Mein-MMO-Interview mit Trions CEO: Warum ArcheAge anders ist

ArcheAge, ein MMO mit Sandboxelementen und koreanischen Wurzeln, geht nächsten Donnerstag in die geschlossenen Beta über. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Interview mit Scott Hartsman, dem CEO von Trion Worlds und Executive Producer von ArcheAge.

scott-hartsmann

Bevor WildStar erschien, sprachen die Entwickler bei Carbine davon, dass sie ehemalige World of Warcraft-Zocker für das Spiel begeistern möchte. The Elder Scrolls Online hat ziemlich deutlich Fans von Skyrim und anderen Single-Player-RPGs im Visier. Welche Spieler sind ihre Zielgruppe? Welche MMOs oder andere Games hat ein typischer ArcheAge-Spieler bereits hinter sich?

Schöne Frage! ArcheAge zielt auf Spieler ab, die sich nach einer offeneren und freieren MMO-Erfahrung sehnen. Im Kern ist es eine Sandbox, mit Themepark-Elementen am Empfang, als Einführung. Stellen Sie sich die befriedigende Tiefe von Ultima Online oder Star Wars Galaxies vor, mit dem komplexen Crafting-System und der Möglichkeit, ein Stück der Landschaft zu besitzen. Dazu die Intrigen, das PvP und die Piraterie von EVE Online, und ein maßgeschneidertes Klassen-System wie bei Rift.[quote_box_right]Jake Song ist der koreanische Entwickler von ArcheAge und hat vorher an Lineage mitgearbeitet. XLGAMES ist die Firma, die ArcheAge in Korea entwickelt.[/quote_box_right]

Diese Zusammenstellung ist etwas, das ich schon immer in einer Fantasy-Welt sehen wollte. Seit wir das erste Mal davon gehört haben, dass Jake Song so etwas für die heutige Zeit plant, freuen wir uns darauf. Und wir sind sehr froh darüber, dass wir mit XLGAMES zusammen an diesem Spiel arbeiten können.

Glauben Sie, dass sich die MMO-Spieler nach einem Sandbox-MMO sehnen? Und was glauben Sie ist der Grund dafür, dass sich ArcheAge in Europa und Nordamerika so einer Beliebtheit erfreut?

Ich denke, es liegt genau an dieser Sehnsucht. Zwar gab es einige solide Sandbox-Spiele, aber kaum eines war in AAA-Qualität und vor dem Hintergrund so einer unglaublich schönen Welt. Wir als Spieleindustrie haben uns in der letzten Generation damit beschäftigt, immer sorgfältiger polierte Themeparks zu entwickeln. Auch die haben Spaß gemacht. Aber ihre Zahl hat die der Sandboxes bei weitem überflügelt. So wie ArcheAge jetzt aufgenommen wird, können wir sehen, dass es auf jeden Fall eine große Zahl von Leuten gibt, die sich nach einem solchen Sandbox-Spiel gesehnt haben.

ArcheAge Sandbox

Es sieht so aus, als gebe es zwei große Spielergruppen in ArcheAge, die vielleicht Probleme miteinander kriegen könnten. Die einen legen viel Wert auf PvP. Die anderen sind Erbauer und möchten etwas in der Umgebung erschaffen. Könnte es nicht sein, dass es zwischen den beiden Spielergruppe ständig zu Disharmonie kommt, wenn die eine Gruppe ganken und große Schlachten führen möchte, und die anderen Spieler wollen Händler, Siedler, Handwerker oder Baumeister sein? Wie sollen diese beiden Gruppen im Spiel zusammenleben?

Wenn Spieler mit einander indirekt in Konkurrenz stehen oder in einen direkten Konflikt verstrickt sind, ist genau diese Disharmonie das Element, das viele Sandbox-Spiele interessant macht und ihnen Würze verleiht. Was wir auch feststellen: Sogar Leute, die anfangs überhaupt kein Interesse am PvP haben, interessieren sich nach und nach doch dafür, durch ihr Umfeld und ihre Kontakte im Spiel. Sie wollen ihren Freunden und Gilden helfen. Jeder will, dass das eigene Team gewinnt.

Aber für die richtigen Puristen, die sich überhaupt nicht für PvP interessieren, gibt es Stellen in der Welt, wo sie vollkommen sicher sind, um dann aus sicherer Entfernung ihren Beitrag zu leisten.

Ich muss das einfach fragen. Sie hatten dieses Meeting mit XLGAMES vor einiger Zeit, wo darüber entschieden wurde, dass ArcheAge im Westen mit 1.2. startet. War damit jeder einverstanden? Wie muss ich mir so ein Meeting vorstellen? Gibt’s da einen großen Konferenztisch, 5 auf einer, 5 auf der anderen Seite und jeder ist bierernst? Wie war die Stimmung?

Hahaha, es war nicht so wie im Film. Auf beiden Seiten war man sehr nachdenklich darüber, ob es gelingen würde mit 1.2. live zu gehen, ohne dass sich der ganze Ablauf dadurch zu sehr verzögert. Aber beide Teams wollten es unbedingt schaffen, wenn es nur irgendwie möglich war. Ich würde die Stimmung als bedächtige Vorsicht mit einem Schuss Euphorie angesichts der Möglichkeiten beschreiben.

Wird es eine deutsche Lokalisierung geben und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt?

Yep! Wird es geben, sie wird noch während den Beta-Tests kommen. Wir werden in den nächsten Wochen bekanntgeben, zu welchem Beta-Test ungefähr damit zu rechnen ist. Die ersten Übersetzungen während der Beta werden noch ziemlich grob sein. Je näher wir dem Release rücken, desto feiner und eleganter wird die Übersetzung werden.

Im ersten Schritt schreiben wir den Originaltext um und übersetzen erstmal alles in Englisch, damit wir eine gemeinsame Grundlage für die anderen Sprachen haben. Das ist wichtig, weil wir Änderungen auf einer völlig fiktionalen Ebene durchführen. Das ist viel mehr als eine bloße Übersetzung.

Wenn dann jeder zufrieden mit den Änderungen, den Rewrites, ist, übersetzen wir es parallel zueinander ins Deutsche und Französische. Dabei achten wir darauf, dass noch alles ins UI passt, um den AAA-Feinschliff zu gewährleisten, den wir erwarten. Wir haben das ehrgeizige Ziel, zum Release mit einer ausgefeilten und fertigen Lokalisierung an den Start zu gehen.

Wie wichtig ist der deutschsprachige Markt für ArcheAge?

Der deutsche Markt ist für uns extrem wichtig. Wichtig genug, um ein Datenzentrum in der Nähe zu haben, eine eigene Lokalisierung und eigene Server.

ArcheAge Serpentis

In letzter Zeit gab es einige Probleme mit Rift in Deutschland. Die deutsche Facebook-Page zu Rift wurde ungefähr ab dem September 2013 nicht mehr aktualisiert und vor ein paar Wochen erst mit der englischen Facebook-Seite zusammengelegt. Wird es in irgendeiner Form ein deutsches Community Management geben oder eine deutsche Facebook-Seite? Wird’s für deutschsprachige Spieler die Gelegenheit geben mit den Entwicklern zu reden? Irgendwas, wodurch sie das Gefühl haben, es wird sich um sie gekümmert?

Wir versuchen immer zu wachsen und uns zu verbessern. In einer sehr kurzen Zeit sind wir von einer Firma mit nur einem MMO zu einer mit vier MMOs geworden. Eine Firma, die PC und zwei Konsolen abdeckt, eine eigene Plattform hat und zehn neue Vertriebspartner – mit Spielern aus fast allen Ländern der Welt!

Es gibt immer noch Bereiche, in denen wir uns verbessern möchten. Und um das zu schaffen, haben wir die Kommunikation in unseren Foren zentralisiert. Wir bieten einen kompletten Kundenservice in allen von uns unterstützen Sprachen an. Mit der besten Antwort-Zeit unter allen MMO-Firmen, wie uns unsere Nachforschungen sagen.

Viele Ports von Asien-MMORPGs in den Westen leiden unter den endlosen Wartezeiten auf ein Update oder einen Patch. Oft hinken wir der Original-Version um Monate hinterher. Kann das auch für ArcheAge zu einem Problem werden?

XLGAMES sind ziemlich fantastisch in dieser Hinsicht. Sie möchten uns dabei helfen, unsere Version so aktuell wie möglich zu halten. Es wird einige Verzögerungen geben, schon allein durch die Menge an Arbeit, die wir investieren müssen, aber unsere Gebiete sind sehr wichtig für XLGAMES. Und beide Seiten wollen alles dafür tun, dass die NA/EU-Version so aktuell wie möglich ist.

Viele Leute waren ziemlich froh darüber, als sie gehört haben, dass Trion Worlds ArcheAge für das Publikum im Westen vertreiben und umsetzen würde. Wieviel Einfluss haben Sie darüber, in welche Richtung sich das Spiel entwickelt?

Danke! Wir arbeiten regelmäßig mit den Teams von XLGAMES zusammen, und deren Chef von ArcheAge hat uns mehrfach versichert, dass man auf unsere Wünsche Wert legt und uns dabei unterstützen möchte. Ehrlich gesagt: Wir lernen dabei genau so viel (wenn nicht noch mehr) über ihren Markt und ihre Design-Ideen wie sie über unsere.

ArcheAge

Könnte es zukünftig einen „europäischen“ Weg geben, auf dem sich ArcheAge entwickelt, wenn es in Korea nicht so läuft, wie man das möchte?

Unsere Version hat auch jetzt schon einige „westliche“ Anpassungen, wenn man sie mit der Original-Version vergleicht, wie sie in Korea oder China gespielt wird. Vor allem im Balancing des Handels-System oder bei den Labor-Points. Einige der größten Änderungen betreffen die Mikrotransaktionen. Hier unterscheiden sich die Trends im Westen und Osten stark voneinander. Bei XLGAMES hat man uns sehr dabei geholfen, unsere Vorstellungen umzusetzen.

Sie sind jetzt seit fast 30 Jahren in der Spielebranche tätig. Ist die Technik jetzt auf einem Stand, mit dem Sie die Spiele entwickeln können, von denen Sie immer geträumt haben?

Ja, und wir werden immer weiter gehen können. Als ich zum ersten Mal etwas mit virtuellen Welten zu tun hatte oder mit Abenteuerspielen, die in diesen Welten stattfinden, ging es darum, dieses lebensverändernde Gefühl zu verankern, an einem anderen Ort zu sein, zusammen mit anderen echten Menschen und da Dinge zu tun, die man im richtigen Leben nie hätte tun können. Damals wie heute dreht sich alles darum, dieses Gefühl zu erzeugen.

War es früher eine kreativere Arbeit, mit der Vorstellungskraft der Spieler zu arbeiten?

Mit Text-basierten Welten war es auf der einen Seite leichter die Phantasie anzukurbeln. Alles lag in den Worten, so wie in einem Buch. Beim Stand der Grafik und der Audio-Technik heute, ist es viel mehr Arbeit, um dieses Gefühl zu erzeugen. Aber zugleich haben wir enorme Fortschritte im Gameplay gemacht und bei der Technik.

Auch heute noch gibt es aufregende Gebiete, zu denen wir vorstoßen können. Wir wollen dieses große, dieses ideale Ziel erreichen, jemanden an einen anderen Platz zu versetzen, in eine epische, phantasievolle Welt. Die Reise wird in die Virtuelle Realität gehen und darüber hinaus führen. Bei einer Sache bin ich mir sicher: Die nächsten 30 Jahre werden noch aufregender! Es wird phantastisch.

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Rey

Hey Gerd,

tolles Interview. Weiter so.

Und zur „kleinen“ Diskussion da unten: lass dich nicht nerven. Es gibt immer wieder Menschen, denen es an Basisverständnis von Betriebswirtschaft, Marketing und Marktanalyse fehlt. Diese Menschen werden aber eben auch nie glücklich, mit ihrer ewigen Jagd nach „damals“.
Davon ab ist es wichtig, dass es Menschen wie dich gibt, die sich nicht an einer „anderen“ Entwicklung gegenüber „damals“ stören und zu Grunde gehen, sondern sich anpassen. Eine andere Wahl bleibt nicht und mit einem offenen Geist findet man auch hier wieder ein Spiel, ein schönes Zuhause.
Die Engstirnigkeit, Einfallslosigkeit und der ewige Drang, das auch noch in einem intelligent aussehenden Kommentar darstellen zu wollen, werden nie verschwinden.

Du machst das toll. Ich lese deine Artikel gern und erfreue mich an der kritischen und sachlichen Art und Weise mit der feinen Note deiner eigenen Meinung. Das ist die richtige Mischung.

Liebe Grüße, Rey

Noob

Da habe ich aber nur zu schreiben „Du bist Naive und hast am wenigsten Ahnung von
Basisverständnis von Betriebswirtschaft, Marketing und Marktanalyse das zeigst du ganz Deutlich bei deinen Posting.
Man muss lernen können und Verstehen aber leider gibt es nur wenige die das können.

Man braucht Verstand und auch etwas Intelligenz um zu sehen was man nicht sichtbar ist und man muss Lernen was du nicht siehst.
In der Zufriedenheit kannst du Lernen deinen Spaß zu Finden
Im Konsumzwang gehst du durch die Hölle und Spaß ist nicht dein Antrieb.

Duschbier

Solche Pseudoweisheiten findet man ja sonst eher in Glückskeksen. „Man muss lernen können und Verstehen aber leider gibt es nur wenige die das können.“ Ui und du gehörst jetzt dazu? na das ist ja dann ganz großes Kino Junge willkommen bei der Elite, ach sind wohl wieder Ferien? „sehen was nicht sichtbar ist und man muss Lernen was du nicht siehst.“ hahahahaha, sagmal kiffst du? „In der Zufriedenheit kannst du Lernen deinen Spaß zu Finden“ gleich noch so ein Brüller hahahaha. Jetzt hab ichs, bist du vielleicht ne Nonne? „Im Konsumzwang gehst du durch die Hölle und Spaß ist nicht dein Antrieb.“ das nenn ich mal ein perfektes Beispiel für altchristliches Weltbild. Jetzt bin ich mir sicher du bist ganz bestimmt eine kiffende Nonne die Karl Marx inhaliert hat.

Noob

Ich sehe was nicht Suchbar ist
Ich Höre was unhörbar ist
Ich Denke was undenkbar ist
Ich spreche was ansprechbar ist

Du Pseudoweisheiten kannst es so benenne denn es ist nicht mein Problem sondern wird dein Problem.
Wichtig ist nur der Erfolg den du erreichst und wenn du mal gewisses Alter erreichst wirst du es erkennen und hoffentlich nicht zu Spät.

Ob ich dazu gehöre kann ich nicht behaupten aber ich versuche es zu verstehen.

ich habe kein Problem mit deiner Kritik denn sie ist dein Problem und deine Wut damit muss du selber fertig werden.

Rey

*lacht* Und noch einer, der es nicht schafft, den Rand zu halten und seinen Mist posten muss.
Viel habe ich nicht zu sagen, weil ich kann es nicht ernst nehmen. Davon ab möchte ich hier nicht wieder das Fass aufmachen, daher nur ein paar Ansagen von mir:

1. Bevor du kritisierst, achte auf deine Rechtschreibung. Groß-/Kleinschreibung wäre mal eine Basis um ernst genommen zu werden. 🙂
2. Dein Post ist nichts anderes als „DU hast keine Ahnung, aber ich!“ – keine Argumentation, keine Belege, nichts. Von daher für jede Debatte so wertlos wie ein Sack Reis in China.

Das war’s schon! Viel Glück!

P.s.: Antworte gar nicht erst drauf – ich werd’s nicht lesen. 😉

noob

Alle mit soviel Wut Geladen 😀

Aber das muss du Wissen was du tust und nicht tust denn du Zahlst den Preis.

Xerang Zane

„Das Problem ist auch nicht der Kapitalismus, sondern das heute alle nur noch auf das schnelle Geld aus sind, während man früher noch längerfristig investiert hat, aber alle sind gierig auf das schnelle Geld geworden…“

Doch genau das ist ein Problem des Kapitalismus. Es ist eine Folge davon.
Es ist eine Folge der Bewußtseinsentwicklung, sprich der Sozialisierung der Einzelnen im ideologisierten Konkurrenzwettbewerb und es ist eine Folge der Kapitalkonzentration nach oben hin, die die gesamte Gesellschaft immer zwanghafter nach wirtschaftlichem Wachstum
und Innovationen streben lässt.

Weiterhin empfinde ich die Oldschool-Mmorpgs nicht als weniger linear und tiefgründiger, sondern lediglich von der Mechanik schwieriger zu durchschauen und zu erlernen. Wer dort dann aber hineingefunden hatte, durfte sich selbst zu einem Kreis von Erlesenen zählen, die manches besser wussten als alle Anderen, die als Casuals nur 8 Stunden und weniger Zeit in der Woche Zeit zum Spielen hatten. Letztlich sahen sich dann aber auchdie Pros mit derselben stumpfsinnigen Mechanik wieder und wieder konfrontiert. Die Mechaniken wurden heute leichter zugänglich gemacht das was sie transportieren ist jedoch so banal wie seitjeher.
Deshalb war doch WoW erst so einsteigerfreundlich. Nun aber vonTiefgrund oder Vielschichtigkeit zu reden, halte ich schlicht für unangebracht. In vielen Belangen waren die Spiele damals sogar um einiges banaler als die heutigen Games.

Ich sehe den Grund für die Frustration vieler Leute in diesem Genre in einer ganz anderen
Dynamik, nämlich im Verlust der oben bereits genannten Exklusivität. Diese Exklusivität wirkt sich auf unterschiedliche Weise aus. Ich möchte nur auf eine Spielart davon eingehen, um nicht auszuschweifen. Grundlegend ist der Sachverhalt jedoch komplex und hat meines Erachtens auch viel mit der obengenannten Sozialisation des Individuums als Konkurrenzsubjekt im herrschenden Paradigma zu tun. Früher gab es nur wenige Welten. Heute erscheint gefühlt alle zwei bis drei Monate eine neue Welt auf dem Markt. Weil die Zeit
begrenzt ist und man nicht alles spielen kann, muss sich jede Welt mit derjenigen messen können, die man zuvor gespielt hat. Zusätzlich schleicht sich zunehmend das Gefühl ein, man könnte etwas verpassen, wenn man sich die neue Welt nicht anschaut, oder besser gesagt wenn man ihr keine Chance gibt, einen Platz im eigenen Herzen zu erobern.

Das ist das Witzige an all dem virtuellen Zeug: Man jagt schließlich nur Fetischwerten nach, die keinen reellen Wert haben und die beliebig oft vom Entwickler vermehrt werden können, sprich es hängt einzig und allein vom Entwickler ab, ob es eine Knappheit an diesen Werten gibt oder nicht, ganz anders als in der Realität. Durch die massive Zahl an Spielern, die diese Welten bevölkern, entwickeln die Fetischwerte immer mehr eine Eigendynamik und werden so
in unseren Köpfen immer realer und wichtiger. Denn auch wenn wir uns für aufgeklärte und mündige Menschen halten, Hypes funktionieren und die psychologisch subtil ausgeklügelten
Werbestrategien der Wirtschaft funktionieren auch. Ebenso funktionieren die Dopaminausschüttungen in unserem Gehirn, die die Spielefirmen mit psychologisch immer ausgeklügelteren Systemen zu triggern vermögen. Warum sind wir denn sonst so gierig auf diese Spiele? Der Mensch ist nun einmal ein soziales Wesen, egal wie sehr uns der Konkurrenzwettbewerb das auch abgewöhnen will. Und deshalb wird das leuchtende
Zweihandschwert auch umso begehrenswerter, je mehr Spieler das ebenso empfinden und die ihm deshalb mit derselben Inbrunst nachjagen.Diejenigen unter uns, die jedoch schon lange in diesen Spielen herumjuckeln, für die entwertet sich der Fetischwert mit jedem neuen Produkt. Ich empfinde das als äußerst logisch und beobachte das auch bei mir. Hatten Sie im ersten Spiel noch etwas erreicht, das sich nach all der investierten Zeit episch und großartig anfühlte, so war es im darauffolgenden Produkt schon wieder ein wenig abgedroschener und wurde zusätzlich durch die schnell wieder abwandernden Massen zusätzlich entwertet. Die Heuschrecken sind ja auch nur auf der Suche nach dem heiligen Gral. Und dann erscheint auch noch in einem halben Jahr das nächste Spiel, mit einem anderen interessanten Feature, einer etwas schickeren Grafik oder, oder, oder. Muss man ja zumindest mal ausprobieren. Klar, das kurbelt die Wirtschaft an. Und die Nachfrage nach immer komplexeren Welten, die immer größer und wichtiger für unser Leben werden, wird ebenfalls immer größer.

Ich will hier keine Verschwörungsszenarien an den Horizont unserer Gesellschaft malen, aber ja, ich wähle die blaue Pille. Und ja, dieser Artikel hat auch mich neugierig auf Arch Age gemacht.

Duschbier

Du beschreibst mit großen Worten einfache Tatsachen die weder neu sind noch in diesem Zusammenhang überraschen können. Es liest sich als ob du dir erst beim Schreiben Gedanken über deine Aussage gemacht hast, große Kreise gezogen aber dann etwas Richtungslos geblieben. „ein Problem des Kapitalismus“ Hast du grad Karl Marx gelesen? 😀 Also ja der Mensch ist unter der dünnen zivilisatorischen Eierschale ein von simplen Wünschen getriebenes Wesen das sieht man auch täglich in den Nachrichten, aber und das vergessen eben viele ist er auch das einzigste Wesen welches sich darüber bewusst werden und seine achso primitiven Wünsche abstrahieren und über Umwege befriedigen kann. Damit wären wir bei Computer, Wissenschaft und Virtuellem Holzknüppel. Ich finde das ist beachtenswert und garnicht gering. Übrigens muss ich Gerd mal beistehen denn wenn die Leute hier anfangen ihre Depressionen über Gott und Die Welt auszu…tzen, dann ist das eher eine schlechte Idee dafür gibt es bessere Orte. Auch ich beklage gerne mal dies und das und wünsche mir mein Hobby so wie ich es will, aber ich warte dann einfach ab oder suche weiter und ich hoffe ich werde dabei nicht so zynisch und beginne andere Menschen als Heuschrecken zu bezeichnen. Sehen wir uns doch ersteinmal alle zusammen im Spiel und urteilen dann jeder für sich ob der Schuh passt und das neue Zweihandschwert genug glitzert nach der Verzauberung. 😉

Xerang Zane

Anstatt meine Aussagen einfach zu klassifzieren und zu kategorisieren, wie es der achso wertneutrale Wissenschaftsapparat ja unablässig tut, um alternative Theorien zu diskreditieren und um finanzkräftige Interessen als unbestreitbare Tatsachen vor dem Volke darzustellen, könntest Du gern auch auf den von mir gemachten Gesamtzusammenhang eingehen.
Die von Dir aufgeführten Aspekte sind ja zugegeben in meinem Text enthalten, aber lassen sich nicht darauf reduzieren. Aber ich will hier jetzt auch kein großes Fass aufmachen. Ego streicheln macht Spaß, aber darauf liegt nicht mein Hauptaugenmerk.
Ich finde es nur immer wieder witzig, dass man in der Äußerung einer Kritik am Bestehenden, eigentlich selbst schon automatisch zum Projektor seiner eigenen Depression und Unzufriedenheit mit der Welt wird. Mag vielleicht auch richtig sein, muss aber nichts am Wahrheitsgehalt der Kritik ändern.
Doch was ist es, was die Menschen gerade hier in unserer Gesellschaft, wo wir bis in die virtuelle Realität hinein zu sublimieren vermögen, und ja das ist faszinierend und überhaupt nicht gering!, reihenweise so unzufrieden und depressiv macht?

Gerd Schuhmann

Ich finde deine Ausführungen schlüssig und hab das gestern auch mit einem Nicken gelesen. Es ist natürlich schon ein Stück weit deprimierend, sich über Dinge so Gedanken zu machen, die normalerweise unter einem emotionalen, etwas dumpfen Schleier liegen. Ich wollte schon schreiben, ob du auch noch die Unmöglichkeit der Liebe beweisen möchtest, wenn du schon grad im Lauf bist.

Mir ist das oft zu technisch und zu sehr auf die kalten Fakten bedacht und auf Spielmechaniken in einem „Reinraum“. Ich denke, dass viele Leute ihre Befrieidgung aus MMOs nicht zu 100% aus den eigentlichen Spiele ziehen, sondern wegen der Mitspieler. Hartsman sagt ja auch in in dem Interview – in der wie ich finde wirklich tollen Antwort auf die letzte Frage -, dass es immer darum ging „eine Gruppe“ von Spielern in eine andere Welt, in eine andere Situation zu bringen. Und dann können da gruppendynamische Prozesse stattfinden, in „simulierten Extremsituationen“, die man anders nicht haben kann, Erfahrungen, die es anders nicht gibt. Das sind auch meine Erfahrungen in MMOs. All meine positiven Erinnerungen kommen aus Situationen, in denen Mitspieler wichtig waren.

Wenn ich manche Kommentare lesen, die sich den MMOs auf eine mittlerweile antagonistische Art nähern („Ich hab mit dem Genre abgeschlossen“) und auch mir und unserer Seiten gegenüber offen feindselig sind, weil wir Spaß an MMOs haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass da der „soziale Aspekt“ so ausgeprägt ist wie bei anderen Spielern. Dieser Gruppen-Aspekt taucht da nie auf. Allerhöchstens im Sinne von: Früher gab’s viele wie ich, die haben aber alle aufgehört und ich bin der letzte Mohikaner.

Der andere Aspekt, du nennst ihn „Fetisch“, ich würde sagen diese Karotte, die man Spielern vor die Nase hält. Daraus tiefe Motivation zu ziehen, ist natürlich schwierig: Also „Besorg dir das Zweihandschwert, dann bist du mächtig und hast dann Spaß“, müsste eigentlich sein „Hab dabei Spaß, diesem Ziel, dem Zweihandschwert, nachzujagen“:

Wunder

Dann lerne und lese nicht nur den Text.

Wunder

(ch finde es nur immer wieder witzig, dass man in der Äußerung einer
Kritik am Bestehenden, eigentlich selbst schon automatisch zum Projektor
seiner eigenen Depression und Unzufriedenheit mit der Welt wird. Mag
vielleicht auch richtig sein, muss aber nichts am Wahrheitsgehalt der
Kritik ändern)

Sehr gut ausgedrückt

Wunder

Das Größte Glück auf Erden ist die Erkenntnis das der Zustand der Zufriedenheit erreicht wird und Konsumsucht die Hölle auf Erden schaft und keinen Spass bringt und das müssen heute noch viele Menschen lernen oder in der Hölle bleiben wo sie sind.
Ein Spiel nur zu Spielen aus Konsum bringt keinen Spaß sondern braucht immer mehr neue Spiele und immer schnelleren Rhythmus was sehr schnell zu einen Blackout führt.
Als ist es erstrebenswert ein zustand der Zufriedenheit zu erreichen um wieder zu lernen was Spaß bedeutet.

Hoto

Mich hat 1.2 dazu gebracht das MMO endgültig zu deinstallieren. Das man es immer noch als Sandbox verkaufen will ist blanker Hohn. Themen Park mit Sandbox Elementen trifft es viel eher, das Trion es genau andersrum verkaufen möchte ist wirklich lächerlich aber verständlich, denn Sandbox ist das große Verkaufsargument für das MMORPG.

AA mag zwar ein Tripple A MMORPG sein, aber von richtigen Sandbox MMORPGs ist AA immer noch Meilenweit entfernt.

Vor allem hat es XLGames bis heute nicht geschafft den Nordkontinent, der ja der Endcontent mit seinen Burgenkriegen darstellen soll, auch wirklich richtig funktionierend umzusetzen. Nach wie vor haben sie damit große Probleme und wenn sie das nicht geändert kriegen, dann heißt es wohl nur Spieler abzocken so lange diese nicht selbst merken, dass der Endcontent nicht richtig funktioniert und dauerhaft keinen Spaß bringt.

Was mich aber zum spontanen deinstallieren gebracht hat, waren aber ganz banale Dinge, die für mich das Fass zum überlaufen gebracht haben und vor allem deutlich auch zeigen wo sie die Zielgruppe sehen… nicht das es schon gereicht hätte, dass über den Quest NPCs inzwischen riesen Lichtsäulen stehen, damit auch ja kein Spieler sie übersieht und auch nur 5 Sekunden suchen muss… nein, inzwischen leuchten auch alle Crafting Tische blau auf, damit auch diese ja zu sehen sind… man merkt daher deutlich die Zielgruppe: Casual wie sonst was. Und daran zu denken so etwas abschaltbar zu machen, weil es manche Spieler einfach nerven könnte… natürlich nicht… Aber egal, ich hatte mit dem Kapitel AA eh schon abgeschlossen und es nur aus Neugierde verfolgt wie sich NA/EU wohl entwickeln wird.

Gerd Schuhmann

Deinen Kreuzzug gegen Casuals find ich echt verwirrend, Hoto.

Warum stört es dich denn, wenn Quest NPCs deutlich markiert werden? Also diese Angst, irgendetwas könnte zu „Casual“ werden. Dann werden dir Tripple-A Spiele nie gefallen. Die müssen doch eine möglichst breite Basis ansprechen, um sich zu lohnen.

Irgendwie arbeitest du so an einem Rezept, um mit MMOs unglücklich zu werden, hab ich das Gefühl. Riesen Budget, totale Sandbox, absolute Freiheit, State-of-the-art aber nur für Hardcore-Spieler. Also ernsthaft … man kann auch eine Weltsicht entwickeln oder Forderungen stellen, die einen unter Garantie in Weltschmerz und Frustration treiben.

BöserBube

Man kann alles immer weiter Erleichtern so das der Dümmste Spieler alles findet aber es stößt auch viele ab und laufen weg.
Je Dümmer der Mensch = Je mehr kann ich an diesen Menschen verdienen.

Hoto

Warum es mich stört wenn über einem Quest NPC 10m hohe animierte Lichtsäulen sind? Weil ich mich für dumm verkauft vor komme und die Entwickler vor allem immer an die Casuals denken, aber niemals an den Rest, das der vielleicht den Mist gerne abschalten würde. Das sagt mir klar: die Entwickler interessiert nur die Casuals, ansonsten würden sie Core Spieler die Möglichkeit geben solche Dinge abschalten zu können.

Und wenn du der Meinung bist dich lieber den Casuals zu ergeben und dich diesen unterzuordnen, bitte, deine Entscheidung, aber erwarte das nicht von anderen Spielern, die sich das nicht gefallen lassen wollen. Diese Casualisierung ruiniert seit Jahren das Genre und hat überhaupt erst etliche Probleme ausgelöst, die es früher gar nicht gab und die der Untergang des Genres sein werden.

N811 Rouge

Aber 5m hohe, statische Lichtsäulen wären in Ordnung? 😉

Scherz beiseite. Egal ob MMO, offline Spiel, Kinofilm…: AAA-Produktionen sollen maximalen Gewinn erwirtschaften. Und das wird nun einmal erreicht, indem sich maximal viele Personen dafür interessieren. Klar fordert der eine oder andere dann mehr Tiefe für die Transformers Drehbücher, oder eine enthusiastischere schauspielerische Darbietung von Megan Fox. Am Ende des Tages findet man die Perlen aber viel häufiger bei kleineren, independent Produktionen. Und ich persönlich fahre damit gar nicht einmal so schlecht. Und der Puls bleibt auch im grünen Bereich.

Gerd Schuhmann

Ich seh das auch so.

Man kann sich auch sein Hobby damit kaputt machen, dass man einfach unerfüllbare Forderungen aufstellt und sich dann darüber aufregt, dass sie schon wieder nicht erfüllt wurden.
Ich hab mal im Radio eine piepsende Frau gehört, die dem Moderator beschrieben hat, wie ihr Wunschmann sein soll: Mit beiden Beinen im Leben, unabhängig, kreativ, athletisch, humorvoll, geistreich, liebevoll, häuslich, abenteuerlustig, attraktiv, soll sie auf Händen tragen.

Ich geh jede Wette ein, dass die heute noch Single ist. 🙂 Weil von den zwei Männer, auf die all das zutrifft, der eine mit Angelina Jolie zusammen ist und der andere schwul.

Na egal, was ich sagen will: Wenn man die eierlegende Wollmilchsau sucht, das AAA-Sandbox-MMO, das passgenau auf die eigenen Vorlieben zugeschnitten ist, und man ist nicht bereit, irgendwelche Kompromisse einzugehen: Das ist ein Rezept, um im Hobby MMO unglücklich zu werden – wie in jedem anderen Bereich des Lebens.

Wenn mir so Kleinigkeiten wie „Die markieren die Quest-NPCs“ die Laune an einem Game versauen, dann geht es mir doch schon lange nicht mehr um ein Spiel und den Spielspaß, sondern das ist dann eine ganz andere Ebene, wo es um „Prinzipien“ und „das ganze Genre“ und „die anderen und ich“ geht.

BöserBube

Keiner sucht eine eierlegende Wollmilchsau aber Qualität darf man erwarten ?
AAO ist sehr sehr sehr weit weg von einer eierlegende Wollmilchsau und jeder der es mal Spielte weiß auch warum es so schlecht um AAO steht.

Die Erleichterungen sollen halt nur eine gewisse Spieler Gruppe anziehn und der Rest wird nicht AAO Spielen und wer die Russen oder andere AAO Bereiche mal Beobachtet weiß auch warum AAO solche Problem hat.

Trion/XL Games usw geht es Extrem schlecht und brauchen dringend Geld und woher bekommt man Geld ?

Ich werde mir zwar AAO ansehen aber es ist mir 0.000 Cent Wert.

Gerd Schuhmann deine Seite ist gut aber dir fehlt eindeutig die Erfahrung.

Gerd Schuhmann

Also 1. ist das nicht meine Seite, 2. ging’s jetzt wirklich um die Kritik von Hoto und nicht um die Qualität von ArcheAge (darum wird es in den nächsten Wochen gehen) und 3. „dir fehlt eindeutig die Erfahrung“ – Ich spiel auch schon seit EU-Beta Dark Age of Camelot MMOs. Ich bin keiner, der vor einem halben Jahr aufgestanden ist und beim Zähneputzen gedacht hat: „Hey, schreib ich doch mal über MMOs!“ Ich versuche aber, und ich hab das Gefühl viele MMO-Veteranen machen das nicht mehr, mir den Spaß am Genre zu bewahren, nicht zynisch zu werden, nicht zuviel zu erwarten, die Hoffnungen nicht so hochzuschrauben. Ich hab das Gefühl einige MMO-Spieler aus der Generation Everquest, Ultima Online, Star Wars Galaxies – die verziehen bei jedem neuen MMO das Gesicht, beklagen den Niedergang des Genres und freuen sich dann, wenn das nächste Spiel vermeintlich „in Flammen“ aufgeht.

Also so bin ich nicht, so möchte ich auch nicht werden. Das heißt nicht, dass ich hinter jedem MMO stehe und mit großen Augen der Musik nachrenne – und wer die Seite hier verfolgt (und auch das Interview), der weiß, dass wir die MMOs wesentlich kritischer begleiten als viele andere Seiten – aber nicht so destruktiv, wie sich das andere wünschen.

Qualität darf man auf jeden Fall erwarten. Eine Kritik, die in Richtung, „Die Casualisierung des Genres macht alles kaputt“ geht, halte ich allerdings für problematisch, weil sie eine ideologische und persönliche Ebene in die Sache bringt: Hier stehe ich, da stehen die Casuals, die mir mein Hobby ruinieren.
Ich finde das eine unangenehme Ebene.

Genau wie Aussagen in Richtung „Der Firma geht es finanziell schlecht, deshalb macht sie das und das“.
Das ist ein Teil der Diskussion um MMOs, der mir Bauchschmerzen macht, wenn auf einer Stammtisch-Ebene über so Sachen gesprochen werden. Das ist heikel. Ich fühl mich da unwohl.

BöserBube

Du Unterschätzt mich………

Auf mich machst du eher den Eindruck eines MMO Jumpers aufgrund deiner Aussagen.
Ich Spiele MMO seid es MMO gibt und mit voller Begeisterung und heute Langweile ich mich eher in MMOs.
Deine Form der Aussagen klingen für mich eher der eines 20 Jährigen mit eingeschränkten Erfahrungen in Online Spiele und Postest nicht mit Neutralität.

N811 Rouge

Du überschätzt Dich……… Versuch einfach weniger Texte so zu interpretieren, wie es dir gerade dienlich ist. Schon erreichst du die gesuchte Neutralität.

Gerd Schuhmann

Die 20 nehm ich als Kompliment, liegt an meinem jugendlichen Charme.

„MMO-Jumper“ – Du … ich weiß nicht, ob dir das aufgefallen ist, aber wir haben eine MMO-Webseite und covern so 20 Spiele. Ich hab in den letzten 3 Monaten 5 MMOs gespielt, glaub ich. Und in den nächsten 12 Monaten werde ich wahrscheinlich insgesamt 15 spielen – mit unterschiedlicher Begeisterung und Intensität. Sonst könnte ich die Artikel hier nicht schreiben. Wenn das für dich „MMO Jumpen“ ist, dann bin ich einer, ja. Das ist ungefähr, so als würdest du einem Restaurant-Kritiker vorwerfen, dass er ein Restaurant-Hopper ist.

„Neutralität“ … wir unterscheiden hier zwischen Fakt und Meinung, in den Artikeln. Ich werde aber meine Persönlichkeit und meine Meinung nicht an der Garderobe abgeben, wenn ich mich an die Tastatur setze. Wir haben zwei Arten, wie wir Meinung deutlich machen: Das ist zum einen durch die Kennzeichnung (Mein MMO meint) und zum anderen in Kolumnen, wenn von Anfang an klar ist, dass die Meinung zählt.

Deine Aussage „ich spiele MMO, seit es MMO gibt, und heute find ich sie blöd“ – ja, ganz genau. Das ist genau das Phänomen, was ich in meinem Kommentar beschrieben hab.

Hoto

Tja, und ich möchte kein MMORPGler werden, der sich der Entwicklung eines ganzen Genres unterordnet, nur weil er um jeden Preis das Genre hoch halten möchte. Ich habe mich Jahre lang angepasst, ich spiele MMORPG immer so wie sie sind. Nur als kurzes Beispiel: ich bin eigentlich PvE Spieler und dennoch habe ich Aion mit seinem PvP geliebt und mich auf PvP dort eingelassen. PvP mag ich heute deswegen trotzdem nicht lieber als davor, ich bin immer noch PvE Spieler. Ich kann mich also wunderbar anpassen, doch alles hat seine Grenzen und die wurde mit SW:TOR unterschritten, das erste MMORPG bei dem ich das Gefühl hatte eine unsichtbare Hand schiebt mich gegen meinen Willen durch das Spiel Richtung max. Level, egal wie sehr ich auch versuche langsam und gemütlich zu spielen. Irgendwann ist einfach Schluss mit lustig.

Und ich sage sicherlich nicht, dass die Casuals das Genre kaputt gemacht haben, sondern die Entwickler, die sich die Casuals als Hauptzielgruppe ausgesucht haben, weil sie sonst mit ihren Schrott MMORPGs nicht genügend Spieler auf Dauer erreichen um das MMORPG im Dauerbetrieb laufen lassen und weiterentwickeln können.

Was ich den MMORPGs vorwerfe ist schlicht, dass es wichtiger ist, dass möglichst Millionen von Spieler im Laufe der Jahre durch das Spiel rennen und Geld da lassen sollen, als das man ein wirklich funktionierendes MMORPG entwickelt, das Spieler auf Dauer an sich binden möchte.

Aber wenn du der Meinung bist diesen völlig falschen Weg der Entwickler auch noch verteidigen zu wollen und in die Kerbe „die Firmen wollen schließlich Geld verdienen“ schlägst, dann belassen wir es lieber dabei. Immerhin hast du dann mein Mitleid, aber irgendwann geht dir vielleicht auch mal ein Licht auf… oder auch nicht, damit bist du ja dann auch nicht allein, gibt ja Millionen, die nie etwas merken.

BöserBube

Korrekt denn ich habe versucht mich auch Jahrelang eine anpassungs Möglichkeit zu finden und in meiner Online Bekanntschaft sah ich auch das sie es schon lange versuchten aber irgendwo ist Schluss und ziehe wieder Grenzen.
Ich kann viele Spiele Systeme austesten und auch Spielen angefangen von Hardcore PVP über Casual PVE und auch Hardcore PVE sei es WoW oder EVE Online oder Anarchy Online usw aber inzw. werden die Systeme von MMO zu MMO Langweiliger wo man auch Funktionen einsetzt das man glaubt der Spiele Ersteller hält viele Spieler für sehr Dämlich und darüber nin ich nicht der einzige der sich Aufregt sogar veralbert fühlt und beleidigt.

Hoto

Sorry, aber du unterstellst mir hier Dinge, die völliger Schwachsinn sind. Das es niemals die eierlegende Wollmilchsau unter den MMORPGs geben wird war mir schon 2001 klar, als ich mit MMORPG anfing. Aber von ursprünglich mal 80:20 (Mag ich : kann ich mit leben) beim ersten MMORPG, blieb danach natürlich erst mal 60:40 übrig, weil es war halt das erste MMORPG… aber auch das war völlig in Ordnung, selbst bei Aion, wo ich sagen würde 50:50, war noch mehr als genug vorhanden was mir richtig Spaß machte und mit dem Rest konnte ich gut leben. Doch danach sank es immer mehr und es kam noch ein weiterer dritter Faktor hinzu… So fing es dann eben bei SW:TOR mit 40:40:20 an (Mag ich : kann ich mit leben : kann ich gar nicht ab) und hat sich inzwischen zu grob 20:40:40 gewandelt. Es kamen über die Jahre einfach immer mehr Dinge hinzu, die ich mir beim besten Willen nicht mehr schön reden konnte, die ich als „ist hier halt so“ abstempeln konnte.

Aber bei den meisten Spielern beobachte ich eh schon seit Jahren wie sie sich immer mehr den Entwicklungen anpassen… Dinge über die sie sich 5 Jahre zuvor noch heftig beschwert haben sind heute plötzlich in Ordnung. Und so geht das schon seit vielen Jahren. Immer schön eingliedern, ja nicht zu viel nachdenken ob die Entwicklung so wirklich in Ordnung ist und vor allem ja nicht die Klappe auf machen sondern fleißig weiter den Firmen das Geld in den Rachen schieben.

Ja, ich führe schon länger ein Kreuzzug, aber im Grunde führe ich nun einen weiter, der schon davor von Anderen begonnen wurde, die nicht so lange wie ich weg gucken konnten, die dann aber die Hoffnung verloren, so verschwanden immer mehr von ihnen und so bin ich hier oft nur noch Einzelkämpfer, weil der Rest entweder das Genre aufgegeben hat oder schön brav vor den Firmen gekuscht sind und nun ihn ihrem Sinn ihre Lügen Propaganda verbreiten… dumm nur, dass das weder dem Genre noch dessen Spielen hilft, die rennen weiterhin auf den Abgrund zu.

BöserBube

Du hältst also AAO für ein Hochwertiges Produkt ?

N811 Rouge

Habe ich das geschrieben?

BöserBube

Es hörte sich so an deswegen meine Frage.

Hoto

Sorry, aber das ist Schwachsinn, aber zeigt wunderbar wie die Propaganda der Spieleindustrie wunderbar bei den Spielern funktioniert und sie den Mist auch glauben und selber verbreiten.

Da ich hier jetzt aber keine Endlosdiskussion starten will nur mal ein einfaches Beispiel, wieso das Schwachsinn ist:

MMORPGs stecken seit Jahren in einem Teufelskreis mit ihrer Design Richtung. Seit Jahren schafft es kein MMORPG mehr genügend Spieler dauerhaft an sich zu binden, was Hauptsächlich daran liegt, dass die MMORPGs zu schnell, zu leicht, zu linear… kurz zu schnell langweilig sind. Was muss man also machen um dennoch weiterhin Geld einzunehmen? Man muss mehr Spieler ins MMORPG locken, damit immer wieder genügend Spieler nach kommen, die Geld da lassen. Und wie kriegt man das hin? In dem man das MMORPG noch zugänglicher, noch schneller, noch leichter, noch linear macht, also einer noch breiten Masse als vorher eh schon zugänglich macht.

Ist doch eine einfache Rechnung… wenn du es schaffst dauerhaft 500.000 Spieler an dein MMORPG zu binden, dann hast du eine kleine fest Zielgruppe von 500.000 Spielern, denen du viel mehr das bieten kannst was diese kleine Gruppe sich wünscht. Schaffst du nur 100.000 dauerhafte Spieler, aber 500.000 sind nötig um das Spiel dauerhaft betreiben und ordentlich weiter entwickeln zu können, dann brauchst du eine Zielgruppe von mehreren Millionen, die nach und nach für kurze Zeit in dein Spiel kommen und Geld da lassen. Ergebnis: das MMORPG muss casualisiert sein wie sonst was.

Nimm Final Fantasy XIV ARR als Beispiel, das hat seine feste Spielerzahl, hält sich wunderbar als Pay to Play, weil es eine große stabile Spielerzahl hat und bietet dennoch ein Gameplay, das bei weitem nicht so casualisiert ist wie der Großteil der MMORPGs am Markt. Und das MMORPG hat sogar eine fast komplette Neuentwicklung hinter sich.

Oldschoola

Ich kann euch beide verstehen, Hoto und Gerd. klar Hoto du hast Recht, mich nervt das auch, das sämtliche MMOs von jedem „Trottel“ gespielt werden können, weil sie so einfach sind. Früher waren MMOs etwas für Leute mit Grips. Dümmliche Kiddys haben nach 5 min. ausgeschaltet, weil sie nicht durchgesehen haben was überhaupt abgeht. So ein Spiel wünsche ich mir auch mal wieder.
Aber leider hat Gerd nunmal auch Recht. Solange wir im Kapitalismus leben geht es eben nur ums Geld. Und das ist überall so! Nicht nur in der Spieleindustrie – leider. Gefällt mir auch nicht, aber lässt sich so einfach nicht ändern. Und es ist besser alles so zu nehmen wie es ist, als nur zu meckern und alles schlecht zu reden. Wenns dir nicht passt lass es links liegen und zock die alten Games, aber du wirst die Welt nicht ändern mit nörgeln, damit machst du dir es nur selber schwer. Du kannst die Welt nur ändern, indem du selbst etwas bewegst, in dem Fall bedeutet das, entwickle selbst ein Spiel, welches Deinen Vorstellungen entspricht. Nimm die Welt so wie sie ist oder ändere sie mit Taten und nicht mit Worten.

Dann muss ich noch auf FFXIV eingehen. Nicht so casualisiert? Hast du mal FFXI gespielt? Oder FFXIV vor dem revamp? Mehr casual als jetzt geht kaum. Da hast du auch überall Ausrufezeichen über den Köpfen, ein Crafting-System bei dem ein Neugeborenes Max-Lvl erreicht, Kampf-System wie schon 1000mal gesehen und fast 0 Sandbox-Elemente. Paar anspruchsvolle Bosse, aber das wars auch schon. Also das musst du mir jetzt echt mal erklären an welcher Stelle genau FFXIV nicht casual ist.

Hoto

Klar, weil es ja so einfach ist ein eigenes MMORPG zu entwickeln, das habe ich schon vor über 10 Jahren mit Anderen versucht und außer ein paar netten Ideen kam am Ende nichts bei rum, weil wir einsehen mussten, dass es einfach zu aufwendig ist um so etwas als Hobby Projekt umzusetzen, heute ist das kaum besser, trotz das nun Engines wie UE4 (die ich selbst verwende) verfügbar sind. Von daher bleibt nicht mehr als zu meckern und Beispiele zu bringen, wie man es besser machen könnte. Zwei Sachen hab ich erst Gestern wieder auf meinem Blog (MMOFans.de) veröffentlicht.

Das Problem ist auch nicht der Kapitalismus, sondern das heute alle nur noch auf das schnelle Geld aus sind, während man früher noch längerfristig investiert hat, aber alle sind gierig auf das schnelle Geld geworden… nur so funktioniert ein MMORPG nicht, das generiert auf Dauer den Gewinn und nicht an Tag 1 wie normale Spiele, das versucht man aber dem MMORPG Genre schon seit Jahren aufzuzwingen, scheitert ständig daran, lernt aber dennoch nichts daraus…

Im Vergleich zu anderen aktuellen(!) MMORPGs ist FFXIV ARR nicht dermaßen casualisiert. Und ja, ich kenne FFXIV 1.0, habe es damals in der Beta gespielt und mir ein paar Monate vor Abschaltung günstig geholt. Und war auch bei ARR direkt bei der ersten Alpha dabei. Das man es nicht mit FFXI vergleichen kann ist auch klar, zumal man FFXI wohl in den ersten Jahren als Hardcore MMORPG bezeichnen kann, da ging ja ab Level 10 kaum noch etwas ohne Gruppe, leider habe ich es nie richtig gespielt, die Lokalisierung kam für mich leider zu spät…

Dennoch macht FFXIV ARR einige Sachen ganz gut, aber stimmt schon, ich spiele es zwar gerade aktuell wieder etwas, aber ich sehe ARR eigentlich nicht als MMORPG, sondern als RPG mit meist optionalem Multiplayer. Als solches macht es schon Spaß, hat eine schöne Grafik in der man gut eintauchen kann, mag meinen Char sehr, was mir wichtig ist und die Story ist auch gut erzählt. Aber im Grunde sehe ich es nicht als MMORPG an, ansonsten könnte ich es wohl auch nicht spielen.

Ich hab mit AA im übrigen das Genre für mich beerdigt, neue MMORPGs lösen bei mir schon gar keine Neugierde mehr aus, weil ich eh weiß wie es Enden wird. Ich bin einfach müde geworden jedes mal Hoffnung aufkeimen zu lassen, um sie dann wieder mit dem Holzhammer zunichte gemacht zu sehen und gerade bei AA war das zu extrem. Als die Hoffnung am kaputten MMORPG Himmel ist AA für mich gestartet, hielt dann über etliche Monate an, selbst nach der letzten Closed Beta in Korea und ist dann innerhalb weniger Wochen nach Release am Boden zerschellt.

Es reicht, die MMORPG Entwickler können mich alle mal kreuzweise, außer Hoffnungsn zu machen um sie anschließend gnadenlos zu zerstören haben sie absolut gar nichts drauf, alles Nichtskönner, die absolut gar nichts aus ihren Fehlern lernen.

Gerd Schuhmann

Ich hab mit AA im übrigen das Genre für mich beerdigt, neue MMORPGs lösen bei mir schon gar keine Neugierde mehr aus, weil ich eh weiß wie es Enden wird. Ich bin einfach müde geworden jedes mal Hoffnung aufkeimen zu lassen, um sie dann wieder mit dem Holzhammer zunichte gemacht zu sehen und gerade bei AA war das zu extrem. Als die Hoffnung am kaputten MMORPG Himmel ist AA für mich gestartet, hielt dann über etliche Monate an, selbst nach der letzten Closed Beta in Korea und ist dann innerhalb weniger Wochen nach Release am Boden zerschellt.

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Ja … schön, dass du uns alle an deiner Frustration teilhaben lässt, Hoto. 🙂

Also sorry, aber das ist natürlich dann auch ein Grundkonflikt. Wir wollen mit der Seite hier auf MMOs neugierig machen und die Leute ehrlich über Spiele informieren, die sie interessieren – und ihnen nicht die Neugier auf das Genre austreiben. Sonst hätten wir zu jedem MMO nur einen Artikel: „Warum Euch auch dieses Ding nicht interessieren sollte.“
Dann wird dir im Prinzip nie ein Artikel hier gefallen können.

Wär mir übrigens Recht, wenn es jetzt mal mit dem allgemeinen MMO-Bashing zu Ende gehen könnte – und die weiteren Kommentare sich um das Interview drehen könnten.

P.S.: Ich hab jetzt tatsächlich auch die ersten zwei Kommentare löschen müssen, deshalb sag ich es deutlicher: Kommentare bitte nur noch zum Interview.

Oldschoola

Tolles Interview! 😀

Ich freu mich drauf, gemeckert wird erst hinterher wenn es meine Erwartungen nicht erfüllt. 😛

N811 Rouge

Oha, da kam doch tatsächlich mal wieder typische, pawlowsche Beissreflex zur Anwendung. Das ist doch 2000er! Nichts für ungut 😉

Duschbier

herje, diese Warterei und dann facht ihr die Spannung auch noch so an. das ist übelst fies von euch. ^^ Das Interview klingt gut und die Bilder sehn toll aus.

Gerd Schuhmann

Ja, und wir werden es wieder tun!

Freut uns, dass dir das Interview gefällt. 🙂

Vita

Ja ich bin ein Founder und es fühlt sich auf jeden Fall anders an als die anderen Themepark-MMORPGs auf dem Markt. Kann den richtigen Start nicht mehr abwarten…

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