines Battle Royales schaltete
  • Die Streaming-Interactions seien fantastisch gewesen

Ninja sagt:

„Die hatten so viel Potential: Es waren die Kleinigkeiten, etwa Leute auf der Plattform zu halten. Um sich einen Nutzernamen zu machen, brauchte man einen Microsoft-Email-Account. Ist das euer Ernst? Und dann gaben sie dir einen Nutzer-Namen, wie beim Xbox-Live-Account. Das war total nervig, dann musstest du in den Account gehen, komplett aus dem Stream raus, und deinen User-Namen ändern, damit du nicht SuperSquare 69 bist.“

Ninja sagt, seine beiden Brüder und seine Frau hätten die Hilfe von Microsoft gebraucht, um sich überhaupt einen Account zu erstellen. Das sei einfach lächerlich.

Laut Ninja sei es die erste Sache, das man klärt, wie man sich einen Account auf einer Plattform macht. Das war offenbar eine Schwachstelle von Mixer, weil Microsoft die Leute über Mixer unbedingt in das eigene Ökosystem ziehen wollten.

Zudem hätte jeder Verbesserungs-Vorschlag und jede Änderung an Mixer durch den Apparat des Mega-Konzerns Microsoft gehen müssen, mit zig Hierarchie-Stufen und Genehmigungen. Daher habe jeder Vorschlag ewig gebraucht, um wirklich zu einer Änderung zu führen.

Ninja gibt endlich zu: Ihm ging’s doch elend, weil ihm kaum wer auf Mixer zusah

„Doppelt so viel gestreamt wie im Vertrag stand“

Hat sich Ninja denn Mühe auf Mixer gegeben? Ninja sagt, er sei am Anfang mit vollem Ehrgeiz auf Mixer gestartet:

  • Vertraglich musste er nur 150 Stunden im Monat streamen.
  • Die ersten 6 Monate habe er aber 300 Stunden abgerissen

„Ich wollte gewinnen. Es war nicht so, dass ich nur den großen Deal unterschrieben habe und abkassieren wollte. Ich hab sechs Monate lang am Stück doppelt so viel gestreamt wie vereinbart, aber es hat trotzdem nicht funktioniert. Und es lag nicht daran, dass ich nicht gewollt habe.“

Ninja sagte, bei Mixer waren die Zuschauerzahlen einfach ganz anders als vorher. Nur bei Fortnite hatte er überhaupt noch hohe Zuschauerzahlen und auch nur, wenn er ständig gewann und alles super lief. Dann kam er mal auf 10.000 Zuschauer, was für Mixer-Verhältnisse riesig war, aber immer noch winzig im Vergleich zu seiner Twitch-Zeit.

Ninja hat einen Gott als Anwalt, der sich „um ihn kümmert“

Warum hat er sich über das Ende gefreut? Man weiß, dass Ninja einen hochdotierten Vertrag bei Mixer über mehrere Jahre abgeschlossen. Man munkelt, der Vertrag soll ihm 30 Millionen US-Dollar für 3 bis 4 Jahre Streamen auf Mixer zugesichert haben. Als die Plattform Mixer aufgelöst wurden, handelten die Anwälte von Ninja aus, dass er die komplette Vertrags-Summe ausgezahlt bekam, die ihm noch zustand:

  • Obwohl Ninja nur von August 2019 bis Juli 2020 bei Mixer war, soll er die volle Vertrags-Summe erhalten haben. Das bestätigt Ninja auch selbst.
  • Laut Gerüchten soll er sich so 2 bis 3 Jahre Arbeit gespart und 30 Millionen US-Dollar auf seinen Schlag kassiert haben. Die genauen Details des Vertrags sind nach wie vor offen. Ninja sagt lediglich, er sei “ein Jahr früher raus”, führt das aber nicht näher aus. Vielleicht war er also auch nur zwei Jahre exklusiv für Mixer verpflichtet.

Auf die Frage, ob er vorher gewusst hat, dass er die volle Vertagssumme erhält oder ob er viel Zeit mit seinen Anwälten verbringen musste, lächelt Ninja und sagt: „Wir haben die besten Anwälte der Welt.“

Man habe vom Ende Mixers etwa 72 Stunden vor allen anderen erfahren. Aber er habe so sehr Vertrauen in seine Anwälte gehabt, dass er sich sicher war, dass man sich „um sie kümmert“. Dabei grinst Ninja und nennt seinen Anwalt einen Gott.

Letztlich, sagt er, habe man das Ende von Mixer gefeiert. Wenn einem wer sage, man komme früher aus einem Deal raus und erhalte trotzdem das ganze Geld, dann sei das natürlich ein Grund für eine Feier im Haus „Blevins“ gewesen.

Zu der Art, wie er das Ende erlebte, sagt Ninja:

„Es war eine Feier des Augenblicks, aber hey. Oh mein Gott – ich hab die Plattform gewechselt und hatte 100% gute Absichten. Es war für die Industrie, es war natürlich lukrativ und … ich kam früher raus.“

Ninja Jessica Blevins
Ninja und seine Frau Jessica Blevins – Sie feierten, als feststand, dass der Vertrag mit dem Ende von Mixer voll ausgezahlt wurde.

Das steckt dahinter: Noch immer ist unklar, wie viel genau Ninja mit dem Ende von Mixer auf einen Schlag an Geld erhalten hat. Denn man kennt weder die Vertragssumme noch die Laufzeit des Exklusiv-Vertrags.

Aber wenn Ninja über das Thema spricht, kann er gar nicht aufhören zu grinsen.

Er weiß, dass er mit dem Deal wahrscheinlich das Geschäft seines Lebens gemacht haben: Er hat die volle Summe kassiert, ohne die volle Zeit „im Exil“ abseits von Twitch verbringen zu müssen.

Den ultra-ehrgeizigen Ninja wurmten die niedrigen Zuschauerzahlen auf Mixer und machten jeden Tag auf der Plattform zwar zu einem fürstlich bezahlten Arbeitstag, der aber doch an seinen Nerven zehrte und auf sein Ego drückte.

Letztlich feierte Ninja das Ende von Mixer. Viele andere Streamer, die sich auf Mixer einen Kanal aufgebaut hatten, bedauern das Ende der Plattform aber bis heute:

Während Ninja und shroud abkassieren, sind kleine Mixer-Streamer völlig fertig

Quelle(n): YouTube 100 Thieves, dexerto
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N0ma

Wer das ganze Geld in einen Streamer steckt, Ninja, dem fehlt das Geld für die Entwickler. Klar das muss man sich jetzt schönreden.

Prototype

Also zuerst einmal: Wenn ich 30 Millionen bei dem Deal rausgehauen hätte, würde ich auch feiern, bis zum abwinken.

Zweitens: Umständlich, den Nutzernamen zu wechseln? Pft… Via Browser einloggen, Profileinstellungen, Accountname ändern (alle 60 Tage). Easy as that…

Aber ja, Mixer war DIE Alternative zu Twitch. Technisch gesehen sogar die beste. FTL, unlimited Upload. Sparks… Sparks waren richtig nice. Twitch hat da inzwischen mit individuellen Kanalpunkten nachgeliefert, die können aber die Sparks nicht ersetzen.

Ich habe selbst auf Mixer gestreamt. Habe bei Twitch angefangen und bin relativ schnell nach Mixer gewechselt, weil Twitch einfach überbedient ist, technisch nicht mithalten konnte und sich (zumindest damals) scheinbar einen Shidd um die Probleme und Anliegen seiner “Clienten” gekümmert hat.

Auch heute ist Twitch noch immer extrem überbedient, technisch noch immer auf dem Stand von vor 3 Jahren. Als Neuanfänger auf Twitch hast du quasi keine Chance mehr. Die Startseite ist immer gefüllt mit den großen “Streamern”, wobei es in 80% immer “Streamerinnen” sind. Es gibt kaum Abwechslung auf der Startseite. Kleinere Content Creator werden beinahe ignoriert.
Bei Mixer war jeder mal da, wer weniger Erfolg hatte, war auch öfter mal in den vorgestellten Streams.
Es gibt keine Hypezone, sodass man sich einen eigenen Bot schreiben muss, der als Hypezone fungiert. Der jedoch wird, dank Twitch, mega schnell wieder gebannt, weil botting ja nicht erlaubt ist. Und doch gibt es so viele Botaccounts, die einfach ignoriert werden. Die hängen tagelang im channel rum, absolut NULL interaktion, sind erst ein paar Tage, oder gar erst Stunden, alt.
Klar,.sie haben jetzt mit einer neuen Einstellung dafür gesorgt, dass man selbst gegen Hate-Raids präventieren kann, aber das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Ea gibt in ihrem Forum so extrem viele Verbesserungsvorschläge,.die auch schnell und einfach umsetzbar wären. Diese aber würden den großen weniger einbringen, was im Endeffekt Twitch weniger einbringt, alao spielt man hier die “Ich-hab-hier-das-Monopol-also-mach-ich-was-ich-will”-Karte aus und ignoriert einfach die Community und macht nur das, was dem Konzern selbst hilft. Ich sag da nur “Channel-Boost”… War ganz kurz im Test, wurde von der Community abgelehnt (verständlich), wurde aber im Hintergrund trotzdem weiter entwickelt, wie ein Leak kürzlich zeigte.

Aber naja, was will man machen? Solange Sony und Microsoft nicht dafür sorgen, dass man sich seinen Streamingdienst frei wählen kann, wenn man direkt von der Konsole streamt, ist und bleibt Twitch der größte Abstauber.

Daniel (Comp4ny)

Wirklich schade das Mixer gescheitert ist.
Hatte in der Tat eine menge zu bieten und endlich ein würdiger Nachfolger (gewesen).
Da kann sich Twitch noch so einiges abschauen .. aber wie immer, das Geld regiert die Welt.

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