Mein Highlight in The Division 2 ist nicht das Gameplay, sondern alles drumherum

Nach einigen Stunden in The Division 2 hat unser Autor Tarek sein erstes persönliches Highlight ausgemacht. Das ist aber nicht das Gameplay oder die Story, sondern das Setting Washington D.C. und seine dynamische Spielwelt.

The Division 2 ist ein Brocken. Nach mehreren Stunden Spielzeit staune ich immer noch, wie viel Umfang der Online-Shooter bietet:

  • große Story-Kampagne
  • etliche Nebenmissionen
  • Open-World-Aktivitäten
  • viele andere Kleinigkeiten zu erledigen

Vom PvP-Bereich Konflikt und den Dark Zones ganz zu schweigen, die habe ich noch nicht mal angerührt. Die hebe ich mir fürs Endgame auf, das mir auch noch bevorsteht.

Mittlerweile bin ich Stufe 19 und mein bisher größtes Highlight aus der Fülle an Inhalten ist weder das bereits aus Teil 1 vertraute Gameplay noch die eher schwankende Story. Viel beeindruckender finde ich, wie die Entwickler das Setting umgesetzt haben. Ich möchte Euch erklären, wieso.

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Das neue Setting Washington D.C.

The Division 2 spielt 7 Monate nach The Division 1, der Schauplatz verlegt sich vom eingeschneiten New York in die sommerliche US-Hauptstadt Washington D.C.

Hier liegt der Hauptsitz der Division und natürlich der Regierungssitz der USA, doch die Hauptstadt befindet mittlerweile in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand kurz vor dem Untergang.

Zivilisten und Fraktionen kämpfen hier um die Vorherrschaft, organisiert in eigenen Siedlungen und Stützpunkten.

Bei vielen Fans sorgte der Wechsel des Settings für Skepsis. Warum Sommer? Warum D.C.? Da geht doch der Flair verloren! Die Atmosphäre könnte darunter leiden. Und überhaupt ist New York viel spannender.

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New York war eine Stärke und Schwäche des 1. Teils

The Division 1 hatte zwar eine schön gestaltete Spielwelt, insgesamt war sie meiner Meinung nach aber auch leer und bot wenig Abwechslung. Das hat weniger mit der Stadt an sich zu tun, sondern damit, was daraus gemacht wurde. Eine Millionen-Stadt wenige Wochen nach dem Ausbruch eines apokalyptischen Virus, die so verlassen ist? Unglaubwürdig.

Außerdem wurde viel Potenzial liegen gelassen. Ich hätte gerne mehr von NYC zu Gesicht bekommen, Brooklyn, Queens, der Central Park, all das wäre bestimmt cool geworden.

Ständig lief ich durch die Straßen von Manhattan und musste mir vorstellen, was hätte sein können, wenn das Setting besser umgesetzt worden wäre.

Ich liebe das Setting in The Division 1, doch die Spielwelt hatte einige Schwächen

Die wenigen Zivilisten, die man dort traf, rannten nur dämlich durch die Gegend und boten kaum Interaktionsmöglichkeiten (außer, wenn man mal für Müsliriegel eine AK-47 bekommen konnte).

  • Das Setting war in Teil 1 für mich eine große Stärke, aufgrund der Atmosphäre und der wunderschönen Gestaltung.
  • Aber gleichzeitig einer der größten Kritikpunkte, da sie sehr leblos wirkte und teilweise wie eine Fassade wirkte.

The Division 2 macht das in den meisten Punkten deutlich besser.

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D.C. gibt mir das Gefühl, dass es lebt

Nun also Washington D.C. Ich hatte keine bestimmten Erwartungen, war aber dennoch optimistisch. Mein Wissen zu der Stadt beschränkte sich bisher auf die Serie House of Cards und dem Üblichen, was man so in den Nachrichten sieht.

Ich beschloss, mich darauf einzulassen und einfach zu hoffen, dass Massive an den richtigen Stellen schraubt. Und meiner Meinung nach ist das gelungen.

In Washington ist an jeder Ecke etwas los. Begebe ich mich auf den Weg zu einer Story-Mission, kann ich mich darauf verlassen, unterwegs auf irgendetwas Interessantes zu stoßen.

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Die Welt ist tatsächlich dynamisch

Überall sind Feinde und Verbündete unterwegs, häufig liefern sie sich Gefechte. Als guter Division-Agent stehe ich den Zivilisten natürlich bei und vertreibe die Unholde.

Im Gegenzug kann es vorkommen, das mir patrouillierende Verbündete den Hintern retten, wenn ich mal von einer feindlichen NPC-Truppe in Bedrängnis gebracht werde.

Selbst wenn die Zivilisten nicht die fähigsten Kämpfer sind, kompetenter als die JTF-Kräfte aus New York sind sie allemal und allein die Ablenkung kann Agenten-Leben retten.

Zivilisten sind aber nicht nur in der Spielwelt unterwegs, sie organisieren sich auch eigenständig in Kontrollpunkten (die man zuerst erobern muss). Immer wieder beobachte ich, wie Zivilisten eigenständig auf die Suche nach Ressourcen gehen.

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Auf der Karte kann ich sogar sehen, welche Routen sie nehmen. Man kann sich ihnen einfach anschließen, wenn man Lust hat. Dabei ergeben sich dann neue Gefechte.

Das alles passiert durchgängig in der gesamten Spielwelt, unabhängig von dem, was Ihr gerade tut.

Zu alldem kommen noch Ereignisse wie

  • Hinrichtungen, die man verhindern kann,
  • Nachschublieferungen in Form von abgeworfenen Kisten, die erobert oder verteidigt werden können,
  • wichtige Punkte mit Wasser- und Nahrungsmittelquellen, die man Feinden abluchsen kann

und noch weitere Aktivitäten, denen man nachgehen kann. Es gibt einfach immer irgendwas zu tun und jemanden, dem man helfen kann. Die Welt ist also tatsächlich dynamisch.

D.C. mag nicht so trostlos sein wie das verschneite New York. Dennoch merkt man, dass hier nicht nur die Sonne scheint.

Erkundung lohnt sich endlich

Einen entscheidenden Punkt, den The Division 2 mit dem neuen Setting deutlich besser macht, ist der Erkundungsfaktor.

Überall in der Spielwelt gibt es Loot in Form von Material, Ausrüstung und Waffen. Dabei muss man sich nicht mal gezielte Farmrouten suchen, da die Fülle an Beute riesig ist, egal, wo man sich gerade befindet.

Man kann jetzt darüber streiten, wie glaubhaft das ist, wenn ständig überall Behälter herumliegen. Aber mir persönlich ist das völlig egal. Die Loot-Menge ist ein zusätzlicher Anstoß, die Welt zu erkunden.

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Material hat sich im 1. Teil bei mir irgendwann einfach nur noch angehäuft, da sich Crafting selten gelohnt hat und es sonst keinen Verwendungszweck hat.

The Division 2 bietet eine deutlich größere Auswahl an Materialien als der Vorgänger und jedes hat seinen Nutzen, sei es für das Crafting oder für Projekte, mit denen man wiederum die Siedlungen unterstützen kann.

Insgesamt ist die Stadt deutlich zugänglicher als New York, wo man fast ausschließlich auf die Straßen beschränkt ist. Dächer, Gassen und Innenräume, man hat eine deutlich größere Bewegungsfreiheit beim Durchqueren der Welt.

Durch den Erkundungsfaktor lerne ich die Stadt immer besser kennen, finde coole Orte und beobachte immer wieder Neues. Sicherlich muss man abwarten, wie es nach 100, 500 oder 1000 Stunden aussieht. Bisher sieht das Ganze aber sehr gut aus, und ich bin noch nicht mal im Endgame, wo sich nochmal einiges umkrempeln soll.

Washington bietet deutlich mehr Abwechslung

Die Entwickler haben ihr Versprechen eingehalten. D.C. bietet mit seinen 6 Regionen eine größere Vielfalt als New York. Es gibt deutlich mehr Natur zwischen den typischen Stadtgebieten.

Dieser Faktor hat im 1. Teil fast völlig gefehlt und eröffnet gerade für jemanden wie mich, der am liebsten als Scharfschütze unterwegs ist, neue taktische Möglichkeiten.

Ich habe mich zudem irgendwann an den immer gleichen Häuser-Schluchten satt gesehen und finde es super, dass man einfach je nach Lust und Laune den Stadtteil wechseln kann.

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Außerdem finde ich es beeindruckend, wie viel Wert Massive auf die Tierwelt gelegt hat. Füchse, Waschbären, Rehe, Katzen, Hunde, Insekten wie Libellen und Bienen – die Welt brummt vor Leben.

Sicherlich nimmt das ein Stück der verzweifelten Weltuntergangsstimmung. Mir persönlich gefällt das „I Am Legend“-Feeling (ein Film mit Untergangs-Szenario, der ironischerweise in New York spielt) fast genauso gut, wie die trostlose Stimmung des Vorgängers. Es liegen immer noch genug Müll und Leichen rum, um eine apokalyptische Stimmung zu verbreiten.

Mein erster Eindruck vom Setting ist insgesamt also sehr gut und ich bin froh, dass Massive diesen Setting-Wechsel vollzogen hat.

Für die Zukunft hoffe ich, dass Massive möglicherweise sogar Jahreszeiten einführen könnte. Ein verschneites D.C. würde viele Fans sicherlich versöhnlich stimmen und wäre ein interessanter Twist. Träumen darf man ja.

Das Setting ist für mich – Stand jetzt – der größte Faktor, der The Division 2 von seinem Vorgänger positiv abhebt.

Was haltet Ihr vom Setting? Wie steht Ihr zu dem Wechsel?

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