MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes wurde von Riot zu einer Präsentation und einer Play-Session von League of Legends Classic eingeladen. Schon mit seinem ersten Match hatte er mehr Spaß als in den letzten Jahren mit LoL.
Seit Season 4, also seit knapp 12 Jahren, spiele ich League of Legends. Mal gab es längere Pausen, aber die Kluft der Beschwörer zieht mich irgendwie jedes Mal zurück. LoL ist das Spiel meiner Teenie-Jahre. Während andere Leute MMOs gezockt haben, hüpfte ich fast jeden Tag ins Spiel, um Champions freizuschalten, Runen zu kaufen oder Ranked zu spielen.
LoL war damals nicht nur ein Spiel für mich und meine Freunde. Wir schauten Videos und Parodien oder unterhielten uns einfach über OP-Champions
, die faktisch gesehen gar nicht OP waren, uns aber genervt haben.
Deshalb freute ich mich auch auf LoL Classic. Meine erste Runde spielte ich nach einer Präsentation von Riot, die uns und andere Journalisten noch zu einer Play-Session eingeladen hatten.
Obwohl ich die meisten Champion-Versionen aus Classic gar nicht kenne, fühlte sich schon das erste Match an wie die Rückkehr in ein Heimatdorf, obwohl der Modus eigentlich fürchterlich sein sollte.
Die Rückkehr in eine schönere Zeit
Nach einer Präsentation von Edgar Medina (eMeDroiD), der an Classic beteiligt ist, teilte uns Riot in verschiedene Teams ein. Da niemand Jungle spielen wollte, opferte ich mich. Eigentlich mag ich die Rolle sehr, aber im modernen LoL fühlt es sich oft eher nach Stress als nach Spaß an. Es gibt optimierte Routen und unzählige Objectives.
Ich pickte also die alte, gruselige Vogelscheuche Fiddlesticks und begab mich zu meinem Blue-Buff. Das fühlte sich fast an wie die Reise nach Mordor, weil man an den heutigen Geschwindigkeitsbuff am Anfang gewöhnt ist. Ich lief die Monster ab und machte mir nicht viele Gedanken. Dank der W von Fiddlesticks konnte ich gefühlt eh nicht sterben.
Nach ein paar Monstern rechtsklickte ich meinen Champion auf eine Lane, um einen Gank zu probieren. Als Fiddlesticks dann Yes, my master
(zu Deutsch: Ja, mein Meister
) sagte, kullerte mir fast eine Freudenträne herunter. Ich fühlte mich wie der Kritiker in Ratatouille, der plötzlich einen Flashback seiner Kindheit hat.
LoL Classic ist langsamer und simpler. Das klingt nach heutigen Maßstäben fürchterlich, aber für mich war es richtig toll. LoL ist in Normals und Rankeds durchoptimiert. Alles muss schnell gehen, jede Bewegung muss sitzen und auf unzählige Skillshots und Dashes muss man reagieren können.
Classic ist gemächlicher und ich glaube, ich verstehe endlich, was Leute an Cozy Games so gut finden. Es fühlt sich an wie Urlaub. Der Weg von A nach B dauert, aber in der Zeit kann ich entspannen. Ganz toll fand ich auch die Teamfights. Statt auf unzählige Möglichkeiten zu reagieren, gibt es wenige, übersichtliche Aktionen, die den Angriff und die Verteidigung simpler, aber nicht weniger spannend machen.
Die kompetitive Seele war immer noch da, aber ohne dass der eigentliche Spaß zurückgestellt wird. In diesem einen Match hatte ich mehr Spaß als in den letzten 9 Jahren in Normals oder Ranked-Matches, und Riot will wohl genau das erreichen.
Für viele sieht es nicht zeitgemäß aus, aber für mich ist es wunderschön:

Riots Ziele sind ein guter Ansatz
In der Präsentation vor der Play-Session erklärte Riot uns noch, welche Ziele sie mit dem Modus verfolgen, und die klingen für mich nach einer sehr richtigen Richtung. Man möchte die frühe Erfahrung des Spiels als nostalgisches Erlebnis zurückholen, aber es gleichzeitig weiter ausarbeiten.
Deshalb fügt man auch moderne Standards ein. Mir ist beispielsweise direkt der Ward-Ping aufgefallen, mit dem man gesetzte Wards der Gegner anzeigen kann.
Man plant, aus dem Modus ein Live-Service-Modell zu machen, bei dem die Community großen Einfluss haben soll. So wird es bei neuen Updates (laut der Roadmap etwa am 26. August) ein Voting zum Modus geben. Solche soll es dann in regelmäßigen Abständen geben.
Ich bin auch ein großer Freund davon, dass man nicht einen genauen Patch hat, sondern dass Champions basierend auf ihrer, laut Riot, spaßigsten Zeit zurückkehren. Deshalb ist auch ein perfektes Balancing laut Riot nicht das Ziel, dafür kann man das moderne LoL spielen. Classic soll vor allem spaßig bleiben, und schon nach einem Match hat das für mich gut funktioniert.
Konntet ihr schon reinzocken und was haltet ihr von League of Legends Classic? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Auch MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus hat sich den Modus angeschaut und ist begeistert: LoL Classic ist geil. Soll ich das wirklich so schreiben? Ja? Nur so? Okay, na gut.
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