LoL Classic ist geil. Soll ich das wirklich so schreiben? Ja? Nur so? Okay, na gut.

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Riot hat die „gute alte Zeit“ von League of Legends zurückgebracht. MeinMMO-Redakteur und LoL-Veteran Benedict Grothaus hat sich den neuen Classic-Modus angeschaut und sich neu verliebt. Nur eine Sache fehlt.

Kürzlich hat Riot League Classic angekündigt, eine Version von League of Legends, die auf einem alten Patch-Stand mit den alten Mechaniken basiert (konkret: Season 3, aber mit einer kleineren Auswahl an Champions). Natürlich musste ich das direkt ausprobieren.

Als League of Legends 2009 erschienen ist, habe ich dem Spiel deutlich mehr Zeit eingeräumt, als ich im Nachhinein rechtfertigen wollen würde. Aber es war damals schlicht der Hit, selbst Nicht-Nerds haben davon gehört und zuweilen mitgespielt.

Damals habe ich nicht nur ein bisschen gespielt, sondern war sogar in Turnieren und Co. unterwegs – nicht unbedingt erfolgreich, aber E-Sports war damals auch noch keine große Sache. LoL hat einen guten Teil zu meiner Gaming-Begeisterung beigetragen.

Entsprechend wollte ich natürlich wissen, ob League Classic meiner Erinnerung und Erwartung gerecht werden kann. Blizzard hat schließlich mit WoW Classic genau das geschafft und ich kann nun bestätigen: Auch der Classic-Modus von LoL zieht mich absolut mit. Zumindest bis jetzt.

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Riot startet mit League Classic die Anfangs-Zeit von LoL neu

LoL genau wie damals, nur ohne die ganzen Beleidigungen

Alleine das Menü im Launcher spült Erinnerungen an, die ich längst vergessen und teilweise begraben habe. Für alle, die LoL von damals nicht kennen, das Spiel war zu Beginn an vielen Stellen deutlich anders:

  • Es gab mehr Summoner Spells, teilweise mit sehr nischigen Einsatzbereichen.
  • Runen musste man sich kaufen und in Buch-Seiten anordnen, das erforderte viel Grind, bevor man überhaupt sein volles Potential ausschöpfen konnte.
  • Dazu gab es Masteries, so etwas ähnliches wie ein Talent-System mit 30 Punkten, um die eigene Spielweise anzupassen – etwa mit Gold pro Sekunde, Mana, verstärkten Summoner Spells oder verstärkten Status-Werten der Champions.

All das hat mich in League Classic direkt wieder begrüßt und mich mehrmals dümmlich grinsen lassen. Zusammen mit einem guten Freund, dem letzten Verbleibenden meiner damaligen Teams in LoL und Heroes of the Storm, habe ich mich nach etwas Schwelgen in Erinnerung wieder in die Queue gestürzt.

Was uns schon bei der Champ-Auswahl aufgefallen ist: niemand beleidigt, niemand pöbelt. LoL ist bekannt als notorisch toxisches Spiel, wobei mir schon vor einigen Jahren auffiel, dass sich das deutlich gebessert hat. Wir konnten aber sogar vernünftig mit den anderen Spielern reden!

Drei Games haben wir schließlich gespielt und alle drei gewonnen, teilweise deutlich, teilweise völlig unerwartet. Und genau letzteres ist der Punkt, der bei mir eine Begeisterung ausgelöst hat, die nicht nur nostalgischen Ursprung hat.

Gemächlicher, taktischer und viel weniger bunt

In seiner Anfangszeit war LoL allein aus technischen Gründen simpler. Map, Champions und Skills hatten nicht so viele blinkende Elemente, Skins waren simpler, das ganze Spielgefühl etwas „träger“ – wenn auch nicht wirklich langsamer. Runden gehen immer noch rund zwischen 30 und 50 Minuten.

Was ich aber konkret meine ist: League Classic fühlt sich entschleunigt an, genau wie es bei der Classic-Version von WoW der Fall ist. Statt einer Reizüberflutung mit unübersichtlichen Team-Kämpfen oder Ganks und einem Jungle, die sekundengenau geplant werden müssen, hat das Spiel eine größere taktische Komponente.

Skills und Champions allgemein sind leichter zu lesen, und das meine ich nicht nur visuell, sondern buchstäblich. Die Tooltips sind einfach kürzer und verständlicher, nicht so eine Gehirnakrobatik wie ein bestimmter Champion mit 10 Skills. Wer kam auf so eine Idee?!

Wir konnten die meisten Kämpfe gut im Voraus planen. Map-Kontrolle fällt leichter, weil nicht zig Champions existieren, die aus dem Nichts auftauchen können. Gerade als Support konnte ich mir auch mal die Zeit nehmen, vernünftig Wards aufzustellen und meinem Team einen Vorteil zu verschaffen. Das geht heute zwar immer noch, ist aber deutlich stressiger.

Selbst ein Spiel, in dem wir etwa ab Minute 15 nur noch zu viert waren, konnten wir noch drehen. Heute wäre das theoretisch auch noch möglich, aber deutlich schwerer – zum einen, weil nur wenige Spieler das überhaupt versuchen wollen, zum anderen, weil das Kräfte-Ungleichgewicht zwischen den Teams deutlich schneller eskaliert.

Der Classic-Modus fühlt sich mehr wie das an, was LoL (und jedes MOBA) ursprünglich mal waren: Mods eines Strategiespiels, und genau so kann League Classic auch wieder gespielt werden.

Riot lässt ausgerechnet den besten Modus außen vor

Einen großen Downer gab’s dann aber trotzdem. LoL hatte früher nicht nur die Kluft der Beschwörer („Summoner’s Rift“) als Map, sondern auch eine eigene 3-gegen-3-Arena, die Twisted Treeline.

Das war damals der Modus für mehr Abwechslung und etwas mehr Action: Eine kleinere Map mit weniger Lanes, auf der es zwar zu mehr Konfrontation kam, aber auch zu mehr Gewicht des einzelnen Spielers. Schließlich hat man nur zwei Team-Kollegen, nicht vier.

Genau das fehlt jedoch in League Classic und die Abwechslung bei den Mapos mit verschiedenen Mechaniken ist genau der Grund, warum ich Heroes of the Storm immer lieber mochte als LoL. Vielleicht kommt das ja noch, die Hoffnung besteht zumindest.

Obwohl mein Freund anfangs sehr wenig Lust auf LoL Classic hatte und ich ihn überreden musste, für diesen Test mit mir zu spielen, hat der jetzt genauso viel Bock wie ich und wir werden mit Sicherheit noch mehr zocken.

Wenn mich dabei irgendetwas stört, könnt ihr euch sicher sein, dass ich hier darüber meckern werde. Vielleicht finde ich ja sogar noch ein paar toxische Leute und lerne ein paar neue Beleidigungen, wär’ ja auch mal was.

Habt ihr League Classic schon gespielt? Wie war euer Eindruck? Von welchem Spiel würdet ihr gerne mal eine „Classic“-Version sehen? Schreibt mir einen Kommentar!

Übrigens war ein Streitpunkt zwischen meinem Team-Kollegen und mir die Auswahl der Champions, denn ihm fehlte sein Liebling Vladimir. Zwar wäre der in Season 3 damals schon spielbar gewesen, aber das Champion-Roster ist noch etwas älter als das und Vlad gehörte nicht zum ursprünglichen Line-Up: Was waren eigentlich die ersten Champions in League of Legends?

Kommentare

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3 Kommentare
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Marrurka

Wie? Kein toxisches verhalten?? Neeee, dann lass ich den Classic Modus sein. Gehört doch fest zur lol Erfahrung dazu ….

vulperabeste

Also ich fand League-Classic gestern ganz witzig, ich maine aber Enchanter-Supports und ich muss sagen, dass das damals schon der größte Abfall war. Diese ganzen Gold pro Sekunde-Items und so sind so langweilig… Alle anderen Rollen gehen klar finde ich, aber supporten ist echt lame.

Mir hat das gestern gezeigt, wie gut LoL sich eigentlich entwickelt hat. Die aktuelle Spielversion ist wirklich sehr gut und jede Rolle macht eigentlich Spaß zu spielen. Ich fand in LoL Classic ist das nicht der Fall gewesen…

Was cool ist ist natürlich, dass die ganzen Chars alle ihre alten Fähigkeiten haben. Mein Lieblingschamp ist Lulu und ja…. Die ist halt aktuell genauso wie früher 😂 Aber Soraka war ganz lustig von den Fähigkeiten her, aber die Items… Ich will meinen Weltatlas 😂

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