Die Classic-Version von League of Legends klingt eher nach etwas, das sich an Veteranen richtet, stimmt aber so nicht. Gerade Anfänger finden hier eine zugänglichere Version des MOBAs. MeinMMO liefert Tipps für den Einstieg.
Sicher dient League Classic eigentlich der Nostalgie und das funktioniert. Selbst kleine Details sorgen für unerwartete Freude bei Alteingesessenen. Das heißt aber nicht, dass der Classic-Modus Anfänger kategorisch ausschließt.
Es gibt sogar etliche Gründe, die dafür sprechen, LoL Classic zu spielen, wenn ihr mit dem Spiel sonst noch gar keine Berührungspunkte hattet:
- Der Champion-Kader ist sehr viel kleiner. Statt über 170 Charaktere, ihre Zauber, Stärken und Schwächen lernen zu müssen, bietet League Classic lediglich 60.
- Beschwörer-Zauber („Summoner Spells“) sind in League Classic direkt freigeschaltet, ihr müsst nicht erst Level grinden. So lassen sich verschiedene Rollen zugänglicher ausprobieren.
- Der gesamte Spielverlauf ist „langsamer“, ihr werdet also nicht direkt von Schwitzern überrollt, sondern könnt auch mal auf die Map schauen und euch mit dem Spiel vertraut machen.
Sicher gibt es etliche Unterschiede zwischen dem modernen LoL und League Classic, die nicht nur für Neulinge, sondern für jeden Spieler wichtig zu wissen sind, der das MOBA damals nicht gespielt hat. Unsere Tipps helfen euch beim Überleben und gewinnen.
Der Dschungel ist deutlich gefährlicher – für den Jungler und die Lanes
Eine der größten Änderungen in LoL war damals die komplette Überarbeitung des Dschungels mit einigen darauffolgenden Anpassungen für Einsteigerfreundlichkeit. League Classic hat noch die alte Version mit den Wölfen und Geistern und Dschungel-Minions, die ordentlich zuhauen können.
Heute kann so gut wie jeder Jungler – das ist die Rolle, die hauptsächlich durch den Wald levelt und die „Lanes“ besucht, um Kills zu ermöglichen („Ganks“) – den Dschungel komplett alleine erledigen. Früher, also in LoL Classic, brauchen die meisten Hilfe.
Als Jungler ist es immer sicherer, für den Start Unterstützung anzufordern. Im Regelfall machen das die Mid-Lane sowie die Bot oder Top, je nachdem, wo ihr anfangt. Eure Team-Kollegen unterstützen euch, indem sie Schaden machen oder „tanken“, also Schaden für euch abfangen, sollten aber dringend verschwinden, ehe die Gegner sterben. Nur so erhaltet ihr volle Erfahrungspunkte.
Allgemein müsst ihr im Wald aufpassen, da die Monster dort ordentlich zuhauen. Gerade, wenn ihr Nicht-Tanks wie Shaco spielt, müsst ihr euer Leben ständig im Blick haben und ausreichend Tränke mitnehmen. Zerschmettern, oder „Smite“, ist übrigens der Beschwörer-Zauber eurer Wahl und Pflicht für Jungler.
Zugleich solltet ihr auf Lanes aufpassen, dass euch der gegnerische Jungler nicht einfach wegfrühstückt. Je nach Champion gibt es in LoL Classic nämlich einige Möglichkeiten, schon sehr früh von einem starken Gank getroffen zu werden. Faustregel ist: spielt als Neuling tendenziell eher vorsichtiger und kauft Sichtaugen („Wards“)!
Ihr müsst Runen kaufen und stetig anpassen, das geht aber nicht sofort
Anders als im modernen LoL (und das ist auch wichtig für erfahrene Spieler, die Classic aber nicht kennen), habt ihr nicht direkt Zugriff auf alle Runen. Runen sind Meta-Buffs, die eure Champions stärken, etwa mit mehr Mana, Fähigkeitsstärke, Rüstung oder Ähnlichem.
In LoL Classic stellt ihr diese Runen auf Seiten zusammen, nachdem ihr sie im Classic-Shop gekauft habt. Das Feature wird erst auf Classic-Stufe 4 freigeschaltet, die ihr nach etwa 5 Spielen erreicht haben solltet.
Anschließend braucht ihr die entsprechende Währung („IP“), um die Runen zu kaufen. Dabei genügt es, eine gewisse Anzahl zu kaufen:
- Maximal 9 gleiche Runen jeder Farbe (Rot, Gelb, Blau)
- Maximal 3 Quintessenzen
Die Runen werden beim Einsetzen nicht „verbraucht“, ihr könnt sie auf verschiedenen Seiten (ebenfalls käuflich) einsetzen. Eure erste Runenseite werdet ihr vermutlich aber erst etwa auf Level 7 oder 8 vollständig füllen können. Denkt daran, für verschiedene Champions und Rollen unterschiedliche Runen zu kaufen, sobald ihr wieder genug IP besitzt.


League Classic ist deutlich langsamer, wirklich
Das ist etwas, das ich gar nicht genug betonen kann. MOBAs, insbesondere League of Legends, gelten als enorm hektische Spiele, in denen die Spieler in Sekundenbruchteilen eine Situation richtig bewerten und reagieren müssen, um nicht vom toxischen Sumpf des Teams beschimpft zu werden. Eine unmögliche Aufgabe und abschreckend obendrein.
League Classic entschleunigt das Gameplay auf mehrere Weisen:
- Speedbuffs wie der direkt zum Start fehlen, sodass ihr nicht befürchten müsst, dass der Gegner schon in eurem Dschungel steht, nur weil ihr noch Items kaufen wolltet.
- Allgemein ist die Bewegungsgeschwindigkeit etwas niedriger oder fühlt sich zumindest träger an. Auf dem Weg von einer Lane auf die andere könnt ihr im Regelfall die Minimap beobachten und schauen, wo etwa noch Wards fehlen.
- Viele visuelle Effekte, die ständig blinken und das Auge beanspruchen, fehlen. Das führt zwar nicht zu einem direkt langsameren Spiel, aber ist weniger anstrengend für die Konzentration und hilft so dabei, besser verfolgen zu können, was eigentlich passiert.
Euer größtes Problem wird der Schritt von Classic zum modernen League of Legends sein, wenn ihr euch an das neue Tempo gewöhnen müsst. Für den Einstieg, besonders als kompletter MOBA-Neuling, bietet Classic aber die bessere Übersicht.
Was ihr sofort wieder vergessen solltet: überflüssige Summoner Spells
League Classic gibt euch direkt Zugriff auf alle Beschwörer-Zauber, anders als das moderne LoL, wo ihr Zauber wie Entzünden erst auf bestimmten Beschwörer-Stufen freischaltet. Das kommt jedoch mit dem Nachteil, dass alle alten Zauber noch im Spiel sind.
Die meisten davon gibt es heute gar nicht mehr, Woge („Surge“) oder Beförderung („Promotion“) etwa. Und die wurden aus gutem Grund entfernt: Sie haben keine wirkliche Daseinsberechtigung. Die „Standard“-Zauber für die meisten Champions sind:
- Blitz („Flash“) für so gut wie jede Rolle und jeden Champion.
- Entzünden („Ignite“), Heilen („Heal“) oder Barriere („Barrier“) in der Regel für alle, die Schaden machen.
- Geist („Ghost“) für Champions, die Gegnern unbedingt nachsetzen wollen oder müssen.
- Teleportation vor allem für Top-Laner.
- Zerschmettern („Smite“) für Jungler.
- Erschöpfen („Exhaust“) für Supports.
Sicher gibt es Geschichten von Leuten, die mit vergessenen Summoner Spells absurd schnelle Siege einfahren, aber das passiert so gut wie nie und es lohnt sich als Neuling nicht, sich für solche Nischen-Situationen mit den Zaubern zu beschäftigen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr mit so etwas konfrontiert werdet, nehmt das als Erfahrung mit und macht weiter. Es wird vermutlich nicht nochmal passieren.
Habt ihr LoL Classic schon ausprobiert? Würdet ihr als Anfänger einen solchen Modus bevorzugen oder gleich die ganze Erfahrung
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League Classic steht auf einem Patch-Stand von Season 3 mit entsprechender Balance zwischen den Champions und teilweise noch völlig anderen Fähigkeiten. Das sorgt natürlich dafür, dass einige der Charaktere damals deutloich stärker (oder schwächer) waren, als sie es heute sind: League Classic Tier List: Alle Champions im Ranking – Wer dominiert welche Lane?
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