MMORPGs wollen heute alle Zielgruppen ansprechen – Aber funktioniert das?

MMORPGs haben es schwer. Das Genre ist nicht mehr so erfolgreich, wie es einst war. Doch hilft es, wenn sich Entwickler an immer mehr verschiedene Spielstile richten wollen?

Computerspiele verändern sich. Früher waren Rundenkämpfe in Rollenspielen angesagt, heute sind es Echtzeitgefechte. In den 1990er-Jahren waren klassische Adventures ein Verkaufsschlager, heute fristet das Genre ein Nischendasein. MMORPGs drehten sich zu Zeiten von Everquest und Ultima Online um die Freiheiten von Spielern, gemeinsam – oder gegeneinander – in einer gefährlichen Onlinewelt zu interagieren.

guardians-of-ember-artwork
Vereinen MMORPGs zu viele Genre in einem Spiel?

Heute müssen MMORPGs eierlegende Wollmilchsäue sein. Eine Gruppe von Spielern steht auf komplexe und tiefgründige Quests mit spannenden Geschichten, also muss ein MMO dies bieten. Doch andere möchten lieber die Freiheiten einer Sandbox haben mit offenem PvP. Also quetscht man auch dies noch irgendwie mit rein.

Doch Halt! MOBAs kommen derzeit so gut an, da könnte man dieses Spielprinzip doch sicher auch irgendwo unterbringen. Und natürlich dürfen die aktuell so beliebten Survival-Features nicht fehlen. Und wer weiß, vielleicht passt auch noch irgendwo ein Online-Sammelkartenspiel mit rein?

Shroud of the Avatar Kampf und PvP

Doch über all dem vergessen die Entwickler, dass nicht jeder all diese Elemente mag. Es ist immer mit Abstrichen und Kompromissen zu rechnen.

Alle Elemente in einem Spiel zu vereinen, ist mit einem ebenso großen Risiko verbunden, wie ein MMO auf den Markt zu bringen, das sich nur an eine Zielgruppe richtet. Wer sich um Quests und Story kümmern will, der hat vielleicht keine Lust auf PvP, denn wer will schon ständig angegriffen werden, wenn er nur versucht, die Quests abzuschließen? Also ist offenes PvP schon mal keine Option. Damit treten die Entwickler aber den PvP-Fans auf die Füße. Denn diese möchten im Prinzip immer dieses Gefühl der Gefahr haben und jederzeit angreifen und angegriffen werden können.

Möglichst viele Spieler zu vereinen für große Gruppeninhalte wie Raids kommt sich dann mit den Survival-Elementen in die Quere, bei denen die Spieler schließlich das Gefühl haben sollen, alleine in einer feindlichen Umgebung zu sein und hier überleben zu müssen. Wer wie das Entwicklerteam von Shroud of the Avatar ein Sammelkartenspiel in die Kämpfe einbaut, der muss mit der Kritik derjenigen rechnen, die sich für ein MMO ein klassisches Tab-Targeting-Hotbar Kampfsystem vorstellen.

Neverwinter-Nasen
Man kann es keinem recht machen

Es ist ein Spiel mit dem Feuer. MMORPGs können sehr lukrativ sein. Denn ein gutes MMO wird treue Fans an sich binden, die bereit sind, für Zusatzinhalte Geld auszugeben. Außerdem ist es aufgrund der laufenden Kosten durch die Serverinfrastruktur und eine stetige Weiterentwicklung notwendig, Geld einzunehmen. Vor allem kleineren Indie-Studios kann es schnell zum Verhängnis werden, wenn der Rubel nicht mehr rollt.

Die Möglichkeiten sind also: Sich an eine Zielgruppe zu richten und Gefahr zu laufen, nur eine kleine Nische abzudecken oder, ein Spiel zu entwickeln, welches viele Spielstile vereint und sich an ein breites Publikum richtet.

Doch mit diesem Mix vergrault man vielleicht viele Spieler. Gibt es die eine Formel, mit welcher ein Erfolg garantiert werden kann?

Blizzard hat dies mit World of Warcraft erreicht und viele versuchten, es zu kopieren. Mit kaum Erfolg. Denn das Genre birgt noch ein weiteres Problem: Wer sich in ein MMORPG stürzt, der braucht in der Regel kein zweites. Denn die Spiele fressen viel Zeit (und mitunter auch Geld).

Und selbst, wenn man noch ein zweites MMO spielt, wer braucht ein drittes? Vor allem dann, wenn sich alle sehr ähnlich spielen. Die zündende Idee zu finden, die dann auch wirklich gut ankommt, ist nicht einfach. Selbst auf die Spieler zu hören führt nur zu vielen unterschiedlichen Ansichten. Die eine Gruppe möchte ein MMO mit offenem PvP haben, die andere ein reines PvE-MMO. Wieder eine dritte Survival und eine vierte eine Sandbox. Geschmäcker sind eben verschieden und Computerspiele verändern sich.

Ob es wirklich das Allheilmittel sein kann, MMORPGs zu einem Mix aus vielen verschiedenen Genres zu machen, wird sich noch zeigen.


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schaican

natürlich ist es wirtschaftlich von vorteil wenn ne firma versucht alle spielergruppen anzusprechen, bestes beispiel BdO
bis auf sandbox ist für jeden was dabei aber daher ist es auch für viele “weder fisch noch fleisch”.

twitch.tv/xycupid

Dark Age of Camelot war für mich das perfekte Spiel.

Subjunkie

Wollen sie das? Also bei Elder Scrolls Online habe ich ehr das Gefühl, dass sie eine ganz bestimmte Zielgruppe ansprechen wollen, aber das mag auch nur mein persönlicher Eindruck sein.

Lootziffer 666

tja was soll man da sagen. also ein mmo sollte für mich schon eine gewissen vielfalt bieten. das liegt wohl daran, dass man das game auch über eine sehr lange zeit spielen möchte, reines pvp zum beispiel würde mich nie ausfüllen.
aber sowas wie survival elemente, gehören für mich absolut nich in ein mmorpg, find ich total daneben.
was mir persönlich immer extrem wichtig war, ist, das man eine sehr hohe spielvielfalt mit der lieblingsklasse hat. sprich: skills, eigenschaften die man in verschiedenster weise ausbauen kann, und vllt auch aussehen (das wäre aber nebensächlich)
leider fehlt das in vielen mmos.
jedes 2te verspricht unglaubliche klassenvielfalt und spielweisen, und letztendlich hat man fast immer nur 2 sinnvolle wege, eine klasse zu spielen.
fazit: ein mmo muss nicht alles können. meiner meinung nach sollten mmorpgs sich einfach auf die kernelemente konzentrieren (zumindest einige)
und was viele jedes mal falsch machen, ist halt die klassenbalance bzw komplexität einer klasse.
ich hasse das konzept, so billig wie möglich, damit auch der letzte vollidiot das spiel versteht

Congh am Drücker!

Wichtig ist, sowie Blizzard es auch geschafft hat, ein MMO zu erschaffen, das durch Eigenständigkeit nur so strahlt. Das Warcraft Universum an sich ist wahnsinnig vielfältig und hat nun schon Jahre der Freund- und Feindschaften zweier Fraktionen aufm Buckel.. Das nächste MMO das gegen WoW antreten möchte, muss erst einmal ein Universum schaffen, das die Spiele so fängt wie das von Warcraft. Damals war es technisch auf dem neusten Stand.. (sowie ich das mitbekommen hatte, als ich jünger war) .. heute muss es genau das bieten, was eine Engine hergeben kann und morgen noch viel viel mehr. Schlimm ist, das Entwickler versuchen sich auf lukrative Vorgänger zu beziehen (oft Spiele von anderen Entwicklern) .. Kopieren und Einfügen, ist Öde geworden..

Für mich persönlich kommt nur noch ein Sandbox-MMO neben Star Trek Online in Frage, das ich auf längere Zeit daddeln werde.. und mit Sandbox mein ich, wirklich Sandbox.

Xehanort

Wow hatte aber auch den Vorteil das Warcraft eine bereits lang eingeführte marke war und bereits vorher ein hohes Ansehen genoss und viel Konkurrenz gab es damals auch nicht

Caljinar

WoW ist nicht nur auf Grund des Universums erfolgreich geworden. WoW hatte vor allem nahezu keine Konkurrenz als es auf den Markt kam. Zusätzlich hat Blizz sich damals äußerst gut bei EQ1 bedient um Gameplay Elemente für WoW zu definieren. Man könnte auch sagen, Blizzard war damals mit WoW zur richtigen Zeit am richtigen Ort. :p

phreeak

Black Desert und GW2 waren in den letzten 10 Jahren die einzigen mmos, die mich länger als 2 Monate bei Laune gehalten haben… Bei gw2 war es aber irgendwann so, dass diese Freiheit verloren ging, was man sich immer so groß auf die Fahne geschrieben hat, mit diesem Erfolgskram.. Also “mach dies und bekomm das.. Du musst dies aber machen, weil anders bekommst du es nicht und du brauchst es für was anderes..” hab mich gezwungen gefühlt Inhalte zu spielen, auf dennen ich kein bock hatte. Black Desert macht mir hingegen sehr viel spass im moment.. Aber weil ich mich nur aufs pve konzentriere und nicht so stark dem gear Hinterher laufen muss,, wie die pvpler… Ist zwar nen grinder, aber man kann vieles anderes machen, wenn man Grad kein Bock drauf hat.

Caljinar

Ich kann mich deinem Kommentar nur zu gut anschließen. Auch mich haben GW2 (nicht mehr) und Black Desert (immer noch) am meisten begeistert. Ich glaube das dies vor allem daran liegt, dass sowohl GW2 als auch BD nicht dem 0815 MMORPG entsprechen und dadurch ein anderes Spielgefühl vermitteln.

Bodicore

Na dann sprecht mich mal an… Als PvE Spieler ist man ja fast eine Minderheit im PvP Wald.

Dahoo

Oh täusch dich da nicht , die PvP Spieler sind nur meist lauter und weniger für sich.

Fain McConner

Ja, das sehe ich auch so – meist sind die ersten leeren Server die PvP-Server.

Kopsalatin331

Ich persönlich bin gespannt auf Pantheon: Rise of the Fallen, die sagten sie wollen nichts komplett neues machen, sondern sich lieber auf altbewährte Strategien und Gruppenspiel, sowie die Erkundung konzentrieren, jedoch gibt es da ein oder zwei Sachen die mich im Moment davon abhalten dieses Spiel aktiv zu unterstützen: Punkt 1: Es wird vermutlich nicht auf deutsch erscheinen, zumindest habe ich davon bislang nichts gehört, Punkt 2: ich würde die Entwickler gerne unterstützen, jedoch lebe ich in Deutschland und weiß nicht wie ich mit US-Dollar bezahlen soll, Punkt 3 (der irgendwie zu Punkt 2 gehört): welche Bezahlmethoden würde es bei diesem Spiel geben, ich zahle immer gerne “anonym” und benutze die Paysafe-Card (vorzugsweise über Steam), würde es die da auch geben?
Ob es ein Abo-Modell wird (wenn es nicht zu teuer wird), ein Buy to Play wo man einfach nur die Erweiterungen immer neu kaufen muss und einen kosmetischen ingame-shop (bevorzuge ich) oder ein Free to Play (was ich nicht hoffe), ist mir relativ egal….aber ich hätte es schon gerne in deutsch und mit der Möglichkeit per Paysafe zu bezahlen…..Mein Interesse ist schon sehr groß. ^^ (und in meinen Augen muss ein Spiel nicht alles bieten).

Dahoo

Mein tipp ,Finger weg. Wenn du etwas Mmo Erfahrug hast must du nur mal die Unterstützerpakete genau unter die Lupe nehmen. Dann wird sehr schnell klar
das hier sowohl das spiel gekauft werden muss , noch dazu Spielzeit wie in nem Abo. Und oben drauf nen Itemshop mit Inventarerweiterungen wartet… ein Witz

Ps: versuch mal was im Forum zu Schreiben ohne zu zahlen …. dann verstehste was ich meine.

Nookiezilla

Dein letzter Punkt trifft zb auch auf WoW zu. Sehe da ehrlich gesagt kein Problem. Hat auch seine Vorteile, die Trolle sind weniger verbreitet.

Dahoo

Wenn du das zahlen willst ,ok . aber da bist du glaub ich ziemlich einsam. Naja ich guck nochmal zum Release , aber wenn es so wird wie
es jetzt scheint bleibe ich bei, Finger Weg!

Nookiezilla

Ich bin einsam, wenn ich für ein Spiel zahle? hö?

Dahoo

ja, wenns eben nur wenige sind die darauf reinfallen.

Hugo Oliveira

Reinfallen? Bitte was? Man wird ja wohl darüber aufklärt, was man sich mit einem Abo dazu kauft. Du bist dir glaube ich über der Bedeutung von ” darauf reinfallen ” nicht ganz bewusst.

Dahoo

Du bist dir einigen Sachen nicht bewusst , viel Spaß beim Geld wegwerfen und lerne gut was abzocke in Spielen mit reinfallen zu tun hat….

Comp4ny

Ich habe quasi sprichwörtlich sämtliche MMOs über die Jahre gespielt oder angespielt die es auf dem Markt gibt. Und momentan gibt es für mich kein einziges MMO, was mich wirklich über viele Monate oder gerne auch Jahre binden kann.

Ich distanziere mich zunehmen von klassischen 0815-MMOs, wozu auch WoW gehört, und bin eher ein Fan von Sandbox-MMOs.
Beispielsweise sowas wie Albion Online was ursprünglich 2016 raskommen sollte oder freue ich mich auf Chronicles of Elyria was einzigartige Elemente beinhalten wird in einem MMO welche noch niemand bisher umsetzte.

Stichpunkt: Lebenszyklus bis hin in den Alterstod.
Oder auch viel Essen macht Dick sowie Kämpfe hinterlassen spuren usw.

Ich bin gespannt wie es am Ende wird. So vieles was ich mag und mir in einem MMO wünschen würde aber niemand in nächster Zeit wohl umsetzen wird.
Spiele wie Star Citizen wo früher viel Versprochen doch am Ende wird es alles nicht mehr einhalten geschweige auch sicherlich ganz anders gespielt wird…. wenn es den jemals erscheinen wird.

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