Beim Bäcker mit Gold zahlen? MMOs experimentieren mit Kryptowährung

In Zukunft könnten Spieler in der echten Welt mit einer Währung bezahlen, die sie in einem Spiel verdient haben. Erste MMOs legen dafür gerade die Grundlage.

Goldselling in WoW illegal, in Entropia Universe legal

Es ist keine neue Idee, aber sie taucht wieder auf und ist aktueller denn je: Geld in einem Online-Spiel verdienen und damit in der „echten“ Welt bezahlen.

In vielen Mainstream-MMORPGs wie WoW ist sowas nur durch einen „Schwarzmarkt“ möglich, der vom Entwickler verfolgt und sanktioniert wird. Goldseller verkaufen dort Ingame-Gold für „echtes Geld.“

Aber so etwas gibt es auch offiziell: Seit 2003 kann man im SF-MMORPG Entropia Universe sein „Spielgeld“ jederzeit in „Echt-Geld“ umtauschen und umgekehrt. Entropia Universe setzt auf eine „Echtgeld-Ökonomie.“

entropia calypsoAlles, was es im Spiel gibt, hat auch einen Dollar-Wert. Man kann sich „seine Brötchen“ mit Spielen verdienen.

Entropia Universe ist ein Nischen-MMORPG mit einem ziemlich einzigartigen Konzept. Daher hält es zahlreiche Rekorde im Guinness-Buch wie etwa den für das „teuerste virtuelle Objekt.“ Ein Spieler hat sich für 335.000 US-Dollar eine Raumstation gekauft.

Dagegen nimmt sich dieser Kauf fast klein aus: Spieler hat über 47.000€ für eine Waffe bezahlt

Das Phänomen ist aktuell noch eine Kuriosität. Das könnte sich aber langfristig ändern, auch weil es zu gesellschaftlichen Entwicklungen passt.

Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum als Ergänzung für MMOs

In der heutigen Zeit werden „Kryptowährungen“ wie BitCon oder Ethereum wichtiger. Das sind virtuelle Währungen, die einen Wert in der echten Welt besitzen. Diese Währungen werden über komplexe Rechenprozesse erzeugt, man spricht von „Crypto-Mining.“

Diese virtuellen Währungen haben bereits jetzt Auswirkungen auf die echte Welt: So machen viele einen Boom im „Crypto-Mining“ für den erhöhten Preis von Grafikkarten verantwortlich. Denn Grafikkarten sind zum Mining von bestimmten, neueren Währungen notwendig.

Als das MMORPG Albion Online kürzlich erpresst wurde, forderten die DDOS-Angreifer Lösegeld in Bitcoins.

Grafikkarte 3

Das, was woanders illegal ist, wird hier zum Spielprinzip

Das neue Mobile-MMO „Lordmancer 2“ sucht nun die direkte Verbindung zu diesen Währungen. Man soll durch das Spiel eine Kryptowährung verdienen können.

Die Währung „Lord Coins“ in Lordmancer 2 wird in Ethereum angelegt und kann außerhalb des Spiels gegen echtes Geld getauscht werden.

Lordmancer 2 wird im Oktober damit beginnen seine Lord Coins zu verkaufen. Aktuell sucht man Geld von chinesischen Investoren. Lordmancer will das, was in anderen Spielen ein Schwarzmarkt ist, als Teil des eigenen Spielprinzips etablieren.

Lordmancer 2

Die Vision ist letztlich, dass Spieler in „gamzifizierten Jobs“ in virtuellen Welten eine Währung verdienen können, die dann als Zahlungsmittel universell eingesetzt werden kann. Allerdings ist das noch Zukunftsmusik, denn das würde nur funktionieren, wenn sich das breit durchsetzt und im Mainstream ankommt.

Während man wohl nicht damit rechnen kann, dass ein Spiel wie Lordmancer 2 einen solchen Boom lostreten kann, ist es doch ein Zeichen dafür, dass die Grundlagen für eine solche Zukunft gelegt werden.


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Autor(in)
Quelle(n): kotaku
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