Skandal erschüttert LoL: 38 Spieler, Coaches, Manager gebannt – 12 lebenslang

In der League of Legends gibt es einen handfesten Skandal: In China wurden Spiele manipuliert, um bei Wetten auf den E-Sport abzukassieren. Riot Games bannt 38 Profi-Spieler, Coaches oder Manager temporär oder für immer. Darunter ist der exzellente neue Jungler „Bo“ vom 2019er-LoL-Weltmeister FunPlus Phoenix. Der 19-Jährige hatte die Aufklärung des Skandals in Gang gesetzt.

Wofür wurden die Profis gebannt? Es geht um „Match Fixing“, die gezielte Manipulation von Spielen.

Da durch die Corona-Krise viele normale Sport-Veranstaltungen abgesagt wurden, sind in den letzten Jahren Wetten auf den Ausgang von Spielen in LoL immer weiter gewachsen. Wett-Seiten bieten mittlerweile nicht nur Wetten auf Spiele in den Profi-Ligen an, sondern sogar auf normale Matches, wenn ein prominenter Spieler teilnimmt.

Offenbar wurden einige Profis in den chinesischen Ligen vom schnellen Geld gelockt. Es ging vor allem um Spieler der Nachwuchs-Liga LDL – aber einige der Nachwuchsprofis hatten es mittlerweile in die Top-Liga LPL geschafft und die holt jetzt ebenfalls der Bannhammer ein.

Das sind die Opfer der Banns:

  • Der Jungler von FunPlus Phoenix, Zhou „Bo“ Yang-Bo hatte sich diese Saison schon einige Einsätze in der LPL verdient, um dort den Top-Jungler Tian zu vertreten. Er erhält einen Bann über 4 Monate.
  • Beim Mittelklasse-Team in der LPL, „ThunderTalk Gaming“, erwischt es gleich zwei Spieler, der Supporter Teeeen ist 4 Monate weg, der Jungler bless für 12 Monate gesperrt.
  • In der Nachwuchsliga LDL hagelt es dann die harten Strafen: Das komplette Team von „Sheng Jie Gaming“ wird disqualifiziert. Der Top-Laner Spunk und 11 andere Coaches, Spieler oder Manager werden lebenslang gesperrt.

Während der Banns dürfen die Spieler nicht an offiziellen LoL-Matches teilnehmen, ihnen wird es auch untersagt, LoL zu streamen. Die haben praktisch ein Berufsverbot.

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Jungler schafft den Durchbruch, packt dann aus

Wie kam das alles raus? Der Drehpunkt war gleichzeitig der prominenteste Bann: Der FunPlus Pheonix Jungler „Bo“: Er hatte es mit 19 Jahren eigentlich schon geschafft und kam in ein Spitzenteam in China. Er rückte zu FunPlus Phoenix auf, weil Star-Jungler Tian, der MVP der Worlds 2019, eine Formkrise durchlitt und psychische und physische Probleme auskurieren wollte.

Bo überzeugte in seinen Einsätzen für FunPlus Phoenix und sah wie ein kommender Star aus.

Der Nachwuchs-Jungler hatte sich im Februar 2021 selbst bei der Liga angezeigt und gestanden, dass er in Matchfixing verwickelt war. Seine Selbstanzeige führte zu den Ermittlungen und den jetzigen Banns.

Bo sagt: Ihm tue das sehr leid. Er habe die letzten Monate damit verbracht, zu leiden und zu bedauern. Er weiß gar nicht, wie er den Leuten noch ins Gesicht sehen sollen. Er hätte niemals, unter keinen Umständen, die Regeln verletzten dürfen. Was falsch sei, sei einfach falsch (via twitter).

Weil sich Bo bei den Ermittlungen kooperativ gezeigt hatte, wurden ihm 2 Monate seiner 6-monatigen Strafe erlassen: Dennoch ist er jetzt lange gesperrt und muss, wenn er wieder spielen darf, ohne Spielpraxis antreten und wieder reinkommen. Aber viele andere dürfte der Bann noch härter treffen als ihn.

FunPlus Phoenix ist weltweit eines der spannendsten und stärksten LoL-Team. Dieses Jahr wurden sie in China Zweiter hinter RNG. Besonders spannend bei FunPlus Phoenix ist Doinb. Der kreative und innovative Midlaner hat klare Ansichten zu LoL:

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Quelle(n): inven, Dotesports (Auch Titelbild), reddit
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Kev

Sehr gut, weg mit diesem widerlichen geldgierigen Drecks Pack. Diese Geldgier ekelt mich so dermaßen an… ?

Christian

Ja gut mein Gott, dann suchen die sich nrn anderes Spiel und machen da genauso weiter xD

Nightstalker314

Das wird nicht unbedingt besser werden. Es wurde schon von diversen Publishern darüber gesprochen Sport-Wetten im E-Sport populärer zu machen.

DDuck

Ich finde es schon alarmierend, dass sich solche Fälle häufig so stark auf die chinesische Szene und vor allem den Nachwuchs konzentrieren.

Das deckt schon recht gravierende Schwächen des kompletten Systems auf. Vor allem, wenn ganze Teams sich dazu hinreißen lassen, Matches zu manipulieren wird im Hintergrund denke ich 1. zu wenig bezahlt und 2. eventuell auch viel mit Druck gearbeitet (nach dem Motto: “Entweder du ziehst mit, oder du bist halt raus und kannst deine Karriere vergessen”). Dazu kommt, dass Esport unwahrscheinlich populär in China ist, zusammen mit der hohen Bevölkerungsdichte gibt es natürlich auch immer wieder reichlich Nachschub. Ich denke, dass das nochmal zusätzlichen Druck auf die Spieler ausübt, sodass vor allem junge Amateure und Semi-Profis oftmals das Gefühl haben ersetzbar zu sein und es vielleicht sogar auch sind und deswegen eher dazu neigen solche Angebote wahrzunehmen.

Sina

sie haben eine komplett andere einstellung zum zocken als wir…nicht nur allein , dass cleveres bescheißen als cool angesehen wird.

NeinFalsch

ach, in deutschland ist das doch auch Volkssport. Mit CumEx- und CumCum-Geschäften wurden 32 Mrd. € vom Staat genommen.

Die Story mit den paar Milliönchen von Hoeneß hat die Leute aber irgendwie mehr interessiert ^^ war wohl einfach mehr drama

was passiert eigtl. mit steuerhinterziehern in china? todesstrafe*?

*edit: in der vergangenheit wohl schon https://www.focus.de/politik/ausland/china-todesstrafe-fuer-steuersuender_aid_295150.html … wow 🙁

Zuletzt bearbeitet vor 5 Monaten von NeinFalsch
lrxg

Ja, der Begriff von Ehre ist schon ziemlich unterschiedlich zwischen den verschiedenen Kulturen. Das, was bei uns als korrektes, faires Verhalten steht, fällt bei manchen dort unter “Dummheit”. Die Differenz gibts auch beim Thema P2W. Da hab ich noch die Chatzeilen im Kopf:”Wer sich über P2W aufregt, sollte sich bei seinen Eltern beschweren, dass man in eine arme Familie geboren wurde.”(Sinngemäß übersetzt, es war in Englisch geschrieben.) Und bevor das hier falsch rüberkommt: Ich hab nix gegen Chinesen. Mir fallen nur die unterschiedlichen Denkweisen auf, wenn man in internationalen Communities aufeinandertrifft.

Daggett Beaver

Während der Banns dürfen die Spieler nicht an offiziellen LoL-Matches teilnehmen, ihnen wird es auch untersagt, LoL zu streamen. Die haben praktisch ein Berufsverbot.”

Ja, wie in jedem anderen Sport auch. Ein Fußballer hat während seiner Sperre ebenfalls quasi Berufsverbot, weil er von allem ausgeschlossen wird, womit er im Fußball Geld verdienen kann (Spiele sowieso, aber auch Werbeverträge sind in dem Fall in aller Regel weg…). So what?

Die Spieler haben es sogar noch besser als richtige Sportprofis, weil es im eSports noch relativ gut möglich ist, Spiele zu wechseln (siehe die eSports-Migrationswellen von CS zu Valorant). Ein in LoL permanent gebannter Spieler kann daher zumindest theoretisch noch eine eSport- oder Streamer-Karriere in DotA und co. machen…

Was man jedoch tatsächlich bedenken sollte ist die Länge der Strafen. Die meisten der Spieler waren noch sehr jung, da scheinen lebenslange Strafen unangemessen. Ein Ein-Jahres-Bann ist im eSports schon ziemlich hart und wäre hier angemessener.

Ansonsten:
Dass Wettbetrug auch im eSport nicht die höchsten Ligen betrifft, sondern die zweite und dritte Liga, ist wenig verwunderlich. Das ist im realen Sport ja genauso (siehe Hoyzer-Skandal in der zweiten Bundesliga). Wettbetrug lohnt sich halt am ehesten in der niedrigsten Liga, in der hohe Wetten möglich sind…

DDuck

“Wettbetrug lohnt sich halt am ehesten in der niedrigsten Liga, in der hohe Wetten möglich sind…”

Zum Einen das, zum Anderen ist es in den unteren Ligen auch einfacher möglich die Spieler mit sehr viel kleineren Mittel zu solchen Aktionen zu drängen. Ein Amateur ist sicherlich einfacher zu überzeugen, als ein Profi mit einem deutlich höheren Gehalt.

Ahennys

Die sind alle zu ueberzeugen . Solange die Person die überzeugen soll den Triaden angehört😎oder die Kohle stimmt.Irgendwann gibt jeder auf.Und die jungen Leute haben da eine geringe Reizschwelle.

Zuletzt bearbeitet vor 5 Monaten von Ahennys
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